Alle Tests
23. August 2026

Scosche Rhythm24 im Test: Pulsarmband mit 24 Stunden Akku

8,2/10
Scosche Rhythm24 im Test: Pulsarmband mit 24 Stunden Akku

Auf den Brustgurt verzichten, ohne bei der Genauigkeit Abstriche zu machen: Dieses Versprechen können die meisten optischen Pulsarmbänder auf Dauer kaum halten. Der Scosche Rhythm24 wagt den Versuch schon seit mehreren Jahren und ist bis heute einer der wenigen Armsensoren, die eine Akkulaufzeit von fast 24 Stunden versprechen. RunMorph hat ihn genau unter die Lupe genommen, um herauszufinden, ob er sich gegen die Konkurrenz noch behaupten kann.

8,2

Das Wichtigste in 3 Sätzen: Auf dem Rollentrainer und bei Intervallen hält der Scosche Rhythm24 mit einem Brustgurt mit, beim Aufwärmen und beim Schwimmen fällt er etwas ab. Seine Akkulaufzeit von 24 Stunden und sein interner Speicher bleiben in diesem Segment die Referenz. Größte Schwäche bleibt die Smartphone-App, die es nur auf Englisch gibt.

Genauigkeit78 %
Komfort82 %
Akkulaufzeit92 %
Kompatibilität88 %
Preis-Leistung72 %
Scosche Rhythm24, optisches Pulsarmband
© Scosche, offizielles Foto, verwendet zu redaktionellen Zwecken
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote

Ein optisches Pulsarmband, das sich im Markt für Laufzubehör hält

Der Markt für Pulssensoren am Arm hat sich weitgehend in drei Gruppen aufgeteilt: vielseitige optische Armbänder wie der Polar OH1+, auf Erholung und Schlaf ausgerichtete Sensoren wie das Whoop und Armbänder mit langer Akkulaufzeit wie der Scosche Rhythm24. Letzterer besetzt eine klare Nische: Läufer, die den Brustgurt loswerden wollen, ohne ständig nachzuladen. Während die meisten optischen Armsensoren bei 10 bis 20 Stunden Akkulaufzeit an ihre Grenze kommen, verspricht der Rhythm24 bis zu 24 Stunden Dauerbetrieb. Genau dieser Wert begründet seit dem Marktstart seinen Ruf.

Scosche Rhythm24 auf dem Rennrad
© Scosche, offizielles Foto, verwendet zu redaktionellen Zwecken

Neu ist der Sensor streng genommen nicht: Scosche hat ihn seit der Vorstellung in kleinen Schritten weiterentwickelt, ohne ihn je aus dem Sortiment zu nehmen. Diese kommerzielle Langlebigkeit, selten bei vernetztem Zubehör, spricht für ein solides technisches Konzept. RunMorph hatte bisher noch keinen Scosche-Sensor getestet: die Gelegenheit, diese Lücke mit einem Produkt zu schließen, das weiterhin aktiv verkauft und von mehreren unabhängigen Testern dokumentiert wird.

Technische Daten

MerkmalScosche Rhythm24
SensortypOptisches Armband (Arm, Bizeps oder Unterarm)
Optischer SensorDoppel-LED grün + gelb (Technologie Valencell / PerformTek)
KonnektivitätANT+ und Bluetooth Smart gleichzeitig
AkkulaufzeitBis zu 24 Stunden Dauerbetrieb
Interner SpeicherBis zu etwa 13 Stunden Training ohne verbundenes Gerät
WasserschutzIP68, laut Hersteller bis 3 Meter Tauchtiefe
ModiLaufen, Radfahren, Schwimmen, nur Puls, Herzfrequenzvariabilität, Triathlon und Duathlon
KadenzÜber internen Beschleunigungssensor gemessen (Laufen und Radfahren)
AppRhythm Sync (iOS und Android, Oberfläche nur auf Englisch)
KompatibilitätMehr als 200 Apps und Geräte von Drittanbietern (Garmin, Strava, Peloton, Zwift, Training Peaks...)
RichtpreisEtwa 90 bis 110 Euro je nach Händler

Optische Doppel-LED-Technologie von Valencell

Textilarmband und Sensormodul des Scosche Rhythm24
© Scosche, offizielles Foto, verwendet zu redaktionellen Zwecken

Im Scosche Rhythm24 steckt ein optischer Sensor von Valencell (auch bei anderen Marken der Branche verbaut), der eine grüne und eine orange LED kombiniert, um den Blutfluss bei unterschiedlichen Hauttönen besser zu erfassen. Scosche selbst vermarktet denselben Ansatz mit zwei Wellenlängen unter eigenem Namen: PerformTek. Das Ziel ist in beiden Fällen dasselbe: Messfehler durch die Hautpigmentierung reduzieren, ein häufiges Problem bei optischen Sensoren mit nur einer LED.

Getragen wird das Gehäuse am oberen Unterarm, am Bizeps oder am Trizeps, nie am Handgelenk. Diese Position, die die meisten Hersteller optischer Armbänder vorgeben, reduziert Bewegungsartefakte im Vergleich zur Messung am Handgelenk und ist bei Long Runs trotzdem deutlich angenehmer als ein Brustgurt. Der interne Speicher nimmt mehrere Stunden Training auf und ist beim Schwimmen besonders nützlich, denn unter Wasser kommen ANT+- und Bluetooth-Signale nicht durch. Die Daten werden lokal aufgezeichnet und nach dem Verlassen des Beckens synchronisiert.

Praxistest: Wie gut misst er wirklich?

RunMorph hat die Ergebnisse mehrerer Tester verglichen, die den Rhythm24 gegen Referenz-Brustgurte antreten ließen. Je nach Protokoll gehen die Resultate auseinander, und das sagen wir offen, statt es zu glätten.

Scosche Rhythm24 im Profil
© Scosche, offizielles Foto, verwendet zu redaktionellen Zwecken

Der ausführlichste Test auf Französisch stammt von nakan.ch: Dort musste das Armband fünf verschiedene Protokolle gegen einen Garmin HRM-Tri-Brustgurt und einen gleichzeitig getragenen Polar OH1+ absolvieren. Auf dem Rollentrainer, ohne Vibrationen und Kälte, liegt die Kurve des Rhythm24 fast deckungsgleich auf der des Brustgurts. Bei Bergintervallen folgt das Armband schnellen Pulswechseln sauber, mit der für optische Sensoren typischen Verzögerung von etwa fünf Sekunden. Bei einem Schwellenblock dagegen stellte der Tester beim Aufwärmen eine deutliche Überschätzung fest, dann in der ersten Wiederholung eine punktuelle Abweichung von sieben bis acht Schlägen pro Minute gegenüber dem Brustgurt, bevor sich der Wert stabilisierte. Auf dem Mountainbike bleibt die Genauigkeit insgesamt gut, nach einer Pause treten aber Aussetzer auf. Beim Schwimmen schließlich tut sich das Armband schwer, Pulsänderungen zu folgen, während ein an der Schläfe getragener Polar OH1 in diesem Vergleich besser abschnitt.

Ganz anders ein englischsprachiger Test mit einem Polar H10-Brustgurt und dem Handgelenksensor einer Garmin Forerunner 935 als Referenz auf klassischen Laufeinheiten: Die Abweichung lag nie über ein bis zwei Schlägen pro Minute, ohne überschätzte Belastungsspitze und ohne Verzögerung beim Cool-down, zwei typische Schwächen von Handgelenksensoren. Dass die beiden Tests so unterschiedlich streng ausfallen, liegt vor allem an den Protokollen: nakan.ch hat den Sensor in anspruchsvolle Situationen gebracht (Schwelle, Mountainbike, Schwimmen), während der englischsprachige Test bei gewöhnlichen Laufeinheiten blieb. Die Seite montre-cardio-gps.fr bestätigt ihrerseits die Herstellerangaben (doppelte Akkulaufzeit gegenüber der Vorgängergeneration, interner Speicher, doppelte Konnektivität), ohne jedoch einen eigenen Vergleich mit Zeitmessung durchzuführen.

Der Tester von nakan.ch prüfte außerdem, ob Sonnencreme, die einen Teil des Lichtspektrums filtert, die optische Messung stört: Bei mehreren Läufen mit und ohne Sonnenschutz unter dem Armband zeigte sich keine Verfälschung.

Scosche Rhythm24 vs. Polar OH1+: der Vergleich

KriteriumScosche Rhythm24Polar OH1+
AkkulaufzeitBis zu 24 Stunden10 bis 12 Stunden
Interner SpeicherEtwa 13 StundenJa, begrenzter
GrößeVoluminöserKompakter und unauffälliger
KonnektivitätANT+ und Bluetooth gleichzeitigANT+ und Bluetooth Smart
AppNur EnglischMehrsprachig, intuitiver
AusrichtungAkkulaufzeit und Multisport-VielseitigkeitKomfort und einfache Bedienung

Die Wahl fällt schnell: Der Rhythm24 ist für alle, die ihren Sensor nicht jede Woche laden wollen und lange Einheiten im Standalone-Modus aufzeichnen möchten. Der Polar OH1+ ist kompakter und im Alltag einfacher zu handhaben, zahlt dafür aber mit einer deutlich kürzeren Akkulaufzeit.

Vor- und Nachteile

Für wen?

Der Scosche Rhythm24 passt zu Läufern, die viele Long Runs absolvieren, ohne ihr Equipment ständig zu laden, zu Triathleten, die einen einzigen Sensor für alle drei Disziplinen wollen, und zu Schwimmern, die ihren Puls im Becken oder im Freiwasser autonom aufzeichnen möchten.

Für wen nicht?

Weniger geeignet ist er, wenn du den kompaktesten Sensor suchst oder maximale Genauigkeit bei Schwellenbelastungen und abrupten Tempowechseln willst: Dort bleibt ein Brustgurt zuverlässiger.

Scosche Rhythm24 auf seiner USB-Ladestation
© Scosche, offizielles Foto, verwendet zu redaktionellen Zwecken

Was RunMorph aus diesem Test mitnimmt: Akkulaufzeit und interner Speicher machen den Rhythm24 zu einem ernsthaften Partner für lange Einheiten und Multisport. Die rein englische App und die schwächere Genauigkeit bei harten Belastungen und im Wasser setzen ihn aber eine Stufe hinter die besten Brustgurte am Markt.

Mach Fortschritte mit einem Trainingsplan, der zu deiner Ausrüstung passt

Ein Pulssensor ist, egal wie genau, nur so gut wie das, was du damit machst. RunMorph bietet personalisierte Trainingspläne, die deine Herzfrequenzzonen einbeziehen, ob du einen Brustgurt trägst oder ein optisches Armband wie den Rhythm24. Entdecke die RunMorph-Pläne und mach aus deinen Pulsdaten echten Fortschritt.

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Auch mehrere Jahre nach dem Marktstart ist der Scosche Rhythm24 eines der wenigen optischen Pulsarmbänder, die 24 Stunden Akkulaufzeit ohne Schwächeln durchhalten. Gleicht man die Testberichte ab, ist die Genauigkeit bei gleichmäßigen Belastungen und Intervallen solide, beim Aufwärmen, an der Schwelle und beim Schwimmen dagegen fragwürdiger. Die rein englischsprachige und wenig intuitive App bremst die Verbreitung bei Nutzern ohne Englischkenntnisse weiterhin. RunMorph vergibt 8,2/10: eine gute Wahl, wenn dir Akkulaufzeit und Multisport wichtig sind, weniger naheliegend, wenn du absolute Genauigkeit bei harten Belastungen suchst.

Das nimmst du für dein Training mit

  • Trag das Armband am oberen Unterarm oder am Bizeps, nie zu eng, um Messartefakte zu begrenzen.
  • Aktiviere vor dem Start der Aufzeichnung den passenden Modus (Laufen, Radfahren, Schwimmen): Die Algorithmen passen sich entsprechend an.
  • Bei Schwellenbelastungen oder sehr harten Intervallen musst du mit gelegentlichen Abweichungen gegenüber einem Brustgurt rechnen.
  • Nutze den internen Speicher beim Schwimmen, wenn du keine kompatible Uhr trägst.
  • Lade den Sensor einmal pro Woche, statt zu warten, bis der Akku ganz leer ist.
← Zurück zu den Tests