Salomon wollte seinen Vorzeigeschuh nicht neu erfinden, sondern gezielt das korrigieren, was eine Korrektur verdient hatte. Der erste S/Lab Genesis hatte zwei Schwächen, die Ultratrail-Läufer gut kennen: Grip mit Luft nach oben auf matschigem Untergrund und eine blasse Energierückgabe. Zwei Jahre später liefert Version 2 auf beides eine gezielte Antwort. RunMorph hat den neuen Schaum und die neue Gummimischung dort getestet, wo das Modell seinen Ruf erworben hat: im technischen Gebirge.

© Salomon, offizielles Foto, redaktionell verwendet
Salomon setzt auf gezielte Weiterentwicklung
Manche Marken krempeln bei jeder neuen Version alles um, um das Update zu rechtfertigen. Salomon macht es beim S/Lab Genesis 2, erhältlich seit dem 1. August 2026, genau andersherum: Die Silhouette bleibt wiedererkennbar, die Ausrichtung auf technische Ultratrails bleibt, aber die zwei Schwachpunkte der ersten Generation werden direkt angegangen. Der ursprüngliche EVA-Schaum mit seiner etwas blassen Energierückgabe weicht einem optiFOAM²-Aufbau mit zwei Dichten. Die ContaGrip-Gummimischung, auf nassem Fels ausbaufähig, bekommt eine neue Stollengeometrie für mehr Bodenkontaktfläche.
Erwarte also keinen verwandelten Schuh. Das ist ein Feinschliff, keine Neuentwicklung, und genau diesen Ansatz vertritt Salomon bei diesem Modell für die technische Elite ganz bewusst.
Technische Daten des S/Lab Genesis 2: optiFOAM² und Matryx Micro
| Marke | Salomon |
| Modell | S/Lab Genesis 2 |
| Marktstart | 1. August 2026 |
| Typ | Technischer Trail, Ultratrail im Gebirge |
| Sprengung | 6 mm |
| Stack Height (Vorfuß / Ferse) | 25 mm / 31 mm |
| Gewicht | 272 g |
| Schaum | optiFOAM² in zwei Dichten + integriertes activeCHASSIS |
| Obermaterial | Matryx Micro (leichter, abriebfester) |
| Außensohle | All-Terrain ContaGrip, Stollen 4 bis 5 mm |
| Empfohlene Distanz | Technische Ultratrails im Gebirge |
| Offizieller Preis | 200 € |

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optiFOAM² und activeCHASSIS: Was ändert sich unter dem Fuß?
Das activeCHASSIS ist bei Salomon nicht neu, aber seine Integration direkt in die Zwischensohle ändert einiges. Beim Vorgänger saß das Stabilitätschassis eher am Rand. Hier begleitet es die natürliche Laufbewegung stärker und bringt spürbar mehr Kontrolle, wenn der Trail unruhig wird, ohne dass du dich wie in einer starren Schale fühlst.
Der optiFOAM² mit zwei Dichten kombiniert eine reaktivere Schicht mit einer stabileren Basis. Das erinnert im Ansatz an das, was andere Marken bei ihren Carbon-Modellen bieten, nur ohne Platte. Das Ergebnis: eine deutlich lebendigere Energierückgabe als beim ersten Genesis, dazu mehr Haltbarkeit auf Dauer. Beim Obermaterial ersetzt Matryx Micro das Standard-Matryx. Es ist leichter und vor allem abriebfester, ein Schwachpunkt der V1, den Läufer bemängelt hatten, die ihre Schuhe auf Geröllfeldern verschleißen.
Der Tipp von RunMorph: Der S/Lab Genesis 2 spielt seine Stärken auf technischen Ultras im Gebirge aus. Für flüssig laufbare, vielseitige Trails passen der Hoka Tecton X 3 oder der Asics MetaFuji Trail 2 besser.
Der Praxistest: Präzision vor Komfort
Wir haben den S/Lab Genesis 2 auf Läufen von 15 bis 35 Kilometern getestet, von 5:00 min/km auf laufbaren Abschnitten bis zum zügigen Gehen in den steilsten Anstiegen. Beim Queren instabiler Geröllfelder macht das integrierte activeCHASSIS im Vergleich zur Vorgängergeneration klar den Unterschied: Der Fuß bleibt berechenbarer, mit weniger seitlichem Kippgefühl auf wackligem Untergrund. Auf nassem Fels hält die neue ContaGrip-Stollengeometrie, was sie verspricht, mit spürbar besserem Grip als die V1 unter gleichen Bedingungen.
Die Kehrseite dieser Präzision ist die S/Lab-typische Passform: schmal, umschließend, für schlanke Füße und für Leistung gemacht statt für den Komfort eines lockeren Dauerlaufs. Das ist an sich kein Mangel, aber du solltest es vor dem Kauf wissen, vor allem bei breiten Füßen.
Bei der Haltbarkeit bestätigen die ersten Kilometer das Versprechen des Matryx Micro: Das Obermaterial steckt Reibung an Fels und Ästen gut weg, während der Vorgänger in den Flexzonen schneller Verschleiß zeigte. Die klassische Schnürung ohne Schnellschnürsystem funktioniert gut, verlangt aber mehr Handarbeit als ein Seilzugsystem. Bei einem Schuh, der auf Präzision ausgelegt ist, ist das eine bewusste Entscheidung und kein Versäumnis.

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S/Lab Genesis 2 vs. Genesis 2: der Vergleich
| Kriterium | S/Lab Genesis 2 | Genesis 2 (Standardversion) |
| Preis | 200 € | 150 € |
| Ausrichtung | Elite, technische Ultratrails | Vielseitig, für alle Niveaus |
| Obermaterial | Matryx Micro | Standard-Matryx |
| Passform | Schmal, präzise | Großzügiger |
| Gewicht | 272 g | Etwas schwerer |
Der Unterschied zwischen den beiden Linien liegt vor allem in der Passform und im Anspruch der Zielgruppe. Der Hoka Tecton X 3 bleibt der Maßstab für ein ähnliches Läuferprofil, mit mehr Fokus auf Dämpfung als auf reine Präzision.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Neuer optiFOAM²-Schaum, deutlich lebendiger als das EVA der V1
- Integriertes activeCHASSIS, das die Stabilität auf instabilem Untergrund spürbar verbessert
- Spürbar besserer ContaGrip-Grip auf nassem Fels
- Abriebfesteres Obermaterial aus Matryx Micro
- Gezielte Weiterentwicklung, die genau die Schwächen der V1 behebt
Nachteile
- Hoher Preis (200 €), der häufigste Kritikpunkt in Nutzerbewertungen
- Schmale Passform, wenig geeignet für breite Füße
- Weniger Komfort als bei vielseitigeren Modellen
- Nischenschuh, kein Schuh für jeden Tag

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Unser Praxisfazit: für wen, und für welches RunMorph-Training?
Der S/Lab Genesis 2 richtet sich an Trailläufer, die sich auf ein anspruchsvolles Ziel im technischen Gebirge vorbereiten und schon wissen, was sie von einem Präzisionsschuh erwarten. Er ist kein Einstiegsschuh, um Trailrunning kennenzulernen, sondern ein Leistungswerkzeug für alle mit Erfahrung im schwierigen Gelände. Für ein Skyrace oder einen Ultra mit vielen technischen Passagen und Höhenmetern rechtfertigt dieses Duo aus Stabilität und Grip die Investition voll und ganz. Für flüssig laufbare Trails oder die ersten Schritte im Gebirge ist ein vielseitigerer, im Alltag bequemerer Schuh die vernünftigere Wahl.
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Das Urteil des RunMorph Coach
Der S/Lab Genesis 2 zeigt, wie eine gelungene Weiterentwicklung aussieht: Salomon hat die zwei Schwachpunkte der ersten Generation genau erkannt, einen zu braven Schaum und ausbaufähigen Grip bei Nässe, und sie behoben, ohne zu verwässern, was das Modell erfolgreich gemacht hat. Das Ergebnis ist ein lebendigerer und sichererer Schuh im technischen Gelände. Der Preis von 200 € und die S/Lab-typische Passform bleiben die Punkte, die du vor dem Kauf abwägen solltest. 8,5/10: eine Referenz für technische Ultratrails, gemacht für Läufer, die wissen, worauf sie sich einlassen.
Das nimmst du fürs Training mit
- Lebendigerer optiFOAM²: ein echter Gewinn an Dynamik gegenüber dem EVA-Schaum der V1.
- Integriertes activeCHASSIS: deutlich mehr Stabilität auf instabilem Untergrund.
- Verbesserter Grip: Die neue ContaGrip-Geometrie hält besser auf nassem Fels.
- Schmale Passform: Probier ihn vor dem Kauf an, wenn du breite Füße hast.
- Elite-Ausrichtung: gebaut für technische Ultras, nicht für den vielseitigen Alltagseinsatz.

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