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12. August 2026

Compressport Thunderstorm Waterproof 25/75 im RunMorph-Test

8,5/10
Compressport Thunderstorm Waterproof 25/75 im RunMorph-Test
  • Nahezu lückenlose Wasserdichtigkeit, von allen drei Testern bestätigt, auch bei starkem, anhaltendem Regen
  • Außergewöhnliche Atmungsaktivität, selbst bei zügiger Pace
  • Sehr kompakt und leicht, in Sekunden in der eigenen Tasche verstaut
  • Preis von 350 €, für alle drei Tester nahezu abschreckend

Mit 350 Euro ist die Compressport Thunderstorm Waterproof 25/75 die teuerste Regenjacke im Mainstream-Markt. Trotzdem sind sich drei unabhängige französische Tester nach mehreren Monaten unter ganz unterschiedlichen Bedingungen einig: Einen echten technischen Schwachpunkt findet man kaum.

Ein Mann und eine Frau in der Compressport Thunderstorm Waterproof 25/75

© Compressport, offizielles Foto, verwendet zu redaktionellen Zwecken

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Die Thunderstorm 25/75 liefert Rekordwerte für eine Trailjacke aus dem Mainstream-Segment: 25.000 Schmerber Wasserdichtigkeit und 75.000 g/m²/24h Atmungsaktivität, getragen von einer japanischen Membran mit 3 Lagen. Drei unabhängige Praxistests bescheinigen ihr übereinstimmend lückenlosen Regenschutz und eine selbst bei zügiger Pace außergewöhnliche Atmungsaktivität; die einzige echte Schwäche ist der Preis, den alle als nahezu abschreckend einstufen. Auffällig ist die Abweichung beim Gewicht in Größe L (126 g, 132 g und 143 g je nach Quelle), ein Zeichen dafür, dass die Messwerte aus der Praxis von Tester zu Tester schwanken.

8,5
/ 10 · RunMorph Gesamtnote
Wasserdichtigkeit
9,5 / 10
Atmungsaktivität
9,5 / 10
Komfort/Passform
8,5 / 10
Packmaß
9 / 10
Preis-Leistung
4 / 10
Für wen?Anspruchsvolle Trail- und Ultraläufer, die den besten Regenschutz und die beste Atmungsaktivität im Mainstream-Markt wollen, das Budget dafür haben und sowohl langsam als auch schnell unterwegs sind.
Für wen nicht?Gelegenheitsläufer, alle, die vor allem eine wärmende Schutzjacke für den Winter in den Bergen suchen, und alle, die kein Budget für eine Jacke zu 350 € haben.

Compressport Thunderstorm 25/75: Die Nachfolgerin der Hurricane zielt auf die Oberklasse

Ende 2023 hat Compressport seine hochwertigste wasserdichte und atmungsaktive Jacke überarbeitet: Die Hurricane Waterproof 25/75 wurde durch die Thunderstorm Waterproof 25/75 ersetzt. Die technischen Werte bleiben gleich (25.000 Schmerber, 75.000 g/m²/24h), doch die Schweizer Marke setzt jetzt auf eine Membran aus Japan und hat die Jacke laut den Tests um rund 15 Gramm leichter gemacht. Aufsehen erregte vor allem der Listenpreis von 350 Euro: Damit ist sie die teuerste ultrataugliche Regenjacke im Mainstream-Markt.

Ein solcher Preis wirft zwangsläufig Fragen auf. In den drei unabhängigen Praxistests, die wir für diesen Artikel ausgewertet haben, findet er aber durchgehend eine technische Rechtfertigung: Bei ihren beiden Kernwerten, Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität, gilt die Jacke als nahezu makellos.

Technische Daten der Compressport Thunderstorm Waterproof 25/75

MarkeCompressport
ModellThunderstorm Waterproof 25/75
Wasserdichtigkeit25.000 Schmerber
Atmungsaktivität75.000 g/m²/24h (MVTR)
Membran3 Lagen, aus Japan, wasserabweisende DWR-Imprägnierung
Gewicht (Größe L)126 g bis 143 g je nach Praxismessung (siehe Testvergleich)
VerstauenLässt sich in die eigene Brusttasche mit Reißverschluss packen, kompaktes Format von etwa 18x13 cm
Über dem Rucksack tragbarJa, Schnitt für das Tragen über einem Trailrucksack ausgelegt
KapuzeElastischer Rand, bei den getesteten Modellen ohne manuelle Weitenregulierung
ReißverschlussDurchgehender, hinterlegter Frontreißverschluss mit Reißverschlussgarage
Reflektierende ElementeBrustlogo, Ärmelbündchen, Schriftzug am Rücken
Offizieller Preis350 € (bei manchen Händlern oft für 260 bis 280 € zu finden)
EinsatzLaufen, Trail, Ultra, Radfahren

Die Compressport Thunderstorm Waterproof 25/75 im Einsatz, Ansicht von vorne

© Compressport / i-Run, offizielles Foto, verwendet zu redaktionellen Zwecken

Der Praxistest: drei unabhängige Meinungen, seltene Einigkeit

Der Tipp von RunMorph: Kombiniere die Thunderstorm bei Kälte immer mit einem Baselayer oder Armlingen. Ihre dünne Membran setzt auf Atmungsaktivität statt auf Wärmespeicherung.

Julian (Le Comparatif du Trail) hat sie über mehrere Monate getestet, auch bei starkem Dauerregen, und keinerlei eindringende Feuchtigkeit festgestellt: weder am Rücken noch am Hals oder an den Unterarmen. Er nennt zwei konkrete Schwächen. Die Kapuze hat keinen Schirm, was Brillenträger stört, und der Kälteschutz fällt schwächer aus als bei einer Asics Fujitrail oder einer Cimalp Storm Pro, denn die Jacke ist deutlich dünner und hält bei strenger Kälte damit weniger warm. Ein weiterer technischer Punkt: Laut Julian ist der Schnitt zu eng, um einen Rucksack, selbst einen kleinen, unter der Jacke zu tragen.

Jérémy (Journal du Trail) bestätigt die lückenlose Wasserdichtigkeit und eine Atmungsaktivität, die ihn bei intensiven Einheiten bei 8-10°C und Nieselregen verblüfft hat: Die Jacke trocknete deutlich schneller als seine anderen. Er vergibt 4,25/5 und hat nur einen echten Kritikpunkt: Die Ärmelbündchen sind etwas zu eng, um bequem an die Uhr zu kommen. Beim Tragen mit Rucksack weicht seine Erfahrung von Julians ab. Er trägt die Jacke problemlos über seinem Trailrucksack, was der üblichen empfohlenen Nutzung entspricht und nicht der von Julian getesteten Konfiguration (einen kleinen Rucksack unter der Jacke tragen, eine unübliche Nutzung).

Vincent (RunMag) stimmt den beiden anderen Testern im Wesentlichen zu und vergibt 7/10: exzellente Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität, gute Bewegungsfreiheit trotz enger Ärmel, Kapuze mit ausbaufähiger Regulierung. Auch er bestätigt, dass die Jacke für das Tragen über dem Trailrucksack gedacht ist, nicht umgekehrt. Beim Gewicht in Größe L nennen die drei Quellen unterschiedliche Werte: 126 g bei Julian, 132 g bei Jérémy, 143 g bei Vincent. Die Differenz geht wahrscheinlich eher auf unterschiedliche Wiegemethoden zurück als auf echte Schwankungen beim Produkt, aber wir weisen lieber darauf hin, statt willkürlich zu entscheiden.

Compressport Thunderstorm 25/75 vs. Salomon Bonatti Trail: der Vergleich

KriteriumCompressport Thunderstorm 25/75Salomon Bonatti Trail
Wasserdichtigkeit25.000 Schmerber10.000 Schmerber (AdvancedSkin Dry)
Atmungsaktivität75.000 g/m²/24h10.000 g/m²/24h
Gewicht126 bis 143 g je nach MessungSchwerer, Schnitt auf einen 12L-Rucksack ausgelegt
Preis350 €Etwa 160 €
PositionierungReine technische OberklasseAllround-Referenz im Trail, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Bonatti Trail bleibt für die große Mehrheit der Trailläufer die Allround-Referenz, mit einem deutlich zugänglicheren Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Thunderstorm 25/75 richtet sich an eine kleinere Zielgruppe: an alle, die die besten technischen Werte im Mainstream-Markt wollen und dafür mehr als das Doppelte zu zahlen bereit sind.

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Nahezu lückenlose Wasserdichtigkeit, von allen drei Testern bestätigt, auch bei starkem, anhaltendem Regen
  • Außergewöhnliche Atmungsaktivität, selbst bei zügiger Pace
  • Sehr kompakt und leicht, in Sekunden in der eigenen Tasche verstaut
  • Schnitt für das Tragen über einem Trailrucksack ausgelegt
  • Reflektierende Elemente für Sichtbarkeit bei Nacht
Nachteile
  • Preis von 350 €, für alle drei Tester nahezu abschreckend
  • Begrenzter Kälteschutz: bei Kälte mit einem Baselayer kombinieren
  • Laut einem der drei Tests kein Schirm an der Kapuze
  • Laut einem anderen Test etwas enge Ärmelbündchen, die den Zugriff auf die Uhr erschweren

Unsere Einschätzung aus der Praxis: für wen?

Die Thunderstorm 25/75 richtet sich an Trail- und Ultraläufer, die von der Atmungsaktivität einer klassischen Regenjacke bei intensiver Belastung im Regen schon enttäuscht wurden und bereit sind, in die Spitzenklasse zu investieren, um nicht mehr zwischen Schutz und Komfort wählen zu müssen. Bei kleinerem Budget decken die Salomon Bonatti Trail oder die Raidlight Top Extreme Ultra MP+ den Großteil der Anforderungen bereits sehr gut ab.

Die richtige Regenausrüstung ersetzt keine seriöse Vorbereitung: Die RunMorph-Trainingspläne helfen dir, deine Long Runs zu strukturieren, egal wie das Wetter gerade ist.

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Drei unabhängige Tester, drei verschiedene Zeiträume, ein Ergebnis: Technisch ist der Thunderstorm 25/75 kaum etwas vorzuwerfen. Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität halten in der Praxis, was sie versprechen, bei Bedingungen von Nieselregen bis Dauerguss, im Training ebenso wie beim Ultra. Der einzige echte Knackpunkt bleibt der Preis, den alle einhellig als hoch einstufen, selbst die ansonsten begeisterten Tester.

8,5/10. Eine der besten technischen Regenjacken im Mainstream-Markt, allerdings nur für alle, die das Budget und den passenden Einsatz (Ultras, häufige Long Runs im Regen) haben, damit sie sich lohnt.

Das Wichtigste für dein Training

  • 25.000 Schmerber / 75.000 g/m²/24h: seltene Werte im Mainstream-Markt, die du vor jedem Kauf einer Regenjacke vergleichen solltest.
  • Trag sie über deinem Trailrucksack: Diese Konfiguration haben zwei der drei Tester bestätigt, nicht umgekehrt.
  • Plane einen Baselayer ein für Läufe bei Kälte: Die dünne Membran setzt auf Atmungsaktivität statt auf Wärme.
  • 350 € sind ein ordentliches Budget: Tätige diese Investition nur, wenn du regelmäßig Long Runs im Regen läufst.
  • Teste den Zugriff auf deine Uhr an den Ärmelbündchen vor dem Kauf, wenn du eine große Uhr trägst: Die Tests sind sich in diesem Punkt nicht einig.
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