Der Hoka Torrent 5 kommt im Juni 2026 mit dem einfachsten Versprechen überhaupt: mehr Schaum, weniger Gewicht, gleicher Preis. Auf dem Papier geht die Rechnung auf. Auf dem Trail zeigt sich aber auch, was 130 Dollar eben nicht kaufen können. Hier ist unser ausführlicher Test, ungeschönt.

© Hoka, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet
Hoka Torrent 5: die Budget-Reihe, die nie richtig mitgezogen hat
Seit seiner Einführung hatte der Torrent bei Hoka eine Sonderrolle: das Modell, das nah am Boden blieb, während der Rest des Sortiments immer mehr Schaum stapelte. Während Speedgoat, Mafate und Skyward X bei Stack Height und Technologie zulegten, blieb der Torrent flach und günstig. Das war seine Identität, aber auch seine Grenze: weniger Schutz und weniger Energierückgabe als ein hochwertigerer Trailschuh.
Mit Version 5 ändert sich beim Volumen endlich etwas. Hoka packt 5 mm Schaum über die gesamte Schuhlänge drauf, womit die Stack Height auf 38 mm an der Ferse und 32 mm am Vorfuß steigt, ein Wert, den die Reihe noch nie erreicht hat. Die offizielle Sprengung bleibt bei 5 mm. Anders gesagt: Der Torrent 5 will kein anderer Schuh werden. Er will besser machen, was er schon konnte, mit mehr Material unter dem Fuß.
Das wahre Kunststück liegt woanders: Trotz des zusätzlichen Schaums sinkt das Gewicht um rund 20 % gegenüber dem Torrent 4, dank eines komplett überarbeiteten, luftigen Obermaterials aus technischem Mesh und eines dünneren, umlaufenden Schutzrands. Laut Hoka ergibt das rund 230 g in der Referenzgröße für Herren, gegenüber knapp 280 g beim Vorgänger. Auf dem Papier ist mehr Schaum bei weniger Gewicht genau die Kombination, die alle suchen. Bleibt die Frage, was der dickere Schaum auf dem Trail wirklich taugt.
Die dickste EVA-Zwischensohle der Reihe: ein echtes Plus, mit Einschränkungen
Auf dem Papier ist die Technik nichts Spektakuläres: Hoka bleibt bei formgepresstem EVA-Schaum, einer einfacheren und günstigeren Basis als ein superkritischer Schaum oder PEBA. Was sich ändert, ist die Menge. Mit 5 mm mehr über die gesamte Schuhlänge will die Marke den größten Kritikpunkt an den Vorgängern ausräumen: eine Dämpfung, die bei Läufen über 45 Minuten als zu hart galt.
Schon bei den ersten Schritten federt die Ferse spürbar besser ab als zuvor. Der MetaRocker des Torrent 5 ist ausgeprägter als bei den anderen Trailschuhen von Hoka, schiebt den Schritt nach vorn und kommt klar Fersenläufern entgegen. Am Vorfuß bleibt der Schaum dagegen fester und direkter: weniger Polster, mehr Reaktivität. Ein bewusster Kompromiss, damit der Schuh leicht bleibt, statt überall weich zu sein.
Unser RunMorph-Tipp: Wenn du dasselbe Dämpfungsplus auf wirklich technischem Terrain suchst, bleibt der Hoka Speedgoat 7 die Referenz der Marke, mit Vibram-Außensohle und deutlich besserem Schutz. Der Torrent 5 ist für sanfteres Gelände gedacht: Nimm ihn für gut laufbare Wege, nicht für die Berge.
Das Wichtigste dabei: Das dickere EVA macht aus dem Torrent 5 keinen Premiumschuh. Es bleibt ein einfacher Schaum, ohne den Rebound eines superkritischen Schaums oder von PEBA. Hoka wollte nie mit einem Schuh für 180 oder 200 € konkurrieren, sondern den Torrent komfortabler machen, ohne den Preis zu erhöhen. In diesem Punkt geht die Rechnung auf.
Unser Praxistest: Wo der Torrent 5 glänzt und wo er aufgibt
Auf Schotter, gut laufbaren Forstwegen und weichem Singletrail hält der Torrent 5 sein Versprechen voll. Den zusätzlichen Schaum spürst du schon auf den ersten Kilometern: Läufe von 45 Minuten bis 1:30 Stunden fühlen sich deutlich angenehmer an als mit dem Vorgänger, ohne die trockene Härte, die der Reihe lange anhing. Der MetaRocker erleichtert Fersenläufern das Abrollen, und das geringe Gesamtgewicht macht sich bemerkbar, sobald du auf einem flowigen Abschnitt etwas Tempo machst.
Die Wende kommt, sobald das Gelände anspruchsvoller wird. Auf Felsblöcken, nassen Kalksteinplatten oder steilen, steinigen Hängen schwindet das Vertrauen schnell: Die Schritte werden zögerlich, die weiche Sohle beißt nicht wie erhofft, und die fehlende Steinschutzplatte meldet sich bei jedem spitzen Stein. Gefährlich ist der Schuh nicht, aber er zwingt dich, langsamer zu werden und jeden Tritt genau zu wählen. Genau das willst du auf technischem Terrain nicht.
Bergab auf laufbarem Untergrund ist die Stabilität gut: Die verbreiterte Ferse und die breite Standfläche fassen den Fuß sicher ein. Wird der Hang auf weichem oder durchnässtem Boden steiler, reichen die 5-mm-Stollen, auf dem Papier ordentlich, aber nicht aus, um die weiche Gummimischung auszugleichen. Das Urteil ist klar: Der Torrent 5 ist ein Schuh für Wege, nicht für die Berge.

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Hoka Torrent 5 vs. Asics Blazeblast: das Duell der Einsteiger-Trailschuhe
Im günstigen Einsteigersegment ist der Asics Blazeblast der naheliegendste Vergleich. Auch er richtet sich an alle, die mit Trailrunning anfangen oder Straße und Pfad mischen. Beide Schuhe verfolgen eine ähnliche Philosophie: Komfort und Dynamik vor technischer Aggressivität, auch wenn dabei der Grip auf schwierigem Gelände auf der Strecke bleibt.
| Kriterium | Hoka Torrent 5 | Asics Blazeblast |
| Preis | 130 USD (~140-150 €) | 160 € |
| Gewicht (Herren) | ~230 g | 252 g |
| Sprengung | 5 mm | 8 mm |
| Stack Height Ferse / Vorfuß | 38 mm / 32 mm | 43 mm / 35 mm |
| Stollen | 5 mm, Hoka-Gummimischung | 2,5 mm, Asicsgrip |
| Steinschutzplatte | Nein | Nein |
| Stärke | Leichtigkeit und dynamisches Abrollen | Rebound wie bei einem Straßenschuh (FF Blast Max) |
| Grenze im Gelände | Rutscht auf Fels und schmierigem Boden | Rutscht auf Matsch und in steilen Hängen |
Der Torrent 5 ist leichter und günstiger, mit auf dem Papier etwas bissigeren Stollen. Der Blazeblast setzt mit seinem FF Blast Max Schaum und einer höheren Stack Height stärker auf Rebound wie bei einem Straßenschuh, bringt dafür aber mehr Gewicht mit. Keiner der beiden ist für technisches Terrain gemacht: Die Wahl hängt vor allem vom Budget ab (klarer Vorteil für den Torrent 5) und vom gewünschten Gefühl unter dem Fuß (direkter bei Hoka, federnder bei Asics).
Unsere Einschätzung aus der Praxis: für welches RunMorph-Training?
Der Torrent 5 passt ideal zu Regenerationsläufen, Einheiten in der Grundlagenausdauer auf gut laufbaren Wegen und den ersten Trailläufen für alle, die von der Straße kommen. Dank seines geringen Gewichts taugt er auch für etwas zügigere Einheiten auf nicht technischem Gelände, wo ein schwererer, stärker geschützter Schuh bremsen würde.
Für lange Läufe im Mittelgebirge, felsige Passagen oder Einheiten auf durchnässten Pfaden greifst du besser zu einem Schuh mit mehr Schutz. In deinem RunMorph-Plan reservierst du den Torrent 5 für Grundlageneinheiten und erste Trail-Ausflüge und behältst für technische Tage einen Schuh mit Steinschutzplatte oder Vibram-Sohle.
Du fängst mit Trailrunning an oder willst deine Läufe in der Natur strukturieren, ohne dich zu verletzen? Ein RunMorph-Coach hilft dir, die richtigen Einheiten zum richtigen Schuh zu finden. 👉 Sprich mit einem RunMorph-Coach.
Das Fazit des RunMorph-Coachs
Der Hoka Torrent 5 hält, was er verspricht: mehr Komfort, weniger Gewicht, gleich knapper Preis. Er ist eine echte Verbesserung gegenüber dem Vorgänger und eine solide Wahl für Trail-Einsteiger oder alle, die einen leichten Schuh für gut laufbare Wege suchen. Bei seinen Grenzen musst du aber ehrlich sein: Ohne Steinschutzplatte, ohne Vibram-Gummi und mit schmaler Passform ohne weite Version ist er nicht für technisches Terrain gemacht. Das ist kein misslungenes Design, sondern der logische Kompromiss eines Schuhs für 130 Dollar. Zu diesem Preis und mit diesem Komfort hat sich der Torrent 5 seinen Platz verdient, solange du ihn auf dem Terrain einsetzt, für das er gebaut wurde.
RunMorph-Note: 7,5 / 10
Das nimmst du für dein Training mit
- +5 mm EVA-Schaum: die dickste Zwischensohle in der Geschichte des Torrent, ein echter Komfortgewinn bei langen Läufen.
- -20 % Gewicht: rund 230 g, einer der leichtesten Einsteiger-Trailschuhe auf dem Markt.
- Keine Steinschutzplatte, kein Vibram-Gummi: Nimm ihn für gut laufbare Wege, nicht für technisches Terrain.
- Schmale Passform, keine weite Version: Prüf vor dem Kauf deine Fußform.
- 130 USD: eines der besten Verhältnisse von Komfort zu Preis im Einsteiger-Trailsegment 2026.