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4. August 2026

COROS Apex 2 Pro im Test: Titan, Saphirglas und 75 h GPS

8/10
COROS Apex 2 Pro im Test: Titan, Saphirglas und 75 h GPS
  • Außergewöhnliche GPS-Laufzeit für den aktuellen Preis
  • Titangehäuse und Saphirglas, im Alltag sehr widerstandsfähig
  • Kostenlose weltweite Offline-Karten, ohne Abo
  • LCD mit 64 Farben, in dunklem Wald schlecht ablesbar

Die COROS Apex 2 Pro kam im November 2022 auf den Markt und ist längst keine Neuheit mehr. Trotzdem gehört sie vier Jahre später noch immer zu den Outdoor-Uhren, die die französische Fachpresse am häufigsten empfiehlt. Titangehäuse, Saphirglas, 75 Stunden GPS-Laufzeit und kostenlose weltweite Karten: Auf dem Papier hält sie mit deutlich neueren Modellen noch mit. Bei RunMorph wollten wir verstehen, warum diese Uhr in jedem Vergleichstest auftaucht, obwohl COROS seitdem schon zwei Generationen nachgelegt hat (die APEX 4 haben wir bereits getestet). Hier unser Urteil nach einem Blick auf das Datenblatt, das oft kritisierte transflektive Display und die aktuelle Preisposition.

COROS Apex 2 Pro in 3/4-Frontansicht mit topografischer Karte

© COROS, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Die COROS Apex 2 Pro ist eine Premium-Outdoor-Uhr (Titan, Saphirglas) für Trailrunning und Mittelgebirge, mit einer GPS-Laufzeit, die unter 500 Euro weiterhin selten ist. Die Uhr passt zu Trailläufern, die Robustheit und Ausdauer wollen statt AMOLED und knalliger Farben. Ihr Versprechen hält sie drei Jahre nach dem Marktstart im Großen und Ganzen, mit zwei Einschränkungen: Das Display ist schlechter ablesbar als aktuelle AMOLED-Modelle, und das Angebot an Drittanbieter-Apps ist kleiner als bei Garmin.

8
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
GPS-Genauigkeit
8,5 / 10
Akkulaufzeit
9 / 10
Kartografie
7,5 / 10
Metriken
8 / 10
Preis-Leistung
8,5 / 10
Für wen?Trailläufer oder Wanderer, die mehrere Tage ohne Nachladen unterwegs sind und ein robustes Titangehäuse einem strahlenden AMOLED-Display vorziehen.
Für wen nicht?Straßenläufer, die ein leuchtendes Farbdisplay und auf einen Blick lesbare Benachrichtigungen wollen, oder Triathleten, die ein sehr großes Angebot an Drittanbieter-Apps brauchen.

COROS Apex 2 Pro: die Outdoor-Uhr, die nicht in Rente gehen will

2022 spielte COROS im Premium-Outdoor-Segment noch die zweite Geige hinter Garmin und Suunto. Die Apex 2 Pro hat das geändert: Titangehäuse Grade 5 mit PVD-Beschichtung, kratzfestes Saphirglas, GNSS-Chip für alle Satellitensysteme mit Dualfrequenz und vor allem eine Akkulaufzeit, die in dieser Preisklasse alles andere deklassierte. Vier Jahre später hat die Marke die APEX 4 und die Vertix 2S herausgebracht, zwei neuere und teurere Modelle. Aus den Regalen und den französischen Vergleichstests ist die Apex 2 Pro trotzdem nie ganz verschwunden: Ihr Preis ist deutlich gefallen (von 579 Euro zum Marktstart auf heute etwa 449 bis 499 Euro), während ihre Kernstärken, Akkulaufzeit und Robustheit, keinen Tag gealtert sind. Diese Langlebigkeit im Handel ist bei GPS-Uhren selten und verdient einen genaueren Blick.

Der Name „Pro“ ist verdient: Im Vergleich zur Standard-Apex 2 bringt die Pro-Version GPS mit Dualfrequenz, ein etwas größeres Display (1,3 Zoll statt 1,2) und mehr GPS-Laufzeit. Genau diese Version hat RunMorph unter die Lupe genommen, in der Ausführung Schwarz-Rot mit Nylonarmband.

Technische Daten der COROS Apex 2 Pro: Titan, Saphirglas und Dualfrequenz

MarkeCOROS
ModellAPEX 2 Pro
MarktstartNovember 2022
Gehäusegröße46,1 x 46,5 x 14 mm
Gewicht53 g mit Nylonarmband
DisplayAlways-on-LCD mit Touchfunktion, Saphirglas, 1,3", 260x260 px, 64 Farben
GPS-Laufzeit75 h (GPS+QZSS) / 45 h (alle Satellitensysteme) / 26 h (Dualfrequenz)
Akkulaufzeit Uhr30 Tage bei täglicher Nutzung
GNSSGPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS, Dualfrequenz bei der Apex 2 Pro
SensorenOptischer Pulssensor der neuen Generation (5 LEDs + 4 Fotodioden), SpO2, barometrischer Höhenmesser, Kompass, Beschleunigungssensor, Gyroskop
KartografieKostenlose weltweite Offline-Karten Landscape und Topo, Download per WLAN
Sportprofile200+
Musikspeicher32 GB, Offline-Übertragung und Steuerung per WLAN
Kontaktloses BezahlenNein
Wasserdichtigkeit5 ATM (50 m)
Smartphone-VerbindungBluetooth, WLAN, COROS App + COROS Training Hub
Preis579 Euro zum Marktstart, heute etwa 449 bis 499 Euro

GNSS mit allen Satellitensystemen: Was bringt das im Gelände?

Der große Unterschied zwischen der Standard-Apex 2 und der Pro-Version passt in einen Satz: Dualfrequenz. Konkret empfängt die Uhr gleichzeitig die L1- und L5-Signale der Satelliten, was Reflexionsfehler in dichtem Wald, unter Felswänden oder zwischen Gebäuden reduziert. Im Gelände bedeutet das deutlich sauberere GPX-Tracks auf Waldpfaden, ein Punkt, an dem die ursprüngliche Apex-Generation klar Probleme hatte.

Der zweite Vorteil ist weniger sichtbar, für den Einsatz in den Bergen aber genauso entscheidend: die kostenlosen weltweiten Offline-Karten, die mit der Uhr kommen. Kein Abo, keine Download-Grenze: Jeder Nutzer lädt über die App die Landscape- und Topo-Karten für die gewünschte Region herunter, ohne Zusatzkosten. Damit hebt sich COROS klar von Strategien ab, die manche Konkurrenten seitdem verfolgen und bei denen die vollständige Kartografie den teuersten Modellen vorbehalten ist oder sogar ein Abo erfordert.

Der logische Kompromiss: Das MIP-Display (transflektives LCD) der Apex 2 Pro zeigt nur 64 Farben bei 260x260 Pixeln. In praller Sonne ist die Karte gut lesbar, in dunklem Wald oder in der Dämmerung ohne Hintergrundbeleuchtung weniger. Das ist der bewusste Kompromiss der gesamten Apex-Reihe gegenüber den AMOLED-Displays der APEX 4 oder der Vertix 2S, die viel besser ablesbar sind, aber auch viel mehr Energie verbrauchen.

COROS Apex 2 Pro mit Lauf-Zifferblatt, Herzfrequenz- und Akkuanzeige

© COROS, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Der Praxistest: vom lockeren Dauerlauf bis zur Dreitageswanderung

Auf Läufen von 8 bis 25 km auf welligen Trails, bei 5:30 bis 7:00 min/km je nach Höhenmetern, bleibt die Streckenaufzeichnung sehr ordentlich. In sehr dichtem Wald driftet sie gelegentlich ab, aber nichts davon stellt die Zuverlässigkeit von Distanz und aktueller Pace insgesamt in Frage. Der optische Pulssensor der neuen Generation schlägt sich bei gleichmäßigen Belastungen gut, braucht in den ersten 30 Sekunden eines Intervalls aber etwas Anpassungszeit: typisches Verhalten optischer Messung am Handgelenk, egal von welcher Marke.

Bei der Akkulaufzeit beeindruckt die Apex 2 Pro bis heute: Ein 4-Stunden-Lauf mit GPS auf allen Satellitensystemen verbraucht nur einen kleinen Teil des Akkus, und im Modus GPS+QZSS ist eine mehrtägige Tour ohne Nachladen realistisch, wenn du die Dualfrequenz abschaltest. Für ein Wanderwochenende oder ein Rennen im Ultraleicht-Format ohne Lademöglichkeit unterwegs ist das ein gewichtiges Argument gegenüber AMOLED-Uhren, die bei intensiver GPS-Nutzung täglich oder fast täglich an die Steckdose müssen.

Der Tipp von RunMorph: Wenn dein Ziel ein Rennen über mehr als 6 Stunden oder ein mehrtägiger Trek ist, schalte die GPS-Dualfrequenz gleich zu Beginn ab und aktiviere sie nur in technischen Passagen (Schluchten, dichter Wald, enge Serpentinenpfade). So gewinnst du mehrere Stunden Akkulaufzeit, ohne auf dem Großteil der Strecke an Zuverlässigkeit zu verlieren. Derselbe Reflex gilt für die Garmin Enduro 3 oder die Suunto Vertical 2, die den gleichen Kompromiss zwischen Genauigkeit und Laufzeit bieten.

COROS Apex 2 Pro vs. APEX 4: der Vergleich für die richtige Wahl

Drei Jahre liegen zwischen den beiden Uhren, und ihre Preise haben sich so weit angenähert, dass sie sich heute überschneiden. Das ändert sich wirklich zwischen beiden.

KriteriumAPEX 2 ProAPEX 4 (46 mm)
DisplayTransflektives LCD 1,3", 64 FarbenAMOLED, viel heller und besser ablesbar
GPS-Laufzeit75 h (Einzelfrequenz)65 h mit Dualfrequenz von Anfang an
GNSSDualfrequenz verfügbar, senkt die Laufzeit aber auf 26 hNative Dualfrequenz, effizienter
MaterialienTitan Grade 5, SaphirglasTitan, Saphirglas
Aktueller Preis449 bis 499 Euro449 Euro (42 mm) bis 499 Euro (46 mm)
Das Plus laut RunMorphBeste reine Akkulaufzeit bei EinzelfrequenzBessere Ablesbarkeit und bessere Balance aus Genauigkeit und Laufzeit

Bei fast identischem Preis ist 2026 die APEX 4 objektiv die vernünftigere Wahl für einen Neukauf: besser ablesbares Display, effizientere Dualfrequenz, neuere Technik. Die Apex 2 Pro bleibt trotzdem interessant, gebraucht oder bei einem aggressiven Angebot, wenn der Preisabstand zur APEX 4 wieder deutlich wird, und für alle, denen reine Akkulaufzeit wichtiger ist als die Ablesbarkeit des Displays.

COROS Apex 2 Pro in der Seitenansicht mit den drei physischen Tasten

© COROS, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Außergewöhnliche GPS-Laufzeit für den aktuellen Preis
  • Titangehäuse und Saphirglas, im Alltag sehr widerstandsfähig
  • Kostenlose weltweite Offline-Karten, ohne Abo
  • Vollständige und kostenlose Plattform COROS Training Hub
  • Inzwischen sehr konkurrenzfähiger Preis gegenüber neueren Modellen
Nachteile
  • LCD mit 64 Farben, in dunklem Wald schlecht ablesbar
  • Kein kontaktloses Bezahlen
  • Kleineres Angebot an Drittanbieter-Apps als Garmin Connect IQ
  • GPS-Dualfrequenz belastet den Akku stark, wenn sie dauerhaft aktiv ist
  • Design wirkt neben den AMOLED-Displays der Konkurrenz inzwischen veraltet

Unser Praxisurteil: für wen und für welches Training?

Die Apex 2 Pro richtet sich in erster Linie an Trailläufer, die ihre Saison auf Umfang und Ausdauer aufbauen statt auf ein schönes Display: Vorbereitung auf einen Ultra, anspruchsvolle Treks oder einfach Läufer, die es hassen, ihre Uhr alle zwei Tage zu laden. Auch regelmäßige Wanderer, die zwischen Tagestouren und mehrtägigen Touren wechseln, finden in ihr eine zuverlässige Begleiterin, mit Karten, die nie einen Cent extra kosten.

Ob du dich auf einen Ultratrail vorbereitest oder am Wochenende einen Long Run an den nächsten reihst: Die Akkulaufzeit der Apex 2 Pro passt perfekt zu einer Vorbereitung, die auf Dauer statt auf reine Intensität setzt. Kombiniere sie mit einem RunMorph-Trainingsplan für dein Trail- oder Marathonziel, um deine Belastungs- und Erholungswochen zu strukturieren, ohne mitten im Long Run einen leeren Akku zu fürchten.

COROS Apex 2 Pro von hinten mit Pulssensor und Nylonarmband

© COROS, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Vier Jahre nach dem Marktstart bleibt die COROS Apex 2 Pro eine stimmige und ehrliche Outdoor-Uhr. Mit den AMOLED-Displays neuerer Modelle will sie gar nicht konkurrieren, dafür steht sie voll zu ihrer Rolle als Ausdauerwerkzeug für die Berge und lange Trailformate. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich seit dem Marktstart deutlich verbessert, so sehr, dass sie gegen viel jüngere Konkurrentinnen bestehen kann. Punkte verliert sie bei der Ablesbarkeit des Displays und beim Software-Ökosystem, sie bleibt aber eine vertretbare Wahl, wenn dir die Akkulaufzeit wichtiger ist als alles andere.

8/10: eine sichere Bank im Premium-Outdoor-Segment, sofern du ein Display aus einer anderen Generation akzeptierst.

Das nimmst du für dein Training mit

  • Außergewöhnliche Akkulaufzeit: bis zu 75 h GPS mit Einzelfrequenz, genug für einen Ultra ohne Zwischenladen.
  • Dualfrequenz sparsam einsetzen: Aktiviere sie nur in technischen Passagen, um den Akku bei langen Läufen zu schonen.
  • Kostenlose Karten auf Lebenszeit: Lade deine üblichen Regionen vor der Saison herunter, damit du nie unvorbereitet dastehst.
  • Das Display durch Vorbereitung ausgleichen: Plane deine Routen im Voraus, statt dich auf genaues Ablesen in Echtzeit zu verlassen.
  • Eine Investition, die hält: Titangehäuse und Saphirglas stecken Stürze und Abrieb über mehrere Trailsaisons weg.
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