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6. September 2026

Gipron Radiance Carbon 4 (#310 Mont-Blanc) im Test: der Stock der Marke, die den Flick Lock vor allen anderen erfunden hat

7,7/10
Gipron Radiance Carbon 4 (#310 Mont-Blanc) im Test: der Stock der Marke, die den Flick Lock vor allen anderen erfunden hat
  • Eines der niedrigsten Gewichte pro Stock am Markt für ein 4-teiliges Carbon-Modell (108 g laut Hersteller)
  • Italienische Fertigung mit einzeln erhältlichen Ersatzteilen, ein echtes Plus bei der Reparierbarkeit
  • Robustheit über mehrere Jahre unter extremen Bedingungen von einem unabhängigen Tester bestätigt
  • Listenpreis von 210 Euro, deutlich höher als bei früheren Generationen der Marke

Bevor Black Diamond das Flick-Lock-System an seinen Faltstöcken bekannt gemacht hat, hatte eine kleine italienische Manufaktur es längst erfunden. Gipron fertigt seine Stöcke noch immer von Hand in der Nähe von Mailand, und das Modell Radiance Carbon 4, auch als #310 Mont-Blanc Carbon 4 verkauft, bringt laut Hersteller 108 Gramm pro Stock auf die Waage. Der Preis hat sich in eine ganz andere Richtung entwickelt.

Gipron Radiance Carbon 4 zusammengefaltet mit Handschlaufe

© Gipron, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der Gipron Radiance Carbon 4 (#310 Mont-Blanc Carbon 4) ist ein faltbarer 4-teiliger Trailstock aus Carbon, laut Marke 108 Gramm pro Stück, mit einem "Concorde"-Teller in einer einzigartigen aerodynamischen Form und einer Arretierung per Kevlarschnur statt des Flick Lock, den Gipron vor allen anderen mit auf den Markt gebracht hat. Ein unabhängiger Praxistest über mehrere Jahre unter extremen Bedingungen bestätigt eine solide Robustheit, doch der Listenpreis von 210 Euro pro Paar ist im Vergleich zu früheren Generationen der Marke kräftig gestiegen, und im offiziellen Shop ist das Modell zum Testzeitpunkt ausverkauft. Made in Italy, und vor allem ein Pluspunkt: Ersatzteile gibt es einzeln, falls mal etwas bricht.

7,7
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Gewicht
9 / 10
Robustheit
8 / 10
Griffergonomie
7,5 / 10
Arretierung
7,5 / 10
Präzision im technischen Gelände
8,5 / 10
Preis-Leistung
6 / 10
Für wen?Für Läufer, die einen der leichtesten Fixlängen-Stöcke am Markt suchen und reparierbare Handarbeit einem Wegwerfprodukt vorziehen.
Für wen nicht?Für Läufer, die eine blitzschnelle Arretierung per Push-Button oder Flick Lock wollen oder sofort das beste Preis-Leistungs-Verhältnis suchen.

Gipron Radiance Carbon 4: ein Stock von der Marke, die den Flick Lock vor Black Diamond erfunden hat

Gipron ist eine italienische Manufaktur aus Vanzago bei Mailand, die seit fast einem Jahrhundert Wander- und Trailstöcke baut. Laut dem von iZiTREK veröffentlichten Praxistest hat Gipron ein Schnellspannsystem für seine Faltstöcke entwickelt, bevor sich der Flick Lock, heute mit Black Diamond verbunden und Branchenstandard, am Markt durchgesetzt hat. Eine Tatsache, die sonst kaum dokumentiert ist, und ausgerechnet der hier getestete Radiance Carbon 4 nutzt dieses System nicht.

Dieser Stock, im offiziellen Shop der Marke als #310 Mont-Blanc Carbon 4 und anderswo unter dem Kollektionsnamen "Radiance" verkauft, richtet sich an Läufer, die das Gewicht in der Hand minimieren wollen, ohne auf die Robustheit europäischer Fertigung zu verzichten. Er folgt auf frühere Generationen, die deutlich schwerer und günstiger waren, ein Vergleich, den man kennen sollte, bevor es an das aktuelle Datenblatt geht.

Technische Daten des Gipron Radiance Carbon 4

MarkeGipron
ModellRadiance Carbon 4 (offizielle Referenz #310 Mont-Blanc Carbon 4)
TypFaltbarer Trailstock, 4 Carbon-Segmente
Material100 % Carbon
Durchmesser13,5 mm
Herstellerangabe Gewicht pro Stock108 g
Geschätztes Gewicht pro Paarca. 216 g
Verfügbare Längen105, 110, 115, 120, 125, 130 cm (feste Längen, nicht teleskopierbar)
ArretierungGespannte Kevlarschnur, kein Flick Lock
Teller / Spitze"Concorde"-Teller, aerodynamische Form nach Vorbild des Überschallflugzeugs
GriffSchaumstoff, feste Nylon-Handschlaufe
Fertigung100 % Italien
ErsatzteileErsatzsegment einzeln erhältlich, laut einem unabhängigen Test ca. 40 Euro
Listenpreis210 Euro pro Paar
Festgestellte VerfügbarkeitZum Testzeitpunkt im offiziellen Shop in allen Größen ausverkauft

Detail des Concorde-Tellers am Gipron Radiance Carbon 4

© Gipron, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Concorde-Teller und Kevlar-Arretierung: zwei bewusste technische Entscheidungen

Der "Concorde"-Teller verdankt seinen Namen einer aerodynamischen Form, die direkt vom gleichnamigen Überschallflugzeug inspiriert ist. Sie soll beim Einstechen den Widerstand verringern, nicht für Stabilität im Tiefschnee sorgen. Im reinen Trail-Einsatz setzt dieses Konzept auf Leichtigkeit und gutes Eindringen in den Boden statt auf einen klassischen breiten Teller.

Die 4 Segmente werden über eine gespannte Kevlarschnur arretiert, ohne das Flick-Lock-System, das die Marke selbst mit auf den Markt gebracht hat. Das spart Gewicht und reduziert bruchanfällige Mechanik, kostet aber Tempo gegenüber einem Klemmhebel: Die Schnur muss mit der Zeit ab und zu nachgespannt werden, um die optimale Spannung zu halten, wie Praxisberichte über mehrere Jahre bestätigen.

Der Praxistest: was Nutzer berichten

Für diesen Test konnten drei unabhängige französischsprachige Quellen abgeglichen werden, ziemlich viel für eine Nischenmarke, über die die allgemeine Fachpresse kaum berichtet.

Der ausführlichste Test, veröffentlicht von iZiTREK, basiert auf mehreren Jahren echter Nutzung durch denselben Tester, darunter Touren in Grönland und in der mauretanischen Wüste seit dem Kauf im Jahr 2018. Über diesen Zeitraum wird nur normaler Verschleiß der Spitzen gemeldet, dazu ein gebrochenes Segment nach einem ungewöhnlichen Sturz bei einer Flussdurchquerung mit untypischer seitlicher Belastung, ein Fall, den der Tester klar von einem Versagen im normalen Einsatz abgrenzt. Der Tester weist außerdem darauf hin, dass ein UTMB-Sieger Gipron-Stöcke benutzt hat, was an der technischen Bewertung des Produkts aber nichts ändert.

Ein älterer Test, 2014 vom Blog My Trail Story veröffentlicht, behandelte eine frühere Generation desselben Modells, damals mit 350 Gramm pro Paar angegeben (also etwa 175 Gramm pro Stock, gegenüber 108 Gramm heute) und für rund 65 Euro verkauft, mit Wolframspitze. Schon dieser Tester lobte eine Schnurarretierung, die gut funktioniert, sobald man den Dreh raushat, und einen Stock, der "sehr gut hält" und "nicht vibriert". Der Vergleich beider Epochen zeigt eine klare Entwicklung: Das Gewicht pro Stock ist um etwa 38 % gesunken, der Listenpreis hat sich im selben Zeitraum aber mehr als verdreifacht.

Gipron Radiance Carbon 4 ausgeklappt, Gesamtansicht

© Gipron, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Gipron Radiance Carbon 4 vs Leki Ultratrail FX.One Superlite

Gipron Radiance Carbon 4Leki Ultratrail FX.One Superlite
Gewicht pro Stock108 g137 g
Geschätztes Gewicht pro Paarca. 216 gca. 274 g
ArretierungGespannte Kevlarschnur, ohne VerriegelungPush-Button (Druckknopf oben)
PackmaßVon der Marke nicht angegeben35 cm mit mitgelieferter Hülle
Verfügbare Längen105 bis 130 cm, feste Längen105 bis 130 cm, feste Längen
Listenpreis210 Euroca. 190 Euro

Auf dem Papier ist der Gipron leichter, aber der Leki bietet ein Push-Button-Faltsystem, das sich im Rennen schneller bedienen lässt, und eine kompakte Aufbewahrungshülle mit 35 Zentimetern, ein handfestes Argument, wenn du deine Stöcke im Wettkampf oft verstaust und wieder herausholst. Am Ende ist es eine Frage der Priorität: der Gipron für jedes gesparte Gramm, der Leki für schnelleres Handling und bessere Verfügbarkeit im Handel.

Detail von Griff und Gipron-Radiance-Carbon-4-Schriftzug

© Gipron, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Eines der niedrigsten Gewichte pro Stock am Markt für ein 4-teiliges Carbon-Modell (108 g laut Hersteller)
  • Italienische Fertigung mit einzeln erhältlichen Ersatzteilen, ein echtes Plus bei der Reparierbarkeit
  • Robustheit über mehrere Jahre unter extremen Bedingungen von einem unabhängigen Tester bestätigt
  • Concorde-Teller trotz ungewöhnlicher Form für seine Stabilität im technischen Gelände geschätzt
Nachteile
  • Listenpreis von 210 Euro, deutlich höher als bei früheren Generationen der Marke
  • Keine Schnellverriegelung wie Flick Lock oder Push-Button, obwohl die Marke historisch deren Wegbereiter ist
  • Nur feste Längen, keine Teleskopverstellung zur genauen Anpassung an deinen Körperbau
  • Unsichere Verfügbarkeit, das Modell ist zum Testzeitpunkt im offiziellen Shop ausverkauft

Unser Praxisurteil: für wen?

Der Radiance Carbon 4 richtet sich vor allem an Läufer, für die das Gewicht in der Hand absolute Priorität hat und die dafür eine langsamere Arretierung und eine manchmal schwierige Verfügbarkeit in Kauf nehmen. Die reparierbare italienische Fertigung macht ihn außerdem zur richtigen Wahl, wenn du denselben Stock jahrelang nutzen willst, statt ihn zu ersetzen.

Urteil des RunMorph-Coachs

Der Gipron Radiance Carbon 4 hält sein Leichtigkeitsversprechen und setzt auf reparierbare Handarbeit, die auf Dauer Vertrauen schafft. Die Note wird allerdings gedrückt durch ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das sich gegenüber früheren Generationen der Marke klar verschlechtert hat, und durch die unsichere Verfügbarkeit zum Testzeitpunkt, zwei Punkte, die bei der Kaufentscheidung genauso zählen wie die reine Performance.

7,7/10: einer der leichtesten Stöcke seiner Klasse, für alle, die Reparierbarkeit schätzen und den Premiumpreis akzeptieren.

Läuferin mit Gipron Radiance Carbon 4 Stöcken beim Traillauf

© Gipron, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Das Wichtigste für dein Training

  • 108 g pro Stock laut Hersteller, damit unter den leichtesten 4-teiligen Carbon-Modellen am Markt
  • 210 Euro pro Paar Listenpreis, mehr als das Dreifache einer früheren Generation desselben Modells im Jahr 2014
  • Arretierung per Kevlarschnur, kein Flick Lock, obwohl Gipron als Erfinder dieses Systems gilt, bevor es sich durchgesetzt hat
  • Ersatzteile einzeln erhältlich, ca. 40 Euro pro Ersatzsegment bei einem Bruch
  • Ausverkauft in allen Größen zum Testzeitpunkt, vor dem Kauf unbedingt prüfen
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