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16. Juni 2026

COROS Nomad im Test: 22 Tage Akku, EKG am Handgelenk, Farbkarten

8,5/10
COROS Nomad im Test: 22 Tage Akku, EKG am Handgelenk, Farbkarten

Seit dem 19. August 2025 ist die COROS Nomad in Frankreich erhältlich und eröffnet für die chinesische Marke ein neues Segment: die bezahlbare Abenteuer-Uhr. 47,8-mm-Gehäuse aus faserverstärktem Polymer mit Aluminiumlünette, 1,3 Zoll großes MIP-Touch-Display mit Drehkrone, Dual-Frequenz-GNSS mit mehreren Satellitensystemen, 30-Sekunden-EKG, kostenlose weltweite topografische Offline-Farbkarten und georeferenzierte Sprachnotizen… und das alles für 369 €. Bleibt die Frage, ob diese Zwischenposition zwischen der Straßenuhr Pace Pro und der Titan-APEX 4 einen Platz in deinem RunMorph-Trainingsplan findet.

COROS Nomad: die erste Abenteuer-Uhr der Marke, ohne Titan-Aufpreis

Die Nomad gleicht keiner anderen COROS. Bisher teilte sich das Sortiment auf in die Pace 4 (Straßenlauf, 269 €), die Pace Pro AMOLED (Straße, Premium, 349 €), die APEX 4 (Ultratrail, Titan, 499,99 €) und die Vertix 2S (High-End für Expeditionen). Das neue Modell füllt die Lücke „Outdoor für alle“: lange Akkulaufzeit, Offline-Farbkarten, Sicherheits- und Navigationsfunktionen, aber ohne die Rechnung für Grade-5-Titan und Saphirglas.

Der RunMorph-Tipp. Die Nomad ist für Läufer-Wanderer gedacht, die Trail, lange Wanderungen, Bikepacking und „24/7“-Tage am Handgelenk kombinieren. Wenn du vor allem Intervalle auf der Straße läufst und ein schickes Display willst, schau dir lieber die COROS Pace Pro an. Ist technischer Ultratrail oder Hochtouren dein Revier, ist die COROS APEX 4 langlebiger und beim GPS präziser. Für 70 % der vielseitigen Läufer öffnet die Nomad aber den Zugang zur COROS-Kartografie, und das 130 € günstiger als die APEX 4.

COROS Nomad in Forest Green, 3/4-Frontansicht mit eingeschaltetem Wetterbildschirm

© COROS, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Objektive technische Daten

MarkeCOROS
ModellNomad
Offizieller Marktstart19. August 2025 (Frankreich)
Gehäusegröße47,8 x 47,8 x 14,8 mm
Gewicht61 g (Silikonarmband) / 49 g (Nylonarmband)
DisplayMIP der 3. Generation, Touch, 1,3 Zoll, 260 x 260 px, Always-On, Nachtmodus
GlasVerstärktes, gehärtetes Mineralglas
Lünette / GehäuseFaserverstärktes Polymer + Aluminiumlegierung, Zifferblatt aus Stahl
ArmbandSilikon oder Nylon, 24 mm breit, Schnellwechsel
Akkulaufzeit SmartwatchBis zu 22 Tage (Alltagsnutzung mit Schlaf- und Stresstracking)
Akkulaufzeit GPS50 h GPS All Systems, 34 h Dual-Frequenz-GNSS, 15 h All Systems + Musik, 14 h Dual-Band + Musik
GNSSDual-Frequenz L1+L5, mehrere Satellitensysteme: GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS
SensorenOptischer Pulssensor, 30-s-EKG (nicht medizinisch), SpO2, HFV, barometrischer Höhenmesser, Beschleunigungssensor, Gyroskop, 3D-Kompass, Thermometer
MikrofonZwei Mikrofone mit Rauschunterdrückung (Sprachnotizen Voice Pins, Audiosteuerung)
KartografieKostenlose weltweite Offline-Farbkarten + regionale Topo-Karten + Straßennamen + POI + Turn-by-Turn + Back to Start
Sportprofile40+ (Laufen, Trail, Radfahren, Schwimmen, Ski, Wandern, Angeln, Bergsteigen)
Musikspeicher32 GB MP3 offline über Bluetooth-Kopfhörer (kein natives Spotify/Deezer)
Kontaktloses BezahlenNein
Wasserschutz5 ATM (50 m, Wassersport an der Oberfläche)
Smartphone-VerbindungBluetooth + WLAN 2,4 GHz für Synchronisierung und Karten-Download
ProzessorAMBIQ Apollo 510 (der schnellste, der je in einer COROS verbaut wurde)
LadenUSB-C, unter 2 h für 0-100 %, Kabel nicht im Lieferumfang
FarbenForest Green, Tan, Dark Gray
Offizieller Preis369 €

Für wen ist die COROS Nomad gemacht?

Läufer-Wanderer, die mehrere Outdoor-Sportarten kombinieren

Das ist Zielprofil Nummer eins. Deine Wochen bestehen aus 3 Trailläufen, 2 lockeren Dauerläufen auf der Straße, einer langen Wanderung am Sonntag und einer Bikepacking-Tour pro Monat. Du willst eine Uhr, die dich beim Akku nicht im Stich lässt, die dir eine Farbkarte zeigt, wenn das Netz weg ist, und die dich im Alltag begleitet, ohne alle drei Tage an die Steckdose zu müssen. Die Nomad erfüllt alles. Mit 22 Tagen im vernetzten Modus sinkt der Ladeaufwand gegenüber AMOLED-Konkurrenten auf ein Zehntel, und die 50 Stunden GPS All Systems reichen für 4 bis 5 Ultras ohne Nachladen.

Trailläufer auf mittleren Distanzen, die echte Karten suchen

Die topografischen Offline-Farbkarten sind das zentrale Argument. Du bereitest einen 50-km-Lauf in den Bergen vor, folgst einem aus Komoot importierten GPX und willst, dass die Uhr dir Straßen, Wege und Points of Interest zeigt, ohne vom Handy abhängig zu sein. Die Nomad schafft das für 369 €, während die COROS APEX 4 oder die Garmin Forerunner 970 130 bis 380 € mehr kosten. Die Drehkrone bringt echten Komfort, wenn du die Karte mit Handschuhen oder nassen Händen zoomst.

Ultraläufer, die ernsthaftes physiologisches Tracking ohne Titan-Aufpreis wollen

Du läufst lange Distanzen und willst deine Trainingsbelastung, deine Fitness, deine Erholung, deine Schlafphasen und deine HFV verstehen. Die EvoLab-Suite von COROS liefert dir alles: Training Load, Base Fitness über 42 Tage, Training Status, Recovery Timer, Wellness Check. Dazu kommt ein 30-Sekunden-EKG am Handgelenk, das bisher der Polar Vantage V3 und der Apple Watch Ultra 3 vorbehalten war. Wenn du ein MIP-Display statt eines auffälligen AMOLED akzeptierst, ist das Verhältnis von Funktionen zu Preis unschlagbar.

COROS Nomad im Seitenprofil mit orangefarbener Aktionstaste und digitaler Krone

© COROS, offizielles Foto, redaktionell verwendet

GPS-Genauigkeit und Pulssensor

Die COROS Nomad nutzt dasselbe Dual-Frequenz-GNSS-Modul L1+L5 wie die APEX 4 und die Pace Pro, mit fünf Satellitensystemen (GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS). In der Praxis spürst du diese Genauigkeit vor allem in schwierigem Gelände: Wege im dichten Wald, Schluchten, enge Kurven an der Küste, Häuserschluchten in der Stadt. Der Dual-Frequenz-Modus begrenzt Signalreflexionen und hält den Track sauber, kostet aber Akku: Die Laufzeit sinkt auf 34 h. Im klassischen All-Systems-Modus (50 h) bleibt die Genauigkeit für 95 % der Läufe sehr solide.

Beim optischen Pulssensor fällt das Urteil differenziert aus. Bei gleichmäßiger Pace (lockerer Dauerlauf, Long Run, Wanderung) sind die Werte zuverlässig und stimmig. Bei kurzen Intervallen mit schnellen Intensitätswechseln kann der Sensor leicht verzögert reagieren, ein Schwachpunkt der meisten optischen Sensoren. Für reine Intervalle im Maximalbereich bleiben der COROS HR Monitor (89 €) oder der Garmin HRM 600 per Bluetooth die Referenz. Das 30-Sekunden-EKG am Handgelenk dient dagegen der morgendlichen HFV-Messung und dem täglichen Stresstracking: hilfreich, um die Erholung zu verstehen, aber nicht für medizinische Zwecke gedacht.

Kartografie und Navigation: das Herzstück der Nomad

Hier hebt sich die Nomad am deutlichsten vom restlichen COROS-Sortiment im Einstiegs- und Mittelklassebereich ab. Per WLAN lädt sie kostenlos weltweite Farbkarten mit Straßennamen und Points of Interest herunter, dazu detaillierte regionale topografische Karten (Höhenlinien, Wege, Gipfel, Wasserstellen). Der Prozessor AMBIQ Apollo 510 sorgt für flüssiges Zoomen und Verschieben der Karte in Echtzeit, was bei den Vorgängergenerationen nicht der Fall war.

Drei Navigationsfunktionen zählen im Alltag wirklich. Back to Start führt dich exakt auf deiner Strecke zurück, ohne vorab geladene Route, ideal, wenn Nebel aufzieht oder du ein Gebiet verlässt, das du zu kennen glaubtest. Der Abweichungsalarm warnt dich, sobald du den GPX verlässt, und die Checkpoints zeigen dir auf einen Blick die Distanzen zwischen Wegpunkten. Mit der Drehkrone zoomst und scrollst du die Karte, ohne das Display zu berühren, ein klarer Vorteil, sobald du Handschuhe trägst, schwitzt oder es regnet.

Trainings- und Erholungsmetriken

COROS verlangt für seine physiologische Suite kein Abo, und das ist gegenüber der Konkurrenz ein zentraler Punkt. Die Nomad übernimmt EvoLab komplett: tägliche und wöchentliche Training Load, Base Fitness über 42 Tage mit stärkerer Gewichtung jüngerer Aktivitäten, Training Status (kurz- und langfristige Wirkung), Recovery Timer mit den Empfehlungen „Ruhe / progressiv / Push“ und Wellness Check, der HFV, SpO2, Atemfrequenz und Stress morgens in einer einzigen Ansicht bündelt.

Fürs Laufen bekommst du die geschätzte VO2max, den Race Predictor für 5 Standarddistanzen, den Virtual Pacer, virtuelle Rennen und einen Lauftechnik-Test (erfordert den POD 2). Im Alltag erfasst die Uhr den Schlaf mit Phasen (leicht, tief, REM), einen Qualitätsscore, die nächtliche SpO2 und die HFV beim Aufwachen. Die Auswertung ist verständlicher als bei manchen Konkurrenten: Die Uhr erklärt dir, warum sie deine Erholung auf 18 Stunden schätzt, statt nur die Zahl zu nennen.

Reale Akkulaufzeit

Auf dem Papier verspricht COROS 22 Tage im vernetzten Modus mit Schlaftracking, 50 h GPS All Systems, 34 h im Dual-Frequenz-Modus, 15 h All Systems mit Bluetooth-Musik und 14 h Dual-Band mit Musik. In der Praxis kannst du mit 16 bis 18 Tagen rechnen, bei Always-On-Display, aktiven Benachrichtigungen und 4 GPS-Einheiten pro Woche.

Bei einem typischen 4-h-Lauf mit GPS All Systems + Musik sinkt der Akku um etwa 25 %. Bei einem 12-h-Ultra im Dual-Band-Modus ohne Musik kommst du mit rund 30 % Restladung ins Ziel. Eine volle Ladung dauert per USB-C unter 2 h, und hier müssen wir den einzigen echten Patzer beim Lieferumfang ansprechen: Das Kabel liegt nicht bei. Wenn du noch kein COROS-Ladekabel hast, plane 15 € extra oder ein kompatibles proprietäres Kabel ein.

COROS Nomad am Handgelenk mit angezeigter Farbkarte und einem Finger auf dem Touchscreen

© COROS, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Vergleich mit der Konkurrenz

Gegenüber der COROS Pace Pro (349 €, AMOLED 1,3 Zoll, 38 h GPS All Systems, weltweite Offline-Karten) gewinnt die Nomad 12 h GPS-Akkulaufzeit, den EKG-Sensor, georeferenzierte Sprachnotizen und die Drehkrone, verzichtet aber auf das AMOLED-Display und ist 12 g schwerer. Nimm die Pace Pro, wenn du vor allem Intervalle auf der Straße läufst, und die Nomad, wenn dein Revier auch Trails und Wanderungen umfasst.

Gegenüber der COROS APEX 4 (499,99 € in 46 mm, transflektives MIP-Touch-Display 1,3 Zoll, 65 h GPS All Systems, Grade-5-Titan, Saphir, ClimbTracker) gewinnt die APEX 15 h GPS-Akkulaufzeit, ein langlebigeres Titangehäuse und kratzfestes Saphirglas. Die Nomad ist 130 € günstiger und 9 g leichter und bringt dazu das EKG und das Adventure-Journal-Ökosystem mit. Wenn du bei abrasiven Winterbedingungen unterwegs bist oder Ultras über 50 h läufst, bist du mit der APEX 4 auf der sicheren Seite.

Gegenüber der Suunto Vertical 2 (599 € in Stahl, AMOLED LTPO 1,5 Zoll mit 2000 Nits, 65 h Multiband-GPS, 110 h Ultra, LED-Taschenlampe, Wasserschutz 10 ATM, Tiefenmesser) spielt die Vertical 2 bei Display-Helligkeit, Ultra-Akkulaufzeit und Robustheit (Saphirglas, 10 ATM) in einer anderen Liga. Die Nomad ist 230 € günstiger, bringt das EKG mit und behält das Adventure-Journal-Ökosystem. Für Läufer, deren Belastungen unter 12 h bleiben, erledigt die Nomad den Job; für mehrtägige Winterexpeditionen ist die Vertical 2 ihren Aufpreis wert.

So baust du sie in deinen RunMorph-Trainingsplan ein

Die Nomad erfüllt alle Anforderungen eines Laufplans mit Trail-Schwerpunkt oder einer Mischung aus Straße und Trail. Starte einen RunMorph-Plan mit Ziel Halbmarathon, Marathon, kurzer Trail oder Ultra: Die Uhr erfasst deinen Wochenumfang, berechnet den Einfluss jeder Einheit auf die Base Fitness, löst Erholungswarnungen aus, wenn du zu viel aneinanderreihst, und schlägt dir über Training Status die passende Intensität für den Tag vor. Die Offline-Karten verändern alles bei langen Läufen ganz ohne Unterstützung, besonders im Trainingslager oder bei einem vorbereitenden Abenteuer-Raid.

Die Kopplung mit einem externen Brustgurt (Bluetooth) bleibt für Schwellen- und Maximalintervalle empfehlenswert, wo Präzision zählt. Für den Alltag reicht die optische Messung völlig aus, und der morgendliche Wellness Check bewahrt dich davor, an einem Tag zu pushen, an dem dein Körper „nein“ gesagt hat.

Das Fazit des RunMorph-Coachs

Note: 8,5/10. Die COROS Nomad gewinnt ihre Wette, denn topografische Offline-Farbkarten und EKG am Handgelenk gibt es jetzt für 369 €, ohne Abstriche bei Akkulaufzeit oder Robustheit. Der bewusste Kompromiss mit dem MIP-Display gegenüber den AMOLED-Konkurrenten bewährt sich im Gelände (gut ablesbar in praller Sonne, geringer Verbrauch), auch wenn der erste Eindruck ein an 2000-Nits-AMOLEDs gewöhntes Auge überraschen kann. Das 47,8-mm-Gehäuse und die 61 g verlangen ein ordentliches Handgelenk (über 17 cm Umfang, damit sie bequem bleibt), und das fehlende USB-C-Kabel im Lieferumfang bleibt in dieser Preisklasse eine fragwürdige Entscheidung.

Vor allem eröffnet die Nomad bei COROS eine neue Position: die „Outdoor-Uhr als Schweizer Taschenmesser“, die der Marke bisher fehlte. Für vielseitige Läufer-Wanderer, die COROS-Karten ohne Titan-Aufpreis wollten, ist sie der klügste Kauf im Sortiment 2026.

COROS Nomad am Handgelenk eines Anglers in der Natur am Flussufer

© COROS, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Das Wichtigste für dein Training

  • Akkulaufzeit für volle Wochen: 22 Tage im Alltag und 50 h GPS nehmen dir im Trainingslager oder bei einem Raid den Ladestress.
  • Offline-Farbkarten: Straßennamen, regionale Topo-Karten, Turn-by-Turn, Back to Start ohne vorab geladenen GPX, alles kostenlos und für 369 €.
  • 30-s-EKG + morgendliche HFV: eine tägliche Einschätzung von Stress und Erholung, die die EvoLab-Suite ergänzt.
  • Drehkrone + Touchscreen: Du steuerst die Karte mit Handschuhen oder im Regen ohne Komforteinbußen.
  • Kompromiss MIP-Display: Was du an AMOLED-„Wow“-Effekt verlierst, gewinnst du an Akkulaufzeit und Ablesbarkeit in der Sonne. Entscheide nach deinem Hauptnutzen.
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