Seit Jahren teilt sich der Markt für Sportkopfhörer in zwei Lager: Knochenschall-Modelle, die das Ohr frei lassen, und In-Ear-Kopfhörer, die Umgebungslärm besser abschirmen, dir beim Antritt aber schon mal aus dem Ohr rutschen. Mit den Powerbeats Pro 2 versucht Beats (eine Apple-Tochter) die Synthese: ein extrem sicher sitzender Ohrbügel, eine ernst zu nehmende aktive Geräuschunterdrückung und eine Neuheit, die für Läuferinnen und Läufer alles verändert, ein optischer Herzfrequenzsensor in jedem Ohrhörer.

© Beats, offizielles Foto, redaktionell verwendet
Beats Powerbeats Pro 2: der Sportkopfhörer mit eingebautem Herzfrequenzsensor
Beats gehört seit 2014 zu Apple, und die Powerbeats-Reihe richtet sich mit ihrem typischen Ohrbügel seit jeher an Sportler. Dieses Markenzeichen stammt vom Originalmodell, das vor mehr als zehn Jahren auf den Markt kam. Version 2 ist ein anderes Produkt: Neu sind der Apple H2 Chip (derselbe wie in den AirPods Pro 2), eine aktive Geräuschunterdrückung und ein Transparenzmodus, vor allem aber ein optischer Herzfrequenzsensor direkt in jedem Ohrhörer.
Genau dieser Punkt platziert die Powerbeats Pro 2 in einem Marktsegment, das so gut wie leer ist: Sportkopfhörer mit integriertem Herzfrequenzmesser. Bisher musste ein Läufer, der Musik und Puls gleichzeitig wollte, zusätzlich zu seinen Kopfhörern eine GPS-Uhr oder ein Armband tragen. Beats vereint beides in einem einzigen Gerät im Ohr.
Der Tipp von RunMorph: Wenn die Herzfrequenzmessung für dich oberste Priorität hat und du sie mit Musik kombinieren willst, sind die Powerbeats Pro 2 in diesem Punkt einzigartig. Für reine Pulsmessung ohne Musik bleibt ein dedizierter Sensor wie der Polar Verity Sense genauer und deutlich günstiger.
Der eingebaute Herzfrequenzsensor: wie funktioniert er wirklich?
Jeder Ohrhörer hat optische LED-Sensoren, die mehr als 100 Mal pro Sekunde pulsieren und den Blutfluss im Ohr messen. Das Ohr gilt als zuverlässige Stelle für die optische Messung, weil dort kaum Bewegungsartefakte durch das Laufen entstehen. Die Daten werden in Echtzeit mit kompatiblen Apps auf dem iPhone synchronisiert, und die Funktion schaltet sich je nach gewähltem Nutzungsprofil automatisch ab.
In der Praxis liegt die Messung bei Dauerläufen und im Tempobereich insgesamt nah an den erwarteten Werten, mit einer leichten Verzögerung bei sehr abrupten Wechseln. Das Verhalten ähnelt stark dem, was wir von optischen Sensoren am Handgelenk oder am Oberarm kennen. Unabhängige Labormessungen bestätigen eine solide Genauigkeit im Alltag, mit denselben Grenzen wie bei jedem optischen Sensor, sobald die Intervalle sehr explosiv werden.
Unter Android läuft die Herzfrequenzmessung über die Beats App und muss von Hand gestartet werden, während die Aufzeichnung auf dem iPhone automatisch beginnt, sobald du dein Training startest. Ein Detail, das zählt, wenn du nicht im Apple-Ökosystem unterwegs bist.

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Der Praxistest: vom lockeren Dauerlauf bis zu Intervallen am Berg
Vom lockeren Dauerlauf mit 5:30 min/km bis zu Bergintervallen mit knapp 3:50 min/km hat sich der Ohrbügel aus Nickel-Titan-Legierung nie bewegt, auch nicht bei abrupten Richtungswechseln oder Sprüngen. Die fünf mitgelieferten Größen an Ohreinsätzen (neu bei diesem Modell) ermöglichen dir einen präzisen Sitz. Laut Beats wurde daran in mehr als 1.500 Teststunden mit fast 1.000 Athleten gefeilt.
Beim Tragekomfort kann nach anderthalb Stunden Dauereinsatz ein leichter Druck über dem Gehörgang spürbar werden, aber nie so stark, dass du die Einheit abbrechen musst. Die aktive Geräuschunterdrückung ist überraschend wirksam, so sehr, dass wir in der Stadt zur Vorsicht raten, denn sie schluckt einen Teil des Verkehrslärms.
Das Ladecase ist 33 % kompakter als bei der Vorgängergeneration und passt problemlos in eine kleine Tasche deiner Trailshorts. Die Schnellladefunktion (5 Minuten für 90 Minuten Musik) ist Gold wert, wenn du spontan loslaufen willst.
Beats Powerbeats Pro 2 vs. Shokz OpenFit Pro: der Vergleich
Die Wahl zwischen beiden hängt vor allem davon ab, ob dir Geräuschabschirmung oder die Wahrnehmung deiner Umgebung wichtiger ist. Hier der Vergleich mit den Shokz OpenFit Pro, der Referenz unter den offenen Kopfhörern, die RunMorph bereits getestet hat, und den Suunto Wing 2 mit Knochenschall für lange Läufe.
| Kriterium | Beats Powerbeats Pro 2 | Shokz OpenFit Pro | Suunto Wing 2 |
| Bauform | In-Ear mit Ohrbügel | Offener Kopfhörer (Luftschall) | Knochenschall |
| Integrierter Herzfrequenzsensor | Ja | Nein | Nein |
| Wahrnehmung der Umgebung | Gering (abschirmend), außer im Transparenzmodus | Hoch | Hoch |
| Akkulaufzeit | 10 h / 45 h mit Case | 12 h / 50 h mit Case | Bis zu 30 h insgesamt |
| Wasserschutz | IPX4 | IP55 | IP68 |
| Preis | 299,95 € | 249 € | 199 € |
Im Vergleich zu den Shokz OpenFit Pro bieten die Powerbeats Pro 2 eine deutlich bessere Geräuschabschirmung und einen volleren Klang. Der Preis dafür: Außerhalb des Transparenzmodus nimmst du den Verkehr deutlich schlechter wahr, ein Punkt, auf den du auf offener Straße achten solltest.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Integrierter optischer Herzfrequenzsensor, einzigartig in diesem Format
- Außergewöhnlicher Halt, selbst im Sprint oder bei Richtungswechseln
- Klangqualität und Geräuschunterdrückung weit über dem Durchschnitt
- 5 Größen an Ohreinsätzen für einen präzisen Sitz
- Kompaktes Case mit kabellosem Laden per Qi
Nachteile
- Hoher Preis (299,95 €) im Vergleich zu günstigeren offenen Kopfhörern
- Nur IPX4, nicht zum Schwimmen geeignet, anders als ein dedizierter Armband-Sensor
- Die Geräuschabschirmung dämpft die Wahrnehmung des Verkehrs außerhalb des Transparenzmodus
- Herzfrequenzmessung unter Android weniger praktisch (manueller Start)

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Unser Praxisfazit: für wen sind die Powerbeats Pro 2 gemacht?
Für Läufer im Apple-Ökosystem
Die Herzfrequenzmessung startet automatisch, sobald du auf dem iPhone ein Training beginnst, und die Ohrhörer arbeiten nahtlos mit der Fitness App und der Apple Watch zusammen. Wenn du ohnehin im Apple-Ökosystem lebst, sind sie die naheliegende Wahl.
Für Stadtläufer, die Geräuschabschirmung wollen
Die sehr wirksame aktive Geräuschunterdrückung passt perfekt aufs Laufband oder die Bahn, wo Umgebungslärm keine Frage der Sicherheit ist.
Für Läufer auf offener Straße oder in der Gruppe
Auf offener Straße mit Verkehr solltest du den Transparenzmodus konsequent einschalten oder zu offenen Kopfhörern wie den Shokz OpenFit Pro greifen, die das Ohr von Natur aus frei lassen.

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Um die Herzfrequenzmessung der Powerbeats Pro 2 in deinen Einheiten (Grundlagenausdauer, Schwelle, Intervalle) voll auszuschöpfen, kombiniere sie mit einem RunMorph-Trainingsplan: Mit den direkt im Ohr gemessenen Herzfrequenzzonen hältst du das richtige Tempo, ohne auf deine Uhr zu schauen, von der Vorbereitung auf 10 km bis zum Marathon.
Das Fazit des RunMorph-Coachs
Die Beats Powerbeats Pro 2 schaffen ein seltenes technisches Kunststück: Ein zuverlässiger Herzfrequenzsensor steckt in einem Sportkopfhörer, ohne dass Klang oder Halt darunter leiden. Der Preis von 299,95 € bleibt hoch im Vergleich zu günstigeren offenen Kopfhörern, und IPX4 schließt das Schwimmen aus. Doch wenn du Musik, Telefonate und Herzfrequenzmessung in einem einzigen Gerät bündeln willst, ohne Uhr oder Armband, ist das heute die ausgereifteste Lösung auf dem Markt. 8,3/10: ein Nischenprodukt, das eine echte Lücke schließt, sofern du den Preis akzeptierst.