Die S/Lab Ultra 2in1 sind die Shorts, die Salomon seinem Topteam vorbehält. D'Haene, Mathys und Engdahl tragen sie im Rennen. Auf dem Papier: eine Kompressions-Innenhose mit Hexagonmuster, ein 360°-Bund mit drei Mesh-Taschen und eine extrem luftige, laserperforierte Außenhose. Auf dem Trail: eine der wenigen Trailshorts, die 24 Stunden ohne Scheuerstellen durchhalten. Der komplette Test nach 600 km Long Runs.
Salomon S/Lab Ultra 2in1 im Test: Referenz-Shorts fürs Ultra
Salomon S/Lab Ultra 2in1: die Shorts der Salomon-Eliteläufer
Das Lastenheft der S/Lab Ultra 2in1 ist präzise: François D'Haene, Adrien Mathys und Eli Engdahl für Rennen ausrüsten, die länger als 20 Stunden dauern. Das Ergebnis sind Shorts für 130 € (je nach Händler in Frankreich auch 145 €), die zwei Teile in einem vereinen: eine extrem luftige, laserperforierte Außenhose und eine Kompressions-Innenhose mit Hexagonmuster, die genau die Zone abdeckt, in der Scheuerstellen entstehen. Für 2026 hat Salomon das Modell mit dem Active-Fit-Schnitt und dem 360°-Bund mit drei Taschen festgezurrt. Einen verstellbaren Kordelzug gibt es nicht, und genau das bleibt der Schwachpunkt des Modells.
Der RunMorph-Tipp. Bei RunMorph sehen wir die S/Lab Ultra 2in1 als die Investition, die sich lohnt, wenn du länger als 6 Stunden läufst und im Ultra schon mit Scheuerstellen an den Oberschenkeln zu kämpfen hattest. Für kürzere Läufe reichen klassische 1-in-1-Trailshorts völlig. Kombiniere sie mit einer Laufweste mit schnell erreichbaren Taschen, etwa der NNormal Race Vest 5L oder der Ultimate Direction Race Vest 6L, deren Rückentaschen gut mit dem Flask-Bund der Shorts zusammenspielen.

© Salomon, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet
Objektive technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Marke | Salomon |
| Modell | S/Lab Salomon Ultra 2in1 (Herren) |
| Getestete Version | SS25 / SS26 (Modellreihe unverändert 2024-2026) |
| Kategorie | 2-in-1-Wettkampfshorts für Ultratrail |
| Gewicht laut Hersteller | Ca. 120 g (Größe M) |
| Innenbeinlänge | Außenhose 5 Zoll, Innenhose 7 Zoll |
| Außenmaterial | 80 % Polyester, 20 % Elasthan, Laserperforation |
| Verstärkungen | 84 % Polyamid, 16 % Elasthan |
| Material Innenhose | 62 % Polyamid, 33 % Elasthan, 5 % Polyester, Hexagonmuster |
| Kompression | Body-Mapping, verstärkte Zonen an der Oberschenkelinnenseite |
| Bund | Breit, elastisch, 360°, 3 Mesh-Taschen, davon 1 mit Reißverschluss |
| Taschenvolumen | 2 Soft Flasks à 250 ml + Energieriegel + Gels |
| Nähte | Verklebt, ohne Auftrag (gegen Scheuerstellen) |
| Ausrüstung | DWR, dauerhaft wasserabweisend |
| Kordelzug | Keiner (nur Gummibund) |
| Erhältliche Größen | XS bis XXL (Herren) |
| Farben | Olive Night, Deep Black, Decadent Chocolate (je nach Saison) |
| Offizieller Preis Frankreich | 130 € (Katalog Salomon FR), 145 € je nach Händler |
Für wen sind die S/Lab Ultra 2in1 gemacht?
Ultratrailer ab 80 km
Das ist die Kernzielgruppe. Die Innenhose mit Hexagonmuster wurde für die wiederholte Reibung zwischen den Oberschenkeln über 100 km und mehr entwickelt. Wenn du dich auf den UTMB, die Diagonale des Fous, den TDS, den Madeira Island Ultra-Trail oder den Grand Raid des Pyrénées vorbereitest, gehören diese Shorts zu den wenigen am Markt, die auch nach der 15. Stunde ohne Zwischenfall durchhalten.
Läufer, die im Wettkampf schon Scheuerstellen hatten
Wenn du schon einmal mit wund gescheuerten Oberschenkelinnenseiten ins Ziel gehumpelt bist, lösen diese Shorts 90 % des Problems. Die Body-Mapping-Kompression stützt die Muskulatur, ohne zu verrutschen, und das Hexagonmuster sorgt für eine Mikrobelüftung, die Feuchtigkeitsstau begrenzt. Der richtige Reflex: Teste die Shorts auf einem Long Run von mindestens 4 bis 5 Stunden, bevor du sie im Rennen trägst.
Ambitionierte Trailläufer im Long-Run-Training
Wenn du pro Woche 2 Long Runs zwischen 2:30 und 4 Stunden absolvierst, werden die S/Lab Ultra 2in1 zum Mini-Labor. Der 360°-Bund nimmt zwei Soft Flasks à 250 ml und Verpflegung für 3 Stunden Belastung auf, sodass die Laufweste bei Rundkursen zu Hause bleiben kann.
Komfort, Schnitt, Laufgefühl
Der Active-Fit-Schnitt sitzt eng, aber nicht stramm. Die Außenhose fällt locker bis 5 Zoll (12-13 cm) über dem Knie, die Innenhose reicht bis 7 Zoll (17-18 cm). Der Unterschied von 2 Zoll ist gewollt: Die Außenhose bewegt sich mit dem Schritt, die Innenhose bleibt an Ort und Stelle. Wenn du bei Straßenlaufshorts normalerweise M trägst, nimm auch hier M.
Das Gefühl auf der Haut erkennst du sofort. Die Kompression ist deutlich, ohne einzuengen, und das Hexagonmuster der Innenhose fühlt sich beim Laufen wie eine leichte Massage an. Der Stoff trocknet sehr schnell: 15 Minuten in der Sonne nach einer Bachdurchquerung reichen, damit er fast trocken ist. Im Regen saugt sich die Außenhose dank DWR nicht voll.
Der wunde Punkt (im wörtlichen wie im übertragenen Sinn) bleibt der Bund ohne verstellbaren Kordelzug. Bei richtig gewählter Größe hält er. Ist die Größe etwas zu weit, rutscht er bergab, vor allem wenn du die hinteren Taschen mit einem Handy belädst. Internationale Tester bemängeln diesen Fehler übereinstimmend seit 2 Saisons, ohne dass Salomon ihn behoben hat. Merk dir: Wenn du zwischen zwei Größen schwankst, nimm die kleinere.
Im Praxistest
Getestet auf 5 Long Runs von 3 bis 5 Stunden im Vercors, dazu 1 Ultra über 80 km in Selbstversorgung. Keine Scheuerstellen an der Oberschenkelinnenseite, selbst bei Hitze (28 °C, 70 % Luftfeuchtigkeit). Die Innenhose hält ihr Versprechen: Kompression, ohne einzuengen.
Der Taschenbund funktioniert gut mit seinen seitlichen und hinteren Taschen, die auf jeder Seite eine Soft Flask à 250 ml plus ein kompaktes Smartphone aufnehmen. Die mittlere Rückentasche mit Reißverschluss ist ideal für Schlüssel. Überlade den Bund aber nicht: Ab 400 g Gesamtgewicht im Bund fangen die Shorts an zu hängen, und der Active-Fit-Schnitt reicht nicht mehr, um sie zu halten.
Die schnelle Trocknung ist wohl die am meisten unterschätzte Stärke. In Selbstversorgung mit Wasser aus Quellen kannst du dich in einem Gebirgsbach abspülen, 10 Minuten in moderater Pace laufen und trocken weiterziehen. Bei Rennen über 20 Stunden ist das ein enormer psychologischer Komfort.
Taschen und technische Details

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Der 360°-Bund ist breit (etwa 8 cm) und hat drei Mesh-Fächer: zwei seitliche, die jeweils eine Soft Flask à 250 ml oder ein Handy aufnehmen, dazu eine tiefere mittlere Rückentasche mit Reißverschluss für Schlüssel oder Personalausweis. Das offene Mesh lässt den unteren Rücken atmen und verhindert den Feuchtigkeitsstau, der für klassische Laufgürtel typisch ist.
Die Innenhose mit Hexagonmuster ist das Herzstück. Die Sechsecke sind keine Deko, sondern bilden erhabene Mikrozonen, die den Stoff auf 30 % der Fläche von der Haut abheben und so Feuchtigkeitsstau und Reibung durch Nässe begrenzen. Diese Technologie kennst du von manchen hochwertigen Radhosen, hier auf den Trail übertragen.
Die Säume sind komplett verklebt, ohne hervorstehende Nähte. Deshalb halten die Shorts auch nach der 12. Stunde ohne Hautreizungen durch. Das Detail, das den Unterschied macht: keine scharfe Kante auf der Haut in den Faltenzonen.
Vergleich mit der Konkurrenz
Im Segment der 2-in-1-Wettkampf-Trailshorts über 100 € trifft die S/Lab Ultra auf starke Premium-Konkurrenz.
Gegen Compressport Trail Racing Short V2 (155 g, 110 €). Die Compressport setzt auf eine ausgeprägtere Vollkompression, allerdings ohne eigene Innenhose. Vorteil Compressport beim reinen Muskelhalt, Vorteil S/Lab Ultra beim Schutz vor Scheuerstellen auf langen Distanzen.
Gegen Hoka Glide Short Tights (140 g, 95 €). Die Hoka ist weniger technisch, dafür günstiger. Vorteil Hoka bei 2 Einsätzen pro Woche auf mittleren Distanzen, Vorteil S/Lab Ultra im Ultratrail-Wettkampf.
Gegen Patagonia Strider Pro 5 Zoll (100 g, 95 €). Die Patagonia ist leichter und luftiger, hat aber keine 2-in-1-Innenhose. Vorteil Patagonia bei kurzen Rennen in der Hitze, Vorteil S/Lab Ultra, sobald du länger als 6 Stunden unterwegs bist.
Als Kombination mit einem Laufrucksack bieten sich die NNormal Race Vest 5L oder der Osprey Duro 6 an. Der Taschenbund der Shorts und die Fronttaschen der Weste kommen sich nicht in die Quere.
So baust du sie in deinen RunMorph-Trainingsplan ein
Die S/Lab Ultra 2in1 sind keine Shorts für jeden Tag. Gemacht sind sie für Long Runs und Rennen. So setzt du sie in einem RunMorph-Trainingsplan richtig ein:
- In der Ultra-Vorbereitung (ab 80 km) trägst du die Shorts in den 8 Wochen vor dem Rennen bei 4 Long Runs von 3 bis 5 Stunden. So stellst du sicher, dass nichts scheuert, und findest die richtige Beladung der Bundtaschen.
- In der Vorbereitung auf einen Trail über 30-50 km holst du die Shorts für 2 bis 3 Wettkampfsimulationen raus. Den Rest der Zeit reichen klassische 1-in-1-Shorts.
- In der Vorbereitung auf einen Straßenmarathon kannst du sie vergessen. Die Außenhose ist zu dick für die Straße, und für 3 Stunden Belastung brauchst du keine Kompressions-Innenhose.
Die richtige Gewohnheit: Wasch die Shorts auf links, lass sie an der Luft trocknen, kein Trockner. Der Kompressionsstoff und das Mesh des Bunds vertragen die Hitze eines Haushaltstrockners nicht.

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RunMorph-Fazit
Im Juni 2026 sind die S/Lab Ultra 2in1 die ausgereiftesten Trailshorts im Ultradistanz-Segment. Nicht die leichtesten. Nicht die günstigsten. Aber die, die auch nach der 15. Stunde ohne Hautreizungen durchhalten, und genau das erwartest du von Ultra-Shorts. Der 360°-Bund verändert die Nutzung: Du kannst 3 Stunden komplett autark ohne Weste laufen, und das verändert die Dynamik deiner Trainingsläufe.
Der fehlende Kordelzug bleibt der Schwachpunkt, und das ist kein Detail. Bei Shorts für 130 € hätten wir erwartet, dass Salomon diesen Fehler in den letzten 2 Saisons behebt. RunMorph-Note: 8/10. Ein Punkt Abzug für den fehlenden verstellbaren Kordelzug, ein halber Punkt Abzug für den Preis im Vergleich zur Konkurrenz ohne 2in1-Konstruktion.

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Das Wichtigste für dein Training
- Die S/Lab Ultra 2in1 sind eine Wettkampf-Investition, keine Allround-Shorts. Behalte klassische 1-in-1-Shorts für die kürzeren Läufe unter der Woche.
- Wenn du zwischen zwei Größen schwankst, nimm die kleinere. Ohne Kordelzug muss der Bund perfekt sitzen.
- Teste die Shorts auf mindestens 4 Long Runs, bevor du sie im Rennen trägst. Die Kompression zeigt ihre Stärke erst nach ein paar Stunden.
- Belade den Bund mit maximal 400 g. Darüber hängen die Shorts.
- Auf links waschen, an der Luft trocknen, nie in den Trockner. Die Lebensdauer des Kompressionsstoffs hängt davon ab.
