Hilfe-Center
Alles, was du wissen musst, um beim Laufen und im Trail besser zu werden.
📖 Lauf-Glossar
Alle Fachbegriffe, die dir in deinen Trainingsplänen, auf deiner Uhr oder im Gespräch mit anderen Läufern begegnen.
💓 Die Intensitätszonen verstehen
Trainingszonen legen fest, wie intensiv deine Einheiten sind. Sie beruhen auf deiner maximalen Herzfrequenz (HFmax) oder deiner vVO₂max.
Die 5 Herzfrequenzzonen
Sehr lockerer Lauf, aktive Erholung zwischen harten Einheiten.
Die wichtigste Zone. Etwa 80 % deines Trainings gehören hierher.
„Angenehm harte“ Belastung, typisch für Marathon- oder Halbmarathontempo.
Zügige Belastung, 30-60 Minuten haltbar. Schwere Atmung, nur noch kurze Sätze.
Maximale Belastung, 3-8 Minuten haltbar. Völlig außer Atem.
Der Sprechtest ist am einfachsten: Kannst du dich normal unterhalten, bist du in Z1-Z2. Bringst du nur noch ein paar Worte heraus, bist du in Z4-Z5.
Die 80/20-Regel
Spitzenathleten verbringen etwa 80 % ihrer Zeit in den Zonen 1-2 und nur 20 % in den Zonen 4-5. Zone 3 (die „Grauzone“) solltest du meiden: zu intensiv, um sich zu erholen, nicht intensiv genug, um besser zu werden.
Wie findest du deine HFmax heraus?
- Theoretische Formel: 220 - Alter (wenig genau, ±10 bpm).
- Feldtest: 3 × 3 Minuten bergauf mit maximaler Anstrengung, 1 Minute Pause. Die Spitzen-HF beim letzten Mal ist deine HFmax.
- RunMorph: die echte HFmax aus 12 Monaten importierter Läufe. Am zuverlässigsten.
🍽️ Ernährung und Flüssigkeit
Die Ernährung ist die vierte Säule der Leistung.
Vor dem Laufen
- 2-3 Std. vorher: komplexe Kohlenhydrate, wenig Ballaststoffe und Fett.
- 30 Min. vorher: bei Bedarf eine Banane oder ein Riegel.
- Flüssigkeit: 400-600 ml Wasser.
Während des Laufens
- Unter 1 Std.: Wasser reicht.
- 1-2 Std.: 150-200 ml alle 15 Min. plus isotonisches Getränk.
- Über 2 Std.: 60-90 g Kohlenhydrate pro Stunde. Ab Minute 30 beginnen.
Nach dem Laufen
- Erste 30 Min.: das Erholungsfenster. Kohlenhydrate + Eiweiß im Verhältnis 3:1.
- Mahlzeit: eine vollständige Mahlzeit innerhalb von 2 Stunden.
- Flüssigkeit: das 1,5-Fache des verlorenen Gewichts trinken.
Vor dem Wettkampf
- 3 bis 1 Tag vorher: 65-70 % Kohlenhydrate.
- Am Vorabend: eine vertraute, ballaststoffarme Mahlzeit.
- Am Morgen: Frühstück 3 Stunden vorher. Nichts Neues.
Probiere NIE am Wettkampftag eine neue Verpflegung aus. Alles muss im Training getestet sein.
😴 Ermüdung und Erholung steuern
Besser wirst du in der Erholung, nicht im Training.
Schlaf
- 7-9 Stunden pro Nacht: der wichtigste Erholungsfaktor.
- Kühles Schlafzimmer (18 °C), dunkel, 1 Stunde vor dem Schlafen kein Bildschirm.
- Bei Bedarf 20-30 Minuten Mittagsschlaf.
Anzeichen für Übertraining
- Ruhe-HF morgens 5 Schläge höher
- Anhaltende Müdigkeit, sinkende Leistung
- Reizbarkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit
- Wiederkehrende Verletzungen, häufige Infekte
Drei oder mehr Anzeichen? Reduziere den Umfang 1-2 Wochen lang um 50 %. Geh zum Arzt, wenn es anhält.
Aktive Erholung
20-30 Minuten sehr lockeres Laufen am Tag nach einer harten Einheit fördern die Durchblutung.
Setz es in die Praxis um
Berechne deine Tempi, Zonen und Zielzeiten mit unseren kostenlosen Lauf-Rechnern.
Zu den Lauf-Rechnern🩹 Verletzungen vorbeugen
Bis zu 80 % der Läufer verletzen sich jedes Jahr. Die meisten Verletzungen lassen sich vermeiden.
Die häufigsten Verletzungen
- Läuferknie (ITBS): Schmerzen an der Außenseite des Knies. Umfang zu schnell gesteigert.
- Schienbeinkantensyndrom: Schmerzen entlang des Schienbeins. Häufig bei Einsteigern.
- Plantarfasziitis: Schmerzen unter der Ferse beim Aufstehen. Überlastung.
- Achillessehnenreizung: abrupter Intensitätswechsel.
- Ermüdungsbruch: feiner Knochenriss durch Überlastung.
So beugst du vor
- 10-%-Regel: Steigere den Wochenumfang nie um mehr als 10 %.
- Krafttraining: 2-3 Einheiten à 20 Minuten pro Woche = 50 % weniger Risiko.
- Aufwärmen: 10-15 Minuten vor jeder harten Einheit.
- Schuhe: alle 600-800 km ersetzen.
15 Minuten Rumpfstabilität und Kniebeugen 3-mal pro Woche schützen deine Gelenke.
🏁 Renntaktik
Am Renntag entscheidet die Renneinteilung.
Nach 15-20 Minuten Einlaufen im Zieltempo starten. Auf dem letzten Kilometer beschleunigen.
Die ersten 2 km 5-10 s/km langsamer angehen. Eine Reserve behalten.
Die ersten 5 km 10-15 s/km langsamer. Zieltempo von km 6 bis 16. Auf den letzten 5 km zulegen, wenn möglich.
Km 1-10: LANGSAM. Km 10-30: gleichmäßig. Km 30-35: der Mann mit dem Hammer. Km 35-42: in 1-km-Abschnitte zerlegen.
1 Gel alle 30-40 Minuten (4-5 Gels). 150-200 ml Wasser an jeder Verpflegungsstelle. Ab Kilometer 5 beginnen.
Auf der Suche nach Ausrüstung?
Ausführliche Tests von Laufschuhen, Laufuhren und Ausrüstung: Labordaten, Praxistests und ein klares Fazit.
Zu unseren Tests📋 Trainingsprinzipien
Die wissenschaftlichen Grundlagen eines wirksamen Trainingsplans.
Periodisierung
Schrittweise mehr Umfang im Grundlagenbereich.
Qualitätseinheiten (Schwelle, VO₂max).
Einheiten im Wettkampftempo, Zieltempoblöcke.
Umfang -30-50 %, Intensität bleibt.
Arten von Einheiten
Belastungssteigerung (ACWR)
Das Verhältnis von akuter zu chronischer Belastung sollte zwischen 0,8 und 1,3 bleiben. Konkret: höchstens +10 % pro Woche und alle 4 Wochen eine Entlastungswoche.
⛰️ Besonderheiten im Trail
Trailrunning stellt eigene Anforderungen: Höhenmeter, technisches Gelände, Selbstversorgung.
Bergauf
- Ab 15-20 % Steigung ist Gehen ökonomischer.
- Richte dich nach deiner Atmung (80-85 % der HFmax).
- 300-700 Hm pro Stunde, je nach Niveau.
Bergab
- Kleine, schnelle Schritte, Knie gebeugt.
- Blick 3-4 m voraus, Körperschwerpunkt leicht nach vorn.
Selbstversorgung
- Laufweste mit 5-12 l, 500 ml Wasser und 60-90 g Kohlenhydrate pro Stunde.
- Stöcke lohnen sich ab etwa 1500 Hm.
Leistungskilometer
Leistungs-km = Distanz (km) + Hm ÷ 100
Beispiel: 40 km + 2000 Hm = 60 Leistungs-km
👟 Ausrüstung
Die falsche Ausrüstung kann dich verletzen. Die richtige bringt dich weiter.
Schuhe
- Sprengung: 8-12 mm (Einsteiger) / 4-8 mm (Erfahrene).
- Lebensdauer: 600-800 km auf der Straße, 400-600 km im Trail.
- Rotation: 2-3 Paare = 40 % weniger Verletzungsrisiko.
Kleidung
- Atmungsaktive Funktionskleidung (keine Baumwolle).
- Nahtlose Laufsocken.
- Bei Kälte: So anziehen, als wäre es 10 °C wärmer.
🧠 Mentale Vorbereitung
Wenn die Beine müde werden, entscheidet der Kopf.
Im Rennen
- Aufteilen: Nie an die ganze Distanz denken. Abschnitt für Abschnitt.
- Mantras: „Stark und gleichmäßig“, „Ein Schritt nach dem anderen“.
- Atmung: 3:2-Rhythmus (3 Schritte einatmen, 2 Schritte ausatmen).
Wenn der Mann mit dem Hammer kommt
- Akzeptiere es. Das ist normal, kein Scheitern.
- Verkürze deinen Schritt. Konzentrier dich auf die Technik.
- Erinnere dich an die harten Einheiten, die du schon geschafft hast.
Visualisierung
Stell dir am Vorabend jede Phase des Rennens vor. Visualisierung aktiviert dieselben Schaltkreise wie die echte Handlung.
Jede harte Einheit stärkt dein Selbstvertrauen für den Renntag.
Bereit, deinen Laufstil zu verändern?
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