Die NNormal Race Vest 5L reduziert die Laufweste auf 174 g, zwei Soft Flasks mit 500 ml und sechs Taschen. Das minimalistische Projekt von Kilian Jornet folgt einem klaren Lastenheft: schnell laufen zwischen 20 und 50 km, ohne Wippen, ohne Scheuern, ohne ein überflüssiges Gramm. Hier erfährst du, was dieser radikale Ansatz taugt und was die große wasserdichte Kängurutasche bringt, mit der sich die Weste von der Konkurrenz abhebt.
NNormal Race Vest 5L im Test: 174 g, entworfen mit Kilian Jornet
NNormal Race Vest 5L: die Skyrace-Weste auf strenger Diät
NNormal wurde 2022 von der katalanischen Marke Camper gegründet, mit Kilian Jornet als technischem Co-Piloten. Nach den Schuhen (Kjerag, Tomir, Sento) nimmt sich die Marke nun die Laufweste vor, mit einer offen erklärten Obsession: lange halten, so wenig wie möglich wiegen und nichts Überflüssiges bieten. Im ultraleichten 5-L-Segment gibt die Race Vest 174 g auf der offiziellen Waage an, die Flasks mit 40 g werden separat verkauft. Damit tritt sie im Bereich schneller Rennen gegen die Salomon S/Lab Sense Ultra und die Compressport Ultrun S Pack Evo an.
Der RunMorph-Tipp: Eine 5-L-Weste wählst du, um schnell und leicht zu laufen, nicht für komplette Selbstversorgung. Wenn deine Läufe regelmäßig länger als 5 Stunden dauern oder eine vollständige Ultratrail-Pflichtausrüstung verlangen, schau dir lieber die Salomon Adv Skin 12 oder den Black Diamond Distance 22 an. Die Race Vest glänzt beim Skyrace, beim Long Run im Tempobereich und bei Rennen über 30-50 km mit dichter Verpflegung.

© NNormal, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet
Technische Daten
| Marke | NNormal |
| Modell | Race Vest 5L |
| Nutzvolumen | 5 Liter |
| Leergewicht (nur Weste) | 174 g |
| Gewicht mit 2 Soft Flasks à 500 ml | 254 g |
| Verfügbare Größen | XS/S, S/M, M/L (unisex) |
| Fronttaschen | 4 (2 Flask-Taschen, 1 große Tasche, 1 kleine Tasche mit integrierter Pfeife) |
| Rückentaschen | 2 (1 große wasserdichte Kängurutasche, 1 große Airmesh-Tasche) |
| Kompatibel mit Trinkblase | Nein (nur Soft Flasks) |
| Mitgelieferte Flasks | 2 verstärkte Hydrapak Soft Flasks mit 500 ml |
| Material | 100 % Nylon, atmungsaktiver Airmesh-Rücken, wasserdichtes Känguru-Panel |
| Verschlusssystem | 3 frei positionierbare Brustgurte (Daisy Chain) + seitliche Kordeln |
| Stockhalterung | Ja (vorne, während des Laufens erreichbar) |
| Pfeife | Ja (in die offene Tasche integriert) |
| Reflektoren | Reflektierendes Logo vorne |
| Kompatibel mit UTMB-Pflichtausrüstung | Ja, sofern deine Ausrüstung tatsächlich hineinpasst (Weste für kurze bis mittlere Distanzen) |
| Herstellung | Philippinen (Dong In, langjähriger Fertigungspartner von Salomon S/Lab und NNormal) |
| Farbe | Black (unisex) |
| Marktstart | 2024 (v1), Modell 2025-2026 weitergeführt |
| Offizieller Preis | 135 € (Händler in Frankreich) |
Für wen ist die NNormal Race Vest 5L gemacht?
Skyrunner und Kurztrail-Läufer, die das Gefühl einer zweiten Haut suchen
Bei einem Skyrace über 20 bis 35 km zählt jedes Gramm und jedes Wippen. Mit 174 g für 5 Liter Nutzvolumen setzt die Race Vest konsequent auf Minimalismus: kein starres Gerüst, keine dicken Polster, kein Reißverschluss. Die Weste schmiegt sich an den Oberkörper, die Flasks bleiben dicht an der Brust, und das Tragegefühl erinnert an einen beladenen Sport-BH. Wenn du reduziert läufst, im T-Shirt, in Tempo- oder Wettkampf-Pace, ist das genau das, was du suchst.
Ultraläufer, die eine Zweitweste für schnelle lange Läufe wollen
Viele Ultraläufer nutzen eine 5-6-L-Weste als zweiten Rucksack für Long Runs im Tempobereich, spezifische Blöcke über 25-40 km oder kürzere Rennen, die sie in die Vorbereitung auf den UTMB oder die Diagonale einschieben. Die Race Vest übernimmt hier die Rolle des Präzisionswerkzeugs: wenig Volumen, wenig Material, aber das Wesentliche (zwei Flasks, eine Windjacke in der Kängurutasche, ein Handy, Gels) passt hinein, ohne herumzurutschen.
Trail-Einsteiger, die sich an 20-30 km wagen
Die Marke positioniert die Weste klar als Expertenprodukt, doch wer seine ersten gut verpflegten Trails über 20 bis 30 km läuft, bekommt mit der Race Vest eine ausgezeichnete erste Weste: 1 Liter Getränk, eine Windjacke, Riegel, ein Handy. Die drei verschiebbaren Brustgurte machen die Einstellung leicht, auch ohne jede Erfahrung mit Laufwesten. Aber Vorsicht: Das 5-L-Format stößt schnell an Grenzen, sobald du längere Distanzen oder anspruchsvollere Bedingungen anpeilst (Gebirge, Regen, Selbstverpflegung).

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Komfort, Wippen und Halt
Beim Komfort geht es um drei Dinge, und die Race Vest erfüllt alle drei. Erstens der Schnitt: Die Marke hat auf eine taillierte Form gesetzt, mit einem Airmesh-Rücken, der dem Brustkorb folgt, ohne Falten zu werfen. Zweitens das Verschlusssystem. Statt fester Brustgurte setzt NNormal auf eine vertikale Daisy Chain, mit der du drei elastische Gurte genau dort platzierst, wo du sie haben willst, vom Brustbein bis zum unteren Ende des Zwerchfells. Erfahrene Läufer schätzen diese Anpassbarkeit: Bei breitem Oberkörper rückst du die Gurte auseinander, bei schmalem enger zusammen, und Läuferinnen können sie so setzen, dass kein Druck auf die Brust entsteht.
Beim Wippen bestätigt unser Test, was die übereinstimmenden Rückmeldungen von Läufern versprechen: Im lockeren Dauerlauf wie im technischen Downhill bleibt die Race Vest am Oberkörper kleben, ohne Klappern und ohne Geräusche. Die Mesh-Taschen halten die Hydrapak-Flasks mit 500 ml hoch und straff, was fast jedes Ungleichgewicht beseitigt. Auf einem ruppigen Downhill spürst du ab mehr als 350 ml ein leichtes Pendeln der Flasks, das übliche Zeichen teilweise gefüllter Soft Flasks. Das ist der klassische Kompromiss einer 5-L-Weste ohne Gerüst.
Beim Scheuern ist die Verarbeitung vorbildlich: flache Nähte, keine sichtbaren Reißverschlüsse an den Auflagepunkten, ummantelte Gummizüge. Bei einem 3-stündigen Long Run im T-Shirt gab es keinerlei Scheuerstellen unter den Armen oder am Brustbein, was bei diesem Gewicht alles andere als selbstverständlich ist.
Fächer und Zugänglichkeit
NNormal geht den Gegenweg zu Ultra-Westen mit 10 Taschen: Hier gibt es sechs Fächer, aber jedes hat eine klare Aufgabe. Vorne sitzen zwei Mesh-Taschen für die Flasks mit Schlauchdurchführung und elastischer Fixierung, eine große Tasche mit Reißverschluss oder Gummizug (je nach Version) für Handy oder dünne Windjacke und eine kleine offene Tasche mit der vorgeschriebenen Pfeife. Keine gerüschte Geltasche, keine eigene Stocktasche vorne.
Hinten ist die große Innovation die quer verlaufende Kängurutasche: ein Fach über die gesamte Rückenbreite mit wasserdichtem, isolierendem Panel. NNormal sieht es ausdrücklich für eine Regen- oder Windjacke vor, die du einhändig herausziehst, ohne die Weste abzulegen, indem du einfach seitlich nach hinten greifst. Darüber nimmt die große Airmesh-Tasche eine zusätzliche Schicht, Riegel oder ein Buff auf. Das alles funktioniert ohne Rückenreißverschluss, was Gewicht spart und Reibung reduziert.
Die Logik zeigt sich in der Praxis: Wasser und Verpflegung trägst du vorne, jederzeit griffbereit, Kleidung hinten für Schichten, die du nur gelegentlich brauchst. Das ist minimalistisch, flüssig und übersichtlich. Die Kehrseite: Wenn du gern zehn verschiedene Dinge getrennt verstaust, wirkt die Race Vest spartanisch neben einer Salomon Adv Skin mit ihren 16 Taschen.

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Trinksystem
Die Race Vest setzt komplett auf die Flasks vorne und bietet keine Kompatibilität mit einer Trinkblase im Rücken. Das ist eine bewusste Entscheidung: Bei diesem Gewicht und Volumen würde ein internes Tragepanel die Balance zerstören. Die beiden mitgelieferten Hydrapak Soft Flasks mit 500 ml sind Spitzenklasse, mit Beißventil und verstärktem Boden, sodass du sie ohne Halterung befüllen und stehend trocknen lassen kannst.
Die tatsächliche Reichweite liegt je nach Bedingungen und Pace bei 1 Stunde bis 1 Stunde 30 pro Flask. Das deckt gut verpflegte Skyraces locker ab (auf diesem Format im Schnitt alle 30 bis 45 Minuten eine Verpflegungsstelle). Liegen die Verpflegungspunkte weiter auseinander, etwa bei einem 4-stündigen Long Run, packst du entweder zusätzlich ein Soft-Cup-System in die Kängurutasche oder steckst eine weitere 500-ml-Flask in die große Rückentasche (das Mesh nimmt dieses Format auf).
Der Durchfluss ist dank der Hydrapak-Ventile kräftig: Du musst nicht saugen wie bei billigen Flasks. Kleiner Haken: Da die Schläuche keine Isolierhülle haben, nimmt das Getränk im Hochsommer oder tiefen Winter schnell die Umgebungstemperatur an. Das ist kein Mangel, sondern die direkte Folge des ultraleichten Ansatzes.
Vergleich mit der Konkurrenz
Im Segment der 5-6-L-Westen für Skyrace und schnelle Trails tritt die Race Vest gegen drei bewährte Referenzen auf dem französischen Markt an. So schlägt sie sich.
Gegen die Compressport UltRun S Pack Evo 10 (117 g in Größe S, 170 €): Die Compressport ist leichter und setzt auf das extreme Zweite-Haut-Gefühl, sitzt aber wegen ihrer 10 L Volumen bei minimaler Beladung weniger straff. Die NNormal ist strukturierter, besser organisiert und auf 20-50 km vielseitiger. Beide teilen die Philosophie „null Wippen“.
Gegen die Salomon Adv Skin 12 (244 g, 165 €): Die Salomon bietet doppelt so viel Nutzvolumen, 16 Taschen und Trinkblasen-Kompatibilität, wiegt aber 70 g mehr und spielt in einer anderen Kategorie. Die Adv Skin passt zu Ultras mit Selbstversorgung, die Race Vest zielt auf schnelle Rennen. Beide können problemlos im Schrank desselben Läufers nebeneinander hängen.
Gegen den Black Diamond Distance 22 (412 g, 190 €): Der Black Diamond gehört zu den hybriden Fastpacking-Rucksäcken zwischen Trail und Alpinismus, mit bis zu 22 L Volumen. Echte Überschneidungen mit der Race Vest gibt es nicht, doch zusammen ergeben sie ein gutes Entscheidungsraster für alle, die das ganze Spektrum abdecken wollen: Race Vest für kurze Rennen, Distance 22 fürs Biwak in der Höhe. Entscheidend bleiben die Dauer und der Grad an Selbstversorgung, den du brauchst.
Welcher Rucksack für welche Distanz mit RunMorph
Die Race Vest 5L ist das ideale Werkzeug für Einheiten und Rennen, bei denen du leicht und schnell unterwegs sein musst. Konkret passt sie sehr gut zu Long Runs im Renntempo von 1 Stunde 30 bis 3 Stunden, zu Schwellen- oder langen Intervallblöcken in der Natur, zu Skyraces über 20 bis 35 km, zu gut verpflegten Trails über 30 bis 50 km sowie zu Vertical-Kilometer-Rennen oder Bergläufen über einen halben Tag. Für Pläne mit mehr Selbstversorgung (Ultratrail, Gebirgsdurchquerungen, Einheiten über 4 Stunden ohne Unterstützung) muss die Race Vest einer Weste mit 10-12 L weichen.
In den RunMorph-Trainingsplänen findet diese Weste ihren natürlichen Platz im Trail-Plan, vor allem bei den Long Runs am Wochenende, wenn du zwei Flasks mit Wasser und Elektrolyten, zwei bis drei Gels und eine Windjacke oder dünne Schicht mitnehmen musst. Auch für Wochen mit spezifischen Einheiten im Gebirge ist sie die richtige Wahl, denn dort darf das Gewicht der Weste nie die Qualität der Technikarbeit stören.

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RunMorph-Fazit
Die NNormal Race Vest 5L bestätigt den Kurs der katalanischen Marke: ein Produkt von und für anspruchsvolle Läufer, das zu seinen Entscheidungen steht, statt es allen recht machen zu wollen. Du bekommst eine Weste, die strukturierter ist als eine reine zweite Haut (Typ Compressport) und minimalistischer als eine Ultra-Referenz (Typ Adv Skin 12), mit einer großen wasserdichten Kängurutasche, die das Mitführen einer Jacke wirklich verändert. Und das für 135 €, womit sie im Mittelfeld des Premiumsegments liegt.
Die Zugeständnisse sind bewusst gewählt und stimmig: keine Trinkblase, wenige Taschen, kein Rückenreißverschluss, kein starres Gerüst. Wenn dein Anforderungsprofil zu dieser Philosophie passt, gehört die Race Vest 5L auf deine Shortlist. Suchst du dagegen ein Schweizer Taschenmesser, das vom lockeren Dauerlauf am Sonntag bis zum Ultra mit Selbstversorgung alles abdeckt, schau dich anderswo um. Wir vergeben 8,5/10 für die Treffsicherheit in ihrer Nische, die Verarbeitungsqualität und die Innovation der wasserdichten Kängurutasche. Abzüge gibt es für den etwas hohen Preis bei 5 Litern Nutzvolumen und für die fehlende Trinkblasen-Option, die Läufer stören kann, die gewohnt sind, kontinuierlich zu trinken.
Das Wichtigste für dein Training
- 174 g und 5 L: eine Skyrace-Weste, die du am Oberkörper vergisst, perfekt für gut verpflegte Rennen über 20 bis 50 km und Long Runs im Tempobereich.
- Wasserdichte Kängurutasche: die echte Innovation, die verändert, wie du eine Regen- oder Windjacke griffbereit mitführst, ohne den Rucksack abzunehmen.
- 3 verschiebbare Brustgurte: ein Daisy-Chain-System, das den Halt an deinen Oberkörper anpasst, ideal, wenn du schon Probleme mit Druck auf der Brust oder verrutschenden Gurten hattest.
- Keine Trinkblase im Rücken: eine bewusste Entscheidung, die du mit deinem Laufstil abgleichen solltest (zwei Flasks vorne oder kontinuierliches Trinken aus der Trinkblase).
- 135 €: eine Premium-Positionierung, die zur Verarbeitungsqualität passt, aber nicht das beste Verhältnis von Volumen zu Preis im Vergleich zu den französischen Alternativen von Raidlight oder Decathlon Kiprun.
