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22. August 2026

Fenix HM65R-T V2.0 im Test: Ultra-Trail-Stirnlampe mit 1600 Lumen

8/10
Fenix HM65R-T V2.0 im Test: Ultra-Trail-Stirnlampe mit 1600 Lumen
  • 1600 Lumen, einer der höchsten Werte im Segment
  • Besonders bequemes, schnell einstellbares Drehrad-Kopfband
  • Wasserschutz nach IP68 und Stoßfestigkeit besser als bei der direkten Konkurrenz
  • Vorzeige-Laufzeit von 300 h gilt nur im Eco-Modus, der auf dem Trail kaum nutzbar ist

Fenix gilt weltweit als Referenz für technische Stirnlampen, im RunMorph-Katalog fehlte die Marke bisher aber. Die HM65R-T V2.0 schließt diese Lücke mit einer Lampe fürs Ultra-Trail: 1600 Lumen, Doppelstrahl in Kaltweiß und Warmweiß, Gehäuse aus Magnesiumlegierung und ein Drehrad-Kopfband, das aus der Radsportwelt stammt. Wir bei RunMorph haben einen ausführlichen englischsprachigen Praxistest genau dieses Modells mit einem französischsprachigen Test der Vorgängergeneration abgeglichen, um ein klares Bild davon zu bekommen, was diese Premium-Stirnlampe wirklich taugt.

Fenix HM65R-T V2.0 in der Frontansicht

© Fenix, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Die Fenix HM65R-T V2.0 ist eine Premium-Stirnlampe fürs Ultra-Trail, mit Doppelstrahl in Kaltweiß und Warmweiß und einem Drehrad-Kopfband, das zu den bequemsten auf dem Markt zählt. 1600 Lumen und 300 Stunden Akkulaufzeit im Eco-Modus beeindrucken auf dem Papier, doch der stärkste Modus hält deutlich kürzer, als die Vorzeige-Laufzeit vermuten lässt. Als erste Fenix-Lampe im RunMorph-Test etabliert sie sich als glaubwürdige Alternative zur Petzl Nao RL und zur Ledlenser NEO9R, die bereits im Katalog sind.

8
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Leuchtkraft
9 / 10
Akkulaufzeit
7,5 / 10
Lichtqualität
8,5 / 10
Komfort/Gewicht
8 / 10
Preis-Leistung
7,5 / 10
Für wen?Trailrunner, die regelmäßig lange Nachtläufe oder Ultras bestreiten und einen starken Lichtkegel sowie ein extrem bequemes Kopfband wollen.
Für wen nicht?Gelegenheitsläufer, die für kurze, seltene Läufe nur ein leichtes Zusatzlicht brauchen.

Fenix HM65R-T V2.0: Die koreanische Marke greift im Premium-Segment für Nacht-Trails an

Fenix hat sich seinen Ruf mit taktischen und Outdoor-Taschenlampen aufgebaut, bevor die Marke sich mit ihrer HM-Serie klarer im Trailrunning positioniert hat. Die HM65R-T V2.0 ersetzt die ursprüngliche HM65R-T und zeigt diesen Schritt nach oben deutlich. Das Gehäuse besteht aus Magnesiumlegierung (laut Hersteller 30 % leichter als ein vergleichbares Aluminiumgehäuse), dazu kommen zwei Lichtquellen: eine weiße LED Luminus SST40 und eine warmweiße LED Luminus SST20. Das Kopfband mit beidseitig drehbarem Rad bricht mit klassischen elastischen Bändern. Und das alles zu einem Listenpreis von rund 105 US-Dollar, weit unter den Top-Modellen von Petzl wie der Nao RL.

Technische Daten der HM65R-T V2.0

MerkmalWert
MarkeFenix
ModellHM65R-T V2.0
Max. Leuchtkraft1600 Lumen (weiße LED) + 800 Lumen (warmweiße LED, separater Lichtkegel)
Max. Leuchtweite170 m
Akkulaufzeit300 h im Eco-Modus (5 lm) / ca. 3 h laut Hersteller im starken Modus, über 4 h im Praxistest gemessen
AkkuWiederaufladbarer 18650-Akku mit 3400 mAh im Lieferumfang, kompatibel mit CR123A-Batterien
LadenUSB-C, ca. 2 h 30 min bis 3 h für eine volle Ladung
Gewicht140 g (inkl. Kopfband und Akku), Gehäuse allein 53 g
WasserschutzIP68 (2 m Tauchtiefe), Stoßfestigkeit 2 m
KopfbandBeidseitig drehbares Rad, integrierte Notfallpfeife, Reflexstreifen
FarbenSchwarz, Dunkelviolett, Nebula
Offizieller PreisRund 105 US-Dollar (ca. 100 bis 130 € je nach französischem Händler)

Ein Punkt verdient vor dem Kauf besondere Aufmerksamkeit: Die 300 Stunden Akkulaufzeit, die groß auf der Verpackung stehen, gelten nur für den Eco-Modus mit 5 Lumen, der auf technischen Trails praktisch unbrauchbar ist. Im Maximalmodus gibt der Hersteller rund 3 Stunden an, ein unabhängiger Praxistest hat unter vergleichbaren Bedingungen mehr als 4 Stunden gemessen. Eine angenehme Überraschung, die an der Größenordnung aber nichts ändert. Für eine komplette Ultra-Nacht planst du besser einen mittleren Modus oder einen Ersatzakku ein.

Magnesiumgehäuse und Doppelstrahl: Was bringt das auf dem Trail?

Das große technische Versprechen der HM65R-T V2.0 ist ihr unabhängiger Doppelstrahl: eine kaltweiße LED für maximale Leuchtkraft und eine warmweiße LED für Nebel, in dem kaltes Licht an den Schwebeteilchen reflektiert und einen störenden Lichthof erzeugt. Ein unabhängiger Praxistest bestätigt, dass die kaltweiße LED alles, was der Tester bisher benutzt hatte, weit übertrifft, so sehr, dass die Nacht auf gut laufbaren Abschnitten fast zur Nebensache wird. Die warmweiße LED gilt im Alltag als weniger unverzichtbar, aber sinnvoll bei der feuchten, diesigen Witterung, für die sie entwickelt wurde.

Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung hält sein Leichtbauversprechen: Mit 53 Gramm ohne Kopfband und Akku ist es deutlich leichter als ein vergleichbares Aluminiumgehäuse, ohne Abstriche bei der IP68-Zertifizierung oder der Stoßfestigkeit aus 2 Metern (vom Hersteller selbst im Labor an allen 6 Seiten des Gehäuses getestet). Das ist ein echtes Unterscheidungsmerkmal gegenüber Konkurrentinnen wie der Petzl Nao RL, die nur nach IPX4 zertifiziert ist.

Fenix HM65R-T V2.0 USB-C-Ladeanschluss

© Fenix, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Der RunMorph-Tipp: Wenn du regelmäßig lange Nachtläufe machst, nutze die HM65R-T V2.0 lieber in einem mittleren Modus als dauerhaft im Maximalmodus. Die reale Akkulaufzeit profitiert davon spürbar. Für leichtere, gelegentliche Einsätze bleibt die Petzl Swift RL die kompaktere Alternative.

Der Praxistest: Tragekomfort des Kopfbands und Grenzen der realen Akkulaufzeit

Beim wichtigsten Unterscheidungsmerkmal dieser Lampe, dem Drehrad-Kopfband, sind sich die Tests klar einig. Ein sehr ausführlicher unabhängiger Praxistest beschreibt ein System, das die Art, wie der Tester seine Lampe unterwegs einstellt, buchstäblich verändert hat. Schluss damit, mitten in der Nacht die Stirnlampe abzunehmen, um das Band nachzuziehen: Mit dem seitlichen Drehrad justierst du fein nach, ohne den Laufrhythmus zu unterbrechen. Auch das überdurchschnittlich breite, für bessere Atmungsaktivität perforierte Kopfband wird gelobt. Einziger wiederkehrender Kritikpunkt: eine leichte Druckstelle vorne am Kopf nach mehreren Stunden, die der Tester zum Teil eher seiner Kopfform als einem Konstruktionsfehler zuschreibt, und ein Gewicht von 140 Gramm, das im Vergleich zu den leichtesten Stirnlampen am Markt etwas hoch ausfällt.

Auch bei der Akkulaufzeit sind sich die Tests einig, allerdings mit einer Einschränkung gegenüber den Werbeversprechen. Der stärkste Modus, laut Datenblatt für 3 Stunden ausgelegt, hielt in einem unabhängigen Praxistest mehr als 4 Stunden durch. Eine positive Abweichung und eine seltene dazu, denn in dieser Branche liegt die reale Akkulaufzeit oft unter der angegebenen. Ein französischsprachiger Test der Vorgängergeneration derselben Produktfamilie (Fenix HM65R ohne den Zusatz -T, ein ähnliches, aber eigenständiges Modell, getestet vor dem Ultra Trail du Mont-Blanc und dessen Distanz CCC) bestätigt die Langzeitzuverlässigkeit der Marke und ihre Wetterfestigkeit unter wechselnden Bedingungen. Zudem hebt er eine komfortable Leuchtweite von bis zu 150 Metern im breiten Leuchtmodus hervor.

Beim Laden herrscht Einigkeit: USB-C, rund 2 Stunden 30 Minuten bis 3 Stunden für eine volle Ladung, deutlich schneller als bei den meisten direkten Konkurrentinnen. Positiv hervorgehoben wird außerdem eine Akkuwarnung, die die Leuchtkraft vor dem vollständigen Abschalten automatisch reduziert: eine willkommene Sicherheitsfunktion statt eines bloßen Gimmicks.

Fenix HM65R-T V2.0 in der Hand mit Akku

© Fenix, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Fenix HM65R-T V2.0 vs. Petzl Nao RL vs. Ledlenser NEO9R: der Vergleich

ModellMax. LeuchtkraftGewichtWasserschutzMax. AkkulaufzeitPreis
Fenix HM65R-T V2.01600 lm140 gIP68300 h (Eco)~105 Dollar
Petzl Nao RL1500 lm145 gIPX480 h (10 lm)Premium
Ledlenser NEO9R1200 lm199 gIP54120 h (30 lm)115 €

Gegenüber der Nao RL punktet die Fenix mit einem deutlich besseren Wasserschutz (IP68 statt IPX4) und einem leichteren Gehäuse, hat aber kein Pendant zum Reactive Lighting, das die Leuchtkraft automatisch an das Umgebungslicht anpasst. Gegenüber der NEO9R fällt der Gewichtsunterschied am stärksten auf: 140 g gegen 199 g, ein echter Vorteil auf sehr langen Läufen. Das eigentliche Fenix-Alleinstellungsmerkmal bleibt der Doppelstrahl in Kalt- und Warmweiß, den keine der beiden Konkurrentinnen in dieser Form bietet.

Vorteile

  • 1600 Lumen, einer der höchsten Werte im Segment
  • Besonders bequemes, schnell einstellbares Drehrad-Kopfband
  • Wasserschutz nach IP68 und Stoßfestigkeit besser als bei der direkten Konkurrenz
  • Schnelles Laden per USB-C, ca. 2 h 30 min bis 3 h
  • Reale Akkulaufzeit im starken Modus höher als angegeben

Nachteile

  • Vorzeige-Laufzeit von 300 h gilt nur im Eco-Modus, der auf dem Trail kaum nutzbar ist
  • 140 g etwas schwer im Vergleich zu den leichtesten Stirnlampen
  • Kein Automatikmodus mit Lichtsensor (Reactive Lighting)
  • Leichte Druckstelle an der Stirn nach mehreren Stunden Tragezeit gemeldet

Unser Praxisurteil: Für wen ist die HM65R-T V2.0 gemacht?

Trailrunner, die sich auf einen Ultra mit langen Nachtpassagen vorbereiten

Das ist die Zielgruppe. Die 1600 Lumen und die Doppel-LED in Kalt- und Warmweiß machen das Lesen des Geländes über Stunden in der Nacht sicherer, vorausgesetzt, du setzt die Leuchtmodi clever ein, um Akku zu sparen.

Gelegenheitsläufer, die ein- bis zweimal pro Woche bei Einbruch der Dunkelheit laufen

Weniger sinnvoll. Preis und Leuchtkraft dieser Lampe übersteigen den Bedarf bei gelegentlicher Nutzung bei Weitem. Eine kompaktere Stirnlampe wie die Petzl Swift RL reicht völlig aus.

Läufer, denen ein geringes Gewicht am Kopf am wichtigsten ist

Mit Einschränkungen. Mit 140 g ist die HM65R-T V2.0 ordentlich, aber nicht die leichteste ihrer Leistungsklasse. Das durchdachte Kopfband gleicht das in der Praxis mehr als aus.

Für dein Training: Eine so starke Stirnlampe spielt ihre Stärken in einer Vorbereitung mit regelmäßigen Nachtläufen aus, vor allem in Ultra-Trail-Trainingsblöcken, in denen Sicherheit und Sichtweite genauso zählen wie der Rennplan. Strukturiere deine Wochen mit einem passenden Plan: Entdecke die RunMorph-Trainingspläne.

RunMorph-Fazit

Mit der Fenix HM65R-T V2.0 gelingt der Marke ein überzeugender Einstand im RunMorph-Katalog. Stark, wasserdicht und mit einem der bequemsten Kopfbänder, die wir getestet haben, leidet sie vor allem unter irreführendem Marketing rund um die Akkulaufzeit: Die angegebenen 300 Stunden gelten nur für einen in der Praxis kaum nutzbaren Modus, und der auf technischen Trails wirklich nützliche Modus hält zwischen 3 und 4 Stunden. Wer das weiß, bekommt eine zuverlässige, gut verarbeitete Lampe, die sich an Läufer richtet, die ihre Leuchtkraft wirklich brauchen. 8/10.

Das Wichtigste für dein Training

  • Einsatzbereich: lange Nachtläufe und Ultras, bei denen Leuchtkraft und Doppelstrahl den Unterschied machen.
  • Stärke, die du nutzen solltest: Mit dem Drehrad-Kopfband justierst du fein nach, ohne anzuhalten, praktisch bei technischen Nachtabstiegen.
  • Grenze, die du kennen musst: Heb dir den Maximalmodus für wirklich technische Passagen auf, um die reale Akkulaufzeit (3 bis 4 h) zu schonen.
  • Guter Reflex: lieber dauerhaft einen mittleren Modus nutzen, statt abrupt zwischen Eco und Maximum zu wechseln.
  • Empfohlene Rotation: eine leichtere, kompaktere Stirnlampe als Ergänzung für kurze Läufe, bei denen 1600 Lumen nicht nötig sind.
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