Der Brustgurt ist nach wie vor der zuverlässigste Sensor fürs Training, doch Garmin hat inzwischen mehrere Modelle in seiner HRM-Reihe. Der HRM-Dual ist der Einstieg: günstiger als der HRM-Pro oder der HRM 600, setzt er auf doppeltes Bluetooth statt auf erweiterte Metriken. Wir haben die verfügbaren französischen Tests ausgewertet, um zu sehen, ob diese Positionierung wirklich aufgeht.

© Garmin, offizielles Foto, redaktionell verwendet
Garmin HRM-Dual: der Brustgurt, der voll auf doppeltes Bluetooth setzt
In Garmins Brustgurt-Sortiment liegt der HRM-Dual klar unter dem HRM-Pro und dem HRM 600, die beide Laufeffizienzwerte liefern; der Zweite taugt zudem fürs Schwimmen. Technisch übernimmt der HRM-Dual die Bauweise des alten HRM-Run der ersten Generation: Das Sensormodul sitzt mit zwei Druckknöpfen am Textilgurt, statt fest mit ihm verbunden zu sein. Garmin hat diese Konstruktion bei den neueren Modellen aufgegeben, sie hat aber einen handfesten Vorteil: Leiert das Gummiband aus, kaufst du nur einen neuen Gurt und nutzt das Modul weiter.
Die Neuerung steckt, wie der Name schon sagt, in der doppelten Konnektivität: Neben ANT+ bietet er zwei gleichzeitige Bluetooth-Low-Energy-Verbindungen. Konkret kannst du deine Herzfrequenz so an eine GPS-Uhr oder einen Radcomputer und zugleich an ein Tablet oder einen Computer senden. Das macht ihn besonders interessant für Radfahrer, die mit Zwift auf dem Rollentrainer fahren und ihren Radcomputer verbunden lassen wollen.
Technische Daten des Garmin HRM-Dual
| Marke | Garmin |
| Modell | HRM-Dual |
| Gewicht | 53 g (Gurt und Sensormodul) |
| Konnektivität | ANT+ und 2 gleichzeitige Bluetooth-Low-Energy-Verbindungen |
| Befestigung des Moduls | 2 Druckknöpfe am Textilgurt, abnehmbares Modul |
| Batterie | Knopfzelle CR2032, etwa 3,5 Jahre Laufzeit |
| Laufeffizienzwerte | Nicht unterstützt, auch nicht mit kompatibler Uhr |
| Interner Speicher | Keiner, keine eigenständige Aufzeichnung beim Schwimmen |
| Gurtmaterial | Weiches, waschbares Textil, Gurt vom Modul abnehmbar |
| Kompatibilität | GPS-Uhren, Radcomputer, Smartphones, Apps wie Zwift |
| Preis | 69,99 Euro Listenpreis bei Garmin, im Handel oft für 40 bis 55 Euro zu finden |

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Was unabhängige Tests sagen: klare Uneinigkeit beim Wert des Produkts
Für diesen Test haben wir drei unabhängige französische Quellen ausgewertet, und ihre Schlüsse gehen in einem Punkt deutlich auseinander: Was taugt der HRM-Dual wirklich im Vergleich zur Konkurrenz?
Ceinture-running.com fällt nach einem klassischen Praxistest ein insgesamt positives Urteil: Der Gurt gilt als bequem, die Messwerte sind beim Laufen wie bei Intervallen zuverlässig, und das doppelte Bluetooth koppelt Uhr und Dritt-App problemlos gleichzeitig. Außerdem hebt die Seite die lange Lebensdauer der Knopfzelle hervor, die sich ohne Werkzeug tauschen lässt: ein echter Pluspunkt gegenüber optischen Sensoren, die regelmäßig geladen werden müssen.
Ceinture-cardio.com schlägt einen deutlich zurückhaltenderen Ton an und bringt seine Haltung auf den Punkt: Der HRM-Dual „wird die Welt nicht verändern“. Die Seite stellt seinen Preis direkt dem Wahoo TICKR gegenüber, der für rund 49 Euro zu haben ist, während das Garmin-Modell 69 Euro kostet. Gleichzeitig räumt sie ein, dass der HRM-Dual „etwas bequemer“ sitzt. Für diesen Tester rechtfertigt kein messbarer Leistungsunterschied den Aufpreis.
Montre-cardio-gps.fr geht in der Kritik noch weiter und stellt ausdrücklich fest, der HRM-Dual sei „keine Innovation“. Das technische Argument ist präzise: Doppeltes Bluetooth gab es bereits beim Wahoo TICKR X, der als direkter Vorläufer genannt wird, und Garmin greift lediglich eine alte Modulbauweise auf, ohne Laufeffizienzwerte oder Schwimmtauglichkeit zu ergänzen. Fazit der Seite: Das Produkt zielt vor allem auf Radfahrer, die Zwift nutzen, und wer bereits einen anderen Garmin-Brustgurt besitzt, hat ohne diese Disziplin erst einmal keinen Grund zum Wechsel.
Diese Uneinigkeit wollen wir offen benennen statt glätten: Komfort und Zuverlässigkeit im Alltag loben alle drei Quellen, doch beim Preis-Leistungs-Verhältnis und bei der Frage, wie innovativ das Produkt wirklich ist, gehen die Urteile weit auseinander. Entscheidend ist, ob der Tester den HRM-Dual mit Garmins Vorgängergeneration oder mit direkten Konkurrenten wie Wahoo vergleicht.

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Die wahre Positionierung: ein Sensor für vernetzte Radfahrer, kein Allround-Ersatz
Bei allen Unterschieden sind sich die drei Quellen in einem Punkt einig: Der HRM-Dual ergibt nur für einen bestimmten Einsatz Sinn. Seine doppelte Bluetooth-Verbindung erfüllt einen echten, aber eng umrissenen Bedarf: den von Radfahrern, die mit Zwift auf dem Rollentrainer fahren und ihre Daten zugleich mit Radcomputer oder Uhr synchron halten wollen. Für Läufer, die nicht an zwei Geräte gleichzeitig senden müssen, verliert das wichtigste Verkaufsargument des Produkts weitgehend an Bedeutung.
Der Tipp von RunMorph: Fährst du Rad und nutzt regelmäßig Zwift oder einen smarten Rollentrainer, trifft der HRM-Dual genau deinen Bedarf. Bist du Läufer und suchst vor allem die Genauigkeit und den Komfort eines klassischen Garmin-Brustgurts, schau dir lieber den HRM 600 an: Er liefert zusätzlich Laufeffizienzwerte, kostet mehr, bietet dafür aber auch mehr.
Garmin HRM-Dual vs. Garmin HRM 600 vs. Wahoo TRACKR Heart Rate
| Kriterium | Garmin HRM-Dual | Garmin HRM 600 | Wahoo TRACKR Heart Rate |
| Gewicht | 53 g | Etwa 54 g | 39 g |
| Konnektivität | ANT+ und doppeltes Bluetooth | ANT+ und Bluetooth | ANT+ und Bluetooth |
| Laufeffizienzwerte | Nein | Ja | Nein |
| Batterie | Knopfzelle, etwa 3,5 Jahre | Wiederaufladbar | Wiederaufladbar, etwa 100 h |
| Preis | 69,99 Euro | Höher, Oberklasse-Preis | Etwa 49 bis 59 Euro |

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Was uns gefallen hat
- Zwei gleichzeitige Bluetooth-Verbindungen, laut allen drei Quellen ein echter Vorteil für Zwift-Radfahrer
- Tragekomfort als gut bis sehr gut bewertet, auch im direkten Vergleich mit dem Wahoo TICKR
- Knopfzelle mit etwa 3,5 Jahren Laufzeit, ohne Werkzeug austauschbar
- Sensormodul per Druckknöpfen abnehmbar, bei Verschleiß muss nur der Gurt ersetzt werden
- Zuverlässige Messwerte beim Laufen und bei Intervallen, so der ausführlichste Praxistest
Was uns weniger gefallen hat
- Keine Laufeffizienzwerte, auch nicht mit einer kompatiblen Garmin-Uhr
- Kein interner Speicher, daher keine Herzfrequenzaufzeichnung beim Schwimmen
- Preis-Leistungs-Verhältnis laut zwei von drei Quellen enttäuschend gegenüber dem günstigeren Wahoo TICKR
- Wenig innovativ, die doppelte Konnektivität gab es bei der Konkurrenz schon
- Kaum interessant, wenn du weder Zwift noch einen smarten Rollentrainer nutzt

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Unsere Einschätzung aus der Praxis: Für wen?
Radfahrer, die mit Zwift oder auf dem smarten Rollentrainer fahren
Ja, ohne Zögern. Genau für dieses Profil wurde die doppelte Bluetooth-Verbindung entwickelt, und alle drei Quellen sind sich darin einig.
Läufer, die ihren Laufstil mit Laufeffizienzwerten feilen wollen
Nein. Der HRM-Dual misst sie nicht, auch nicht mit einer kompatiblen Uhr. Schau dir lieber den Garmin HRM 600 an, der sie an Bord hat.
Läufer, die einfach einen zuverlässigen Brustgurt zum besten Preis suchen
Vielleicht, aber vergleiche zuerst mit dem Wahoo TRACKR Heart Rate oder dem Polar H10: Beide werden in den ausgewerteten Tests oft als die bessere Wahl beim Preis-Leistungs-Verhältnis genannt.
Trainieren mit dem Garmin HRM-Dual
Bei den Intervalleinheiten eines
RunMorph-Trainingsplans bleibt ein zuverlässiger Brustgurt die Referenz, um deine Pace über Zonen zu steuern. Erwarte vom HRM-Dual nur keine Funktionen, für die er nie gebaut wurde.
Das Fazit des RunMorph-Coachs
Der Garmin HRM-Dual hält, was er verspricht: ein zuverlässiger, bequemer Brustgurt mit langer Knopfzellen-Laufzeit und doppeltem Bluetooth, das vernetzten Radfahrern echte Dienste leistet. Für Läufer ist seine Positionierung aber unscharf. Er steckt fest zwischen vollständigeren Garmin-Modellen wie dem HRM 600 und günstigeren Konkurrenten wie dem Wahoo TRACKR Heart Rate, die das Wesentliche abdecken, ohne die Einschränkungen bei Speicher und Laufeffizienzwerten. Zwei der drei ausgewerteten Tests halten sein Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber dieser direkten Konkurrenz zudem für enttäuschend.
6,5/10: ein zuverlässiger und bequemer Brustgurt, dessen echter Nutzen sich aber vor allem auf Radfahrer mit Zwift beschränkt, bei einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das die meisten ausgewerteten Tests für verbesserungswürdig halten.