Bei Carbonplatten im Trail kommt immer derselbe Vorwurf: Auf flachen Passagen fliegen sie, in technischen Downhills werden sie unruhig. Mit dem MetaFuji Trail 2 geht Asics dieses Problem frontal an, mit einer X-förmigen Platte, die deinen Schritt stabilisieren soll, ohne Vortrieb zu opfern. Nach mehreren Läufen auf schnellen Trails und in Geröllfeldern hat RunMorph die Grenze zwischen Marketingversprechen und echtem technischem Fortschritt gesucht.

© Asics, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet
Asics und das Rennen um die stabile Carbonplatte im Trail
Der erste MetaFuji Trail hat den Grundstein gelegt: eine Carbonplatte im Trail, ein riskantes Unterfangen, denn technische Downhills bestrafen zu steife Schuhe gern. Zwei Jahre später legt Asics mit Version 2 nach, vorgestellt am 10. Juli 2026 und ab dem 1. August erhältlich. Im Visier steht der Grundfehler jedes Plattenschuhs: die seitliche Instabilität. Das Marketingversprechen ist klar, eine X-förmige Platte, die Wechsel im Fußaufsatz besser abfängt. Der richtige Reflex: prüfen, ob dieses Versprechen auf dem Trail hält und nicht nur auf dem Datenblatt.
Entwickelt wurde der Schuh mit Tom Evans und Ben Dhiman, zwei Asics-Athleten, die bei einem der prestigeträchtigsten Trailrennen in Chamonix 2025 einen Doppelsieg gefeiert haben, und verfeinert mit insgesamt 23 Testathleten. Diese Praxisnähe merkt man an den Details, vor allem an der Schnellschnürung und der integrierten Tasche, gedacht für Selbstversorgung auf langen Rennen.
Datenblatt des MetaFuji Trail 2: X-Platte und doppelter Schaum
| Marke | Asics |
| Modell | MetaFuji Trail 2 |
| Marktstart | 1. August 2026 (vorgestellt am 10. Juli 2026) |
| Typ | Performance-Trail, Carbonplatte |
| Sprengung | 5 mm |
| Stack Height vorne / hinten | 36,5 mm / 41,5 mm |
| Gewicht | 255 g (Unisex, Referenzgröße US 9) |
| Carbonplatte | Ja, trailspezifisches X-Design |
| Schaum | FF LEAP (obere Schicht) + FF BLAST PLUS (Plattform) |
| Außensohle | ASICSGRIP, bidirektionale Stollen mit 3,5 mm |
| Obermaterial | Gewebtes Motion Wrap TR, mindestens 50 % recycelte Materialien |
| Empfohlene Distanz | Trail-Marathon bis laufbarer Ultra |
| Offizieller Preis | 250 € |

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Die X-Platte: Was ändert sich unter dem Fuß?
Im Straßenschuh arbeitet eine Carbonplatte vor allem in Laufrichtung. Im Trail wechselt der Fußaufsatz ständig, und eine klassische steife Platte verstärkt in steinigen Downhills gern seitliche Ungleichgewichte. Asics antwortet mit einer X-förmig geschnittenen Platte, die sich je nach belasteter Fußzone unterschiedlich biegt, statt als ein einziger steifer Block über die ganze Länge zu arbeiten.
In Kombination mit FF LEAP in der oberen Schicht (reaktiver) und FF BLAST PLUS als Basis (fester und stabiler) liefert der Schuh auf laufbarem Terrain spürbaren Vortrieb, und bergab lassen sich deine Schritte besser lesen als mit der ersten Generation. Die Grenze zeigt sich auf sehr technischen Abschnitten: Das gestrickte Motion-Wrap-Obermaterial ist bequem, hat aber noch etwas zu wenig Torsionssteifigkeit, wenn das Gelände richtig ruppig wird, und die 3,5 mm tiefen Stollen der ASICSGRIP-Sohle stoßen in tiefem Schlamm oder auf sehr schmierigem Boden an ihre Grenzen.
Der Tipp von RunMorph: Der MetaFuji Trail 2 zeigt seine Stärken auf trockenem bis mäßig technischem Terrain. Für matschige Winterläufe bleibt der Hoka Tecton X 3 mit seinen tieferen Stollen die sicherere Wahl.
Der Praxistest: vom Trail-Marathon bis zum laufbaren Ultra
Wir haben den MetaFuji Trail 2 auf Läufen von 12 bis 30 Kilometern getestet, mit einer Pace von 4:45 min/km auf laufbaren Passagen bis 6:30 min/km in technischen Anstiegen. Auf trockenen Wegen und festem Geröll ist der Vortrieb sofort da, die X-Platte macht klar ihren Job und hält den Fuß bei schnellen Richtungswechseln stabil. Auf einem nassen, wurzeligen Abschnitt im Wald zeigten die 3,5 mm tiefen Stollen ihre Grenze, mit ein paar Rutschern am Hang, die tiefere Stollen verhindert hätten.
Beim Komfort ist die Schnellschnürung mit integrierter Tasche auf langen Rennen ein echtes Plus: Du musst nicht anhalten, um nachzuziehen. Der niedrige, weiche Knöchelkragen ohne Anziehlasche verlangt dafür beim Reinschlüpfen etwas mehr Mühe. Ein kleines Detail, aber ein reales.

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MetaFuji Trail 2 vs. Hoka Tecton X 3: der Vergleich
| Kriterium | Asics MetaFuji Trail 2 | Hoka Tecton X 3 |
| Preis | 250 € | 230 € |
| Gewicht | 255 g | Etwa 255 g je nach Größe |
| Sprengung | 5 mm | 5 mm |
| Carbonplatte | Ja, X-Design (seitliche Stabilität) | Ja, doppelte parallele Platte |
| Stollen | 3,5 mm, trockenes bis mäßig technisches Terrain | 4 bis 4,5 mm, vielseitiger |
| Bevorzugtes Terrain | Trail-Marathon, laufbarer Ultra | Technischer Trail, abwechslungsreicher Ultra |
Beide Schuhe teilen dieselbe Philosophie: eine Carbonplatte, die speziell für den Trail entwickelt wurde, statt einer bloß angepassten Straßenplatte. Der MetaFuji Trail 2 ist auf laufbarem Terrain dynamischer, der Tecton X 3 bleibt vielseitiger, weil seine tieferen Stollen auf wechselndem Untergrund mehr verzeihen.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- X-Platte, die die seitliche Instabilität bergab spürbar reduziert
- Klarer Vortrieb auf laufbarem Terrain dank der Schaumkombination FF LEAP / FF BLAST PLUS
- Schnellschnürung mit Tasche, praktisch auf langen Rennen
- Im Gelände mit Elite-Athleten verfeinerte Konstruktion
- Obermaterial größtenteils recycelt, ein verantwortungsvollerer Ansatz
Nachteile
- Stollen mit 3,5 mm stoßen in tiefem Schlamm oder auf sehr schmierigem Boden an Grenzen
- Torsionssteifigkeit auf sehr technischem Terrain noch ausbaufähig
- Knöchelkragen ohne Anziehlasche, das Anziehen dauert länger
- Hoher Preis (250 €) für einen Einsatz, der eine Nische bleibt

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Unser Praxisurteil: für wen, und für welches RunMorph-Training?
Der MetaFuji Trail 2 richtet sich an Trailläufer mit Erfahrung, die auf Trail-Marathons oder laufbaren Ultras einen echten Leistungsgewinn suchen, nicht an Einsteiger in die Disziplin. Am meisten Sinn ergibt er für Rennen mit laufbarem bis mäßig technischem Profil, weniger für sehr ruppige Ultras bei Nässe.
Um dich mit diesem Vortrieb und dieser Stabilität bergab auf ein Rennen mit laufbarem Profil vorzubereiten, kombiniere den MetaFuji Trail 2 mit einem RunMorph-Trailplan, der zu deinem Distanzziel passt. 👉 Entdecke die RunMorph-Trainingspläne.
Das Urteil des RunMorph-Coachs
Der MetaFuji Trail 2 schafft, woran viele Carbon-Trailschuhe noch scheitern: Er bleibt bei wechselndem Fußaufsatz stabil, ohne seinen Punch bergauf oder beim Antritt zu verlieren. Der Ansatz ist schlüssig: eine echte Überarbeitung, die den Hauptfehler der Vorgängerversion behebt, kein bloßes Facelift. Die 3,5 mm tiefen Stollen bleiben der Schwachpunkt, wenn du viel bei Nässe läufst. 8,5/10: eine Referenz im Performance-Trail für alle, die auf trockenem bis mäßig technischem Terrain schnell unterwegs sind.
Das nimmst du für dein Training mit
- Wirksame X-Platte: Die seitliche Stabilität bergab ist ein echter Fortschritt gegenüber der ersten Generation.
- Bevorzugtes Terrain: trocken bis mäßig technisch, Trail-Marathon und laufbarer Ultra.
- Grenze bei Nässe: Die 3,5 mm tiefen Stollen reichen in tiefem Schlamm nicht aus.
- Praktische Schnellschnürung: ein echtes Plus für die Selbstversorgung auf langen Rennen.
- Premium-Preis: 250 Euro für einen Nischenschuh, eher etwas für erfahrene Läufer.

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