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23. August 2026

Camp Xenon Pro 2.0 im Test: leichter Alu-Faltstock zum Sparpreis

7,5/10
Camp Xenon Pro 2.0 im Test: leichter Alu-Faltstock zum Sparpreis

Ein faltbarer Aluminiumstock für unter 60 Euro das Paar, während die meisten Carbonmodelle in unserem Katalog oft über 150 Euro kosten. Der Preis ist verlockend, doch Handschlaufe und Spiel an den Steckverbindungen erinnern schnell daran: Für Alupreise gibt es kein Premium-Carbon.

Camp Xenon Pro 2.0 ausgeklappt
© Camp, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der Camp Xenon Pro 2.0 ist ein faltbarer Trailstock aus 7075er-Aluminium, wiegt nur 172 g pro Stock, misst zusammengelegt 36 cm und kostet 79,90 Euro das Paar (im Angebot oft unter 60 Euro). Damit gehört er zu den leichtesten und günstigsten Stöcken im Katalog, doch seine einfache Handschlaufe scheuert nach vier Stunden Belastung die Haut auf, und mehrere Tester berichten von leichtem Spiel an den Steckverbindungen der Segmente. Da jede Größe eine feste Länge hat, musst du beim Kauf außerdem genau das richtige Modell wählen.

7,5
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Gewicht9,0
Faltsystem / Packmaß8,5
Halt / Schlaufe5,5
Grip / Spitze8,0
Preis-Leistung9,0

Camp, die hundertjährige italienische Marke, die im Katalog noch fehlte

Elf Trailstöcke hat RunMorph bereits getestet, aber keinen von Camp. Dabei zählt die italienische Marke, vor mehr als 130 Jahren gegründet, neben Black Diamond, Leki und Petzl zu den Referenzen für leichte Bergausrüstung. Der Xenon Pro 2.0 ist ihr günstigster Trailstock, gedacht als Aluminium-Alternative zu den Premium-Carbonmodellen, die das Segment dominieren: Leki Ultratrail FX.One Superlite, Black Diamond Distance Carbon Z FKT oder Guidetti Platinium Néo, alle deutlich teurer.

Mit 79,90 Euro Listenpreis (im Handel meist um 59,90 bis 65 Euro) spielt der Xenon Pro 2.0 im selben Budgetsegment wie der bereits getestete Kiprun Bâtons Trail Carbone, setzt aber auf Aluminium statt Carbon.

Technische Daten Camp Xenon Pro 2.0

MerkmalDetail
Gewicht172 g pro Stock mit Teller (344 g das Paar, je nach Größe bis 380 g)
MaterialAluminium 7075, 4-teilig
Faltsystem36 cm zusammengelegt, innenliegendes Kevlar-Zugseil mit Spannungseinstellung
Größen115 / 120 / 125 / 130 / 135 cm (feste Länge, nicht teleskopierbar)
GriffVerlängerter EVA-Schaumgriff
HandschlaufeNylon, verstellbar, mit Rechts-/Links-Markierung
SpitzeWolframkarbid
TellerAbnehmbar, 44 oder 55 mm je nach Untergrund (Dart Basket)
Listenpreis79,90 € (im Angebot oft 59,90 bis 65 €)
Camp Xenon Pro 2.0 Detail von Faltmechanismus und Zugseil
© Camp, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Die Technik: Kevlar-Zugseil und austauschbarer Dart-Teller

Das 4-teilige Faltsystem basiert auf einem innenliegenden Kevlar-Zugseil mit Spannungseinstellung. Damit baust du die Stöcke schnell auf und verstaust sie genauso schnell, ohne die komplexeren Verriegelungsmechanismen von High-End-Stöcken. Den abnehmbaren Dart-Teller gibt es in zwei Durchmessern (44 und 55 mm), passend für festen Erdboden, Blockgelände oder weichen Schnee. Die Wolframkarbidspitze sorgt auf den meisten Untergründen für dauerhaften Grip.

Anders als Teleskopstöcke wird der Xenon Pro 2.0 pro Größe in fester Länge verkauft (115 bis 135 cm). Du musst beim Kauf also genau wählen, bekommst dafür aber eine direktere Kraftübertragung ohne das leichte Nachgeben, das manche Teleskopsysteme mit sich bringen.

Praxistest: starkes Verhältnis von Gewicht und Preis, aber schlichter Komfort

TrailPulseActive (ausführlicher, namentlich gezeichneter Test, Frankreich) hat den Xenon Pro 2.0 in technischem Gelände und bei Vertical-Kilometer-Anstiegen getestet. Das Urteil fällt im Kern positiv aus: federleicht (172 g/Stock), stabil bergauf dank der Steifigkeit des 7075er-Aluminiums, und eine Wolframspitze, die auf nassem Geröll oder weichem Schnee gut greift. Der Test bemängelt aber auch eine „leichte Nachgiebigkeit an den Steckverbindungen“ bei kräftigem Stockeinsatz sowie einen optisch etwas überladenen oberen Bereich mit Schlaufe, Klettverschluss und sichtbarem Zugseil.

Auf Outzer.fr kommen die 3 verifizierten Bewertungen für genau dieses Modell im Schnitt auf 8,3/10. BastienReb (7/10) bestätigt die Robustheit nach fast einem Jahr intensiver Nutzung, die Spitze ist noch einwandfrei, bleibt bei der Verarbeitung insgesamt aber zurückhaltend. ElPecor (9/10) warnt dagegen: Er hat bei einer Skitour in der Abfahrt ein Paar zerbrochen und rät ausdrücklich davon ab, dieses 4-teilige Modell dafür zu nutzen. Für den Wintereinsatz empfiehlt er einen 2-teiligen Stock. Angeliqueatmc (9/10) ist auf Aluminium umgestiegen, nachdem ein Carbonpaar einer großen Marke schnell gebrochen war, und ist mit dem Kompromiss aus Robustheit und Leichtigkeit des Xenon Pro 2.0 zufrieden.

Ein Langzeittest von Tanya Naville auf pasquedescollants.com (Frankreich) betrifft das Vorgängermodell Xenon Trek (360 g das Paar, ähnlicher 4-teiliger Aluminiumaufbau): zwei Jahre intensiver Einsatz beim Trailrunning, Wandern, Bergsteigen und auf Skitouren, ohne Bruch oder Anzeichen von Schwäche. Die gleichen Komfortschwächen tauchen wieder auf: ein wenig ergonomischer Griff („färbt die Hand bei großer Hitze etwas schwarz“) und eine zu einfache Handschlaufe für lange Einsätze. Wir lassen die Widersprüche zwischen den Quellen bewusst stehen, statt sie zu glätten. Die Robustheit des Camp-Aluminiums ist über mehrere Stockgenerationen hinweg unbestritten, der Griffkomfort bleibt aber die wiederkehrende Schwachstelle, und vom Einsatz abseits von Trail und Wandern (Skitouren in der Abfahrt) rät mindestens eine Quelle ausdrücklich ab.

Camp Xenon Pro 2.0 EVA-Schaumgriff und Handschlaufe
© Camp, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Camp Xenon Pro 2.0 vs. Kiprun Bâtons Trail Carbone: der Vergleich

Camp Xenon Pro 2.0Kiprun Bâtons Trail Carbone
MaterialAluminium 707560 % Carbon / 40 % Glasfaser
Gewicht (Paar)344 g282 bis 308 g je nach Größe
Listenpreis79,90 € (ab 59,90 €)99,99 €
Faltsystem36 cm, 4-teilig, Kevlar-Zugseil37-43 cm, 3-teilig, Druckknopfsystem
VerstellbarkeitFeste Länge (5 Größen)Feste Länge (5 Größen)
HandschlaufeEinfaches Nylon, R/LPolyester, verstellbar, ohne Handschuhschlaufe

Beide Stöcke zielen auf dasselbe knappe Budget. Der Kiprun ist dank Carbon leichter, der Camp setzt dagegen auf die bewährte Robustheit und Langlebigkeit von Aluminium, im Angebot zu einem noch günstigeren Preis.

Vor- und Nachteile

Pluspunkte
  • Sehr geringes Gewicht für Aluminium (172 g/Stock)
  • Kompaktes Packmaß (36 cm) mit schnellem Kevlar-Zugseil-System
  • Wirksame Wolframspitze und austauschbarer Dart-Teller
  • Sehr konkurrenzfähiger Preis, im Angebot oft unter 60 Euro das Paar
  • Robustheit über mehrere Modellgenerationen bestätigt
Minuspunkte
  • Einfache Handschlaufe, die nach 4 Stunden Belastung die Haut aufscheuert
  • Leichtes Spiel an den Steckverbindungen bei dynamischem Stockeinsatz
  • Feste, nicht verstellbare Länge: Die Größenwahl beim Kauf ist entscheidend
  • Laut einem Nutzer nicht für die Abfahrt auf Skitour geeignet
  • Griff färbt die Hand bei großer Hitze leicht schwarz

Für wen?

Trailrunner und Wanderer, die einen leichten, robusten Stock suchen, ohne viel Geld auszugeben, für Touren unter vier Stunden, bei denen Gewicht und Preis mehr zählen als Schlaufenkomfort. Auch als Ersatzpaar oder für den Einstieg eine gute Wahl.

Für wen nicht?

Ultratrailer, die über viele Stunden Premium-Komfort an der Schlaufe wollen. Skitourengeher, die mit den Stöcken abfahren: Für sie empfehlen die Marke selbst und die Nutzerberichte einen seitlich stabileren 2-teiligen Stock.

Willst du bei deinen langen Läufen besser werden?

Mit den richtigen Stöcken ist es nicht getan, du brauchst auch das passende strukturierte Training. Entdecke die RunMorph-Trainingspläne, die dich verletzungsfrei auf Trail und Straße vorbereiten.

Camp Xenon Pro 2.0 Wolframspitze und Teller
© Camp, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Der Camp Xenon Pro 2.0 hält, was er verspricht: ein leichter, robuster und sehr günstiger Faltstock, bestätigt durch mehrere Generationen unabhängiger Tests. Die Handschlaufe bleibt aber einfach, bei dynamischem Stockeinsatz zeigt sich leichtes Spiel an den Steckverbindungen, und wegen der festen Länge musst du deine Größe genau wählen. Ein hervorragender erster Stock oder eine bewusste Budgetlösung, beim reinen Komfort aber kein direkter Konkurrent für die High-End-Carbonreferenzen im Katalog. RunMorph-Urteil: 7,5/10.

Das nimmst du für dein Training mit

  • Wähle deine Größe beim Kauf sorgfältig: Die Länge ist fest und lässt sich später nicht verstellen.
  • Plane eine andere Handschlaufe oder dünne Handschuhe ein, wenn deine Touren länger als 4 Stunden dauern, um die von mehreren Testern beschriebenen Scheuerstellen zu vermeiden.
  • Nutze dieses Modell für Trail und Wandern: Auf Skitouren ist ein 2-teiliger Stock die bessere Wahl.
  • Prüfe regelmäßig die Spannung des Kevlar-Zugseils, um das bei intensiver Nutzung gemeldete Spiel an den Steckverbindungen zu begrenzen.
  • Wechsle den Teller (44 oder 55 mm) je nach Untergrund, um auf weichem Schnee oder lockerem Boden besseren Halt zu finden.
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