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1. Juli 2026

Salomon S/Lab Ultra 12 im Test: 12-L-Ultraweste mit 205 g

8,5/10
Salomon S/Lab Ultra 12 im Test: 12-L-Ultraweste mit 205 g

Bei Salomon war die S/Lab-Weste lange der Maßstab im Ultra: leicht, stabil, im Rennen unsichtbar. Ein Detail nervte Langstrecken-Trailläufer aber seit Jahren: Eine Jacke im Rücken ließ sich nicht greifen, ohne anzuhalten. Mit der S/Lab Ultra 12, Anfang 2026 erschienen und als Fortsetzung der Arbeit mit François D'Haene gedacht, erfindet die Marke nichts neu. Sie behebt endlich diese Schwäche, legt zwei Liter drauf und steht zu einem Preis, der wehtut. Wir haben sie genau unter die Lupe genommen.

Salomon S/Lab Ultra 12 von vorn mit Softflasks
© Salomon, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Die S/Lab Ultra 12 ist eine High-End-Trinkweste mit 12 Litern für lange Ultras und sehr autarke Touren, mit dem für die S/Lab-Reihe typischen Second-Skin-Halt. Ihre echte Neuerung ist nicht technologisch, sondern funktional: eine tiefe Rückentasche mit seitlichem Zugang, über die du endlich eine Schicht herausholst, ohne die Weste auszuziehen. Beim Halt löst sie ihr Versprechen mit Bravour ein, beim Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich weniger: Sie kostet 200 €, mit Köcher 230 €.

8,5 / 10 · RunMorph Gesamtnote

Komfort und Halt
Kapazität
Zugänglichkeit
Trinksystem
Preis-Leistung
Für wen geeignet?Trailläufer auf langen Formaten und autarken Ultras, die eine stabile 12-L-Weste suchen, die sie im Rennen vergessen, und Pflichtausrüstung mitführen müssen.
Für wen nicht geeignet?Läufer auf kurzen Trails, Vertical Kilometern oder schnellen Formaten: Für sie sind 12 L und 200 € klar überdimensioniert.

Salomon S/Lab Ultra 12: die Korrektur, auf die wir seit der Sense Pro 10 gewartet haben

Um zu verstehen, wofür diese Weste steht, lohnt ein Blick zurück. Die Sense Pro 10 und danach die S/Lab Ultra 10 waren Referenzen in Sachen Stabilität, teilten aber dieselbe Schwäche: einen Rücken rund um eine große vertikale Tasche, ausgelegt auf Volumen und in Bewegung kaum nutzbar. Um an eine Regenjacke oder eine Wärmeschicht zu kommen, musstest du oft anhalten, dich verrenken oder sogar die Weste abnehmen. Auf einem Ultra mit wechselndem Wetter und umfangreicher Pflichtausrüstung wird so ein Detail schnell zum Ärgernis, das den Rhythmus bricht.

Bei RunMorph sehen wir, dass Salomon den pragmatischen statt den spektakulären Weg gewählt hat. Die S/Lab Ultra 12 kehrt nicht zum klassischen System der Salomon Adv Skin 12 mit großen durchgehenden Taschen zurück. Sie ergänzt eine tiefe Rückentasche mit seitlichem Zugang, in der du eine komprimierte Jacke verstaust oder herausholst, ohne die Weste abzulegen. Das ist keine durchgehende Kängurutasche, sondern ein seitlich-hinterer Zugang, aber genau dieser Zugang fehlte. Das Volumen steigt von 10 auf 12 Liter, womit das Modell noch klarer im langen Ultra verankert ist.

Technische Daten: 12 Liter, 205 g und S/Lab-Architektur

MarkeSalomon
ModellS/Lab Ultra 12
MarktstartAnfang 2026
Volumen12 L
Leergewicht205 g (295 g mit den 2 Softflasks)
GrößenXS bis XL, Unisex-Schnitt
Fronttaschen4 gesicherte Taschen, 2 Softflask-Fächer, 2 Reißverschlusstaschen an den Schultern, 1 abnehmbare, wasserabweisende Smartphone-Tasche
Stauraum hinten1 Hauptfach mit Zugang von oben per Druckknöpfen, Reißverschlusstasche vorn, Stretch-Tunneltasche mit doppeltem seitlich-hinterem Zugang
TrinkblaseKompatibel mit Trinkblase im Rücken (nicht im Lieferumfang)
Softflasks im Lieferumfang2 x 500 mL, breite Verschlüsse, High-Flow-Ventil
MaterialienLeichtes, in alle Richtungen dehnbares Stretchmaterial, Rücken aus Mesh, nahtlose Konstruktion, PFC-frei
AnpassungSensiFit-Konstruktion, Brustgurt Quick Link
StockhalterungSystem Custom Quiver (Köcher separat erhältlich)
SicherheitIntegrierte Pfeife
UTMB-PflichtausrüstungKompatibel (mit Trinkblase und Rettungsdecke)
Offizieller Preis200 € (rund 230 € mit Köcher)

Auf der Waage sind 205 g leer für 12 Liter ein solider Wert, aber kein Rekord. Zum Vergleich: Die Compressport Ultrun Evo 10 V2 bleibt unter 120 g, allerdings bei 10 Litern und ohne Kompatibilität mit einer Trinkblase im Rücken. Die S/Lab Ultra 12 spielt eine andere Rolle: Sie nimmt mehr Ausrüstung auf, verträgt eine Trinkblase und zielt auf lange Autarkie statt auf Grammjagd.

Salomon S/Lab Ultra 12 von vorn mit den beiden 500-mL-Softflasks
© Salomon, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

SensiFit und Quick Link: Was ändert das am Halt?

Das Markenzeichen der S/Lab-Reihe ist der Halt. Die SensiFit-Konstruktion setzt auf selbstanpassende Materialien, die sich an den Brustkorb schmiegen und die Last auf eine große Fläche verteilen, statt sie auf den Schultern zu bündeln. Konkret heißt das: Die Weste liegt eng am Oberkörper an, wippt auch gut gefüllt nicht und ist nach den ersten Metern vergessen. Das ist die wahre Stärke des Modells und ein guter Teil seines Status.

Der Brustgurt Quick Link rundet das Ganze ab. Er lässt sich mit einem Handgriff einstellen und nachziehen, ohne anzuhalten, und sein Gummizug lässt dem Brustkorb bei intensiven Belastungen Luft. Das leichte Stretch-Hauptmaterial bietet eine Bewegungsfreiheit, die bei einer Weste dieser Kapazität selten ist. Bei RunMorph bleibt vor allem hängen, dass der Halt gleichmäßig bleibt, ob die Weste zu Beginn der Runde voll oder nach der Verpflegungsstelle fast leer ist. Das ist keineswegs selbstverständlich.

Der Tipp von RunMorph: Auch eine stabile 12-L-Weste nimmt dir nicht ab, deine Last richtig zu verteilen. Pack das Schwerste (Trinkblase, Riegel) so nah wie möglich an den Rücken und nutze die Fronttaschen für alles, was du sofort brauchst. Wenn du gerade mit autarken Läufen anfängst, trainiere zuerst mit einem leichteren Modell wie der Ultimate Direction Race Vest 6L, bevor du 12 Liter Ausrüstung schulterst.

Der Praxistest: vom 3-h-Long-Run bis zum autarken Ultra

Wir haben die S/Lab Ultra 12 auf langen Bergläufen von 3 bis 6 Stunden und auf sehr autarken Streckenerkundungen eingesetzt, mit Regenjacke, Wärmeschicht, Trinkblase und fester Verpflegung an Bord. In diesem Terrain ist die Weste in ihrem Element. Die Stabilität ist im technischen Downhill tadellos, genau dort, wo viele Rucksäcke zu schlagen beginnen. Die beiden 500-mL-Softflasks mit ihren breiten Verschlüssen sind an der Verpflegungsstelle schnell befüllt und nehmen Eiswürfel auf, ein wertvolles Detail bei großer Hitze.

Die Neuerung, die vielzitierte tiefe Rückentasche mit seitlichem Zugang, hält im Einsatz, was sie verspricht: Handschuhe herausholen oder eine komprimierte Jacke in Bewegung verstauen klappt jetzt, wo die Ultra 10 noch einen Stopp erzwang. Bleib bei den Begriffen trotzdem nüchtern: Das ist keine riesige durchgehende Tasche wie bei den Adv Skin, und der Zugriff erfordert beim ersten Mal etwas Gymnastik. Das alte Ärgernis ist aber verschwunden. Auf kurzen, schnellen Formaten wirken 12 Liter Volumen und diese Ausstattung dagegen klar überdimensioniert: Für ein Skyrace sind eine Black Diamond Distance 8 oder eine NNormal Race Vest 5L die bessere Wahl.

Salomon S/Lab Ultra 12 getragen, Detail der Fronttaschen und der Softflask
© Salomon, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Salomon S/Lab Ultra 12 vs. Adv Skin 12 vs. Raidlight Ultralight 12L: der Vergleich

Drei Westen mit 12 Litern, drei Philosophien. Die S/Lab Ultra 12 setzt auf Second-Skin-Halt und Premium-Verarbeitung, die Adv Skin 12 auf Vielseitigkeit und den durchgehenden Zugang am Rücken, die Raidlight Ultralight 12L auf geringes Gewicht und Made in France zum günstigeren Preis.

KriteriumS/Lab Ultra 12Salomon Adv Skin 12Raidlight Ultralight 12L
Volumen12 L12 L12 L
Leergewicht205 g244 g200 g
Softflasks inklusive2 x 500 mL2 x 500 mL2 x 600 mL
Zugriff am Rücken im LaufSeitlich-hintere TascheDurchgehende TaschenGroße Stretchtasche
HaltSecond Skin S/LabUmschließendes SensifitFreelock, mikrometrisch einstellbar
Preis200 €165 €160 €

Welche die richtige ist, hängt von deinem Einsatz ab. Für puren Halt und hohe Ansprüche im technischen Downhill hat die S/Lab Ultra 12 die Nase vorn. Für den besten Zugriff auf die Ausrüstung im Rücken und einen moderateren Preis bleibt die Adv Skin 12 eine starke Wahl. Für wenig Gewicht und einen geschonten Geldbeutel erfüllt die Raidlight Ultralight 12L, Made in France, viele Kriterien.

Was uns gefallen hat

  • Vorbildlicher Second-Skin-Halt, auch beladen und im Downhill
  • Die im Lauf erreichbare Rückentasche, eine lange erwartete Korrektur
  • 12 L, ausgelegt für autarke Ultras mit Pflichtausrüstung
  • Softflasks mit breitem Verschluss: schnell befüllt, Eiswürfel möglich
  • Nahtlose Konstruktion, angenehm direkt auf der Haut

Was uns weniger gefallen hat

  • Hoher Preis: 200 €, mit Köcher rund 230 €
  • Rückentasche verbessert, aber nicht durchgehend wie bei den Adv Skin
  • Volumen und Ausstattung für kurze Formate überdimensioniert
  • Stockköcher separat erhältlich
Salomon S/Lab Ultra 12 von hinten getragen, Zugriff auf die Rückentasche
© Salomon, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Unser Fazit aus der Praxis: für welche Läufer und welche Distanzen?

Der autarke Ultra-Trailläufer

Das ist die offensichtliche Zielgruppe. Auf 80 km oder 100 Meilen mit Pflichtausrüstung, wechselhaftem Wetter und weit auseinanderliegenden Verpflegungsstellen glänzt die S/Lab Ultra 12: Stabilität, Kapazität, ein endlich nutzbarer Zugriff. Auf diese Weste haben viele seit der Sense Pro 10 gewartet.

Der Läufer mit sehr anspruchsvollen langen Touren

Für Streckenerkundungen, mehrstündige Bergläufe oder Einheiten in Teilautarkie spielt die Weste ihre Stärken voll aus. Du nimmst mit, was du brauchst, ohne zu spüren, wie der Rucksack arbeitet.

Der Läufer auf kurzen Formaten

Hier raten wir dir klar von diesem Modell ab. Für einen kurzen Trail, einen Vertical Kilometer oder ein schnelles Skyrace sind 12 Liter und 200 € fehl am Platz. Schau dich lieber bei Westen mit 5 bis 8 L um.

Eine Weste ist nur so gut wie die Vorbereitung dahinter. Um deine Autarkie aufzubauen und die Kilometer deiner Ultra-Vorbereitung wegzustecken, vom Ausbau der Long Runs bis zur Pace-Steuerung auf Bergformaten, setz auf einen strukturierten Plan.

Entdecke die Trail- und Ultra-Trainingspläne von RunMorph und mach aus deiner Ausrüstung Leistung.

So baust du sie in deinen RunMorph-Trainingsplan ein

Eine Ultraweste zähmst du im Training, nie am Wettkampftag. Gewöhne deinen Körper lange vor dem Ziel daran, mit Last zu laufen: Nimm die S/Lab Ultra 12 schon zu den Long Runs deiner Vorbereitung mit, erst wenig gefüllt, dann mit der echten Rennbeladung. Teste die Position der Trinkblase, den Zugriff auf die Rückentasche in Bewegung und den Umgang mit den Softflasks bei mehrstündigen Einheiten. Die Trail- und Ultrapläne von RunMorph begleiten dich beim Umfangsaufbau und bei den spezifischen Long Runs, in denen du diese Ausrüstung ganz selbstverständlich einläufst.

Salomon S/Lab Ultra 12 von hinten getragen, mit Stockköcher
© Salomon, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Das Fazit des RunMorph-Coachs

Die S/Lab Ultra 12 will die Trinkweste nicht neu erfinden, und das ist gut so. Sie behebt die meistkritisierte Schwäche der Ultra 10, gewinnt zwei nützliche Liter für lange Ultras und bewahrt den Second-Skin-Halt, der den Ruf der Reihe begründet hat. Eine pragmatische, ausgereifte Weiterentwicklung für Trailläufer, die genau wissen, was sie tragen. Die einzige echte Bremse bleibt der Preis: Mit 200 €, und 230 € mit Köcher, richtet sie sich an ambitionierte Läufer, die bereit sind, für S/Lab-Verarbeitung und -Stabilität zu zahlen. Für sie ist sie eine sichere Bank. Für alle anderen bieten die Adv Skin 12 oder die Raidlight Ultralight 12L ein vernünftigeres Preis-Leistungs-Verhältnis.

RunMorph-Note: 8,5/10

Das nimmst du für dein Training mit

  • Segment: Premium-Weste mit 12 L für lange Ultras und sehr autarke Touren.
  • Die echte Neuerung: eine tiefe Rückentasche mit seitlichem Zugang, ohne die Weste abzunehmen.
  • Stärke: ein vorbildlicher Second-Skin-Halt, stabil auch beladen im Downhill.
  • Schwäche: ein hoher Preis, 200 € und rund 230 € mit Köcher.
  • Richtiger Einsatz: schon in den Long Runs der Vorbereitung einlaufen, nie erst am Wettkampftag entdecken.
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