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21. August 2026

Coros Pace 2 im Test: die günstige GPS-Uhr, die Coros groß machte

7,5/10
Coros Pace 2 im Test: die günstige GPS-Uhr, die Coros groß machte

Im Januar 2021 hat eine kleine Uhr die Kräfteverhältnisse auf dem Markt für GPS-Laufuhren dauerhaft verschoben. Fünf Jahre und drei Generationen später (Pace 3, Pace 4, Pace Pro) ist die Coros Pace 2 immer noch im Handel, wird immer noch empfohlen und hält immer noch mit deutlich teureren Modellen mit. RunMorph hat sie erneut ans Handgelenk genommen, um zu sehen, was 2026 wirklich von ihr übrig ist.

Coros Pace 2 in Dreiviertelansicht von vorn mit Lauf-Zifferblatt
© Coros, offizielles Foto, redaktionell genutzt

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Die Coros Pace 2 ist eine GPS-Laufuhr der Einstiegsklasse aus dem Jahr 2021, ultraleicht (29 g) und zum Start für 199 Euro erhältlich. Ihren Ruf verdankt sie einem kaum zu schlagenden Verhältnis von Funktionen zu Preis, erkauft mit einem Kunststoffgehäuse und einem Single-Frequency-GPS, das neben aktuellen Multiband-Modellen inzwischen veraltet wirkt. 2026 bleibt sie eine sinnvolle Wahl für ein erstes ernsthaftes Budget, aber keine technische Referenz mehr neben der Pace 3 und der Pace 4, die RunMorph bereits getestet hat.

7,5
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
GPS-Genauigkeit
7 / 10
Akkulaufzeit
7,5 / 10
Kartografie
1,5 / 10
Metriken
7 / 10
Preis-Leistung
9,5 / 10
Für wen?Für Läufer, die ernsthaft einsteigen und eine zuverlässige GPS-Uhr wollen, ohne ihr Budget zu sprengen, oder eine Zweituhr fürs Schwimmbad und die Rolle suchen.
Für wen nicht?Für Trailläufer, die in den Bergen navigieren (keine vollwertigen Karten), und für Läufer, die in der Stadt oder unter dichtem Blätterdach höchste GPS-Genauigkeit verlangen.

Coros Pace 2: die Preis-Leistungs-Wette, die die Marke verändert hat

Als Coros die Pace 2 im Januar 2021 vorstellt, ist die Marke neben Garmin, Suunto und Polar noch ein Außenseiter. Ihre damaligen Topmodelle, die Vertix und die Apex Pro, zielen auf Ultratrail und Alpinismus, also auf Nischen. Mit der Pace 2 ändert Coros die Strategie und nimmt Hobbyläufer und Amateur-Triathleten ins Visier, mit einer Uhr unter 200 Euro, die bei den Funktionen kaum Abstriche macht. Die Wette geht auf. Fünf Jahre später umfasst dieselbe Reihe drei weitere Generationen (Pace 3, Pace 4, Pace Pro), alle bereits bei RunMorph getestet, und Coros hat sich in der französischen Laufszene fest etabliert.

Der Name „Pace“ verkauft sich, weil er das Wesentliche ohne Überflüssiges verspricht. 2026 lautet die Frage aber nicht mehr, ob die Pace 2 zum Marktstart ein gutes Geschäft war (das war sie, ohne Diskussion). Die Frage ist, ob sie sich noch lohnt, obwohl sie inzwischen von drei neueren Uhren derselben Familie umgeben ist, die kaum mehr kosten.

Der Tipp von RunMorph: Bevor du dich vom Kampfpreis der Pace 2 in Abverkaufs-Shops verführen lässt, vergleiche sie Punkt für Punkt mit der Pace 4. Nach Abzug der Rabatte ist der Funktionsunterschied manchmal größer als der tatsächliche Preisunterschied.

Technische Daten der Pace 2: was veraltet ist und was noch überzeugt

MarkeCoros
ModellPace 2
MarktstartJanuar 2021
Gehäuse42 x 42 x 11,7 mm, glasfaserverstärktes Polymer, Mineralglas Gorilla Glass 3
Gewicht29 g (Nylonarmband) / 35 g (Silikonarmband)
DisplayTransflektives MIP, always-on, kein Touchscreen, Bedienung über Haupttaste und Digital Dial
GNSSGPS, GLONASS, Galileo, QZSS Multi-Konstellation. Kein Dual-Frequency L1+L5 (erst ab der Pace 3)
SensorenOptischer Pulssensor (zum Marktstart neueste Generation), SpO2 per Update nachgereicht, barometrischer Höhenmesser, Kompass, Beschleunigungssensor
KartografieKeine vollwertigen Karten. Nur Brotkrumen-Navigation und GPX-Routenführung
SportprofileLaufen, Bahn, Laufband, Radfahren, Indoor-Radfahren, Schwimmen im Becken und im Freiwasser, Triathlon, Rudergerät, Krafttraining
MusikspeicherNein (nur Steuerung über das Smartphone)
Kontaktloses BezahlenNein
Wasserschutz5 ATM
Akkulaufzeit20 Tage Smartwatch / 30 h volles GPS / 60 h im UltraMax-Modus (reduziertes GPS)
Smartphone-AnbindungCoros App (iOS und Android), damals keine eigene Webplattform
Preis199 Euro zum Marktstart, 2026 je nach Händler meist zwischen 129 und 169 Euro

Coros Pace 2 im Seitenprofil mit Krone und Tasten
© Coros, offizielles Foto, redaktionell genutzt

Was fünf Jahre später sofort auffällt: Es fehlt Dual-Frequency-GPS. 2021 hatte das unter 300 Euro so gut wie niemand. 2026 bringen die Pace 3 (2023) und die Pace 4 (2025) von Coros beide diese Technik mit, die Signalreflexionen in der Stadt oder unter Baumkronen reduziert. Für Straßen- und Bahnläufer ist das kein K.-o.-Kriterium, aber ein echter technischer Rückstand, den du vor dem Kauf kennen solltest.

Praxistest: was Läufer nach Jahren mit der Uhr wirklich sagen

RunMorph hat drei unabhängige, ausführliche französische Tests der Pace 2 (Journal du Trail, RunMag, Sport-Passion) abgeglichen, um zu prüfen, ob der Konsens 2026, mehrere Jahre nach Marktstart, noch gilt.

Bei der GPS-Genauigkeit ist das Urteil eindeutig: Für eine Uhr dieser Preisklasse gilt sie als „überdurchschnittlich“, besonders gelobt wird der Bahnmodus, den mehrere Tester als verblüffend präzise beschreiben. Auch bei der Akkulaufzeit decken sich die Rückmeldungen. Die angegebenen 30 Stunden im vollen GPS-Modus werden im Alltag erreicht, und wer moderat trainiert (3 bis 4 Läufe pro Woche), lädt die Uhr nur alle zwei bis drei Wochen. Mehrere Tester haben das unabhängig voneinander über mehrere Monate bestätigt.

Einig sind sich die Tests auch bei der Verarbeitung: Das Kunststoffgehäuse gilt als bewusster Kompromiss zugunsten des Preises, weit entfernt von den Titan- oder Saphirglas-Ausführungen der Apex Pro und Vertix derselben Marke. Ein Tester lobt, dass das Nylonarmband auf Dauer bemerkenswert gut hält. Ein anderer zweifelt, ob es intensiven Schweiß auf sehr lange Sicht verkraftet, legt sich mangels Erfahrungswerten zum Testzeitpunkt aber nicht fest. Zum optischen Pulssensor am Handgelenk sagen alle Quellen dasselbe: Für normales Training arbeitet er ordentlich, mit einem Brustgurt kann er bei hoher Intensität oder kurzen Intervallen aber nicht mithalten. Diese Genauigkeitslücke ist bei solchen Sensoren typisch und nicht spezifisch für die Pace 2.

Mehrere Tests heben einen echten Trumpf hervor: die native Kompatibilität mit dem Stryd-Leistungsmesser, 2021 in dieser Preisklasse selten und bis heute geschätzt von Läufern, die ihr Training nach Leistungszonen statt nur nach Pace steuern. Die Uhr funktioniert außerdem mit dem Coros Pod 2, dem günstigeren Coros-Zubehör, das die Pace-Daten verfeinert, ohne die Leistung in Watt zu messen.

Coros Pace 2 vs. Coros Pace 4: der Vergleich für die Entscheidung

Coros Pace 2Coros Pace 4
Marktstart20212025
Gewicht29 g32 g
DisplayTransflektives MIPAMOLED-Touchscreen, 390x390 px
GPSMulti-GNSS, Single-FrequencyMultiband, Dual-Frequency L1+L5
PulsmessungOptischer Sensor der 1. Pace-GenerationNeue Generation, 5 LEDs und 4 Fotodioden
GPS-Akkulaufzeit30 h / 60 h Eco41 h alle Konstellationen / 38 h Dual-Frequency
Preis129 bis 169 Euro im Jahr 2026269 Euro

Der tatsächliche Preisunterschied liegt 2026 bei rund hundert Euro und ist damit kleiner als zum Marktstart. Das verändert die Lage: Die Pace 4 bringt einen AMOLED-Touchscreen, der in der Sonne deutlich besser ablesbar ist, ein Dual-Frequency-GPS, das in schwierigem Gelände objektiv präziser misst, und einen Pulssensor der neueren Generation. Bei knappem Budget bleibt die Pace 2 vertretbar. Sobald dein Budget die 100 bis 140 Euro Differenz verkraftet, ist die Pace 4 2026 die vernünftigere Wahl.

Coros Pace 2 mit beleuchtetem Zifferblatt und Laufmetriken
© Coros, offizielles Foto, redaktionell genutzt

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Rekordgewicht von 29 g, selbst bei langen Läufen am Handgelenk nicht zu spüren
  • 30 h GPS-Akkulaufzeit, von mehreren unabhängigen Testern im Alltag bestätigt
  • Native Kompatibilität mit dem Stryd-Leistungsmesser, in dieser Preisklasse selten
  • GPS-Genauigkeit überdurchschnittlich, vor allem im Bahnmodus
  • Inzwischen sehr günstig (129 bis 169 Euro im Jahr 2026)
Nachteile
  • Kein Dual-Frequency-GPS, anders als die neueren Pace 3 und Pace 4
  • Kunststoffgehäuse, dessen Verarbeitung mehrere Tester „billig“ finden
  • Keine vollwertigen Karten, nur Brotkrumen-Navigation
  • Optischer Pulssensor bei harten Belastungen schwächer als ein Brustgurt
  • Von Coros inzwischen eingestellt, bei Händlern immer seltener verfügbar

Unser Praxisurteil: für wen lohnt sich die Pace 2 im Jahr 2026 noch?

Die Pace 2 richtet sich an ein klares Profil: Läufer, die mit regelmäßigem Training beginnen, ein zuverlässiges GPS wollen, ohne sich zu ruinieren, und für ihre Fortschritte weder Karten noch AMOLED-Display brauchen. Für sie bleibt die Uhr eine vertretbare Wahl, zumal ihr Preis seit 2021 stark gefallen ist. Für Triathleten oder Trailläufer, die autark navigieren, werden fehlende Karten und Single-Frequency-GPS dagegen zu echten Grenzen, sobald das Gelände anspruchsvoll wird.

Ob du deinen ersten 10-km-Plan startest oder dich auf einen Halbmarathon vorbereitest: Die Genauigkeit einer GPS-Uhr, selbst einer Einsteigeruhr wie der Pace 2, reicht locker, um deine Paces und deinen Wochenumfang zu verfolgen. Kombiniere sie mit einem RunMorph-Trainingsplan, der zu deinem Ziel passt, und mach aus den Rohdaten messbaren Fortschritt, Woche für Woche.

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Die Coros Pace 2 hat 2021 geschafft, was vor ihr keine Uhr unter 200 Euro geschafft hatte: zuverlässiges GPS, einen barometrischen Höhenmesser und vollständige Trainingspläne zu bieten, ohne sichtbare Abstriche bei den Funktionen. Fünf Jahre später ist sie nicht schlecht gealtert, sie wurde schlicht von der eigenen Familie überholt. Die Pace 3 und vor allem die Pace 4 bieten präziseres GPS und ein besser ablesbares Display für einen Aufpreis, der 2026 vernünftig geworden ist. Die Pace 2 bleibt ein ehrlicher Ersteinstieg, aber nie eine endgültige Wahl für Läufer, die schnell Fortschritte machen. 7,5/10: eine Note, die ein nach wie vor hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis belohnt, ohne die Augen vor inzwischen klar erkannten Schwächen zu verschließen, gegenüber einer Konkurrenz, auch aus dem eigenen Haus, die große Fortschritte gemacht hat.

Das Wichtigste für dein Training

  • Preis: Die Pace 2 kostet heute zwischen 129 und 169 Euro, ein sehr vernünftiges Einstiegsbudget für eine erste zuverlässige GPS-Laufuhr.
  • Akkulaufzeit: 30 h mit vollem GPS, mehr als genug für einen Marathon und die Vorbereitung darauf, inklusive der sonntäglichen Long Runs.
  • Grenzen im Gelände: Ohne Karten und ohne Dual-Frequency setzt du sie besser auf Straße, Bahn und markierten Wegen ein als bei anspruchsvollen Trails.
  • Stryd: Wenn du dein Training nach Leistung steuerst, ist sie eine der wenigen Einsteigeruhren mit nativer Kompatibilität.
  • Alternative: Wenn es dein Budget erlaubt, bietet die Coros Pace 4 einen echten Technologiesprung für einen inzwischen überschaubaren Aufpreis.
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