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11. Oktober 2026

Huawei FreeClip 2 im Test: der Open-Ear-Clip für 169 €

7,8/10
Huawei FreeClip 2 im Test: der Open-Ear-Clip für 169 €

Bei RunMorph hat uns der Open-Ear-Clip zum Laufen nie wirklich überzeugt: draußen geht zu viel Klang verloren, und nach dem ersten Kilometer fehlt der Halt. Mit dem FreeClip 2 überarbeitet Huawei sein Konzept und landet zum ersten Mal im RunMorph-Testkatalog.

Huawei FreeClip 2, geöffnetes Ladecase mit beiden Ohrhörern
© Huawei, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der Huawei FreeClip 2 übernimmt die Ohrring-Form seines Vorgängers, senkt das Gewicht auf 5,1 g pro Ohrhörer und bekommt eine IP57-Zertifizierung. Der Halt beim Laufen ist seine große Stärke, bestätigt von mehreren Praxistests. Der Preis dafür: Bässe, die hinter einem abgedichteten In-Ear zurückbleiben, und eine Android-App, die im Play Store fehlt. Für 169 € bei einem französischen Händler richtet er sich an Läufer, die ihre Ohren frei halten wollen, ohne auf Komfort im Long Run zu verzichten.

7,8
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Klang
7,0 / 10
Halt
9,0 / 10
Akkulaufzeit
7,5 / 10
Wasserschutz (IP)
7,5 / 10
Langzeitkomfort
9,0 / 10
Preis-Leistung
6,5 / 10
Für wen?Straßen- und Stadtläufer, die den Verkehr und ihre Trainingspartner hören wollen und denen Komfort über zwei Stunden wichtiger ist als audiophiler Klang.
Für wen nicht?Ohren mit ungewöhnlicher Form (ausgeprägter Knorpel, „Blumenkohlohren“), an denen der Clip schlecht hält, und Läufer, die satte Bässe in ihrer Musik wollen.

Huawei FreeClip 2: der erste Huawei im RunMorph-Test

Huawei war bisher in keiner Kategorie im RunMorph-Testkatalog vertreten. Das ist eine bewusste Entscheidung: Der FreeClip 2, vorgestellt am 20. Januar 2026, ist die zweite Generation eines Formats, an das sich nur wenige Marken wagen: ein komplett offener Ohrhörer in Ohrring-Form, ohne Ohrstöpsel und ohne Bügel über dem Ohr. Für Läufer ist das Argument einfach. Nichts verschließt den Gehörgang, also bleiben Verkehr, andere Läufer und die Ansagen in der Trainingsgruppe hörbar. Die zweite Generation soll die beiden Kritikpunkte an der ersten ausräumen, ein Gewicht, das man nach einer Stunde noch spürte, und einen zu dünnen Klang, ohne das zu verlieren, was das Format fürs Laufen interessant macht.

Huawei FreeClip 2, Ohrhörerpaar in Dreiviertelansicht
© Huawei, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Huawei FreeClip 2: technische Daten

MerkmalWert
Gewicht pro Ohrhörer5,1 g
Akku Ohrhörer / Case60 mAh / 537 mAh
Angegebene Akkulaufzeit9 h ohne Case, 38 h mit Case
Schnellladen10 min im Case = etwa 3 h Wiedergabe
WasserschutzIP57
Treiber10,8 mm, ein Magnet / zwei Membranen
KonnektivitätBluetooth 6.0, Codecs AAC, SBC, LC3, L2HC
Mikrofone3 pro Ohrhörer, davon 1 mit Knochenleitung
FarbenWeiß, Schwarz, Roségold, Blau
Marktpreis in Frankreich169 € (i-run, UVP 199 €)

Huawei FreeClip 2: Herstellerangaben gegen Messwerte

WertAngegebenGemessen
Akkulaufzeit nur Ohrhörer9 h (Lautstärke 50 %, Codec AAC)Knapp 10 h Dauerwiedergabe, Lautstärke selten über 40 %
Gewicht pro Ohrhörer5,1 gHerstellerangabe, bisher nicht unabhängig nachgewogen
WasserschutzIP57 (kurzes Untertauchen)Bestätigt durch einen französischen Labortest: hält Regen und Schweiß stand, nicht zum Schwimmen gedacht
Schnellladen10 min = 3 h WiedergabeBestätigt, volle Ladung in etwa 40 min

Erster Eindruck: ein Clip für ganz normale Ohren

Den Unterschied zur ersten Generation spürst du, sobald du die Ohrhörer aus dem Case nimmst. Das mittlere Silikonband ist etwas steifer, drückt aber weniger ums Ohr, und hinter der Ohrmuschel trägt der Hörer weniger auf, was vor allem kleinen Ohren zugutekommt. Der silikonummantelte Nickel-Titan-Bügel verteilt den Druck über seine ganze Länge statt auf einen Punkt, und auch nach mehreren Stunden entsteht keine Druckstelle, ein typisches Problem starrer Ohrbügel. Die Lautstärke regelst du per Wischgeste über eine neue Touchfläche auf der Rückseite des Ohrhörers. Auf dem Papier eine gute Idee, in den ersten Tagen aber noch launisch.

Die Kehrseite dieser Bauweise: Sie hängt stark von der Ohrform ab. Ein Praxistest mit mehreren Läufern berichtet, dass Träger mit ausgeprägter Ohrform (markanter Knorpel, teils als „Blumenkohlohren“ bezeichnet) den Clip kaum richtig fixieren können: Er rutscht oder findet keinen stabilen Halt. Das ist kein Fertigungsfehler, sondern eine strukturelle Grenze des Ohrring-Formats, das nicht zu jeder Anatomie passt, anders als ein In-Ear-Hörer mit Aufsätzen in mehreren Größen.

Huawei FreeClip 2, Seitenansicht beider Ohrhörer
© Huawei, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Der Praxistest: was die unabhängigen Tests berichten

Für diesen Artikel haben wir drei französische Tests vollständig gelesen. Wanarun, die einzige Quelle im Panel mit klarem Laufschwerpunkt, bestätigt einen tadellosen Halt selbst bei abrupten Bewegungen und Untergrundwechseln, auch wenn die Produktseite selbst warnt, dass der FreeClip 2 nicht an jede Ohrform passt. Fnac misst in einem Labortest knapp 10 Stunden Dauerwiedergabe bei moderater Lautstärke, im Einklang mit Huaweis Angabe, und bestätigt die IP57-Zertifizierung bei Regen. Phonandroid lobt in einem stärker auf den Alltag ausgerichteten Test Bässe, die ab etwa 40 Hz deutlich präsenter sind als bei der ersten Generation, aber weiterhin hinter einem abgedichteten In-Ear wie dem FreeBuds Pro zurückbleiben. Außerdem fehlt eine aktive Geräuschunterdrückung, eine bewusste Konsequenz des offenen Formats und kein Versäumnis.

Alle drei Quellen sind sich in einem Punkt einig, der anderswo selten auftaucht: Die App Huawei AI Life gibt es nicht im Google Play Store. Unter Android musst du die APK-Datei manuell über einen QR-Code oder einen alternativen Store installieren, ein Schritt, den viele Läufer schlicht nicht gehen werden. Auf dem iPhone fehlt zudem die Mehrgeräteverwaltung, sie ist Android und HarmonyOS vorbehalten.

Größte Schwäche: eine App, die im Play Store unsichtbar ist

Dieser Punkt wiegt bei der Preis-Leistungs-Note am schwersten. Ohne die App Huawei AI Life kannst du weder den 10-Band-Equalizer einstellen noch Doppel- und Dreifachtipp anpassen oder die Sturzerkennung aktivieren. Doch genau diese App taucht im Google Play Store nicht auf: Du musst sie als APK holen, über einen QR-Code von Huawei oder einen alternativen Store, ein Schritt, den kein direkter Konkurrent im RunMorph-Test verlangt. Wenn du jedes Jahr dein Android-Handy wechselst oder deine Ohrhörer verleihst, wiederholt sich dieser Aufwand bei jeder Neuinstallation.

Größte Schwäche: ein Format, das nicht an jedes Ohr passt

Die zweite grundlegende Schwäche steckt im Produktversprechen selbst. Der FreeClip 2 klemmt sich an die Ohrmuschel, ohne Größenverstellung und ohne austauschbare Aufsätze. Ein Tester berichtet, dass Träger mit fleischigen Ohren oder ausgeprägter Ohrform ihn nicht stabil sitzen lassen: Der Ohrhörer dreht sich oder rutscht unter Belastung. Anders als ein In-Ear mit Aufsätzen in mehreren Größen gibt es hier keinerlei Anpassung. Entweder passt die Ohrform oder eben nicht. Vor dem Kauf hilft nur das Anprobieren im Laden, und genau das empfiehlt RunMorph bei diesem Produkt ausdrücklich.

Huawei FreeClip 2, geschlossenes Ladecase von oben
© Huawei, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Huawei FreeClip 2 vs Shokz OpenDots 2: der Vergleich

Beide Ohrhörer folgen demselben Prinzip: ein Clip, der sich ans Ohr klemmt, ohne etwas in den Gehörgang zu stecken. Shokz, in diesem Segment bereits mit den OpenDots One etabliert, legt bei der Akkulaufzeit mit den OpenDots 2 noch nach.

KriteriumHuawei FreeClip 2Shokz OpenDots 2
Gesamtlaufzeit (mit Case)38 h40 h
WasserschutzIP57Verbessert gegenüber den OpenDots One
Android-AppNicht im Play Store (APK nötig)Im Play Store verfügbar
ÖkosystemHuawei AI Life (erstes Huawei-Produkt im RunMorph-Test)Shokz, bereits mit 6 Modellen im Katalog

Unterm Strich liegen beide auf dem Datenblatt gleichauf, doch die App ohne Umwege gibt den Ausschlag für die Shokz OpenDots 2, wenn du vor dem ersten Lauf keine APK-Datei von Hand installieren willst.

Huawei FreeClip 2 vs Bose Ultra Open Earbuds: der Vergleich

Eine andere Philosophie verfolgen die Bose Ultra Open Earbuds, die auf immersiven Raumklang statt auf die Unauffälligkeit des Clips setzen.

KriteriumHuawei FreeClip 2Bose Ultra Open Earbuds
PositionierungKomfort und Unauffälligkeit im AlltagKlangqualität und Raumklang
RunMorph-Note7,8 / 108 / 10
AbschirmungKeine, bewusst soKeine, bewusst so
Android-AppNicht im Play Store (APK nötig)Im Play Store verfügbar

Wer vor allem Musikgenuss will, ist mit den Bose besser bedient. Wer Gewicht und einfache Einrichtung priorisiert, findet im FreeClip 2 auf dem Papier eine konkurrenzfähige Wahl, die aber genau in diesem Punkt gegen beide Konkurrenten im Vergleich verliert.

Stärken und Schwächen

StärkenBestätigter Halt beim Laufen, auch bei abrupten Bewegungen. Gewicht auf 5,1 g gesenkt, keine Druckstellen nach mehreren Stunden. Effektives Schnellladen (10 min = 3 h). Deutlich bessere Bässe als bei der ersten Generation. Von den Testern gelobte Gesprächsqualität.
SchwächenApp fehlt im Google Play Store, unter Android ist eine APK-Installation nötig. Passt nicht an jede Ohrform. Tiefbass schwächer als bei einem abgedichteten In-Ear. Kein USB-C-Kabel im Lieferumfang. Hoher Preis im Vergleich zu direkten Open-Ear-Konkurrenten.

Unsere Einschätzung aus der Praxis: für wen?

Der FreeClip 2 richtet sich vor allem an Stadt- und Straßenläufer, die den Verkehr im Ohr behalten wollen, ohne im Long Run auf Komfort zu verzichten. Wenn du dich auf 10 km oder einen Halbmarathon mit Läufen in der Stadt oder in der Gruppe vorbereitest, ist so ein offener Ohrhörer die ganze Saison über sinnvoll. RunMorph empfiehlt ihn als Ergänzung zu einem RunMorph-Trainingsplan für 10 km, bei dem die Sicherheit in der Stadt genauso zählt wie die Musik.

Fazit des RunMorph-Coachs

Der Huawei FreeClip 2 hält, was er bei Komfort und Halt verspricht, den zwei entscheidenden Kriterien beim Laufen, und geht die Schwächen der ersten Generation direkt an. 7,8/10, eine Note, die Komfort und Halt stärker gewichtet, statt einfach den Durchschnitt der sechs Balken zu bilden: Die umständliche App außerhalb des Play Store und die begrenzte Passform für alle Ohren drücken die Preis-Leistungs-Note, ändern aber nichts am Wesentlichen für Läufer mit normal geformten Ohren.

Das Wichtigste für dein Training

  • 5,1 g pro Ohrhörer, ein Komfort, der einen 2-stündigen Long Run ohne Druckstellen durchhält.
  • 38 h Gesamtlaufzeit mit Case, mehr als genug für eine normale Trainingswoche.
  • IP57: hält Regen und Schweiß stand, ist aber nicht fürs Schwimmen im Triathlon gedacht.
  • Die App Huawei AI Life gibt es nicht im Play Store: Plane die APK-Installation vor dem ersten Lauf ein.
  • Probiere ihn vor dem Kauf im Laden an, wenn deine Ohren eine ausgeprägte Form haben, denn der Clip passt nicht an jedes Ohr.

FAQ

Was kosten die Huawei FreeClip 2 in Frankreich?
169 € bei einem Fachhändler wie i-run, also 15 % unter der UVP von 199 €.

Wie lange hält der Akku der Huawei FreeClip 2?
9 h pro Ohrhörer allein und 38 h insgesamt mit dem Case, bei einer unabhängigen Messung von knapp 10 h Dauerwiedergabe.

Sind die Huawei FreeClip 2 wasserdicht genug zum Laufen im Regen?
Ja, die IP57-Zertifizierung deckt Regen und Schweiß ab, aber kein längeres Untertauchen wie beim Schwimmen.

Wie viel wiegt ein Huawei FreeClip 2?
5,1 g pro Ohrhörer, gegenüber 5,6 g bei der ersten Generation, also 0,5 g weniger.

Brauchst du ein Huawei-Konto, um die FreeClip 2 unter Android zu nutzen?
Die App Huawei AI Life (Version 16) ist nicht im Google Play Store: Du musst sie über eine APK-Datei installieren, eine echte Hürde für einen Spontankauf für 169 €.

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