Alle Tests
12. August 2026

Salomon Ultra Carbon Foldable im Test: steif, stimmig, teuer

8/10
Salomon Ultra Carbon Foldable im Test: steif, stimmig, teuer
  • Steifigkeit auf 50 km technischem Gelände bestätigt, kein spürbares Spiel
  • Carbon/Widia-Spitze greift auf nassem Fels genauso wie auf hartem Schnee
  • Custom-Quiver-kompatibel, direkte Einbindung in die bereits getesteten Salomon-Rucksäcke
  • 160 g, schwerer als die Marktreferenz (Leki Superlite, 137 g)

Salomon dominiert den Markt für Trail-Laufwesten und Bergschuhe, fehlte aber seltsamerweise bei den Stöcken. Dieses Feld überließ die Marke bislang Leki, Black Diamond und den französischen Spezialisten. Der Ultra Carbon Foldable ändert das: ein Stock aus 100 % Carbon, dreiteilig faltbar dank Split-Second-System und darauf ausgelegt, sich in das Custom-Quiver-System der Salomon-Rucksäcke einzufügen. Mit 160 Euro zielt Salomon klar auf das obere Marktsegment.

Salomon Ultra Carbon Foldable, ausgeklappter Stock

© Salomon, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der Ultra Carbon Foldable ist Salomons erster hochwertiger Faltstock, gebaut um ein Rohr aus 100 % Carbon und das dreiteilige Faltsystem Split Second. Die Carbon/Widia-Spitze greift auf nassem Fels genauso zuverlässig wie auf hartem Schnee, und Praxisberichte bestätigen eine Steifigkeit, die auch nach mehreren Dutzend Kilometern nicht nachlässt. Mit 160 Euro bleibt er allerdings teuer im Vergleich zu direkten Konkurrenten, die leichter oder günstiger sind.

8
/ 10 · RunMorph Gesamtnote
Gewicht
7,5 / 10
Faltmaß/Packmaß
8,5 / 10
Halt/Schlaufe
8 / 10
Griff/Spitze
8,5 / 10
Preis-Leistung
6,5 / 10
Für wen?Für Trailrunner, die schon mit Salomon unterwegs sind (Rucksack, Schuhe), einen Stock für den Custom Quiver suchen und Steifigkeit über maximale Leichtigkeit stellen.
Für wen nicht?Für alle, die um jeden Preis Gramm sparen wollen (der Leki Superlite wiegt 23 g weniger), oder für ein knappes Budget.

Salomon und der Trailstock: das letzte Puzzleteil

Salomon hat seine Vormachtstellung im Trailrunning zuerst mit Schuhen und dann mit Rucksäcken aufgebaut. Die Adv Skin 12 und die S/Lab Ultra 12 gelten heute als Referenz bei den Laufwesten. Nur der Stock fehlte noch im Ökosystem, dieses Feld gehörte Leki, Black Diamond, Raidlight oder Komperdell. Der Ultra Carbon Foldable schließt diese Lücke mit einem klaren Ziel: Das Custom-Quiver-System, das schon in den neuesten Salomon-Rucksäcken steckt, soll endlich einen Stock derselben Marke tragen, aus demselben Ökosystem und mit demselben Versprechen perfekter Kompatibilität.

Die kommerzielle Wette liegt auf der Hand. Die technische weniger: Salomon betritt ein Segment, in dem Leki und die Spezialisten ihre Carbonkonstruktionen seit fünfzehn Jahren verfeinern, mit Modellen unter 140 g. Der Ultra Carbon Foldable versucht gar nicht erst, diesen Gewichtsrekord zu knacken. Er setzt auf Steifigkeit und auf die Einbindung ins Sortiment.

Technische Daten des Ultra Carbon Foldable: was Salomon ins Rohr gepackt hat

MarkeSalomon
ModellUltra Carbon Foldable
ArtikelnummerL47543100 (Black/Sulphur Spring) / SALO07714 (Blau)
Gewicht160 g bis 173 g pro Stock, je nach Länge
Rohrmaterial100 % Carbon, Durchmesser 14 mm
FaltsystemSplit Second Carbon, 3 Segmente
Packmaß33 bis 44 cm, je nach Länge
SpitzeCarbon/Widia (Wolframkarbid und Kobalt)
GriffLeichter Schaum
HandschlaufeTrailrunning-Schlaufe, leicht und atmungsaktiv
Längen100 bis 140 cm in 5-cm-Schritten, Unisex
Köcher-KompatibilitätSalomon Custom Quiver
Offizieller Preis160 €

Die Durchschnittsbewertung auf der offiziellen Produktseite von Salomon.com liegt bei 4,6/5 aus 28 Bewertungen. Ein starker Wert für den allerersten Stock der Marke, der sich aber auf Dauer gegen seit Jahren etablierte Modelle erst noch bewähren muss.

Split Second Carbon: das Faltsystem in der Praxis

Der Name fasst den Anspruch zusammen: Laut Salomon lässt sich der Stock in Sekundenbruchteilen dreiteilig falten. Konkret handelt es sich um ein System mit gespanntem Innenseil, im Prinzip identisch mit dem der meisten hochwertigen Faltstöcke auf dem Markt (Leki FX.One, Black Diamond Distance Carbon Z). Hier ist es jedoch auf ein Rohr aus 100 % Carbon mit 14 mm Durchmesser abgestimmt, das steifer ist als Hybridrohre aus Carbon und Aluminium.

Die Carbon/Widia-Spitze ist das zweite technische Verkaufsargument. Anders als eine klassische Hartmetallspitze soll die Widia-Legierung (gesintertes Wolframkarbid und Kobalt) laut Salomon auf Fels verschleißfester sein und trotzdem zuverlässig auf hartem Schnee und Eis greifen, einem Untergrund, auf dem viele reine Carbonspitzen wegrutschen.

Salomon Ultra Carbon Foldable, Paar Faltstöcke

© Salomon, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Der Praxistest: Steifigkeit bestätigt, Einsatzbereich hängt vom Gelände ab

Der RunMorph-Tipp: Verriegle das Split-Second-System nach jedem Ausklappen sorgfältig. Ein nicht ganz eingerastetes Segment verliert an Steifigkeit, und das spürst du schon beim ersten Abstoßen bergauf.

Ein Test über 50 km berichtet, dass die Rohre ihre anfängliche Steifigkeit vom ersten bis zum letzten Kilometer behalten haben, auch auf wiederholten felsigen und wurzeligen Passagen, ohne spürbares Spiel oder störendes Nachgeben in der Hand. Derselbe Bericht hebt die Robustheit der Spitze auf Fels und Wurzeln hervor, passend zum Werbeversprechen der Carbon/Widia-Spitze.

Die Nutzerbewertungen auf der offiziellen Produktseite (4,6/5 aus 28 Bewertungen) zeichnen dasselbe Gesamtbild: ein zuverlässiger, robuster Stock ohne gemeldete größere Schwächen. Unabhängige Messungen bei intensiverem Wandereinsatz dämpfen dieses Lob allerdings. Das geringe Gewicht des Rohrs, im Trailrunning ein klarer Vorteil, wird beim Wandern mit schwerem Gepäck oder auf langen Schlammpassagen zur Grenze, denn der Stock ist nicht dafür gebaut, das Gewicht eines Expeditionsrucksacks abzufangen. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage des Einsatzes. Im reinen Trailrunning hält der Ultra Carbon Foldable, was er verspricht. Beim Wandern mit schwerem Gepäck ist er nicht in seinem Element.

Ultra Carbon Foldable vs. Leki Ultratrail FX.One Superlite: der Vergleich

KriteriumSalomon Ultra Carbon FoldableLeki Ultratrail FX.One Superlite
Gewicht160 g137 g
Preis160 €~190 €
Rohrmaterial100 % Carbon, 14 mm4 Segmente, HRC-Carbon
FaltsystemSplit Second Carbon, 3 SegmenteFaltbar, 4 Segmente
SpitzeCarbon/WidiaWolframkarbid
ÖkosystemSalomon Custom QuiverEigenes Leki-System

Der Leki bleibt pro Stock 23 g leichter, ein Unterschied, den du auf einem langen Ultra merkst. Dafür kostet der Ultra Carbon Foldable 30 Euro weniger und passt vor allem direkt in den Custom Quiver, wenn du schon einen Salomon-Rucksack trägst. Die Entscheidung fällt eher beim Ökosystem als beim nackten Datenblatt.

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Steifigkeit auf 50 km technischem Gelände bestätigt, kein spürbares Spiel
  • Carbon/Widia-Spitze greift auf nassem Fels genauso wie auf hartem Schnee
  • Custom-Quiver-kompatibel, direkte Einbindung in die bereits getesteten Salomon-Rucksäcke
  • Starke Nutzerbewertung (4,6/5 aus 28 offiziellen Bewertungen)
Nachteile
  • 160 g, schwerer als die Marktreferenz (Leki Superlite, 137 g)
  • Hoher Preis von 160 €, im teuersten Segment des Stockangebots
  • Nicht für Wanderungen mit schwerem Gepäck gebaut, anders als vielseitigere Stöcke
  • Erstes Modell der Marke, daher noch keine Erfahrungswerte zur Langzeit-Haltbarkeit

Unser Praxisfazit: für wen?

Der Ultra Carbon Foldable richtet sich vor allem an Läufer, die schon im Salomon-Ökosystem zu Hause sind: Wer einen Custom-Quiver-kompatiblen Rucksack besitzt und ein stimmiges Setup statt eines Gewichtsrekords sucht, ist hier richtig. Kaufst du deine ersten Stöcke ohne Markenbindung, lohnt sich je nach Budget ein Vergleich mit den Kiprun Bâtons Trail Carbone oder den Guidetti Platinium Néo.

Um an den Anstiegen stärker zu werden, für die sich Stöcke überhaupt lohnen, braucht dein Training vorher eine klare Struktur. Die trailspezifischen RunMorph-Trainingspläne enthalten Kraft- und Bergeinheiten, die dich gezielt auf den Stockeinsatz im Wettkampf vorbereiten.

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Für den ersten Stock liefert Salomon ein solides Produkt ohne größere Schwäche im Praxiseinsatz, erfindet aber nichts neu. Der Leki Superlite bleibt leichter, und mehrere französische Stöcke unter 180 € bieten eine vergleichbare Verarbeitung. Das Argument, das wirklich den Ausschlag gibt, ist die Custom-Quiver-Integration für alle, die schon einen aktuellen Salomon-Rucksack besitzen: ein echter Mehrwert, kein Marketing-Gag.

8/10. Ein zuverlässiger, gut gebauter Stock, dessen Preis sich aber nur dann voll rechtfertigt, wenn du schon im Salomon-Ökosystem unterwegs bist. Sonst bieten der Leki Ultratrail FX.One Superlite oder die Kiprun Bâtons Trail Carbone je nach deiner Priorität mehr Leistung fürs Geld.

Das Wichtigste für dein Training

  • 160 g pro Stock: ordentlich, aber keine Gewichtsreferenz. Der Abstand zur Marktspitze bleibt auf einem Ultra spürbar.
  • Faltsystem Split Second Carbon: Verriegle das System nach dem Ausklappen immer, damit das Rohr seine volle Steifigkeit behält.
  • Carbon/Widia-Spitze: ein echter Vorteil auf hartem Schnee und nassem Fels, erste Wahl für feuchte Mittelgebirgstrails.
  • Custom-Quiver-kompatibel: Prüfe vor dem Kauf, ob dein Salomon-Rucksack das System wirklich hat, wenn das dein Kaufargument ist.
  • Kein Stock für schweres Gepäck: Lass ihn ein Trailrunning-Stock bleiben, nicht unter einem großen Expeditionsrucksack.
← Zurück zu den Tests