Leki hat sich seinen Ruf mit dem Shark System erarbeitet, einem Schlaufensystem, das verändert hat, wie Trailrunner ihre Stöcke halten. Der Ultratrail FX.One Superlite, den RunMorph bereits getestet hat, ist die Wettkampfversion davon. Der normale FX.One richtet sich an ein breiteres Publikum: an alle, die dasselbe Trail-Shark-System wollen, aber in einer Version, die auf Langlebigkeit ausgelegt ist.

© Leki, offizielles Foto, redaktionell verwendet
Leki und der Trail Shark: Ergonomie vor Grammjagd
Leki baut seit 1948 Stöcke, zuerst für den Skisport, und wurde dann dank des Shark Systems zur Referenz im Trailrunning: eine Schlaufe, die am Stockgriff befestigt bleibt statt am Handgelenk des Läufers. Das ändert alles. Statt die Hand in eine klassische Schlaufe zu schieben, führst du dein Handgelenk an den Griff, und die Schlaufe klickt automatisch ein, selbst mitten im Anstieg und ohne dass du darüber nachdenken musst. RunMorph hat die Wettkampfversion dieses Systems bereits mit dem Leki Ultratrail FX.One Superlite getestet, der ganz auf den Wettkampf zugeschnitten ist. Der normale FX.One übernimmt exakt dasselbe Trail-Shark-System, allerdings in einer Bauweise für regelmäßiges Training.
Der Unterschied liegt im Rohrdurchmesser: 16/14/14/14 mm beim normalen FX.One gegenüber 14/12/12/12 mm beim Superlite. Das zusätzliche Carbon bringt etwas Mehrgewicht (rund 174 g pro Stock statt 137 g), aber auch eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen seitliche Schläge, die klassische Schwachstelle ultraleichter Stöcke bei intensiver Nutzung.
Der Tipp von RunMorph: Wenn du deine Stöcke mehrmals pro Woche im Training einsetzen willst, greif zum normalen FX.One statt zum Superlite. Die 37 g, die der Superlite pro Stock einspart, rechtfertigen die höhere Bruchanfälligkeit auf Dauer nicht. Heb ihn dir für Wettkampftage auf.
Das Trail-Shark-System: Was bringt es im Gelände?
Der Trail Shark beruht auf einem einfachen Prinzip: Die Schlaufe bleibt am Stockgriff, nicht am Handgelenk des Läufers. Du führst dein Handgelenk an den Griff, und die Mesh-Schlaufe klickt automatisch ein, auch ohne hinzusehen, auch mitten im Anstieg. Zum Loslassen ziehst du das Handgelenk einfach zurück, und die Schlaufe gibt den Stock frei. Konkret heißt das: Deine Hand muss den Stock nicht mehr umklammern, um Kraft zu übertragen. Der Schub läuft direkt über die Schlaufe in die Mitte des Stocks, und deine Unterarme ermüden auf langen Läufen deutlich weniger.
Der verlängerte Korkgriff rundet das Ganze ab. An einer steilen Passage kannst du die Hand 10 bis 15 cm tiefer am Griff ansetzen, ohne das Handgelenk abzuknicken, ein echter ergonomischer Vorteil bei 30-40 % Steigung. Einziger Kritikpunkt unserer französischen Tester: Das Trail-Shark-System braucht 2 bis 3 Läufe, bis es intuitiv sitzt, also bis du die Kerbe für die Schlaufe findest, ohne nachzudenken.

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Der Praxistest: lange Anstiege und Long Runs im Mittelgebirge
In langen Anstiegen spürst du den Vorteil des Trail Shark deutlich: Der Schub läuft ohne Greifkraft über die Schlaufe, sodass du über mehrere hundert Höhenmeter einen gleichmäßigeren Rhythmus halten kannst. Auf einer Referenzstrecke, zweimal gestoppt, einmal mit und einmal ohne Stöcke, betrug der Unterschied bei einem Lauf von 1:45 h mehrere Minuten. Das passt zu Studien, die bei intensivem Stockeinsatz von einem Effizienzgewinn in der Größenordnung von 20 % sprechen.
Das HRC-Carbon überträgt beim Aufsetzen kaum Vibrationen, selbst im Geröllfeld, und die Hartmetallspitze bietet zusammen mit dem minimalistischen Trail Running Basket satten Grip auf trockenem Fels und technischen Trails. Zusammengefaltet misst der Stock 36 cm und passt damit in praktisch jeden Stockköcher der Trinkwesten auf dem Markt (Salomon, Compressport, Raidlight, Decathlon).
Der Tipp von RunMorph: Wenn das Budget knapp ist, schau dir die Kiprun Bâtons Trail Carbone an, die deutlich günstiger sind, oder die Guidetti Platinium Néo als ebenso hochwertige französische Alternative.
Leki Ultratrail FX.One vs. FX.One Superlite: Welche Version passt zu dir?
Die Wahl zwischen den beiden FX.One-Versionen ist eine Frage des Einsatzes: regelmäßiges Training oder reiner Wettkampf.
| Kriterium | FX.One (Standard) | FX.One Superlite |
| Gewicht pro Stock | ~174 g | ~137 g |
| Rohrdurchmesser | 16/14/14/14 mm | 14/12/12/12 mm |
| Packmaß (gefaltet) | 36 cm | 35 cm |
| Empfohlener Einsatz | Training und Wettkampf | Nur Wettkampf |
| Haltbarkeit | Hervorragend | Ordentlich (dünne Rohre) |
| Preis | ~190 € | ~170 € |
Für 95 % der Trailrunner bleibt die Standardversion die sinnvollere Wahl: Die dickeren Rohre stecken seitliche Schläge besser weg, und die 37 g, die der Superlite pro Stock einspart, wiegen den Verlust an Haltbarkeit über mehrere Saisons regelmäßiger Nutzung nicht auf.
Vor- und Nachteile des Leki Ultratrail FX.One
Vorteile
- Einzigartiges Trail-Shark-System für die Kraftübertragung
- Verlängerter Korkgriff, sehr ergonomisch in steilem Gelände
- Robustes HRC-Carbon, kaum Vibrationen beim Aufsetzen
- Ersatzteile einzeln erhältlich, über mehrere Saisons reparierbar
- Passt in alle Stockköcher der Trinkwesten auf dem Markt
Nachteile
- Hoher Preis (~190 €) für gelegentliche Nutzung
- Lernkurve von 2 bis 3 Läufen, bis der Trail Shark sitzt
- Schwerer als der Superlite
- Feste Längen in Schritten von 5 cm, keine stufenlose Verstellung

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Unser Praxisurteil: Für wen ist der Leki Ultratrail FX.One gemacht?
Trailrunner, die regelmäßig im Mittelgebirge trainieren
Das ideale Profil. Die robusten Rohre mit 16/14/14/14 mm stecken wiederholte Läufe ohne Bruchgefahr weg, anders als dünnere Modelle.
Läufer in der Vorbereitung auf einen Ultratrail mit vielen Höhenmetern
Der Trail Shark begrenzt die Ermüdung der Unterarme in langen Anstiegen, ein echter Vorteil, wenn du die Stöcke im Rennen mehrere Stunden am Stück einsetzt.
Gelegenheitsläufer, die 3 bis 4 Mal pro Jahr in die Berge gehen
Hier lässt sich der Preis kaum noch rechtfertigen. Ein Einstiegsmodell wie die Kiprun Bâtons Trail Carbone reicht für diesen Einsatz völlig aus.
Die RunMorph-Empfehlung: Stöcke spielen ihre Stärken vor allem in Plänen mit vielen Höhenmetern aus. Um deine Bergeinheiten zu strukturieren und die Stöcke schrittweise in deine Vorbereitung einzubauen, entdecke die RunMorph-Trainingspläne für den Trail.
Das Fazit des RunMorph-Coachs
Der Leki Ultratrail FX.One bestätigt den Status des Trail Shark als Referenz unter den Trailstöcken. Er ist weder der leichteste seiner Klasse noch der günstigste, aber vermutlich der mit dem besten Kompromiss aus Ergonomie, Haltbarkeit und Leistung für regelmäßiges Training. Der Preis bleibt die größte Hürde für Gelegenheitsläufer.
Für Trailrunner, die über mehrere Saisons zuverlässige Ausrüstung wollen, ohne bei der Ergonomie Abstriche zu machen, gibt es kaum Besseres. 8,5/10, mit Abzug beim Preis-Leistungs-Verhältnis für alle, die nur selten laufen.