Vorgestellt während der UTMB-Woche 2026 in Chamonix, ist die Modular Trail Vest von NNormal gerade erst in den Handel gekommen und schon in mehreren französischen Onlineshops erhältlich. Das Versprechen: zwei oder drei verschiedene Westen durch eine einzige ersetzen, dank einer wasserdichten 4-Liter-Rückentasche, die sich in wenigen Sekunden anclipsen und wieder abnehmen lässt. RunMorph hat die ersten echten Praxisberichte ausgewertet, um herauszufinden, ob das Konzept hält, was es verspricht.
NNormal Modular Trail Vest: 8 Liter angegeben, 12 Liter real mit der abnehmbaren Tasche
Das Wichtigste in 3 Sätzen
Pro
- Eine einzige Weste für Training, Wettkampf und lange Touren
- 142 Gramm in der 8-Liter-Konfiguration
- Wasserdichte 4-Liter-Modultasche, in Sekunden abgenommen
Contra
- Keine Trinkblase, nur Softflasks vorne
- Laut einem Tester wenig tiefe Deckeltasche
- Gleichzeitige Nutzung von Modultasche und Stockköcher noch unklar
NNormal Modular Trail Vest: die einzige wirklich modulare Trailweste auf dem Markt
Der RunMorph-Tipp: Wenn du ohnehin zwischen einer kleinen Trainingsweste und einer großen Ultraweste wechselst, kann die Modular Trail Vest beide ersetzen. Wenn du fast immer leicht unterwegs bist, fährst du mit einer festen Weste mit 5 bis 6 Litern einfacher und günstiger.
NNormal, die von Kilian Jornet und Camper gegründete Marke, hat die Modular Trail Vest während der UTMB-Woche 2026 in Chamonix vorgestellt, zusammen mit dem Schuh NN202. Die Weste ist bereits im Handel und bei mehreren französischen Händlern erhältlich.
Das Besondere: ein Volumen von 8 bis 12 Litern dank einer abnehmbaren 4-Liter-Tasche, die hinten an die Weste geclipst wird. Die Befestigung besteht aus zwei Clips oben und zwei elastischen Kompressionsriemen unten, die sich unterwegs nachziehen lassen, um die Tasche eng an den Rücken zu drücken. Die Idee der Marke: eine einzige Weste für Training, Wettkampf und lange Touren, statt zwei oder drei verschiedene zu besitzen.
Alle technischen Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Preis | 170 Euro |
| Grundvolumen | 8 Liter |
| Maximales Volumen | 12 Liter mit der Modultasche |
| Gewicht | 142 Gramm in der 8-Liter-Konfiguration |
| Modultasche | 4 Liter, abnehmbar und wasserdicht |
| Befestigung der Tasche | 2 Clips oben und 2 elastische Kompressionsriemen |
| Stockhalterung | Ja, Schlaufen hinten für einen separat erhältlichen Köcher |
| Flaschenfächer | Ja, 2 Softflasks vorne inklusive |
| Trinkblase | Nicht vorgesehen |
| Tunneltasche | Nein |
| Stauraum vorne | 2 Flasks, 2 große Taschen, 3 Reißverschlusstaschen, 1 kleines Zusatzfach |
| Material | Ultraleichtes, atmungsaktives Gewebe, körpernaher Schnitt |
| Verfügbarkeit | Bereits im Handel, bei mehreren französischen Händlern erhältlich |
Was NNormal verspricht und was sich in der Praxis zeigt
| Punkt | Versprechen von NNormal | Praxisbefund |
|---|---|---|
| Stabilität, kein Wippen | Stabiler Sitz ohne Wippen auf jedem Untergrund | Von einem US-Tester bestätigt, selbst mit 2 vollen Flasks vorne, dank 3 Brustgurten |
| Deckeltasche | Praktischer Zusatzstauraum in der 8-Liter-Konfiguration | Derselbe Tester bemängelt eine Tasche, die nicht bis ganz nach unten reicht: Ein Gegenstand wie eine Kompaktkamera kann hochrutschen und hin und her schlackern |
| Kompatibilität Modultasche und Köcher | Beide Zubehörteile lassen sich an der Basisweste anbringen | Ein Outdoor-Fachmedium hat Zweifel an der gleichzeitigen Nutzung geäußert; ein früheres Demo-Video legt nahe, dass es geht, aber bisher hat es kein Tester unter realen Bedingungen bestätigt |
| Gewicht | Ultraleichte Weste | 142 Gramm in der 8-Liter-Konfiguration laut Datenblatt des französischen Händlers i-Run bestätigt, deckungsgleich mit der Herstellerangabe |
Für wen ist diese Weste gedacht?
Für Läufer, die schon zwei oder drei verschiedene Westen besitzen
Das ist die Zielgruppe Nummer eins. Wenn du zwischen einer kleinen 5-Liter-Weste fürs Training und einem 12-Liter-Modell für Ultras jonglierst, kann die Modular Trail Vest dank ihrer abnehmbaren Tasche beide auf einen Schlag ersetzen.
Für Trailläufer auf Mehrtagestouren oder im Winter
Mit der wasserdichten 4-Liter-Modultasche nimmst du eine leichte Daunenjacke, Regenkleidung oder mehr Verpflegung mit, ohne die Weste wechseln zu müssen.
Für Läufer, die eine Trinkblase den Flasks vorziehen
Achtung: Dieses Modell hat keinen Platz für eine Trinkblase. Wenn du auf dieses Trinksystem setzt, schau dir eine andere Weste aus dem NNormal-Sortiment oder von einer anderen Marke an.
Das Modulsystem im Detail: so funktioniert es
Die Basisweste wiegt 142 Gramm bei 8 Litern Stauraum, verteilt auf 2 Softflasks vorne (im Lieferumfang), 2 große Taschen, 3 Reißverschlusstaschen und ein kleines zusätzliches Fach. Für 12 Liter clipst du einfach die 4-Liter-Modultasche hinten an: 2 Clips oben fixieren sie in wenigen Sekunden, dann ziehen 2 elastische Kompressionsriemen sie eng an den Rücken, damit nichts schaukelt.
Die Zusatztasche ist außerdem wasserdicht und schützt so einen Teil deiner Ausrüstung ohne extra Packsack vor Regen und Nässe. Laut einem US-Tester, der die Weste seit mehreren Monaten nutzt, deckt dieses Setup allein die meisten Einsätze ab: Sommerläufe nur mit Flasks und Windjacke, Bergtouren mit mehr Verpflegung und Kleidungsschichten, und große Unternehmungen mit Modultasche plus bei Bedarf einem separat erhältlichen Stockköcher.
Die erste echte Schwäche: eine offene Frage zu Stöcken und Modultasche gleichzeitig
Konkret heißt das: Wenn du die Weste für einen Ultratrail im Stil des UTMB nutzen willst, bei dem Stöcke und zusätzlicher Stauraum oft gleichzeitig gebraucht werden, solltest du das vor dem Kauf klären, etwa im Laden oder direkt bei NNormal.
Die zweite Schwäche: eine Deckeltasche, der es an Tiefe fehlt
In seinem ausführlichen Test der Weste stellt ein US-Tester fest, dass die von oben befüllbare Deckeltasche nur bis zur Hälfte des Rucksacks reicht statt bis ganz nach unten. Die Folge: Was darin steckt, etwa eine Kompaktkamera, kann hochrutschen und sich bewegen, statt fest zu sitzen. Der Tester merkt allerdings an, dass man dank der halben Tiefe leicht an den Inhalt kommt, ohne bis ganz unten wühlen zu müssen: ein Kompromiss mit Vor- und Nachteilen.
Der Praxistest: was die ersten Berichte sagen
Das französische Medium Le Comparatif du Trail betont, dass es sich nach seinem Kenntnisstand um den einzigen wirklich modularen Trailrucksack auf dem Markt handelt, und vergleicht den Ansatz mit dem, was NNormal bereits mit dem Kboix-Schuh und seinen abnehmbaren Komponenten gemacht hat. Die Seite bestätigt zudem die sofortige Verfügbarkeit bei mehreren französischen Händlern.
Ein amerikanischer Tester, der für ein auf die Alpen spezialisiertes Outdoor-Portal schreibt, nutzt die Weste seit mehreren Monaten und hält sie für den Großteil seiner Touren geeignet, vom Sommertraining bis zu Wintertouren mit angeclipster Modultasche. Sein einziger echter Kritikpunkt ist die Tiefe der Deckeltasche.
Ein Fachmedium für Outdoor-Ausrüstung gibt sich vorsichtiger: Ohne die Weste zum Zeitpunkt der Veröffentlichung selbst getestet zu haben, weist es auf eine Grauzone bei der gleichzeitigen Nutzung von Modultasche und Stockköcher hin. RunMorph empfiehlt, genau das vor dem Kauf zu prüfen, wenn du große Wettkämpfe mit Stöcken planst.
NNormal Modular Trail Vest vs NNormal Race Vest 5L
| Kriterium | Race Vest 5L | Modular Trail Vest |
|---|---|---|
| Preis | nicht vergleichbar angegeben | 170 Euro |
| Volumen | 5 Liter fest | 8 bis 12 Liter modular |
| Gewicht | 174 Gramm | 142 Gramm in der 8-Liter-Konfiguration |
| Positionierung | Reine Wettkampfweste, festes Volumen | Vielseitige Weste für Training, Wettkampf und Ultra |
NNormal Modular Trail Vest vs Salomon ADV Skin 12 und Black Diamond Distance 15
| Kriterium | NNormal Modular Trail Vest | Salomon ADV Skin 12 | Black Diamond Distance 15 |
|---|---|---|---|
| Volumen | 8 bis 12 Liter modular | 12 Liter fest | 15 Liter fest |
| Gewicht | etwa 142 bis 146 Gramm | schwerer, bewährte Langstreckenlinie | 330 Gramm |
| Besonderheit | Variables Volumen über abnehmbare wasserdichte Tasche | Sehr ausgereifter Stauraum vorne, langjährige Referenz | Westenartiges Tragesystem für Ultras von 50-120 Kilometern |
Gegenüber Westen mit festem Volumen wie der Salomon ADV Skin 12 oder der Black Diamond Distance 15 bleibt das Argument der NNormal Modular Trail Vest einzigartig: Statt ein festes Volumen für das schlimmste Szenario zu wählen, passt sie sich von Lauf zu Lauf an. Der Preis dafür: keine Trinkblase und eine noch junge Konstruktion ohne mehrere Saisons breiter Praxiserfahrung.
Vorteile
- Eine Weste für die meisten Einsätze, vom Training bis zum Ultra
- 142 Gramm in der Grundkonfiguration, sehr leicht für diese Vielseitigkeit
- Wasserdichte 4-Liter-Modultasche, in Sekunden an- und abgeclipst
- Mit Beteiligung von Kilian Jornet entwickelt
Nachteile
- Keine Trinkblase, nur Softflasks
- Laut einem Tester nur halbtiefe Deckeltasche
- Gleichzeitige Nutzung von Modultasche und Stockköcher im echten Einsatz nicht bestätigt
- Noch junges Produkt, wenig Erfahrung zur Langzeithaltbarkeit
Du willst einen Trainingsplan für deinen nächsten Trail, egal welche Ausrüstung du trägst? RunMorph hilft dir, deine Vorbereitung aufzubauen.
Die RunMorph-Pläne entdeckenUnser Fazit aus der Praxis
Die NNormal Modular Trail Vest hält ein seltenes Versprechen auf einem Markt für Trailwesten, auf dem sich, wie ein Tester treffend bemerkt, die meisten Modelle inzwischen stark ähneln. Das Modultaschen-System ist kein bloßer Marketing-Gag: Es verändert die Nutzung wirklich, weil du mit einer einzigen Weste vom lockeren Trainingslauf bis zur vollbepackten Wintertour auskommst. Die beiden festgestellten Vorbehalte, die halbtiefe Deckeltasche und die Unsicherheit bei Stöcken plus Modultasche gleichzeitig, stellen das Konzept nicht infrage, sollten aber vor einem Kauf für ein großes Ziel wie einen Ultratrail geklärt werden.
Urteil des RunMorph-Coachs
Endnote
Das nimmst du fürs Training mit
- Die 8-Liter-Basisweste reicht für die meisten Trainingsläufe und kurze bis mittellange Wettkämpfe.
- Clipse die 4-Liter-Modultasche an, sobald du länger als 4 bis 5 Stunden oder bei winterlichen Bedingungen unterwegs bist.
- Wenn du bei großen Wettkämpfen mit Stöcken läufst, prüfe vor dem Kauf im Laden, ob sie zusammen mit der Modultasche funktionieren.
- Setz auf Flasks zum Trinken: Diese Weste bietet keinen Platz für eine Trinkblase.
- Mit 142 Gramm in der Grundkonfiguration ist sie eine ernsthafte Option, wenn du leichter tragen willst, ohne mehrere Westen anzuhäufen.
Häufige Fragen
Was kostet die NNormal Modular Trail Vest?
Die Weste kostet in Frankreich 170 Euro.
Welches Volumen hat die NNormal Modular Trail Vest?
Das Grundvolumen beträgt 8 Liter und lässt sich mit einer abnehmbaren 4-Liter-Tasche auf 12 Liter erweitern.
Hat die NNormal Modular Trail Vest ein Fach für eine Trinkblase?
Nein, dieses Modell hat keinen Platz für eine Trinkblase. Getrunken wird aus 2 mitgelieferten Softflasks vorne.
Kann man Modultasche und Stockköcher gleichzeitig tragen?
Das ist noch nicht bestätigt. Ein Präsentationsvideo legt nahe, dass es möglich ist, aber bis zur Veröffentlichung dieses Artikels hat kein unabhängiger Tester diese kombinierte Nutzung unter realen Bedingungen bestätigt.
