Sobald es bei Trailrucksäcken um mehr als 20 Liter geht, dreht sich die Diskussion schnell um zwei oder drei etablierte Modelle. Raidlight meldet sich mit einer überarbeiteten Version seines Flaggschiffs für Etappenrennen zurück: dem Ultralight 24-30L Made in France, mit Schmerber-1000-Gewebe, variablem Volumen und Fertigung in Saint-Pierre-de-Chartreuse. Ein Format für lange Distanzen in Selbstversorgung, genau dort, wo die meisten Premium-Westen bei 12 oder 15 Litern aufhören.
Raidlight Ultralight 24-30L: der Rucksack Made in France für lange Distanzen in Selbstversorgung
Das Wichtigste in 3 Sätzen
Der Raidlight Ultralight 24-30L zielt auf Etappenrennen und Ultras, die echte Selbstversorgung verlangen, mit einem Volumen, das sich dank einer dehnbaren Rückentasche von 24 auf 30 Liter erweitern lässt. Stabilität und Halt überzeugen die unabhängigen Tester einhellig, ob voll oder fast leer, aber die fehlende Trinkblase im Lieferumfang und der schwierige Zugriff auf die hintere Tasche in Bewegung sind echte Schwachpunkte. Für 219,90 Euro bei einem in Frankreich gefertigten Rucksack ist das Preis-Leistungs-Verhältnis diskutabel, gerade gegenüber Konkurrenten, die beim Trinksystem besser ausgestattet sind.
Raidlight Ultralight 24-30L: der Rucksack Made in France für lange Distanzen in Selbstversorgung
Bei RunMorph sehen wir, dass das Segment 24-30 Liter in unseren bisher veröffentlichten Tests kaum vertreten ist: Die meisten Premium-Westen enden bei 12 oder 15 Litern und sind für einen langen Lauf oder ein Skyrace gedacht. Der Ultralight 24-30L füllt diese Lücke mit einer klaren Positionierung: ein Rucksack für Etappenrennen und Ultras in voller Selbstversorgung, der eine warme Jacke, einen leichten Schlafsack oder Verpflegung für mehrere Tage schluckt, ohne zum klassischen Wanderrucksack zu werden.
Der Tipp von RunMorph: Wenn du für kürzere Läufe ohnehin etwas Kompakteres suchst, schau dir lieber den Raidlight Ultralight 12L oder den Raidlight Responsiv 12L an, zwei Modelle derselben Marke für Training und Rennen bis etwa fünfzig Kilometer. Der Ultralight 24-30L ist für Projekte gedacht, bei denen Selbstversorgung wichtiger ist als reine Leichtigkeit.
Objektive technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Marke | Raidlight |
| Modell | Ultralight 24-30L Made in France (früher Revolutiv 24L) |
| Volumen | 24 bis 30 Liter (dehnbare Rückentasche mit Faltenbalg) |
| Herstellerangabe Gewicht | auf der aktuellen Produktseite nicht angegeben |
| Unabhängig gemessenes Gewicht | etwa 325 g bei der Vorgängergeneration mit identischer Bauweise |
| Empfohlene Maximallast | 10 kg |
| Maße | 46 cm (Höhe) x 28 cm (Breite) x 24 cm (Tiefe) |
| Verfügbare Größen | S, M, L, unisex |
| Fronttaschen | 3 Stretchtaschen vorne, FreeLock-System auf Brusthöhe |
| Kompatibilität Trinkblase | 1,2 L bis 2 L, nicht im Lieferumfang |
| Softflasks im Lieferumfang | nein, separat erhältlich |
| Materialien | wasserabweisendes Schmerber-1000-Ripstop, Rückentasche aus Schmerber 1200, 3D-Mesh auf der Haut |
| Seitliche Kompression | ja, FreeLock-System mit Mikrometerschnalle |
| Stockhalterung | integriertes System hinten, kompatibel mit optionalem Raidlight Carquois-pod |
| Reflektoren | reflektierendes Logo und Paspeln |
| UTMB-Pflichtausrüstung kompatibel | ja (integrierte Pfeife, Trinkblase nachrüsten) |
| Preis | 219,90 € |
Für wen ist der Ultralight 24-30L gemacht?
Etappenläufer und Raid-Teilnehmer
Das ist die klassische Zielgruppe des Rucksacks, schon in der offiziellen Beschreibung genannt: Durchquerungen wie der GR20 in Selbstversorgung, Rennen im Stil des Marathon des Sables oder Raids, bei denen du Verpflegung für mehrere Tage und leichte Biwakausrüstung tragen musst.
Ultratrailer ab 80 km
Auf einem 100 km oder 100 Meilen mit kompletter Pflichtausrüstung (Jacke, Rettungsdecke, Wasserreserve, Verpflegung für mehrere Stunden) bietet das Format mit 24-30 Litern echten Spielraum gegenüber Westen mit 10-15 Litern, ohne zum steifen Wanderrucksack zu werden.
Fastpacker und schnelle Mehrtagestouren
Der Rucksack ist außerdem mit einem optionalen Frontpack und einer Helmhalterung kompatibel. Das erweitert den Einsatz auf schnelle Mehrtagestouren, bei denen der Tragekomfort über viele Stunden mehr zählt als das Gewicht aufs Gramm genau.
Komfort, Wippen und Halt
In diesem Punkt sind sich die drei für diesen Artikel gelesenen unabhängigen Tests am deutlichsten einig. Auf einer viertägigen Durchquerung des südlichen GR20 mit sechs Kilo Gepäck beschreibt ein Tester eine Stabilität, die hervorragend bleibt, egal ob der Rucksack voll oder fast leer ist, und führt das direkt auf das FreeLock-Schnürsystem in Kombination mit den Brustgurten zurück. Ein zweiter Tester nennt nach mehreren Wintereinsätzen mit Trail, lockeren Läufen und Langlauf die Stabilität als Stärke Nummer eins, selbst randvoll gepackt. Auch die Halterung für den Flaschenschlauch, ein kleiner Riemen, der ihn nach dem Leeren der Flasche am Herunterfallen hindert, wird als durchdachtes Detail gelobt, das dir das Verrenken des Halses bei jedem Schluck erspart.
Das überarbeitete 3D-Mesh dieser Version verbessert die Atmungsaktivität am Rücken gegenüber früheren Generationen der Serie. Die offizielle Produktseite hebt das hervor, und es deckt sich mit den Praxisberichten von Läufen bei großer Hitze.
Fächer und Zugänglichkeit
Der Rucksack bietet drei Stretchtaschen vorne, zwei Reißverschlusstaschen (eine seitlich, eine hinten) und ein dehnbares Hauptfach am Rücken, das mit geöffnetem Faltenbalg von 24 auf 30 Liter wächst. Das äußere Staufach wird separat montiert: Raidlight liefert den Gummizug extra, damit jeder ihn nach eigenem Bedarf einstellt, für eine gerollte Jacke, Stöcke oder sperrige Ausrüstung, statt eine feste Konfiguration vorzugeben.
Die Kehrseite dieser modularen Aufteilung: Zwei Schwächen tauchen in den für diesen Artikel gelesenen unabhängigen Tests immer wieder auf. Erstens ist die hintere Tasche in Bewegung nicht praktisch erreichbar. Du musst jedes Mal anhalten und den Rucksack abnehmen, ein häufiger Kompromiss bei großvolumigen Rucksäcken, der aber genannt statt verschwiegen gehört. Zweitens zwingt dich die tiefe Öffnung des Hauptfachs, die Packreihenfolge zu planen: Was ganz unten liegt, ist unterwegs schwer zu erreichen. Pack dort also zuerst hinein, was du erst im Ziel oder an einer großen Verpflegungsstelle brauchst.
Trinksystem
Das ist die offen eingestandene Schwäche des Rucksacks. Anders als mehrere Konkurrenten im selben Segment, die Softflasks oder eine Trinkblase serienmäßig mitliefern, ist der Ultralight 24-30L nur mit einer Trinkblase von 1,2 bis 1,8 Litern kompatibel, erweiterbar auf 2 Liter. Sie ist aber nicht im Lieferumfang und muss separat gekauft werden, genau wie die Softflasks für die Fronttaschen. Ein Tester zeigt sich sogar überrascht, bei einem Rucksack für diese Distanzen keine Trinkblase vorzufinden, erinnert aber daran, dass du je nach Gewohnheit eine Fronterweiterung oder eine Raidlight-Trinkblase ergänzen kannst. Für Ultras oder Etappenrennen solltest du dieses Zubehörbudget also direkt beim Kauf einplanen, statt es erst beim Auspacken zu bemerken.
Ultralight 24-30L vs Black Diamond Distance 22: der Vergleich
Im Segment der Rucksäcke über 20 Liter im RunMorph-Katalog stehen sich zwei klar unterschiedliche Profile gegenüber.
| Kriterium | Raidlight Ultralight 24-30L | Black Diamond Distance 22 |
|---|---|---|
| Volumen | 24 bis 30 L (dehnbarer Faltenbalg) | 22 L (fest) |
| Gemessenes Gewicht | etwa 325 g | 412 g |
| Herstellung | Made in France (Saint-Pierre-de-Chartreuse) | internationale Fertigung |
| Trinkblase im Lieferumfang | nein | nein, aber Schlauchdurchführung bestätigt |
| Preis | 219,90 € | etwa 199,90 € |
Kurz gesagt: Der Ultralight 24-30L gewinnt bei variablem Volumen und Gewicht, der Distance 22 liegt bei gefühlter Robustheit und einer technischen Bauweise mit Blick auf leichten Alpinismus vorn. Bei ähnlichem Budget entscheidet vor allem das Gelände: eher lange Trails und leichtes Biwak für den Raidlight, eher technische Routen und Skyrunning für den Black Diamond.
Ein weiterer nützlicher Anhaltspunkt, falls du beim Volumen noch schwankst: Der Salomon S/Lab Ultra 12 und der Wise Sherpa Max decken beide ein mittleres Format um 12 Liter ab, genug für die meisten Ultratrails ohne Abschnitte in voller Selbstversorgung.
So baust du den Ultralight 24-30L in deinen RunMorph-Trainingsplan ein
Ein Rucksack dieser Größe ergibt nur Sinn, wenn du wirklich beladen mit ihm trainierst. Plane in deinem RunMorph-Trainingsplan vor dem Wettkampf mindestens zwei oder drei lange Läufe mit dem Rucksack auf seinem realen Einsatzgewicht ein, vor allem wenn du dich auf ein Etappenrennen oder einen Ultra mit kompletter Pflichtausrüstung vorbereitest. Das Ziel ist doppelt: den Tragekomfort über die Dauer bestätigen und Rücken und Schultern an eine Last gewöhnen, die du bei deinen üblichen, leichteren Trainingsläufen nicht trägst.
Das Urteil des RunMorph-Coachs
Als Coach sehe ich im Ultralight 24-30L ein Spezialwerkzeug statt eines Allrounders. In seinem Revier, Etappenrennen und lange Ultras in Selbstversorgung, hält er, was er verspricht: hervorragende Stabilität, großzügiges und variables Volumen, sorgfältige Fertigung in Frankreich. Die fehlende Trinkblase und der eingeschränkte Zugriff auf die hintere Tasche in Bewegung sind aber zwei echte Kompromisse, die du vor dem Kauf einkalkulieren musst, keine Details, die du erst im Gelände entdeckst. Urteil: 7,5/10, ein sehr guter Rucksack für alle, die dieses Volumen wirklich brauchen, und völlig überdimensioniert für alle, die Läufe unter 60 Kilometern anpeilen.
Das Wichtigste für dein Training
- Variables Volumen: 24 bis 30 Liter je nach Stellung der Rückentasche, ideal für Etappenrennen und Ultras in voller Selbstversorgung.
- Bestätigte Stabilität: Halt von mehreren unabhängigen Testern als hervorragend bewertet, voll wie fast leer.
- Trinksystem separat einplanen: weder Softflasks noch Trinkblase dabei, das Zubehörbudget gleich beim Kauf einrechnen.
- Packreihenfolge planen: Pack zuerst ein, was du vor dem Ziel nicht brauchst, denn an den Boden des Rucksacks kommst du im Rennen schlecht heran.
- Made in France: ein echtes Argument, wenn dir lokale Produktion wichtig ist, zu einem Preis, der Premium bleibt (219,90 €).