Adidas Terrex legt mit dem zweiten Agravic Speed Ultra eine Schippe drauf: Carbonplatte, Lightstrike Pro, Continental-Außensohle. Ein kompromissloser Wettkampfschuh fürs Trailrunning, der es mit dem Hoka Tecton X und dem Nike ACG Ultrafly 2 aufnehmen will. Hier unsere Analyse aus Coach-Sicht.
Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2 Test: Carbon mit mehr Schaum
Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2: der Super-Trailschuh für den Wettkampf
Mit der zweiten Version des Agravic Speed Ultra liefert Adidas seine bisher ausgereifteste Antwort im Segment der Super-Trailschuhe. Die Devise: pure Performance auf Ultra-Distanzen. Die Geometrie ist aggressiv, der Lightstrike-Pro-Schaum ist der reaktivste im Adidas-Sortiment, und die Carbonplatte ist so stark strukturiert wie bei den besten Straßen-Superschuhen.
Als Coach ordne ich den Agravic Speed Ultra 2 als reinen Wettkampfschuh für erfahrene Trailläufer ein. Er richtet sich an alle, die sich auf einen langen Trail (50 bis 100 km) vorbereiten und auf den laufbaren Abschnitten der Strecke jede Sekunde herausholen wollen.
Der Tipp von RunMorph: Der Agravic Speed Ultra 2 ist kein Daily Trainer. Heb ihn dir für Wettkämpfe und Qualitätseinheiten auf. Für den Umfang greifst du besser zu einem haltbareren, schützenderen Schuh wie dem Saucony Peregrine 16 oder dem Hoka Speedgoat 7.
Objektive technische Daten
Hier die offiziellen Werte von Adidas und die von internationalen Testlaboren zusammengetragenen Messungen:
- Sprengung: 6 mm
- Stack Height: 33 mm vorne / 39 mm hinten (ITRA-Grenze von 40 mm eingehalten)
- Gewicht: 280 g (Größe 42)
- Schaum: Lightstrike Pro (PEBA, Energierückgabe auf Premium-Niveau)
- Platte: Carbon Energy Rods (Konstruktion vom Adios Pro übernommen)
- Stollen: 4 mm, Außensohle aus Continental Rubber
- Obermaterial: sehr atmungsaktives Mesh, minimalistischer Aufbau
- UVP: 240 €
Die 39 mm Stack Height an der Ferse gehören zu den höchsten im Segment, knapp unter der ITRA-Grenze von 40 mm für zertifizierte Trailwettkämpfe. Die ausgeprägte Rocker-Geometrie arbeitet mit der Carbonplatte zusammen und spart dir auf den laufbaren Abschnitten Energie.

© Adidas, offizielles Foto für redaktionelle Zwecke
Lightstrike Pro + Carbonplatte: die Super-Trail-Formel
Die wichtigste Neuerung: Der Lightstrike-Pro-Schaum (bereits im Adios Pro Evo 3 bewährt) steckt jetzt in einem Trailschuh. Laut internationalen Testlaboren liefert dieser PEBA-Schaum 25 bis 30 % mehr Energierückgabe als ein klassischer EVA-Schaum.
Die Energy-Rods-Carbonplatte ist keine durchgehende Vollplatte (wie bei einigen Super-Trailschuhen von Hoka), sondern eine verzweigte Konstruktion. Sie passt sich besser an unebenes Gelände an und behält trotzdem den Vortrieb. Das Ergebnis: ein Schuh, der dich bergauf nach vorne schiebt und bergab deine Oberschenkel schont.

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Der Grip von Continental Rubber: ein echtes Unterscheidungsmerkmal
Adidas Terrex setzt seit jeher auf seine Gummimischung Continental Rubber, abgeleitet vom Reifengummi aus dem Autobereich. Beim Agravic Speed Ultra 2 bieten die 4 mm Stollen einen ausgezeichneten Kompromiss aus Grip und Haltbarkeit. Auf trockenem wie nassem Fels spielt er ganz oben im Segment mit, vergleichbar mit dem Vibram MEGAGRIP des Peregrine 16.
Die Stollenhöhe (4 mm) bleibt moderat. Das bevorzugt die Performance auf gemischtem, trockenem bis mäßig feuchtem Untergrund statt maximaler Traktion in tiefem Schlamm. Für sehr technisches, brüchiges Gelände reicht das, aber in diesem einen Kriterium schlägt er einen Salomon Speedcross 6 nicht.
Für wen ist der Agravic Speed Ultra 2 gemacht?
Der erfahrene Trail-Wettkämpfer (Zielgruppe #1)
Wenn du dich auf einen langen Trail mit Zeitziel vorbereitest (UTMB CCC, Trail des Templiers, Marathon du Mont-Blanc usw.) und mit Carbonschuhen schon umgehen kannst, ist der Agravic Speed Ultra 2 die ideale Waffe. Leicht, reaktiv, das Wettkampfgefühl ist komplett.
Der Adidas-Läufer, der den Adios Pro gewohnt ist (Zielgruppe #2)
Wenn du auf der Straße im Adios Pro 4 oder im Evo 3 läufst, wird dir der Umstieg auf den Agravic Speed Ultra 2 sehr natürlich vorkommen. Das Laufgefühl aus Lightstrike Pro + Energy Rods passt zur Premium-Straßenlinie von Adidas.
Die Trail-Elite auf der Jagd nach dem letzten Prozent (Zielgruppe #3)
Auf höchstem Niveau tritt der Agravic Speed Ultra 2 direkt gegen den Hoka Tecton X 3 und den Nike Ultrafly an. Adidas positioniert sich hier in dem Segment, in dem um jede Sekunde gekämpft wird, mit einem Produkt, das technisch mit den Referenzen mithält.
Vergleich: Agravic Speed Ultra 2 gegen die Konkurrenz
So ordne ich den Agravic Speed Ultra 2 im Vergleich zu den wichtigsten Super-Trailschuhen auf dem Markt ein:
- vs Hoka Tecton X 3: Der Tecton X ist die etablierte Referenz im Segment. Der Agravic Speed Ultra 2 bietet einen noch reaktiveren Lightstrike-Pro-Schaum, aber mit einem etwas besseren Continental-Grip auf nassem Fels.
- vs Saucony Peregrine 16: Der Peregrine ist ein Allrounder für Training + Wettkampf. Der Agravic Speed Ultra 2 ist ein reiner Wettkampfschuh, teurer und radikaler.
- vs Asics Fuji Lite 6: Der Fuji Lite ist ein leichter Trailschuh ohne Platte und deutlich günstiger. Der Agravic Speed Ultra 2 zielt mit seinen Energy Rods auf lange Wettkampfdistanzen.
- vs La Sportiva Prodigio 2: Der Prodigio setzt stärker auf Vielseitigkeit im technischen Gelände. Der Agravic Speed Ultra 2 ist für Tempo auf langen, laufbaren Strecken gebaut.

© Adidas, offizielles Foto für redaktionelle Zwecke
So baust du ihn in deinen RunMorph-Trainingsplan ein
Hier meine konkrete Empfehlung, wie du diesen Schuh in deiner Vorbereitung einsetzt:
- Lange Trailwettkämpfe (50 bis 100 km) auf überwiegend laufbaren Strecken: sein bevorzugtes Terrain. Carbonplatte und Lightstrike Pro machen auf Dauer den Unterschied.
- Spezifische Einheiten vor dem Wettkampf: 1 bis 2 Qualitätseinheiten pro Woche, um dich vor dem Renntag an den Schuh zu gewöhnen.
- Long Run im Wettkampftempo: um den Übergang vom Training zu deinem Zielformat abzusichern.
- Vermeiden: tägliche lockere Dauerläufe (Haltbarkeit auf 400-500 km begrenzt), sehr technisches, brüchiges Gelände (die Carbonplatte schränkt die Propriozeption ein), Einsteiger bei Superschuhen.
Wenn du auf einen langen Trailwettkampf hinarbeitest, bau den Agravic Speed Ultra 2 in den letzten 6 bis 8 Wochen in deinen RunMorph-Trainingsplan ein. Zu früh, und du nutzt den Schuh unnötig ab. Zu spät, und du hattest nicht genug Zeit, deinen Laufstil auf die Carbonplatte abzustimmen. Das kann bei ungewohnten Läufern zu Verletzungen führen (Plantarfaszie, Soleus).

© Adidas, offizielles Foto für redaktionelle Zwecke
Das Urteil des RunMorph-Coachs
Der Agravic Speed Ultra 2 ist ein echter Wurf von Adidas Terrex. Er spielt klar in der Liga der großen Super-Trailschuhe (Tecton X 3, Ultrafly) mit, mit einem klaren Vorteil beim Grip dank Continental Rubber. Der Lightstrike-Pro-Schaum bringt eine im Trail seltene Reaktivität, und die Energy-Rods-Konstruktion passt sich besser an unebenes Gelände an als durchgehende Carbonplatten.
Mit 240 € liegt er im Premium-Segment, das entspricht aber den Standards im Super-Trail-Markt. Für alle, die einen langen Trail mit Zeitziel laufen, ist die Investition gerechtfertigt. Für den Durchschnittsläufer oder fürs tägliche Training ist er ungeeignet.
Das Wichtigste für dein Training
- Reiner Super-Trail-Wettkampfschuh: Lightstrike Pro + Energy-Rods-Carbonplatte
- 39 mm Stack Height an der Ferse, innerhalb der ITRA-Grenze von 40 mm
- Grip von Continental Rubber: hervorragend auf trockenem und nassem Fels
- Nur für Wettkämpfe und Qualitätseinheiten (Haltbarkeit 400-500 km)
- 6 bis 8 Wochen vor dem Wettkampf eingewöhnen, um den Laufstil abzustimmen
- Premium-Preis (240 €), passend zum Super-Trail-Segment
