Lacal gibt es erst seit sechs Jahren, doch die Marke, in Europa über Freeride Spirit vertrieben, mischt einen Markt für Trailstöcke auf, den Leki, Black Diamond und Guidetti lange fest im Griff hatten. Der Quick Stick Carbon 120 setzt auf eines der schnellsten Faltsysteme am Markt und einen Preis unter 130 Euro. Bei RunMorph haben wir die wenigen verfügbaren unabhängigen Praxistests komplett gelesen, um zu prüfen, ob das Versprechen auch nach dem Auspacken hält.
Lacal Quick Stick Carbon 120: der komplette RunMorph-Test
Das Wichtigste in 3 Sätzen
Der Lacal Quick Stick Carbon 120 lässt sich dank seines Quick-Fast-Lock-Systems so schnell auf- und zusammenklappen wie kaum ein anderer Stock, und das zum offiziellen Preis von 129,95 Euro, deutlich unter den Premium-Referenzen. Mit 185 g pro Stock liegt er beim Gewicht allerdings im oberen Mittelfeld der Kategorie, weit entfernt von den 137 g des bereits getesteten Leki Superlite, und seine minimalistische Handschlaufe spaltet die beiden unabhängigen Tester, die wir für diesen Artikel gelesen haben. Ein guter Kompromiss aus Faltsystem und Preis für Wandern und Hobby-Trailrunning, weniger überzeugend, wenn du auf Zeit läufst.
Lacal Quick Stick Carbon 120: die Wette auf Express-Faltung zum fairen Preis
Lacal wurde 2020 mitten in der Covid-Zeit gegründet, mit einer einfachen Idee: Wander- und Trailstöcke bauen, die sich schneller handhaben lassen als die der Konkurrenz, ohne die Preise der Traditionsmarken zu verlangen. Der Quick Stick Carbon 120 ist die ausgereifteste Umsetzung dieser Idee im Trailrunning-Segment: zwei Carbonsegmente mit 14 mm, kombiniert mit einem dritten Segment aus Aluminium 7075 T6 nahe am Griff, für mehr Schlagfestigkeit genau dort, wo der Stock am stärksten belastet wird.
Mit dem Verschlusssystem Quick Fast Lock klappst du alle drei Segmente mit einer Hand aus, indem du einfach den Griff hältst, das innere Gummiseil spannt die Konstruktion. Ein unabhängiger Tester, der zehn Tage mit dem Paar in den Nord- und Südalpen unterwegs war, bestätigt ein nahezu sofortiges Ausklappen und eine als tadellos bewertete Stabilität auf Waldwegen und im Mittelgebirge, mit einer Gesamtnote von 88 % über alle getesteten Kriterien. Ein zweiter Tester, der nach einer Hitzewelle drei Tage auf Hüttentour im Beaufortain-Massiv war, bestätigt dasselbe Falttempo und ein Packmaß von 43 cm, kompakt genug, um die Stöcke direkt an den seitlichen Riemen eines Rucksacks zu befestigen.
Ein Punkt verdient Aufmerksamkeit, nämlich die Herkunft: Das Datenblatt des unabhängigen Tests nennt eine Produktion in China, während die Marke in ihrem Marketing Entwicklung und Vertrieb in Europa betont, ohne diesen Punkt auf den von uns geprüften Produktseiten je klarzustellen. Bei RunMorph sprechen wir das lieber offen an, statt die Unklarheit stehen zu lassen, denn die industrielle Herkunft spielt bei der Kaufentscheidung eine immer größere Rolle.
Der Tipp von RunMorph: Wenn dir schnelles Falten und der Preis wichtiger sind als das letzte Gramm, erledigt der Quick Stick Carbon 120 seinen Job. Für Rekordleichtigkeit, auch wenn es mehr kostet, bleibt der Leki Ultratrail FX.One Superlite die Referenz in unserem Katalog; bei noch knapperem Budget ohne Verzicht auf Carbon ist der Kiprun Bâtons Trail Carbone weiterhin eine sichere Wahl.
Objektive technische Daten
| Merkmal | Lacal Quick Stick Carbon 120 |
|---|---|
| Marke | Lacal (europäischer Vertrieb über Freeride Spirit) |
| Material | 2 Carbonsegmente 14 mm + 1 Segment Aluminium 7075 T6 |
| Herstellerangabe Gewicht | 370 g pro Paar, also 185 g pro Stock (120 cm) |
| Unabhängig gemessenes Gewicht | 370 g pro Paar, von einem Tester per Waage bestätigt (entspricht der Angabe) |
| Verschlusssystem | Quick Fast Lock (Ausklappen mit einer Hand) + Elastic Clip (automatisches Zusammenfalten) |
| Packmaß | 43 cm |
| Nutzlänge | 115 bis 120 cm |
| Griff | Long Grip, EVA-Schaum |
| Handschlaufe | Verstellbar, einfaches Gewebe |
| Spitze | Hartmetall, austauschbares Change-Tip-System (Sommer- und Winterteller im Lieferumfang) |
| Garantie | 2 Jahre |
| Herstellung | China (Montage), Entwicklung und Vertrieb in Europa |
| Offizieller Preis | 129,95 € pro Paar |
Für wen ist der Lacal Quick Stick Carbon 120 gemacht?
Für Wanderer und Trailrunner, die ihre Stöcke ständig auf- und zuklappen
Auf einer Strecke, die laufbare Abschnitte und technische Passagen abwechselt, erspart dir das Duo aus Quick Fast Lock und Elastic Clip das übliche Gefummel: Die Segmente klappen mit einer Hand aus und lassen sich verstauen, ohne lose am Rucksack herumzuschlagen. Beide unabhängigen Tester, die wir für diesen Artikel gelesen haben, nennen dieses Detail von sich aus unter den Stärken.
Für alle, die keine 190 € für Carbon zahlen wollen
Mit 129,95 € pro Paar liegt der Quick Stick Carbon 120 deutlich unter den Premium-Referenzen zu 170-190 € und behält trotzdem eine Carbonkonstruktion bei zwei von drei Segmenten, eine seltene Kombination in dieser Preisklasse.
Eher für Gelegenheitsläufer als für Wettkämpfer mit Stoppuhr
Mit 185 g pro Stock wächst der Abstand schnell, verglichen mit den 137 g des Leki Ultratrail FX.One Superlite oder den 99 g des Mountain King SkyRunner Ultra. Auf einer lockeren Runde spürst du den Unterschied nicht; in den Armen am Ende eines Ultras im Wettkampftempo macht er sich irgendwann bemerkbar.
Vergleich mit der Konkurrenz
Der aussagekräftigste Vergleich stellt den Quick Stick Carbon 120 dem Raidlight Compact Z Carbon gegenüber: Beide Stöcke haben laut Hersteller exakt dasselbe Gewicht von 185 g pro Stück und einen ähnlichen Preis, verfolgen aber bei Spitze und Faltsystem gegensätzliche Konzepte.
| Kriterium | Lacal Quick Stick Carbon 120 | Raidlight Compact Z Carbon |
|---|---|---|
| Gewicht pro Stock | 185 g | 185 g |
| Preis | 129,95 € | 119,90 € |
| Packmaß | 43 cm | 40 cm |
| Spitze | Austauschbares Hartmetall | Gummi |
| Material | Carbon 14 mm + unteres Segment aus Aluminium | Carbon-Aluminium-Hybrid |
Bei exakt gleichem Gewicht punktet der Lacal mit seiner Hartmetallspitze, die auf Fels und Wurzeln besser greift als das Gummi des Raidlight, doch der Raidlight ist zusammengefaltet 3 cm kürzer und kostet 10 € weniger. Gegenüber dem normalen Leki Ultratrail FX.One (174 g, rund 190 €) ist der Lacal leichter und deutlich günstiger, dafür bewerten die befragten Tester Handschlaufe und Griff als weniger hochwertig.
So baust du den Lacal Quick Stick Carbon 120 in deinen RunMorph-Trainingsplan ein
Bei den langen Läufen deiner Trailvorbereitung hat dieser Stock seinen Platz, sobald die Strecke laufbare Abschnitte mit knackigen Anstiegen abwechselt: Dank der schnellen Faltung verstaust du ihn, ohne aus dem Rhythmus zu kommen, sobald es wieder flach wird. In einem RunMorph-Trainingsplan für Trail passt er perfekt zu Blöcken mit hügeligen langen Läufen und gezieltem Krafttraining für Auf- und Abstiege, wo die Tempokontrolle mehr zählt als das letzte Gramm am Stock.
Das Urteil des RunMorph-Coachs
Der Lacal Quick Stick Carbon 120 hält sein wichtigstes Versprechen: eines der schnellsten Faltsysteme, die wir im Katalog getestet haben, zu einem Preis, der unter der 130-€-Marke bleibt. Beide unabhängigen Tester, die wir für diesen Artikel gelesen haben, sind sich darin einig, ebenso wie bei der Robustheit der Carbon-Aluminium-Konstruktion nach mehreren Tagen im Gelände. Zwei konkrete Punkte drücken die Note trotzdem: ein Gewicht von 185 g pro Stock, das gegenüber den Referenzen des Segments nichts Besonderes ist, und eine Handschlaufe, die mindestens einer der beiden Tester als minimalistisch empfand, dazu eine wirksame Hartmetallspitze, deren Teller im steinigen Quergelände aber als zu steif gelten. 7,2/10: ein sehr gutes Verhältnis von Faltsystem zu Preis, aber nicht der Stock deiner Wahl, wenn Leichtigkeit oder Griffkomfort über allem stehen.
Das Wichtigste für dein Training
- Faltsystem überzeugt: Das Duo aus Quick Fast Lock und Elastic Clip spart bei jedem Wechsel zwischen flachen Passagen und Anstiegen echte Zeit.
- Gewicht mit Einschränkungen: 185 g pro Stock sind okay für Wandern und Hobby-Trail, nicht für einen anspruchsvollen Wettkampf auf Zeit.
- Einer der günstigsten getesteten Carbonstöcke: 129,95 € pro Paar, unter den meisten Premium-Referenzen im Katalog.
- Handschlaufe vor dem Kauf testen: Ein Tester fand sie minimalistisch, ein heikler Punkt bei Touren über mehrere Stunden.
- Teller im steinigen Gelände im Auge behalten: Mehrere unabhängige Rückmeldungen melden ein Risiko des Verhakens in geröllreichem Quergelände.