Die Garmin Forerunner 265 kam im März 2023 auf den Markt und brachte das AMOLED-Display in Garmins Mittelklasse. Für viele Läufer ist sie die Uhr, die endlich alles abdeckt: GPS-Genauigkeit, ordentliche Akkulaufzeit, integriertes Coaching und eine gut lesbare Oberfläche. Nach mehreren Monaten im Praxistest ist hier unser Fazit.
Design und Verarbeitung
Die Forerunner 265 setzt auf ein Gehäuse aus verstärktem Polymer mit 46 mm Durchmesser und wiegt mit Silikonarmband 47 g. Gorilla Glass 3 schützt ein AMOLED-Touchdisplay mit 1,3" und einer Auflösung von 416 x 416 Pixeln. Die Ablesbarkeit in praller Sonne ist exzellent und deutlich besser als bei den alten transflektiven MIP-Displays. Die Helligkeit erreicht bis zu 1.000 Nits.
Das Gehäuse ist bis 5 ATM (50 m) wasserdicht. Das Standard-Quick-Release-Armband mit 22 mm ist in einer Sekunde gewechselt, so wechselst du zwischen Sportarmband und Lederarmband für den Alltag. Die Zertifizierung nach MIL-STD-810 garantiert eine gute Beständigkeit gegen Stöße, Vibrationen und extreme Temperaturen.
GPS und Genauigkeit
Das Multi-GNSS-Modul der Forerunner 265 unterstützt Dualfrequenz L1/L5, auch All-Systems-Modus genannt. In der Praxis ist der Satellitenfix nahezu sofort da (unter 10 Sekunden in den meisten Situationen), und der GPS-Track ist sauber, selbst im dichten Wald oder in Häuserschluchten in der Stadt.
Die Echtzeit-Pace ist stabil, ohne die sprunghaften Ausreißer, die man bei Einsteigeruhren sieht. Der Energiesparmodus UltraTrack (eine Positionsbestimmung pro Minute) steht für sehr lange Einheiten bereit, mit leichtem Genauigkeitsverlust in engen Kurven. Bei Intervallen auf der Bahn ist die Distanzmessung schon ab der ersten Markierung eines bekannten Stadions zuverlässig.
Akkulaufzeit
Garmin gibt 13 Tage im Smartwatch-Modus und 20 Stunden im Standard-GPS-Modus an. Im echten Alltag mit täglichen Läufen von 60 bis 90 Minuten im Standard-GPS kommst du problemlos auf 8 bis 9 Tage, bevor du laden musst. Im hochgenauen GPS-Modus (Dualfrequenz) sinkt die GPS-Akkulaufzeit auf 8 Stunden: Das reicht für einen Halbmarathon, aber nicht für einen Ultra.
Das Laden geht schnell: 15 Minuten am proprietären USB-C-Kabel bringen rund 15 % Akku zurück. Nach einer Stunde ist der Akku wieder bei 100 %. Im Vergleich zur Coros Pace 4 (41 h im Standard-GPS) liegt die Forerunner 265 hier zurück, für die meisten Läufer reicht sie aber locker.
Coaching-Funktionen
Hier macht das Garmin-Connect-Ökosystem den Unterschied. Die Forerunner 265 bietet den Training Status, der deine Trainingsbelastung über 4 Wochen analysiert und dir zeigt, ob du dich steigerst, dein Niveau hältst oder dich überlastest. Die Daily Suggested Workouts schlagen dir jeden Morgen eine Einheit vor, die zu deiner Erholung passt, gemessen unter anderem über die HFV (Herzfrequenzvariabilität).
Mit Garmin Coach folgst du strukturierten Trainingsplänen für 5 km, 10 km, Halbmarathon oder Marathon, die sich dynamisch an deine tatsächlichen Leistungen anpassen. Der Race Predictor schätzt deine Wettkampfzeiten über verschiedene Distanzen auf Basis deiner geschätzten VO2max. PacePro erstellt für ein Zielrennen eine Pace-Strategie, Abschnitt für Abschnitt.
Fazit
Auch 2026 bleibt die Garmin Forerunner 265 eine Referenz für Läufer, die eine vollständige, zuverlässige und vielseitige GPS-Laufuhr für 250 bis 320 € suchen. Die Uhr bietet das beste Coaching-Ökosystem am Markt (Training Status, Garmin Coach, Daily Suggested Workouts) in einem leichten Gehäuse mit hochwertigem AMOLED-Display. Ihre GPS-Akkulaufzeit ist weniger beeindruckend als die der Coros Pace 4, dafür punktet sie mit umfangreicheren Analysedaten. Für die neuesten Garmin-Funktionen schau dir die Forerunner 570 an. Suchst du beim Vorgängermodell ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis, kommst du an der 265 kaum vorbei.
Empfohlene Tests: Coros Pace 4, Garmin Fenix 8, Suunto Race 2, Polar Vantage V3