Der Praxistest: was drei französische Quellen nach mehreren Wochen berichten
Bevor RunMorph ein Urteil fällt, haben wir drei zum Launch veröffentlichte französische Tests vollständig gelesen, jeder mit einem anderen Protokoll. Wanarun hat die Uhr mehrere Wochen im Alltag und bei verschiedenen Sportarten getragen. Sport-Passion hat den am stärksten messtechnisch gestützten Test über drei Wochen durchgeführt, mit einem vorab gelieferten Exemplar. Frandroid hat einen vollständigen Test mit Note auf 10 veröffentlicht, eingebunden in die Kaufberatung der Redaktion.
Bei der Verarbeitung sind sich alle drei Quellen einig: Titangehäuse, Saphirlünette und EasyCross-Armband wirken hochwertig, besonders gelobt wird das neue Befestigungssystem, das unter das Handgelenk rutscht, statt abzustehen. Beim Display ebenfalls Einigkeit: Mit 3.000 Nits sind die Laufdaten auch in praller Sonne gut lesbar, was Wanarun als die spürbarste Verbesserung gegenüber der Vorgängergeneration beschreibt.
Der Streitpunkt ist das GPS, und er ist deutlich. Wanarun bewertet nur die Erfassungsgeschwindigkeit beim Start, positiv, stellt aber ausdrücklich klar, dass es deutlich mehr Läufe auf schwierigen Strecken, im Wald, zwischen Gebäuden oder in den Bergen bräuchte, um die absolute Qualität der Aufzeichnungen zu beurteilen. Sport-Passion urteilt nach drei Wochen intensiverer Nutzung anders: Die GPS-Zuverlässigkeit ist noch nicht optimal, mit deutlichen Positionsfehlern, wobei der Mangel eher nach einem Softwareproblem als nach einer Hardwaregrenze aussieht. Frandroid wiederum beschreibt in seinem Fazit ein hervorragendes GPS-Tracking und gibt dem Produkt insgesamt 8/10. Bei RunMorph lesen wir diese Abweichung als Zeichen ungleichmäßiger Zuverlässigkeit je nach getestetem Exemplar oder Softwarestand, nicht als bloße Meinungsverschiedenheit: Eine Korrektur per Update ist wahrscheinlich, aber keine der drei Quellen bestätigt sie zum Zeitpunkt dieses Tests.
Zur Navigation äußert sich nur Sport-Passion ausführlich, und das Urteil ist hart: Die Petal-Maps-Karten sind wenig detailliert, in der App HUAWEI Health gibt es keinen Routenplaner, du musst also eine anderswo erstellte Route importieren. Keine der drei Quellen erwähnt Probleme mit dem optischen Pulssensor, anders als bei anderen Einsteigeruhren, die RunMorph bereits getestet hat.
Großer Schwachpunkt Nr. 1: Die GPS-Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb ist noch nicht bewiesen
Der kritischste Punkt für Läufer ist nicht, wie schnell das Signal steht, was Wanarun lobt, sondern wie genau die Aufzeichnung während der Belastung ist. Sport-Passion meldet nach drei Wochen Test und mehreren Dutzend Läufen deutliche Positionsfehler. Bei einem Zeitziel auf der Straße oder im Wettkampf verfälscht eine unsaubere Aufzeichnung direkt deine Pace- und Distanzdaten. Solange kein Korrektur-Update durch einen zweiten unabhängigen Test bestätigt ist, rät RunMorph davon ab, diese Uhr im Wettkampf als wichtigstes GPS-Werkzeug zu nutzen.
Großer Schwachpunkt Nr. 2: 50 Euro Preisaufschlag für Neuerungen, die vor allem Software und saisonabhängig sind
Mit 429,99 Euro gegenüber 379,99 Euro für die GT 6 Pro ein Jahr zuvor kostet die Watch GT 7 Pro 13 % mehr. Die Hardware-Neuerungen beschränken sich auf die Nanokeramik-Lünette und das EasyCross-Armband. Der Rest, Ski, Indoor-Snowboard, Steigungsmanager fürs Rad, ist Software und betrifft Sportarten, die die meisten französischen Läufer nur einen Teil des Jahres oder nie ausüben. Fünf Tage nach dem Launch war die Uhr bei einem französischen Händler schon 70 Euro günstiger zu haben, ein klares Zeichen, dass der Einführungspreis Luft hatte.