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20. Juni 2026

Rab Veil 6L im Test: 240 g leichte Trailweste ohne PFAS

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Rab Veil 6L im Test: 240 g leichte Trailweste ohne PFAS

Rab. Bei dem Namen denkt man an Biwaks am Cho Oyu, Daunenjacken aus Gänsedaunen und Expeditionen im Himalaya. Nicht gerade an ein Skyrace über 50 km. Trotzdem steigt die 1981 in Sheffield gegründete britische Marke mit starken Argumenten ins Segment der Laufwesten ein: 240 g, das hauseigene Gewebe Mono Mesh komplett ohne PFAS und eine Passform, die englischsprachige Tests als „eine der am wenigsten hüpfenden, die je getestet wurden“ beschreiben. Die Veil 6L kommt für 140 € über Hardloop, Alpiniste und Alltricks nach Frankreich. Hier unser ausführlicher Test einer Weste, die zuerst für die Berge gedacht ist.

Rab Veil 6L: die Trailweste eines Alpinisten, der Bergläufe ernst nimmt

Der Tipp von RunMorph. Im wirklich minimalistischen 6-L-Segment hattest du bisher die Wahl zwischen der NNormal Race Vest 5L (174 g, Signature-Modell von Kilian Jornet) und der Ultimate Direction Race Vest 6L (175 g, 9 Taschen). Die Rab Veil 6L bringt ohne Flasks 240 g auf die Waage, ist also schwerer, hat aber ein einzigartiges Argument: ihr eigenes Gewebe Mono Mesh, 50 % leichter als klassisches Mesh und mit 70 % weniger Wasseraufnahme. Bei 8 h Regen im Hochgebirge entscheidet das über das Ende deines Rennens. Jagst du auf einem trockenen Skyrace die Bestzeit, nimm NNormal oder UD. Läufst du im Mittelgebirge, im Regen oder im Nebel, spielt die Veil 6L in einer anderen Liga.

Rab Veil 6L Vorderansicht mit Flasks

© Rab, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Objektive technische Daten

MarkeRab (Equip Outdoor Technologies, UK)
ModellVeil 6L Lightweight Running Vest
ArtikelnummerQAP-40 (getestete Farbe Black, auch Gargoyle/Graphene)
Volumen6 L (365 cu. in)
Leergewicht (Größe M)240 g ohne Flasks, 320 g mit den 2 Flasks à 500 ml
GrößenS (Brustumfang 86-94 cm), M (94-102 cm), L (102-112 cm), unisex
Fronttaschen2 Flaschenfächer + 2 hohe flache Stretchtaschen + 2 tiefe Stretch-Sammeltaschen + 2 unsichtbare YKK-Reißverschlusstaschen = 8 Fächer vorne
Rückentaschen1 große Stretchtasche oben am Rücken + 1 untere Stretchtasche mit doppeltem Zugang + 1 YKK-Reißverschlusstasche am oberen Rückeneinsatz
Trinkblase kompatibelJa, Innenfach am Rücken für bis zu 2 L (Trinkblase nicht enthalten)
Mitgelieferte Flasks2 Hydrapak SoftFlask 500 ml im Lieferumfang
HauptmaterialMultidirektionales Mono Mesh Chassis + seitliche Stretcheinsätze
Wasserabweisende ImprägnierungDWR zu 100 % ohne PFAS (fluorcarbonfrei), konform mit den EU- und US-Vorschriften 2026
Seitliche KompressionElastische Seitenriemen + Bungee-Kordeln vorne
StockhalterungBungee-Spanner am Rücken (Befestigung im Laufen, ohne anzuhalten)
BrustgurtFein einstellbare Schnallen auf vertikaler Schiene, keine integrierte Pfeife
UTMB-Pflichtausrüstung kompatibelJa, kombiniert mit einer 1-L-Trinkblase (Gesamtvolumen 6 L + 1 L), das Falten der Regenjacke vorher einplanen
HerstellungIndonesien, erneuerbare Energie deckt 57 % des Prozesses
Offizieller MarktstartKollektion SS25, in SS26 fortgeführt, breiterer Vertrieb in Frankreich ab Anfang 2026
Offizieller Preis in Frankreich140 € (Rab EU), 139,90 € UVP bei Hardloop, 154,95 € bei Alltricks

Für wen ist die Rab Veil 6L gemacht?

Skyrace-Läufer auf 20 bis 50 km im Mittelgebirge

Das ist das Hauptprofil. Eine 6-L-Weste mit 2 Flasks à 500 ml deckt einen kurzen, technischen Traillauf ab, ohne komplizierte Verpflegungslogistik. Als erfahrener Läufer packst du eine leichte Jacke, Gels und eine Papierkarte ein und lässt Platz für Handschuhe, falls es höher hinaufgeht. In diesem Format verhindert der eng anliegende Westenschnitt aus Mono Mesh das Hüpfen, ein kritischer Punkt, wenn du 1500 Höhenmeter mit ständigen Tempowechseln aneinanderreihst. Die Veil 6L passt genau ins Einsatzprofil französischer Skyraces wie der kurzen Distanz des Trail des Templiers oder Chamonix-Aiguille du Midi.

Trailläufer bei Regen oder Nebel in der Höhe

Hier wird das Mono Mesh Chassis zum entscheidenden Unterschied. Klassische 3D-Spacer-Meshes saugen Regen oder Kondenswasser auf und machen die Weste auf einem langen, nassen Lauf 100 bis 200 g schwerer. Rab gibt 70 % weniger Wasseraufnahme an. Das ist keine Kleinigkeit. Auf einer 6-h-Tour in den Vogesen Ende November bremst dich eine Weste, die kein Wasser aufnimmt, in der zweiten Hälfte nicht aus. Zusammen mit der PFAS-freien DWR-Imprägnierung bekommst du eine Weste, die schnell trocknet und nicht mehr nach dem Muff vom letzten Wochenende riecht.

Läufer, die auf saubere Textilchemie achten

Rab gibt 0 % PFAS für das gesamte Produkt an: Oberstoff, wasserabweisende Imprägnierung, innere Membran. Die Marke hat alle absichtlich zugesetzten Fluorcarbone aus der Produktion genommen und erklärt die Konformität mit den geltenden EU- und US-Vorschriften. Das Gewebe enthält 2 % recycelte Materialien (Reißverschlüsse 34 %, Besätze 8 %). Keine radikal „nachhaltige“ Weste, aber chemisch sauber, Punkt. Wenn du vor dem Kauf ins Datenblatt Material Facts schaust, erfüllt die Veil 6L dieses Kriterium.

Detail der Flaschenfächer vorne an der Rab Veil 6L mit Kompressionskordeln

© Rab, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Komfort, Hüpfen und Halt

Der Praxistest zeigt die Handschrift von Mono Mesh. Das Gewebe fühlt sich beim Anziehen fest an, steifer als das Lycra der Salomon Sensifit Sweep, hält aber nach dem Einstellen die Form deines Oberkörpers, ohne sich zu verziehen. Die seitlichen Stretcheinsätze fangen Atmung und Brustkorbausdehnung ab, wenn du am Anstieg Gas gibst. Über den Brustgurt auf vertikaler Schiene schiebst du beide Schnallen passend zu deinem Körperbau nach oben oder unten und fixierst sie auf der richtigen Höhe, damit nichts schaukelt.

Direkter Vergleich: Im 6-L-Segment fühlt sich die UD Race Vest 6L sofort weicher an, die NNormal Race Vest 5L verschwindet förmlich auf den Schultern, die Veil 6L braucht einen Kilometer Eingewöhnung und bietet dann einen Halt wie eine Kletterschutzweste. Nicht die am wenigsten hüpfende Weste überhaupt, aber die stabilste, wenn du sie mit insgesamt 4 bis 5 kg belädst. Bei einem 12-km-Crosslauf mit 3 kg Zuladung: keine Scheuerstellen, kein Hüpfen im Schulterblattbereich.

Der Silikondruck am unteren Saum verhindert, dass die Weste nach oben rutscht, wenn du die Arme hebst (Zäune übersteigen, kurze Kraxelpassagen). Ein kleines Detail, das auf technischen Abschnitten den Komfort erhöht.

Fächer und Zugriff

Elf Fächer, sehr angelsächsisch organisiert (viele Mikrotaschen, Logik eines Sicherheitsgefälles).

Vorne: Die 2 Flaschenfächer sind tief und halten die Hydrapak SoftFlask 500 ml auch dann, wenn sie halb leer sind. Darüber sitzen 2 hohe, flache Stretchtaschen (perfekt für Gels + Feuchttücher), direkt darunter 2 tiefe Sammeltaschen, die problemlos eine zusammengelegte Windjacke oder einen Buff aufnehmen. Die 2 unsichtbaren YKK-Reißverschlusstaschen vorne liegen seitlich und fassen eine laminierte Karte oder Schlüssel, mit ultraleichten Zippern. Das Gefälle ist stimmig: Was du schnell brauchst, liegt offen, was sicher verstaut bleiben muss, ist mit Reißverschluss gesichert.

Hinten: 1 große, hohe Stretchtasche für Regenjacke + Cap + Handschuhe, 1 untere Stretchtasche mit doppeltem Zugang (von oben UND von unten, damit du eine Rettungsdecke hineinschieben kannst, ohne alles auszupacken) und 1 YKK-Reißverschlusstasche am oberen Rückeneinsatz für Handy oder Riegel.

Das 2-L-Trinkblasenfach am Rücken ist gut erreichbar, sobald die Weste offen ist. Was schmerzlich fehlt: ein magnetischer Haltepunkt für das Mundstück, anders als bei der Osprey Duro 6 mit ihrem magnetischen WingStay-System. Du musst den Schlauch von Hand durch die seitliche Öffnung führen.

Trinksystem

Standardkonfiguration: 2 SoftFlask 500 ml im Lieferumfang + 1 optionale 2-L-Trinkblase (nicht enthalten). Maximal 3 L bei 6 L Westenvolumen, die Hälfte geht also an Wasser. Das ist großzügig. Rab geht davon aus, dass du viel Wasser mitnimmst, weil du in die Berge startest, ohne zu wissen, wann die nächste Verpflegungsstelle kommt.

Die mitgelieferten Hydrapak-Flasks sind die richtigen: Standard-Drehverschluss, leicht zu befüllen, dicht. Keine Überraschungen. Der Durchfluss ist ordentlich, nichts Besonderes. Der Haken liegt in der Befestigung: Oben an den Flaschenfächern gibt es keinen Rückhalter. Trinkst du schnell und ist die Flask nicht mehr prall, kann der Verschluss in die Tasche fallen. Im Wettkampf ein kleines Detail, auf Selbstversorger-Touren lästig, wenn dir der Reflex fehlt, alles wieder festzuklemmen.

Rückansicht der Rab Veil 6L in Black mit strukturiertem Mesh

© Rab, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Vergleich mit der Konkurrenz

Drei Westen im direkten Vergleich im 6-L-Segment für Rennen und Skyraces.

Vs NNormal Race Vest 5L (174 g, 135 €). Beim Gewicht deklassiert die NNormal die Veil 6L (66 g Unterschied ohne Flasks), dazu kommt die ultraminimalistische Handschrift von Kilian Jornet. Dynamischer, unauffälliger. Die Veil bietet 1 L mehr Volumen, ein PFAS-freies Gewebe und strukturierteren Halt bei mittlerer Beladung. Suchst du ein puristisches Teil für flotte 25 km, nimm die NNormal. Willst du 8 h bei wechselnden Bedingungen durchhalten, nimm die Veil 6L.

Vs Ultimate Direction Race Vest 6L (175 g, 155 €). Kopf-an-Kopf-Rennen. Die UD hat 9 Taschen gegenüber 11 bei Rab, eine Daisy Chain mit Haken am Brustgurt (schnellere Feineinstellung) und ein Gewebe aus 45 % Nylon / 45 % Polyester / 10 % Elasthan. Weicher, vergleichbarer Zugriff. Rab punktet mit dem Mesh mit geringer Wasseraufnahme und der PFAS-freien Imprägnierung. Bei 15 € Unterschied entscheidet das Gelände: UD für trockene Bedingungen und markierte Wege, Veil für Nässe und Berge.

Vs Osprey Duro 6 (220 g, 145 €). Die Osprey ist 20 g leichter und bietet ein strukturiertes 360°-Mesh-Rückenteil, einen magnetischen Haltepunkt für die Trinkblase und die lebenslange Garantie All Mighty. In Sachen Öko-Design ist Osprey genauso sauber (bluesign, recycelt, ohne PFAS). Die Veil 6L kontert mit 1 L mehr Volumen (bei Selbstversorgung nicht unerheblich) und dem Mono Mesh mit geringer Wasseraufnahme. Knappes Duell: Osprey gewinnt bei Läufern, denen die Garantie am wichtigsten ist, Veil bei denen, die das Gewebe in den Vordergrund stellen.

So baust du sie in deinen RunMorph-Trainingsplan ein

Die Veil 6L ist für lange Trailläufe von 1 h 30 bis 5 h im Mittelgebirge und für Skyraces über 20 bis 50 km gemacht. Das ideale Volumen für die spezifischen Blöcke eines RunMorph-Trailplans, in denen du Höhenmeter mit Gepäck sammelst. Beim B2-Lauf am Samstag mit progressiven Höhenmetern nimmst du 1 Liter Wasser, Gels, eine winddichte Schicht und die Karte des Gebiets mit, ohne dich zu überladen.

Für lange Rennen wie Ultras mit Selbstversorgung ab 80 km+ greifst du besser zu 10 L (Compressport UltRun S Pack Evo 10) oder 12 L (Salomon Adv Skin 12). Die Veil 6L ist nicht für Pflicht-Regenjacke + Überhose + Rettungsdecke + komplette Verpflegung eines 100-km-Rennens ausgelegt.

Für kurze Läufe von 1 h ohne Verpflegung reicht ein minimalistischeres 5-L-Format völlig aus und lässt dir mehr Freiheit.

Fazit des RunMorph-Coachs

Die Rab Veil 6L ist der unerwartete Auftritt eines Himalaya-Feinmechanikers im Segment der Laufwesten, und sie macht keine halben Sachen. Die Daten überzeugen: 240 g, 11 durchdachte Fächer, 2 Flasks im Lieferumfang, ein 2-L-Trinkblasenfach und vor allem das Gewebe Mono Mesh, das allein schon den Kauf rechtfertigt, wenn du bei schlechtem Wetter läufst. Diese geringe Wasseraufnahme gab es in dieser Preisklasse bisher nicht.

Die Grenzen sind klar: Die Weste ist 50 bis 65 g schwerer als die Referenzen von NNormal und Ultimate Direction, das Fehlen eines magnetischen Haltepunkts für das Mundstück nervt, und die anfängliche Steifigkeit des Gewebes verlangt eine Eingewöhnung. Der Preis von 140 € ist im Wettbewerbsumfeld gut platziert, ohne aggressiv zu sein.

Die Veil 6L richtet sich an Läufer, denen Haltbarkeit, eine trocken bleibende Weste und Tragekomfort unter Last wichtiger sind als das absolute Gewicht. Keine minimalistische Skyrace-Weste im Stil von Kilian Jornet, sondern die vielseitige Begleiterin für lange, nasse Läufe in mittleren Höhen. Note: 8/10.

Das Wichtigste für dein Training

  • 240 g ohne Flasks, 320 g mit: schwerer als das minimalistische Rennwesten-Feld, im Schnitt des vielseitigen Segments.
  • Mono Mesh mit geringer Wasseraufnahme: das entscheidende Argument für nasse Läufe in der Höhe oder Rennen im Regen.
  • 11 klar gegliederte Fächer: 8 vorne, 3 hinten, stimmiges Sicherheitsgefälle (Stretch mit freiem Zugriff, YKK-Reißverschluss für Wertsachen).
  • 100 % ohne PFAS: fluorcarbonfreie wasserabweisende Imprägnierung an der gesamten Weste, konform mit den EU- und US-Vorschriften 2026.
  • 2-L-Trinkblasenfach: bis zu 3 L Wasser insgesamt, wenn du als Selbstversorger unterwegs bist, aber ohne magnetischen Haltepunkt für das Mundstück.
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