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7. August 2026

Salomon S/Lab Genesis 2 im Test: gebaut für technische Ultras

8,5/10
Salomon S/Lab Genesis 2 im Test: gebaut für technische Ultras
  • Neuer optiFOAM²-Schaum, deutlich lebendiger als das EVA der V1
  • Integriertes activeCHASSIS, das die Stabilität auf instabilem Untergrund spürbar verbessert
  • Spürbar besserer ContaGrip-Grip auf nassem Fels
  • Hoher Preis (200 €), der häufigste Kritikpunkt in Nutzerbewertungen

Salomon wollte seinen Vorzeigeschuh nicht neu erfinden, sondern gezielt das korrigieren, was eine Korrektur verdient hatte. Der erste S/Lab Genesis hatte zwei Schwächen, die Ultratrail-Läufer gut kennen: Grip mit Luft nach oben auf matschigem Untergrund und eine blasse Energierückgabe. Zwei Jahre später liefert Version 2 auf beides eine gezielte Antwort. RunMorph hat den neuen Schaum und die neue Gummimischung dort getestet, wo das Modell seinen Ruf erworben hat: im technischen Gebirge.

Salomon S/Lab Genesis 2, 3/4-Ansicht von vorne

© Salomon, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Das Wichtigste in drei Sätzen

Der S/Lab Genesis 2 ist ein Elite-Trailschuh für technische Ultratrails im Gebirge, mit neuem optiFOAM²-Dämpfungsschaum in zwei Dichten und einer überarbeiteten ContaGrip-Außensohle für mehr Grip auf matschigem Untergrund. Er passt zu anspruchsvollen Trailläufern, die schon im schwierigen Gelände unterwegs sind und Präzision wichtiger finden als maximalen Komfort, doch der Preis von 200 € und die schmale, S/Lab-typische Passform machen ihn zum Schuh für Erfahrene. Eine gezielte, stimmige Weiterentwicklung statt einer Revolution, die die zwei echten Schwachpunkte der ersten Generation behebt.

8,5
/ 10 · RunMorph Gesamtnote
Dynamik
8,5 / 10
Stabilität
9 / 10
Grip
8,5 / 10
Komfort
7 / 10
Preis-Leistung
6 / 10
Für wen?Erfahrene Trailläufer, die Ultras im technischen Gebirge anpeilen und mit einer präzisen, schmalen Passform klarkommen.
Für wen nicht?Läufer, die einen vielseitigen, bequemen Schuh für gelegentliche Läufe auf flüssig laufbaren Trails suchen.

Salomon setzt auf gezielte Weiterentwicklung

Manche Marken krempeln bei jeder neuen Version alles um, um das Update zu rechtfertigen. Salomon macht es beim S/Lab Genesis 2, erhältlich seit dem 1. August 2026, genau andersherum: Die Silhouette bleibt wiedererkennbar, die Ausrichtung auf technische Ultratrails bleibt, aber die zwei Schwachpunkte der ersten Generation werden direkt angegangen. Der ursprüngliche EVA-Schaum mit seiner etwas blassen Energierückgabe weicht einem optiFOAM²-Aufbau mit zwei Dichten. Die ContaGrip-Gummimischung, auf nassem Fels ausbaufähig, bekommt eine neue Stollengeometrie für mehr Bodenkontaktfläche.

Erwarte also keinen verwandelten Schuh. Das ist ein Feinschliff, keine Neuentwicklung, und genau diesen Ansatz vertritt Salomon bei diesem Modell für die technische Elite ganz bewusst.

Technische Daten des S/Lab Genesis 2: optiFOAM² und Matryx Micro

MarkeSalomon
ModellS/Lab Genesis 2
Marktstart1. August 2026
TypTechnischer Trail, Ultratrail im Gebirge
Sprengung6 mm
Stack Height (Vorfuß / Ferse)25 mm / 31 mm
Gewicht272 g
SchaumoptiFOAM² in zwei Dichten + integriertes activeCHASSIS
ObermaterialMatryx Micro (leichter, abriebfester)
AußensohleAll-Terrain ContaGrip, Stollen 4 bis 5 mm
Empfohlene DistanzTechnische Ultratrails im Gebirge
Offizieller Preis200 €

Salomon S/Lab Genesis 2, Seitenansicht mit activeCHASSIS

© Salomon, offizielles Foto, redaktionell verwendet

optiFOAM² und activeCHASSIS: Was ändert sich unter dem Fuß?

Das activeCHASSIS ist bei Salomon nicht neu, aber seine Integration direkt in die Zwischensohle ändert einiges. Beim Vorgänger saß das Stabilitätschassis eher am Rand. Hier begleitet es die natürliche Laufbewegung stärker und bringt spürbar mehr Kontrolle, wenn der Trail unruhig wird, ohne dass du dich wie in einer starren Schale fühlst.

Der optiFOAM² mit zwei Dichten kombiniert eine reaktivere Schicht mit einer stabileren Basis. Das erinnert im Ansatz an das, was andere Marken bei ihren Carbon-Modellen bieten, nur ohne Platte. Das Ergebnis: eine deutlich lebendigere Energierückgabe als beim ersten Genesis, dazu mehr Haltbarkeit auf Dauer. Beim Obermaterial ersetzt Matryx Micro das Standard-Matryx. Es ist leichter und vor allem abriebfester, ein Schwachpunkt der V1, den Läufer bemängelt hatten, die ihre Schuhe auf Geröllfeldern verschleißen.

Der Tipp von RunMorph: Der S/Lab Genesis 2 spielt seine Stärken auf technischen Ultras im Gebirge aus. Für flüssig laufbare, vielseitige Trails passen der Hoka Tecton X 3 oder der Asics MetaFuji Trail 2 besser.

Der Praxistest: Präzision vor Komfort

Wir haben den S/Lab Genesis 2 auf Läufen von 15 bis 35 Kilometern getestet, von 5:00 min/km auf laufbaren Abschnitten bis zum zügigen Gehen in den steilsten Anstiegen. Beim Queren instabiler Geröllfelder macht das integrierte activeCHASSIS im Vergleich zur Vorgängergeneration klar den Unterschied: Der Fuß bleibt berechenbarer, mit weniger seitlichem Kippgefühl auf wackligem Untergrund. Auf nassem Fels hält die neue ContaGrip-Stollengeometrie, was sie verspricht, mit spürbar besserem Grip als die V1 unter gleichen Bedingungen.

Die Kehrseite dieser Präzision ist die S/Lab-typische Passform: schmal, umschließend, für schlanke Füße und für Leistung gemacht statt für den Komfort eines lockeren Dauerlaufs. Das ist an sich kein Mangel, aber du solltest es vor dem Kauf wissen, vor allem bei breiten Füßen.

Bei der Haltbarkeit bestätigen die ersten Kilometer das Versprechen des Matryx Micro: Das Obermaterial steckt Reibung an Fels und Ästen gut weg, während der Vorgänger in den Flexzonen schneller Verschleiß zeigte. Die klassische Schnürung ohne Schnellschnürsystem funktioniert gut, verlangt aber mehr Handarbeit als ein Seilzugsystem. Bei einem Schuh, der auf Präzision ausgelegt ist, ist das eine bewusste Entscheidung und kein Versäumnis.

Salomon S/Lab Genesis 2, Draufsicht und Profil des Matryx-Micro-Obermaterials

© Salomon, offizielles Foto, redaktionell verwendet

S/Lab Genesis 2 vs. Genesis 2: der Vergleich

KriteriumS/Lab Genesis 2Genesis 2 (Standardversion)
Preis200 €150 €
AusrichtungElite, technische UltratrailsVielseitig, für alle Niveaus
ObermaterialMatryx MicroStandard-Matryx
PassformSchmal, präziseGroßzügiger
Gewicht272 gEtwas schwerer

Der Unterschied zwischen den beiden Linien liegt vor allem in der Passform und im Anspruch der Zielgruppe. Der Hoka Tecton X 3 bleibt der Maßstab für ein ähnliches Läuferprofil, mit mehr Fokus auf Dämpfung als auf reine Präzision.

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Neuer optiFOAM²-Schaum, deutlich lebendiger als das EVA der V1
  • Integriertes activeCHASSIS, das die Stabilität auf instabilem Untergrund spürbar verbessert
  • Spürbar besserer ContaGrip-Grip auf nassem Fels
  • Abriebfesteres Obermaterial aus Matryx Micro
  • Gezielte Weiterentwicklung, die genau die Schwächen der V1 behebt
Nachteile
  • Hoher Preis (200 €), der häufigste Kritikpunkt in Nutzerbewertungen
  • Schmale Passform, wenig geeignet für breite Füße
  • Weniger Komfort als bei vielseitigeren Modellen
  • Nischenschuh, kein Schuh für jeden Tag

Salomon S/Lab Genesis 2, ContaGrip-Außensohle im Einsatz

© Salomon, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Unser Praxisfazit: für wen, und für welches RunMorph-Training?

Der S/Lab Genesis 2 richtet sich an Trailläufer, die sich auf ein anspruchsvolles Ziel im technischen Gebirge vorbereiten und schon wissen, was sie von einem Präzisionsschuh erwarten. Er ist kein Einstiegsschuh, um Trailrunning kennenzulernen, sondern ein Leistungswerkzeug für alle mit Erfahrung im schwierigen Gelände. Für ein Skyrace oder einen Ultra mit vielen technischen Passagen und Höhenmetern rechtfertigt dieses Duo aus Stabilität und Grip die Investition voll und ganz. Für flüssig laufbare Trails oder die ersten Schritte im Gebirge ist ein vielseitigerer, im Alltag bequemerer Schuh die vernünftigere Wahl.

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Das Urteil des RunMorph Coach

Der S/Lab Genesis 2 zeigt, wie eine gelungene Weiterentwicklung aussieht: Salomon hat die zwei Schwachpunkte der ersten Generation genau erkannt, einen zu braven Schaum und ausbaufähigen Grip bei Nässe, und sie behoben, ohne zu verwässern, was das Modell erfolgreich gemacht hat. Das Ergebnis ist ein lebendigerer und sichererer Schuh im technischen Gelände. Der Preis von 200 € und die S/Lab-typische Passform bleiben die Punkte, die du vor dem Kauf abwägen solltest. 8,5/10: eine Referenz für technische Ultratrails, gemacht für Läufer, die wissen, worauf sie sich einlassen.

Das nimmst du fürs Training mit

  • Lebendigerer optiFOAM²: ein echter Gewinn an Dynamik gegenüber dem EVA-Schaum der V1.
  • Integriertes activeCHASSIS: deutlich mehr Stabilität auf instabilem Untergrund.
  • Verbesserter Grip: Die neue ContaGrip-Geometrie hält besser auf nassem Fels.
  • Schmale Passform: Probier ihn vor dem Kauf an, wenn du breite Füße hast.
  • Elite-Ausrichtung: gebaut für technische Ultras, nicht für den vielseitigen Alltagseinsatz.

Salomon S/Lab Genesis 2 am Fuß

© Salomon, offizielles Foto, redaktionell verwendet

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