Mit 350 Euro ist die Compressport Thunderstorm Waterproof 25/75 die teuerste Regenjacke im Mainstream-Markt. Trotzdem sind sich drei unabhängige französische Tester nach mehreren Monaten unter ganz unterschiedlichen Bedingungen einig: Einen echten technischen Schwachpunkt findet man kaum.

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Compressport Thunderstorm 25/75: Die Nachfolgerin der Hurricane zielt auf die Oberklasse
Ende 2023 hat Compressport seine hochwertigste wasserdichte und atmungsaktive Jacke überarbeitet: Die Hurricane Waterproof 25/75 wurde durch die Thunderstorm Waterproof 25/75 ersetzt. Die technischen Werte bleiben gleich (25.000 Schmerber, 75.000 g/m²/24h), doch die Schweizer Marke setzt jetzt auf eine Membran aus Japan und hat die Jacke laut den Tests um rund 15 Gramm leichter gemacht. Aufsehen erregte vor allem der Listenpreis von 350 Euro: Damit ist sie die teuerste ultrataugliche Regenjacke im Mainstream-Markt.
Ein solcher Preis wirft zwangsläufig Fragen auf. In den drei unabhängigen Praxistests, die wir für diesen Artikel ausgewertet haben, findet er aber durchgehend eine technische Rechtfertigung: Bei ihren beiden Kernwerten, Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität, gilt die Jacke als nahezu makellos.
Technische Daten der Compressport Thunderstorm Waterproof 25/75
| Marke | Compressport |
| Modell | Thunderstorm Waterproof 25/75 |
| Wasserdichtigkeit | 25.000 Schmerber |
| Atmungsaktivität | 75.000 g/m²/24h (MVTR) |
| Membran | 3 Lagen, aus Japan, wasserabweisende DWR-Imprägnierung |
| Gewicht (Größe L) | 126 g bis 143 g je nach Praxismessung (siehe Testvergleich) |
| Verstauen | Lässt sich in die eigene Brusttasche mit Reißverschluss packen, kompaktes Format von etwa 18x13 cm |
| Über dem Rucksack tragbar | Ja, Schnitt für das Tragen über einem Trailrucksack ausgelegt |
| Kapuze | Elastischer Rand, bei den getesteten Modellen ohne manuelle Weitenregulierung |
| Reißverschluss | Durchgehender, hinterlegter Frontreißverschluss mit Reißverschlussgarage |
| Reflektierende Elemente | Brustlogo, Ärmelbündchen, Schriftzug am Rücken |
| Offizieller Preis | 350 € (bei manchen Händlern oft für 260 bis 280 € zu finden) |
| Einsatz | Laufen, Trail, Ultra, Radfahren |

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Der Praxistest: drei unabhängige Meinungen, seltene Einigkeit
Der Tipp von RunMorph: Kombiniere die Thunderstorm bei Kälte immer mit einem Baselayer oder Armlingen. Ihre dünne Membran setzt auf Atmungsaktivität statt auf Wärmespeicherung.
Julian (Le Comparatif du Trail) hat sie über mehrere Monate getestet, auch bei starkem Dauerregen, und keinerlei eindringende Feuchtigkeit festgestellt: weder am Rücken noch am Hals oder an den Unterarmen. Er nennt zwei konkrete Schwächen. Die Kapuze hat keinen Schirm, was Brillenträger stört, und der Kälteschutz fällt schwächer aus als bei einer Asics Fujitrail oder einer Cimalp Storm Pro, denn die Jacke ist deutlich dünner und hält bei strenger Kälte damit weniger warm. Ein weiterer technischer Punkt: Laut Julian ist der Schnitt zu eng, um einen Rucksack, selbst einen kleinen, unter der Jacke zu tragen.
Jérémy (Journal du Trail) bestätigt die lückenlose Wasserdichtigkeit und eine Atmungsaktivität, die ihn bei intensiven Einheiten bei 8-10°C und Nieselregen verblüfft hat: Die Jacke trocknete deutlich schneller als seine anderen. Er vergibt 4,25/5 und hat nur einen echten Kritikpunkt: Die Ärmelbündchen sind etwas zu eng, um bequem an die Uhr zu kommen. Beim Tragen mit Rucksack weicht seine Erfahrung von Julians ab. Er trägt die Jacke problemlos über seinem Trailrucksack, was der üblichen empfohlenen Nutzung entspricht und nicht der von Julian getesteten Konfiguration (einen kleinen Rucksack unter der Jacke tragen, eine unübliche Nutzung).
Vincent (RunMag) stimmt den beiden anderen Testern im Wesentlichen zu und vergibt 7/10: exzellente Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität, gute Bewegungsfreiheit trotz enger Ärmel, Kapuze mit ausbaufähiger Regulierung. Auch er bestätigt, dass die Jacke für das Tragen über dem Trailrucksack gedacht ist, nicht umgekehrt. Beim Gewicht in Größe L nennen die drei Quellen unterschiedliche Werte: 126 g bei Julian, 132 g bei Jérémy, 143 g bei Vincent. Die Differenz geht wahrscheinlich eher auf unterschiedliche Wiegemethoden zurück als auf echte Schwankungen beim Produkt, aber wir weisen lieber darauf hin, statt willkürlich zu entscheiden.
Compressport Thunderstorm 25/75 vs. Salomon Bonatti Trail: der Vergleich
| Kriterium | Compressport Thunderstorm 25/75 | Salomon Bonatti Trail |
| Wasserdichtigkeit | 25.000 Schmerber | 10.000 Schmerber (AdvancedSkin Dry) |
| Atmungsaktivität | 75.000 g/m²/24h | 10.000 g/m²/24h |
| Gewicht | 126 bis 143 g je nach Messung | Schwerer, Schnitt auf einen 12L-Rucksack ausgelegt |
| Preis | 350 € | Etwa 160 € |
| Positionierung | Reine technische Oberklasse | Allround-Referenz im Trail, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis |
Die Bonatti Trail bleibt für die große Mehrheit der Trailläufer die Allround-Referenz, mit einem deutlich zugänglicheren Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Thunderstorm 25/75 richtet sich an eine kleinere Zielgruppe: an alle, die die besten technischen Werte im Mainstream-Markt wollen und dafür mehr als das Doppelte zu zahlen bereit sind.
Unsere Einschätzung aus der Praxis: für wen?
Die Thunderstorm 25/75 richtet sich an Trail- und Ultraläufer, die von der Atmungsaktivität einer klassischen Regenjacke bei intensiver Belastung im Regen schon enttäuscht wurden und bereit sind, in die Spitzenklasse zu investieren, um nicht mehr zwischen Schutz und Komfort wählen zu müssen. Bei kleinerem Budget decken die Salomon Bonatti Trail oder die Raidlight Top Extreme Ultra MP+ den Großteil der Anforderungen bereits sehr gut ab.
Die richtige Regenausrüstung ersetzt keine seriöse Vorbereitung: Die RunMorph-Trainingspläne helfen dir, deine Long Runs zu strukturieren, egal wie das Wetter gerade ist.
Das Urteil des RunMorph-Coachs
Drei unabhängige Tester, drei verschiedene Zeiträume, ein Ergebnis: Technisch ist der Thunderstorm 25/75 kaum etwas vorzuwerfen. Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität halten in der Praxis, was sie versprechen, bei Bedingungen von Nieselregen bis Dauerguss, im Training ebenso wie beim Ultra. Der einzige echte Knackpunkt bleibt der Preis, den alle einhellig als hoch einstufen, selbst die ansonsten begeisterten Tester.
8,5/10. Eine der besten technischen Regenjacken im Mainstream-Markt, allerdings nur für alle, die das Budget und den passenden Einsatz (Ultras, häufige Long Runs im Regen) haben, damit sie sich lohnt.