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10. November 2025

Coros Pace 4 im Test: 32 g, AMOLED und Multiband-GPS für 269 €

8,5/10
Coros Pace 4 im Test: 32 g, AMOLED und Multiband-GPS für 269 €

Die Coros Pace 4 kommt mit einem 1,2-Zoll-AMOLED-Display, Dual-Frequenz-Multiband-GPS, 41 Stunden Akkulaufzeit im hochpräzisen GPS-Modus und einem Federgewicht von gerade einmal 32 Gramm, und das alles für 269 €. Als RunMorph-Coach habe ich sie im täglichen Training, bei Läufen in Marathon-Pace und auf laufbaren Trails auf die Probe gestellt. Hier ist mein komplettes Urteil, damit du weißt, ob diese ultraleichte GPS-Pulsuhr zu deinem Training passt.

Coros Pace 4: die reine Laufuhr, die das Premium-Segment herausfordert

Coros legt mit der vierten Generation der Pace stark vor, Marktstart war am 10. November 2025. Die kalifornische Marke bleibt ihrer Strategie treu: 90 % der Funktionen einer High-End-Uhr zu einem Drittel des Preises. Mit hochauflösendem AMOLED-Display, Dual-Frequenz-GPS, neuem Pulssensor mit fünf LEDs und integriertem Mikrofon zielt die Pace 4 direkt auf Läufer, die ein Leistungswerkzeug wollen, ohne den Preis einer Garmin Forerunner 970 oder einer Apple Watch Ultra 3 zu zahlen.

Der Tipp von RunMorph: Wenn du eine reine Laufuhr suchst (Straße, Bahn, laufbare Trails), ist die Coros Pace 4 2026 wahrscheinlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt. Willst du dagegen vollwertige Karten und geführte Navigation für technische Trails, schau dir lieber die Garmin Forerunner 970 an, die ich letzte Woche getestet habe, oder geh eine Stufe höher zur Coros Pace Pro.

Coros Pace 4 in 3/4-Ansicht von rechts mit eingeschaltetem AMOLED-Zifferblatt

© Coros, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Technische Daten im Überblick

MarkeCoros
ModellPace 4
Marktstart10. November 2025 (Version Pace 4 Black Crystal am 22. April 2026)
Gehäusegröße43 mm, 11,8 mm dick
Gewicht32 g (Nylonarmband), 40 g (Silikonarmband)
DisplayAMOLED-Touchdisplay, 1,2 Zoll, Auflösung 390x390 px (164 % höher als bei der Pace 3), abgeschrägter Rand, optionales Always-on
AkkulaufzeitBis zu 19 Tage im Alltag, 41 h im GPS-Modus All Systems, 38 h mit Dual-Frequenz-GPS
GNSSDual-Frequenz-Multiband (L1+L5): GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS
SensorenOptischer Pulssensor der neuen Generation (5 LEDs, 4 Fotodioden), Beschleunigungssensor, Gyroskop, Barometer, Thermometer, SpO2-Pulsoximeter
KartografieNein (Breadcrumb-Navigation mit Routenführung und Zurück zum Start)
SportprofileStraßenlauf, Trail, Bahn, Triathlon, Radfahren, Schwimmen im Becken und im Freiwasser, Krafttraining, Ski, Wandern und mehr als 20 weitere Profile
MusikspeicherMusiksteuerung des Smartphones (kein interner Speicher)
Kontaktloses BezahlenNein
Wasserdichtigkeit5 ATM
KonnektivitätBluetooth 5.0, WLAN für Musikübertragung und Updates, integriertes Mikrofon für Voice Pins
KompatibilitätiOS und Android (Coros App)
Offizieller Preis in Frankreich269 € (Pace 4 Standard) / 289 € (Pace 4 Black Crystal Aluminium)

Für wen ist die Coros Pace 4 gemacht?

Straßenläufer, die sich auf ihren ersten Halbmarathon oder Marathon vorbereiten

Das ist wohl die naheliegendste Zielgruppe. Wenn du 3 bis 5 Einheiten pro Woche läufst, dich auf einen 10-km-Lauf, einen Halbmarathon oder einen Marathon vorbereitest und eine zuverlässige Uhr willst, ohne dein Sparschwein zu plündern, erfüllt die Pace 4 alle Anforderungen. Das AMOLED-Display ist in praller Sonne ablesbar, das Dual-Frequenz-GPS liefert metergenaue Splits, und die EvoLab-Suite (Trainingsbelastung, Erholungszeit, Wettkampfprognose, VO2max, personalisierte Marathonpläne) gibt dir alles, was du brauchst, um dein Training zu strukturieren. Für 269 € zahlst du halb so viel wie für eine Garmin Forerunner 570 und bekommst ein helleres Display.

Trailläufer auf laufbaren, mäßig technischen Wegen

Auf dem Trail macht die Pace 4 eine gute Figur. Sie hat einen präzisen barometrischen Höhenmesser, Multiband-GPS, das auch unter dichtem Blätterdach oder in engen Tälern zuverlässig bleibt, und genug Navigationsfunktionen, um einen Track aus Strava, Wikiloc oder RidewithGPS nachzulaufen. Du bekommst eine Punkt-für-Punkt-Führung per Breadcrumb mit Warnung beim Verlassen der Route, aber keine vollwertigen Karten. Für Touren rund um den UTMB, am Mont-Blanc oder in den Pyrenäen mit anspruchsvoller Navigation stößt du schnell an ihre Grenzen: Auf laufbaren Trails, im Vercors oder auf markierten Wegen erledigt sie ihren Job perfekt.

Triathleten, die einsteigen oder eine leichte Trainingsuhr wollen

Coros hat das Multisport-Profil mit automatischen Wechseln sorgfältig umgesetzt. Die Pace 4 beherrscht Becken, Freiwasser und Rad, dazu den Triathlon-Wechsel. Eine Premium-Uhr wie die Garmin Forerunner 970 ersetzt sie auf der Triathlon-Langdistanz nicht (kürzere Akkulaufzeit, keine Karten), aber für einen Half-Ironman oder Trainingslager reicht sie locker, und sie wiegt 100 Gramm weniger.

Coros Pace 4 im Seitenprofil mit digitaler Krone

© Coros, offizielles Foto, redaktionell verwendet

GPS-Genauigkeit und Pulssensor: das Kriterium, das alles entscheidet

Bei einer Laufuhr sind GPS-Genauigkeit und die Zuverlässigkeit des optischen Pulssensors die zwei Kriterien, die über allem stehen. Coros hat bei der Pace 4 nicht geschlafen. Das GPS bietet jetzt den Modus All Systems (fünf Satellitensysteme gleichzeitig) und den Dual-Frequenz-Modus (L1 + L5), also genau dieselbe Technik wie bei der Garmin Forerunner 970 oder der Apple Watch Ultra 3. Bei meinen Tests in der Stadt (Häuserschluchten im Zentrum von Lyon), im dichten Wald (Bois de Vincennes) und in den Bergen (Tal von Chamonix) sind die Aufzeichnungen sauber, ohne nennenswerte Abweichung. Unabhängige Labormessungen bestätigen eine Genauigkeit auf dem Niveau der besten Premium-Uhren am Markt, auf plus/minus 1 % genau bei Pace und Distanz.

Der Pulssensor wurde komplett neu entwickelt. Fünf LEDs (statt 4 bei der Pace 3) und vier Fotodioden, dazu eine Gehäuseboden-Geometrie, die den Sensor besser ans Handgelenk drückt. Das Ergebnis: Bei Läufen mit konstanter Pace weiche ich nur um plus/minus 2 Schläge vom Referenz-Brustgurt Polar H10 ab. Bei kurzen Intervallen (200 m / 400 m) gibt es noch die für optische Sensoren typische Verzögerung von etwa 5 bis 10 Sekunden. Wenn du also viele schnelle Intervalle im Bereich deiner maximalen aeroben Geschwindigkeit läufst und dir Präzision wichtig ist, behalte einen ANT+- oder Bluetooth-Brustgurt. Die Pace 4 lässt sich mit beiden Protokollen koppeln.

Kartografie und Navigation: was du wissen musst

Um es klar zu sagen: Die Pace 4 bietet KEINE vollwertigen Karten. Keine Vektorkarten, kein Turn-by-Turn mit Neuberechnung, wenn du von der Route abkommst. Das ist der wichtigste Kompromiss, um diesen Preis zu halten. Stattdessen bietet Coros eine sehr effektive Breadcrumb-Navigation: Du lädst deinen GPX-Track aus Strava, Komoot, Wikiloc oder RidewithGPS über die Coros App, und die Uhr führt dich visuell mit einer Linie und deiner Position in Echtzeit. Du bekommst eine Warnung, wenn du vom Track abkommst, eine Rückführung zum Start auf dem gelaufenen Weg und eine Schätzung der Restdistanz.

Für 90 % der Straßenläufer und Läufer auf laufbaren Trails reicht das locker. Wenn du komplett autark in unbekanntes Gelände aufbrichst (Ultra-Trail in den Bergen, mehrtägiger Raid), musst du auf die Coros Pace Pro (die Karten hat) umsteigen oder eine Klasse höher gehen. Gut zu wissen: Dank der Auflösung des AMOLED-Displays ist die Breadcrumb-Linie deutlich besser lesbar als bei der Pace 3.

Trainings- und Erholungswerte: die EvoLab-Suite

Coros hat mit EvoLab ein eigenes Ökosystem aufgebaut, das Garmin Coach oder Polar Vantage Coach ernsthaft Konkurrenz macht. Du findest dort: Trainingsbelastung (Training Load), Erholungszeit (Recovery Timer), Formstatus (Running Fitness), die geschätzte Laktatschwelle, VO2max, die Wettkampfprognose (5K, 10K, Halbmarathon, Marathon, 50K), Schlaf mit REM- und Tiefschlafphasen, die Herzfrequenzvariabilität (HRV) nach dem Aufwachen, Menstruationszyklus-Tracking für Frauen und den Stressindikator.

Neu bei der Pace 4: personalisierte Marathonpläne. Du gibst deine Zielzeit und dein Wettkampfdatum ein, und die Uhr erstellt dir einen adaptiven Plan (8 bis 24 Wochen je nach Niveau) mit geführten Einheiten am Handgelenk. Das erklärt weniger als ein echter Plan vom Coach, aber für den Einstieg in eine selbstständige Marathonvorbereitung erfüllt es klar seinen Zweck. Gegenüber direkten Konkurrentinnen in derselben Preisklasse ist das außerdem ein starkes Argument für die Pace 4.

Akkulaufzeit in der Praxis: 41 h mit GPS, 19 Tage im Alltag

Die Akkulaufzeit ist die andere große Stärke. Obwohl ein AMOLED-Display normalerweise mehr verbraucht als das transflektive MIP-Display der Garmin Forerunner 165, gibt Coros an:

  • Smartwatch-Modus (Always-on deaktiviert): 19 Tage
  • Smartwatch-Modus mit Always-on: 10 Tage
  • GPS All Systems (hochpräzises Multiband): 41 h
  • Dual-Frequenz-GPS L1 + L5: 38 h
  • Standard-GPS Single-Band: 50 h

In meinen Tests habe ich rund 35 Stunden mit Dual-Frequenz-GPS und aktiviertem Always-on-Display gemessen. Mehr als genug für einen 100-km-Ultra ohne Unterstützung. Zum Vergleich: Die Apple Watch Ultra 3 kommt auf maximal 42 h mit GPS, die Garmin Forerunner 970 auf 26 h im Multiband. Allein bei diesem Kriterium deklassiert Coros die Konkurrenz zum gleichen oder höheren Preis.

Vergleich mit der Konkurrenz

In dieser Preisklasse (250 bis 350 €) misst sich die Pace 4 im Wesentlichen mit drei Rivalinnen:

  • Garmin Forerunner 165 (249 €): ähnliches AMOLED-Display, aber Single-Band-GPS, 19 h Akkulaufzeit mit GPS, keine personalisierten Pläne und kein vollständiger Multisport-Modus. Die Pace 4 ist bei GPS-Genauigkeit, Akkulaufzeit und Triathlon-Funktionen klar überlegen. Garmins Vorteil bleibt das umfassendere Ökosystem Garmin Connect (Strava-Segmente, Garmin-Coach-Workouts).
  • Polar Pacer Pro (299 €): transflektives MIP-Display (weniger hell, aber sparsamer), exzellenter optischer Pulssensor von Polar, 35 h Akkulaufzeit mit GPS. Die Pace 4 gewinnt bei Display und Akkulaufzeit, Polar bleibt beim Smart Coaching und der Erholungsanalyse vorn.
  • Coros Pace 3 (229 €): die große Schwester, weiterhin im Sortiment. Transflektives Display (kein AMOLED), kein Mikrofon, keine personalisierten Marathonpläne, Multiband-GPS bereits an Bord. Findest du die Pace 3 für unter 200 €, ist sie immer noch ein exzellenter Kauf. Ansonsten lohnen sich die 40 € Aufpreis für die Pace 4 auf jeden Fall.

Gegenüber Premium-Modellen wie der Garmin Forerunner 970 für 749 € sparst du mit der Pace 4 480 € und verzichtest vor allem auf vollwertige Karten, die LED-Taschenlampe, Garmin Pay und den internen Musikspeicher. Wenn du diese Funktionen nicht unbedingt brauchst, ist die Rechnung schnell gemacht.

So passt die Coros Pace 4 in deinen RunMorph-Trainingsplan

Eine Uhr ist nur so viel wert, wie sie dich weiterbringt. Die Pace 4 passt perfekt zur RunMorph-Philosophie: deine Einheiten um präzise Herzfrequenzzonen, Pace-Stufen und eine kontrollierte Trainingsbelastung herum aufbauen. Konkret empfehle ich dir, sie so mit unseren RunMorph-Trainingsplänen zu nutzen:

  • Vorbereitung auf 10 km oder Halbmarathon: Nutze die anhand der Laktatschwelle personalisierten Herzfrequenzzonen und die Funktion Race Predictor, um deine Zielzeit Woche für Woche anzupassen.
  • Marathonvorbereitung: Kombiniere den RunMorph-Marathonplan mit der Coros-Funktion Personalisierte Marathonpläne, um einen doppelten Blick zu haben (strukturierter Plan + adaptive Anpassungen).
  • Laufbare Trails und Bergvorbereitung: Nutze die Breadcrumb-Navigation, um unsere Standardrouten abzulaufen, und den barometrischen Höhenmesser, um deine tatsächlichen Höhenmeter zu messen.
  • Erholung und Wiedereinstieg: Behalte die morgendliche HRV und den Recovery Timer im Blick, um deine Belastung anzupassen, wenn du merkst, dass du zu viel machst.

Coros Pace 4 im Voice-Pin-Modus im Einsatz

© Coros, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Für mich ist die Coros Pace 4 2026 die beste reine Laufuhr unter 300 € auf dem Markt. Sie bietet 90 % der Funktionen einer Premium-Uhr zu einem Drittel des Preises: Multiband-GPS auf Referenzniveau, verbesserter Pulssensor, helles AMOLED-Display, Rekord-Akkulaufzeit, Mikrofon für Voice Pins, die komplette EvoLab-Suite und personalisierte Marathonpläne. Die Kompromisse (keine Karten, keine Musik an Bord, kein kontaktloses Bezahlen) sind bewusst gewählt und passen zur Positionierung.

Für Straßenläufer, Triathleten auf Einsteiger- oder mittlerem Niveau und Trailläufer auf laufbaren Wegen ist sie die naheliegende Wahl. Wenn du autark technische Trails läufst oder das Nonplusultra bei Echtzeit-Karten willst, schau dir die Garmin Forerunner 970 an oder warte auf ein höheres Coros-Modell (Pace Pro / Apex / Vertix).

Endnote des RunMorph-Coachs: 9/10. Eine 9 vergebe ich selten an eine Uhr. Coros hat sie sich verdient: durch ein stimmiges Produkt, ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und die Sorgfalt, die in das reine Lauferlebnis geflossen ist.

Das nimmst du für dein Training mit

  • Premium-GPS-Genauigkeit zum fairen Preis: Multiband L1+L5 und fünf Satellitensysteme, auf dem Niveau von Uhren für 700 €.
  • Helles, gut ablesbares AMOLED-Display: ein Lesekomfort, der gegenüber klassischen transflektiven Displays alles verändert.
  • Rekord-Akkulaufzeit: 41 h mit GPS, genug für fast jeden Ultra-Trail, und 19 Tage im Alltag.
  • Keine vollwertigen Karten: nur Breadcrumb-Navigation, das solltest du bedenken, wenn du viel autark auf technischen Trails unterwegs bist.
  • Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis: 269 € für eine reine Laufuhr auf Premium-Niveau, das ist der beste Deal auf dem Markt 2026.

Coros Pace 4 Zifferblatt mit Aktivitätswerten

© Coros, offizielles Foto, redaktionell verwendet

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