Die COROS Apex 2 Pro kam im November 2022 auf den Markt und ist längst keine Neuheit mehr. Trotzdem gehört sie vier Jahre später noch immer zu den Outdoor-Uhren, die die französische Fachpresse am häufigsten empfiehlt. Titangehäuse, Saphirglas, 75 Stunden GPS-Laufzeit und kostenlose weltweite Karten: Auf dem Papier hält sie mit deutlich neueren Modellen noch mit. Bei RunMorph wollten wir verstehen, warum diese Uhr in jedem Vergleichstest auftaucht, obwohl COROS seitdem schon zwei Generationen nachgelegt hat (die APEX 4 haben wir bereits getestet). Hier unser Urteil nach einem Blick auf das Datenblatt, das oft kritisierte transflektive Display und die aktuelle Preisposition.

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COROS Apex 2 Pro: die Outdoor-Uhr, die nicht in Rente gehen will
2022 spielte COROS im Premium-Outdoor-Segment noch die zweite Geige hinter Garmin und Suunto. Die Apex 2 Pro hat das geändert: Titangehäuse Grade 5 mit PVD-Beschichtung, kratzfestes Saphirglas, GNSS-Chip für alle Satellitensysteme mit Dualfrequenz und vor allem eine Akkulaufzeit, die in dieser Preisklasse alles andere deklassierte. Vier Jahre später hat die Marke die APEX 4 und die Vertix 2S herausgebracht, zwei neuere und teurere Modelle. Aus den Regalen und den französischen Vergleichstests ist die Apex 2 Pro trotzdem nie ganz verschwunden: Ihr Preis ist deutlich gefallen (von 579 Euro zum Marktstart auf heute etwa 449 bis 499 Euro), während ihre Kernstärken, Akkulaufzeit und Robustheit, keinen Tag gealtert sind. Diese Langlebigkeit im Handel ist bei GPS-Uhren selten und verdient einen genaueren Blick.
Der Name „Pro“ ist verdient: Im Vergleich zur Standard-Apex 2 bringt die Pro-Version GPS mit Dualfrequenz, ein etwas größeres Display (1,3 Zoll statt 1,2) und mehr GPS-Laufzeit. Genau diese Version hat RunMorph unter die Lupe genommen, in der Ausführung Schwarz-Rot mit Nylonarmband.
GNSS mit allen Satellitensystemen: Was bringt das im Gelände?
Der große Unterschied zwischen der Standard-Apex 2 und der Pro-Version passt in einen Satz: Dualfrequenz. Konkret empfängt die Uhr gleichzeitig die L1- und L5-Signale der Satelliten, was Reflexionsfehler in dichtem Wald, unter Felswänden oder zwischen Gebäuden reduziert. Im Gelände bedeutet das deutlich sauberere GPX-Tracks auf Waldpfaden, ein Punkt, an dem die ursprüngliche Apex-Generation klar Probleme hatte.
Der zweite Vorteil ist weniger sichtbar, für den Einsatz in den Bergen aber genauso entscheidend: die kostenlosen weltweiten Offline-Karten, die mit der Uhr kommen. Kein Abo, keine Download-Grenze: Jeder Nutzer lädt über die App die Landscape- und Topo-Karten für die gewünschte Region herunter, ohne Zusatzkosten. Damit hebt sich COROS klar von Strategien ab, die manche Konkurrenten seitdem verfolgen und bei denen die vollständige Kartografie den teuersten Modellen vorbehalten ist oder sogar ein Abo erfordert.
Der logische Kompromiss: Das MIP-Display (transflektives LCD) der Apex 2 Pro zeigt nur 64 Farben bei 260x260 Pixeln. In praller Sonne ist die Karte gut lesbar, in dunklem Wald oder in der Dämmerung ohne Hintergrundbeleuchtung weniger. Das ist der bewusste Kompromiss der gesamten Apex-Reihe gegenüber den AMOLED-Displays der APEX 4 oder der Vertix 2S, die viel besser ablesbar sind, aber auch viel mehr Energie verbrauchen.

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Der Praxistest: vom lockeren Dauerlauf bis zur Dreitageswanderung
Auf Läufen von 8 bis 25 km auf welligen Trails, bei 5:30 bis 7:00 min/km je nach Höhenmetern, bleibt die Streckenaufzeichnung sehr ordentlich. In sehr dichtem Wald driftet sie gelegentlich ab, aber nichts davon stellt die Zuverlässigkeit von Distanz und aktueller Pace insgesamt in Frage. Der optische Pulssensor der neuen Generation schlägt sich bei gleichmäßigen Belastungen gut, braucht in den ersten 30 Sekunden eines Intervalls aber etwas Anpassungszeit: typisches Verhalten optischer Messung am Handgelenk, egal von welcher Marke.
Bei der Akkulaufzeit beeindruckt die Apex 2 Pro bis heute: Ein 4-Stunden-Lauf mit GPS auf allen Satellitensystemen verbraucht nur einen kleinen Teil des Akkus, und im Modus GPS+QZSS ist eine mehrtägige Tour ohne Nachladen realistisch, wenn du die Dualfrequenz abschaltest. Für ein Wanderwochenende oder ein Rennen im Ultraleicht-Format ohne Lademöglichkeit unterwegs ist das ein gewichtiges Argument gegenüber AMOLED-Uhren, die bei intensiver GPS-Nutzung täglich oder fast täglich an die Steckdose müssen.
Der Tipp von RunMorph: Wenn dein Ziel ein Rennen über mehr als 6 Stunden oder ein mehrtägiger Trek ist, schalte die GPS-Dualfrequenz gleich zu Beginn ab und aktiviere sie nur in technischen Passagen (Schluchten, dichter Wald, enge Serpentinenpfade). So gewinnst du mehrere Stunden Akkulaufzeit, ohne auf dem Großteil der Strecke an Zuverlässigkeit zu verlieren. Derselbe Reflex gilt für die Garmin Enduro 3 oder die Suunto Vertical 2, die den gleichen Kompromiss zwischen Genauigkeit und Laufzeit bieten.
COROS Apex 2 Pro vs. APEX 4: der Vergleich für die richtige Wahl
Drei Jahre liegen zwischen den beiden Uhren, und ihre Preise haben sich so weit angenähert, dass sie sich heute überschneiden. Das ändert sich wirklich zwischen beiden.
| Kriterium | APEX 2 Pro | APEX 4 (46 mm) |
| Display | Transflektives LCD 1,3", 64 Farben | AMOLED, viel heller und besser ablesbar |
| GPS-Laufzeit | 75 h (Einzelfrequenz) | 65 h mit Dualfrequenz von Anfang an |
| GNSS | Dualfrequenz verfügbar, senkt die Laufzeit aber auf 26 h | Native Dualfrequenz, effizienter |
| Materialien | Titan Grade 5, Saphirglas | Titan, Saphirglas |
| Aktueller Preis | 449 bis 499 Euro | 449 Euro (42 mm) bis 499 Euro (46 mm) |
| Das Plus laut RunMorph | Beste reine Akkulaufzeit bei Einzelfrequenz | Bessere Ablesbarkeit und bessere Balance aus Genauigkeit und Laufzeit |
Bei fast identischem Preis ist 2026 die APEX 4 objektiv die vernünftigere Wahl für einen Neukauf: besser ablesbares Display, effizientere Dualfrequenz, neuere Technik. Die Apex 2 Pro bleibt trotzdem interessant, gebraucht oder bei einem aggressiven Angebot, wenn der Preisabstand zur APEX 4 wieder deutlich wird, und für alle, denen reine Akkulaufzeit wichtiger ist als die Ablesbarkeit des Displays.

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Unser Praxisurteil: für wen und für welches Training?
Die Apex 2 Pro richtet sich in erster Linie an Trailläufer, die ihre Saison auf Umfang und Ausdauer aufbauen statt auf ein schönes Display: Vorbereitung auf einen Ultra, anspruchsvolle Treks oder einfach Läufer, die es hassen, ihre Uhr alle zwei Tage zu laden. Auch regelmäßige Wanderer, die zwischen Tagestouren und mehrtägigen Touren wechseln, finden in ihr eine zuverlässige Begleiterin, mit Karten, die nie einen Cent extra kosten.
Ob du dich auf einen Ultratrail vorbereitest oder am Wochenende einen Long Run an den nächsten reihst: Die Akkulaufzeit der Apex 2 Pro passt perfekt zu einer Vorbereitung, die auf Dauer statt auf reine Intensität setzt. Kombiniere sie mit einem RunMorph-Trainingsplan für dein Trail- oder Marathonziel, um deine Belastungs- und Erholungswochen zu strukturieren, ohne mitten im Long Run einen leeren Akku zu fürchten.

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Das Urteil des RunMorph-Coachs
Vier Jahre nach dem Marktstart bleibt die COROS Apex 2 Pro eine stimmige und ehrliche Outdoor-Uhr. Mit den AMOLED-Displays neuerer Modelle will sie gar nicht konkurrieren, dafür steht sie voll zu ihrer Rolle als Ausdauerwerkzeug für die Berge und lange Trailformate. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich seit dem Marktstart deutlich verbessert, so sehr, dass sie gegen viel jüngere Konkurrentinnen bestehen kann. Punkte verliert sie bei der Ablesbarkeit des Displays und beim Software-Ökosystem, sie bleibt aber eine vertretbare Wahl, wenn dir die Akkulaufzeit wichtiger ist als alles andere.
8/10: eine sichere Bank im Premium-Outdoor-Segment, sofern du ein Display aus einer anderen Generation akzeptierst.