Ein Gel, das nicht fließt wie ein Gel. Tā Energy will das sirupartige Format knacken, das seit zwanzig Jahren am Gaumen klebt, und übernimmt dafür die geleeartige Textur der Hydrogele, bei einem Stückpreis von 3,50 Euro. Die Wette: mehr Natrium, mehr Kohlenhydrate und ein Gel, das du in der 35. Minute nicht mehr ausspucken willst. Wir bei RunMorph haben die Rückmeldungen mehrerer Tester ausgewertet und das Datenblatt zerlegt, um herauszufinden, ob das Versprechen auch bei Kilometer 30 noch hält.

© Tā Energy, offizielles Foto, redaktionell verwendet
Der Gel-Markt holt bei den Hydrogelen auf
Seit Maurten vor rund zehn Jahren auf den Markt kam, gilt die Hydrogel-Textur als technische Referenz: weniger klebriges Gefühl, weniger Magenprobleme bei hoher Dosierung. Das Problem: Die patentierte Technologie von Maurten hatte auf diesem Feld lange keinen direkten Konkurrenten. Tā Energy, die französische Marke und offizieller Sponsor des Paris-Marathons, bei RunMorph bereits mit ihrem isotonischen Getränk vertreten, zieht jetzt mit einem eigenen geleeartigen Format nach: dem Jelly Gel, eingeführt Anfang April 2026.
Auf dem Papier ist das Verkaufsargument klar. Die Gel-Textur entsteht durch Rotalgenextrakt und Gellan, das Glukose-Fruktose-Verhältnis liegt bei 2:1 statt der marktüblichen 5:1, und jedes Gel liefert 200 mg Natrium, also zwei- bis viermal so viel wie die gängige Konkurrenz. Bleibt die Frage, ob die Formel auch auf der Strecke hält, was sie verspricht, und nicht nur auf dem Etikett.
Gel-Textur und 2:1-Verhältnis: Was bringt das wirklich?
Das 2:1-Verhältnis ist kein leeres Marketingversprechen. Glukose und Fruktose nutzen im Darm zwei getrennte Aufnahmewege: Kombinierst du beide im richtigen Verhältnis, kann dein Körper pro Stunde mehr Kohlenhydrate verwerten als mit nur einer Zuckerart. Mit diesem Verhältnis verspricht die Marke bis zu 105 g aufgenommene Kohlenhydrate pro Stunde auf Basis von 3 Gels. Das deckt den Bedarf bei langen, intensiven Belastungen, den Marathon eingeschlossen.
Die Textur verändert vor allem das Mundgefühl: weniger Sirup, der am Gaumen klebt, und eine schnellere Einnahme, auch wenn die Intensität steigt. Beim Natrium hebt sich Tā Energy klar ab: 200 mg pro Gel, gegenüber durchschnittlich 50 bis 100 mg bei gängigen Gels. Bei einem Long Run in großer Hitze ist diese Salzzufuhr kein Detail. Oft entscheidet sie darüber, ob die Beine halten oder am Ende die Krämpfe kommen.

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Der Praxistest: Was Läufer berichten, die es wirklich ausprobiert haben
Der RunMorph-Tipp: Nimm dein erstes Jelly Gel 30 bis 45 Minuten nach dem Start, bevor die Müdigkeit einsetzt, dann je nach Intensität alle 20 bis 30 Minuten ein Gel. Heb dir die Neutral-Version für das Rennende auf, wenn süße Geschmacksrichtungen kaum noch runtergehen, genau wie bei einem Maurten Gel 160.
Ein unabhängiger Praxistest über mehrere Einheiten (2h lockerer Dauerlauf, Traillauf mit 900 Höhenmetern, dann 2h15 bei 33°C) bestätigt die meisten Versprechen des Datenblatts. Das Gel lässt sich problemlos einnehmen, der Energieschub kommt allmählich statt explosiv, und so bleibt der Kick mit anschließendem Loch aus. Bei keiner Einheit traten Magenprobleme auf, auch nicht bei hoher Dosierung. Der einzige echte Kritikpunkt aus diesem Test: Bei großer Hitze wird der Beutel weich und lässt sich im Rennen schwerer mit einer Hand öffnen. Ein Detail, das zählt, wenn du an der Verpflegungsstelle keine Zeit verlieren willst.
Ein ergänzender redaktioneller Test stuft die Dosis von 35 g Kohlenhydraten als besonders passend zu den aktuellen Empfehlungen der Ausdauerernährung ein. Er hebt außerdem die Wild-Berry-Version mit Koffein und Holunderextrakt als gute Wahl für die letzten Kilometer eines Rennens hervor, wenn die Konzentration nachlässt.
Die verifizierten Kundenbewertungen auf der Produktseite dämpfen die Begeisterung der Praxistests allerdings: Bei 22 Bewertungen liegt der Schnitt nur bei 3,8/5, deutlich unter den üblichen 4,5 bis 4,7/5 der klassischen Gels derselben Marke. Mehrere Käufer bemängeln, dass die Neutral-Version im Mund nicht wirklich neutral schmeckt. Dieser Punkt taucht in den Kommentaren immer wieder auf, obwohl die Textur einhellig als besser gilt als ein klassisches Sirup-Gel. Unser Fazit bei RunMorph ist klar: Die Technologie hält ihre physiologischen Versprechen, aber das Verhältnis von Geschmack zu Preis überzeugt noch nicht alle. Und der Preis (3,50 € gegenüber 2 bis 2,50 € für ein Standardgel) rechtfertigt sich nur auf sehr langen Distanzen, nicht beim lockeren Dauerlauf am Sonntag.

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Tā Energy Jelly Gel vs. Maurten Gel 160: der Vergleich
| Kriterium | Tā Energy Jelly Gel | Maurten Gel 160 |
| Kohlenhydrate | 35 g (Verhältnis 2:1) | 40 g (anderes Verhältnis, das Original-Hydrogel) |
| Natrium | 200 mg | niedriger, nicht auf Natriumzufuhr ausgelegt |
| Textur | Geleeartig (Rotalgen, Gellan) | Das ursprüngliche Hydrogel, Referenz am Markt |
| Stückpreis | 3,50 € | höher, Premiumprodukt |
| Herkunft | Frankreich, Sponsor des Paris-Marathons | Schweden |
Das Jelly Gel ist keine Kopie des Maurten Gel 160, sondern eine französische Antwort mit einem Argument, das Maurten nicht in den Vordergrund stellt: Natrium. Für einen Marathon in großer Hitze hat das Jelly Gel bei den Elektrolyten einen echten Vorteil. Für ein technisches Rennen, bei dem die Verträglichkeit an erster Stelle steht, bleibt Maurten die Referenz, die sich schon länger am Markt bewährt hat.
Vor- und Nachteile
VorteileTextur, die besser rutscht als ein klassisches Sirup-Gel. 200 mg Natrium pro Gel, ein echtes Plus bei Hitze. Glukose-Fruktose-Verhältnis von 2:1 für eine hohe Aufnahme pro Stunde. Koffeinhaltige Wild-Berry-Version, praktisch fürs Rennende.
NachteileTeurer als Standardgels (3,50 € pro Stück). Mehrere Käufer finden die Neutral-Version geschmacklich „nicht wirklich neutral“. Der Beutel wird bei großer Hitze weich und lässt sich schwerer öffnen.

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So baust du das Jelly Gel in deinen RunMorph-Trainingsplan ein
Das Jelly Gel gehört zu den Long Runs deiner Marathon- oder Ultravorbereitung, wo Natriumzufuhr und Kohlenhydratmenge pro Stunde wirklich zählen. Bei einem 10-km- oder Halbmarathonplan mit einer Zielzeit unter 90 Minuten bringt es weniger: Heb es dir für Einheiten auf, die über 90 Minuten bis 2 Stunden intensive Belastung hinausgehen.
👉 Um deine Ernährungsstrategie rund um deine Long Runs aufzubauen, entdecke die RunMorph-Trainingspläne und kombiniere sie mit einer Verpflegungsstrategie, die du vor dem Wettkampftag im Training getestet hast.
Das Urteil des RunMorph-Coaches
Das Jelly Gel hält seine technischen Versprechen: günstiges Glukose-Fruktose-Verhältnis, großzügig Natrium und eine Textur, die das unangenehme Sirupgefühl am Rennende vermeidet. Es ist aber weder das günstigste Produkt noch geschmacklich das beliebteste, und die Kundenbewertungen belegen das schwarz auf weiß mit einer deutlich schlechteren Note als die anderen Gels der Tā-Energy-Reihe. 7,5/10: ein sehr gutes technisches Produkt für lange Distanzen, aber kein Muss für jeden Läufer.