Alle Tests
8. September 2026

Go'Lum Piom+3 R: der komplette RunMorph-Test

7,8/10
Go'Lum Piom+3 R: der komplette RunMorph-Test

Die UTMB-Saison 2026 bringt eine Neuerung, die einen guten Teil des Feldes kalt erwischt hat: Auf rund 7 Kilometern zwischen Notre-Dame-de-la-Gorge und dem Col du Bonhomme müssen die Läufer das Naturschutzgebiet Contamines-Montjoie mit nach vorne gerichtetem rotem Licht durchqueren, und zwar mit einer echten integrierten LED, nicht mit einem aufsteckbaren Filter. Die Regel soll die Störung der nachtaktiven Tierwelt begrenzen, die besonders empfindlich auf das bläuliche Spektrum moderner weißer LEDs reagiert.

Das Problem: Fast alle Stirnlampen auf dem Markt haben einen Rotmodus, aber der ist darauf ausgelegt, eine Karte zu lesen oder in der Hütte niemanden zu blenden, mit rund 50 bis 90 Lumen. Weit unter dem, was du brauchst, um auf einem technischen Trail zügig zu laufen. Drei Monate nach Bekanntgabe der Regel hat die französische Marke Go'Lum aus Annecy zwei Varianten ihrer Topserie herausgebracht, die Piom3 R und die Piom+3 R, mit einer roten LED, die mit 320 Lumen angegeben ist. Wir haben die Piom+3 R getestet, erhältlich seit dem 11. August 2026.

Go'Lum Piom+3 R, Trail-Stirnlampe mit nach vorne gerichteter roter LED mit 320 Lumen
Go'Lum Piom+3 R, erhältlich seit dem 11. August 2026 (offizielles Go'Lum-Foto).

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Die Go'Lum Piom+3 R bietet eine nach vorne gerichtete rote LED mit 320 Lumen, die stärkste am Markt im Vergleich zu den Aufsteckfiltern von Petzl oder der Stoots Kiska 3, entwickelt, um die neue UTMB-Regel 2026 zu erfüllen, ohne das Renntempo zu opfern. Der Komfort überzeugt trotz des vorne sitzenden Akkus, und der Wechsel zwischen Weiß und Rot gelingt mit zwei Klicks, ganz ohne Filter. Die Schwächen: Die Wasserdichtigkeit nach IPX4 ist für Ultratrail-Einsätze zu knapp, und das Produkt ist zu neu, um seine Zuverlässigkeit auf Dauer zu beurteilen.

7,8
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Leuchtkraft Rotlicht
9,2 / 10
Akkulaufzeit
7,8 / 10
Komfort / Gewicht
8,5 / 10
Bedienung
8 / 10
Robustheit / Wasserdichtigkeit
6 / 10
Für wen?Läufer, die bei einem Rennen gemeldet sind, das einen echten Rotmodus vorschreibt, wie bestimmte Abschnitte des UTMB 2026.
Für wen nicht?Alle ohne unmittelbare Regelvorgabe: Die Piom3 R im manuellen Modus deckt denselben Bedarf für 40 € weniger ab.

Technische Daten Go'Lum Piom+3 R

MerkmalWert
Max. Leuchtkraft (weiß)1500 Lumen (Boost 10 s)
Max. Leuchtkraft (rot)320 Lumen
Angegebene Laufzeitbis zu 43 h im intelligenten Modus
Gewicht115 g mit Akku und Stirnband (42 g Lampe allein)
WasserdichtigkeitIPX4
AkkuLi-Ion 18650, 4000 mAh, herausnehmbar
Preisab 219 € (1 Akku, Standardladegerät)
Herstellungin Frankreich entwickelt und montiert (ESAT, Behindertenwerkstatt)

Eine rote LED zum Laufen, nicht zum Kartenlesen

Das ist der eigentliche Kern dieser Stirnlampe. Auf dem Papier haken viele Modelle das Feld "Rotmodus" bereits ab. In der Praxis nutzen die meisten entweder eine schwache LED für den Nahbereich oder einen roten Aufsteckfilter über der weißen Optik, wie die Petzl Swift RL (89 lm) oder die Petzl Nao RL (60 lm). Diese Aufsteckfilter werden vom UTMB-Reglement übrigens nicht akzeptiert, es verlangt eine integrierte rote LED. Die Stoots Kiska 3 hat zwar eine eigene rote LED, kommt aber nicht über 50 Lumen hinaus.

Die Piom+3 R spielt mit 320 Lumen Rotlicht in einer anderen Liga, verteilt auf drei Stufen: 7 Lumen im Standby (200 h angegebene Laufzeit), 160 Lumen im moderaten Laufmodus (8 h) und 320 Lumen bei voller Leistung (3 h). Auf den 6 bis 7 Kilometern der vom UTMB vorgeschriebenen Zone bleibt selbst auf der höchsten Stufe reichlich Reserve.

Der Tester von u-Trail, der den Abschnitt im Schutzgebiet Contamines-Montjoie während des UTMB unter realen Bedingungen gelaufen ist, beschreibt einen deutlichen Komfortgewinn gegenüber einem klassischen Rotlicht: Der Lichtkegel lässt dich das steinige Gelände vorausahnen und ein Lauftempo halten, und das Auge gewöhnt sich schnell an den Farbton. Die Seite hebt auch den sofortigen Wechsel zwischen Weiß und Rot hervor, mit zwei Klicks und ohne Filter.

Transparenz zur Quelle: Der Test von u-Trail wurde mit einem von Go'Lum gestellten Exemplar durchgeführt, mit dem ausdrücklichen Hinweis "nicht bezahlter Artikel, unabhängiger Test". Wir erwähnen das, damit du die Begeisterung des Praxisberichts einordnen kannst, auch wenn der Wert für die Rotleistung (320 lm) vom Hersteller stammt und von einem zweiten Medium (Bornés) ohne erkennbare geschäftliche Verbindung zu Go'Lum bestätigt wird.

Intelligente Modi: der Unterschied zur Piom3 R

Die Serie gibt es in zwei Versionen. Die Piom3 R (ab 179 €) arbeitet im manuellen Modus: Du wählst die Leuchtstufe selbst, in Weiß wie in Rot. Die Piom+3 R (219 €) ergänzt die intelligenten Go'Lum-Modi, die die Intensität des weißen Lichts automatisch an Laufgeschwindigkeit und Geländeprofil anpassen, mit der Wahl zwischen zwei Profilen: Laufzeit oder Leistung.

Diese Architektur ist nicht neu: Sie entspricht der der klassischen Piom3 und Piom+3, die bereits von mehreren unabhängigen Tests gut dokumentiert ist (Courir Mieux, Le Comparatif du Trail). Du bekommst ein Aluminiumgehäuse, eine gute Stoßfestigkeit und eine Laufzeit im Weißmodus von 76 h bei 40 Lumen bis 2 h 20 bei 1000 Lumen, mit einem Boost auf 1500 Lumen für 10 Sekunden.

Gewicht und Komfort: den Akku vorne spürst du nicht

Mit 115 g inklusive Akku und Stirnband liegt die Piom+3 R im oberen Mittelfeld der Trail-Stirnlampen, allerdings mit einer besonderen Bauweise: Anders als viele neuere Modelle, die den Akku für die Balance an den Hinterkopf verlegen, packt Go'Lum alles nach vorne. Der Praxisbericht von u-Trail erwähnt anfängliche Bedenken bei dieser Entscheidung, die sich schnell zerstreut haben: kein Wackeln bergab, ein Stirnband, das nicht rutscht, und eine Lampe, die man beim Laufen "vergisst".

Stärken
  • 320 lm Rotlicht, mit dem du wirklich laufen kannst, nicht nur lesen
  • Sofortiger Wechsel zwischen Weiß und Rot, ohne Filter
  • Konform mit dem UTMB-Reglement 2026 (integrierte LED, kein Filter)
  • Made in France (Annecy, Montage in einer ESAT-Werkstatt), bis zu 5 Jahre Garantie
  • Gelobter Komfort trotz des Akkus vorne
Worauf du achten solltest
  • Nur IPX4 wasserdicht, eine Schwäche für ein Produkt mit Ultratrail-Anspruch
  • Hoher Preis (219 €) im Vergleich zu Konkurrenten wie der Petzl Swift RL, auch wenn diese die UTMB-Vorgabe nicht erfüllt
  • Zu neu (erschienen am 11. August 2026) für Erfahrungen zur Langzeithaltbarkeit
  • Noch wenig Praxiserfahrung außerhalb der vom Hersteller gestellten Testgeräte
Angegeben vs. gemessen: Bisher hat kein unabhängiger Test die Rotleistung mit einem Luxmeter gemessen, um die von Go'Lum angegebenen 320 Lumen zu überprüfen, oder die Laufzeit im echten Einsatz statt im Labor genau gestoppt. Beide für diesen Artikel abgeglichenen Quellen (u-Trail, Bornés) übernehmen die Herstellerangaben, ohne dass bislang eine unabhängige Gegenmessung veröffentlicht wurde. Wir aktualisieren diesen Test, sobald eine unabhängige Messung vorliegt.

Solltest du sie vor dem UTMB kaufen?

Für Läufer, die bei einem Rennen gemeldet sind, das schon jetzt oder bald einen echten Rotmodus vorschreibt, erfüllt die Piom+3 R einen konkreten Bedarf, den bislang kein anderes Modell am Markt mit derselben Leistung abdeckt. Die Abstriche liegen woanders: IPX4 statt einer höheren Wasserdichtigkeit, ein Preis im oberen Segment und ein Produkt, das zu jung ist, um seine Zuverlässigkeit über mehrere Saisons zu beurteilen. Wenn du keine unmittelbare Regelvorgabe hast, deckt die Piom3 R im manuellen Modus (179 €) denselben Bedarf an Rotlicht für 40 € weniger ab, ohne die intelligenten Modi.

Go'Lum Piom+3 R beim Nachtlauf getragen, weißes Licht
Die Piom+3 R mit weißem Licht, intelligenter Modus aktiviert.

Vergleiche

Gegenüber der Petzl Swift RL entscheiden allein die Regelkonformität und die Rotleistung: Die Swift RL nutzt einen roten Aufsteckfilter mit maximal 89 Lumen, der vom UTMB-Reglement nicht akzeptiert wird, während die Piom+3 R eine integrierte LED mit 320 Lumen bietet. Dafür ist die Swift RL günstiger und profitiert von Petzls längerer Erfolgsbilanz in Sachen Zuverlässigkeit.

Gegenüber der Stoots Kiska 3, einer weiteren Stirnlampe mit eigener roter LED, ist der Leistungsunterschied deutlich: 50 Lumen gegen 320. Die Kiska 3 bleibt sinnvoll für Rotlicht im Nahbereich (Biwak, Kartenlesen), aber nicht, um mehrere Kilometer durch eine reglementierte Zone zu laufen.

Go'Lum Piom+3 R, Detail von Gehäuse und 18650-Akku
Herausnehmbarer Li-Ion-Akku 18650 im Standardformat.
← Zurück zu den Tests