Alle Tests
25. September 2026

Adidas Terrex Agravic Speed 2: der Trail-Racer ohne Platte von adidas (kompletter Test)

8,3/10
Adidas Terrex Agravic Speed 2: der Trail-Racer ohne Platte von adidas (kompletter Test)

220 Gramm, ein Super-Shoe-Schaum von der Straße, eine Continental-Sohle und null Platte: Der adidas Terrex Agravic Speed 2 ist der leichteste Trailschuh, den die Marke mit den drei Streifen je gebaut hat. Seit dem 1. Februar 2026 für 160 € erhältlich, zielt er auf kurze, schnelle Rennen. Bei RunMorph haben wir unabhängige Labormessungen und Praxistests aus Frankreich und aller Welt zusammengetragen, um dir zu sagen, ob dieser minimalistische Racer einen Platz in deiner Rotation verdient.

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der Agravic Speed 2 ist der Kurzstrecken-Trail-Racer im adidas-Line-up 2026: 220 g laut Hersteller (232 bis 238 g gemessen, je nach Größe), Lightstrike Pro als Hauptschaumschicht mit Lightstrike-Rahmen, eine Continental-Außensohle mit voller Abdeckung und vor allem keine Platte, anders als bei seiner großen Schwester, dem Speed Ultra 2. Das Ergebnis: ein spritziger, wendiger Schuh mit viel Bodengefühl, gebaut für Trails von 10 bis 42 km in zügigem Tempo auf gut laufbarem Gelände. Die schmale Passform und die kaum strukturierte Ferse machen ihn zum Schuh für Mittel- und Vorfußläufer: Fersenläufer und alle, die im Schlamm unterwegs sind, schauen sich besser woanders um.

8,3
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Leichtigkeit
9,2 / 10
Dynamik
8,5 / 10
Grip
8,5 / 10
Stabilität
7 / 10
Preis-Leistung
8,6 / 10
Für wen?Für schnelle Trailläufer, die über den Mittel- oder Vorfuß laufen und einen Kurzstrecken-Racer (10 bis 42 km) ohne Platte wollen: bodennah und ultraleicht.
Für wen nicht?Für Fersenläufer, schwere Läufer oder starke Überpronierer und alle, die auf Schlamm oder sehr technischem Terrain laufen: Die schmale Passform und die 3 bis 4 mm hohen Stollen stoßen schnell an ihre Grenzen.

Adidas Terrex Agravic Speed 2: der Kurzstreckenpfeil im Line-up 2026

Für 2026 hat adidas Terrex seine komplette Trail-Palette in vier klar abgegrenzte Modelle umgebaut: den Agravic 4 fürs tägliche Training, den Agravic TT für technisches Gelände, den Terrex Agravic Speed Ultra 2 für Ultras und diesen Agravic Speed 2 für Kurzstreckenrennen. Die deutsche Marke präsentiert ihn als ihren bislang leichtesten Trailschuh, befreit von allem, was keine echte Leistung bringt.

Die Wette ist klar: das Rezept, das den Adizero EVO SL auf der Straße erfolgreich gemacht hat (Premium-Schaum Lightstrike Pro, keine Platte, wenig Gewicht, aggressiver Preis), auf die Trails übertragen. Wo der Speed Ultra 2 für Ultras 44 mm Schaum und Energy Rods stapelt, geht der Speed 2 auf 34 mm an der Ferse runter und verzichtet auf jedes versteifende Element. Zwei unterschiedliche Philosophien, zwei Zieldistanzen.

adidas Terrex Agravic Speed 2, Dreiviertelansicht von vorne, Farbe Core Black Grey Two

© adidas, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Objektive technische Daten

Merkmaladidas Terrex Agravic Speed 2
Gewicht220 g laut Hersteller (Größe 42), 232 bis 238 g in US 9 gemessen von unabhängigen Laboren und Testern
Stack34 mm Ferse / 26 mm Vorfuß
Sprengung8 mm
SchaumLightstrike Pro (Hauptschicht) + umlaufender Lightstrike-Rahmen, ohne Platte oder Rods
AußensohleContinental-Gummi mit voller Abdeckung, multidirektionale Stollen von 3 bis 4 mm
ObermaterialÜberarbeitetes technisches Mesh, nahtlose Overlays, dünne Zunge mit Zwickel
Flexibilität11,9 N im Biegetest gemessen (sehr flexibel, Durchschnitt im Trail-Segment: ~14,7 N)
AtmungsaktivitätHöchstnote (5/5) im unabhängigen Labortest
PassformSchmal, flache Zehenbox, fällt größengerecht aus
Preis160 € zum Marktstart (Februar 2026), im September 2026 zwischen 108 und 148 € gesehen

adidas Terrex Agravic Speed 2, seitliche Profilansicht mit silbernen drei Streifen

© adidas, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Im Gelände: ein EVO SL, der auf den Trails groß geworden ist

Die Tester sind sich einig: Der Speed 2 läuft sich wie ein schneller Straßenschuh, dem Stollen gewachsen sind. Der Lightstrike-Pro-Schaum, derselbe wie im Straßen-Adios-Pro, liefert einen klaren, direkten Rebound und für einen Trailschuh ohne Platte eine sehr ordentliche Energierückgabe. Die im Labor gemessene Flexibilität (11,9 N, deutlich unter dem Segmentdurchschnitt) zeigt sich am Fuß als flüssiges Abrollen, das dem Gelände folgt, statt es zu dominieren.

Auf gut laufbaren Pfaden, Forstwegen und Schotter ist er zwischen 3:45 und 4:45 min/km ein Genuss: Der Schuh verschwindet, das Antreten kommt sofort und die Continental-Sohle gibt auf nassem Fels ebenso Sicherheit wie auf trockener Erde. Die Tester loben außerdem die bemerkenswerte Traktion auf asphaltierten Verbindungsstücken, wo sich der Speed 2 fast wie ein Straßen-Racer verhält. Sobald das Gelände aber steiler oder matschiger wird, holen dich die 3 bis 4 mm hohen Stollen und die schmale Plattform im Mittelfuß auf den Boden zurück: Das ist weder ein Schlammspezialist noch ein Schuh für technische Downhills.

Der Knackpunkt Nummer eins, den mehrere unabhängige Tests hervorheben: die Passform. Die Zehenbox ist schmal, das Volumen insgesamt gering und die Ferse fast unstrukturiert (Fersenkappe mit 1/5 bei der Steifigkeit im Labor bewertet). Wenn du über den Vor- oder Mittelfuß läufst, ist alles gut: Die breite Basis vorne (119,5 mm gemessen) bietet einen stabilen, präzisen Stand. Für Fersenläufer kann die Kombination aus schmaler Ferse (82 mm gemessen) und weicher Fersenkappe ein schwammiges Gefühl erzeugen, vor allem bergab mit müden Beinen. Läufer mit leichter Überpronation berichten zudem von medialer Instabilität im Mittelfuß auf langen Läufen.

Der Tipp von RunMorph: Wenn du einen Kurzstrecken-Trail-Racer mit Premium-Schaum suchst, dir die sehr schmale Passform des Speed 2 aber Sorgen macht, schau dir den Hoka Zinal 3 (253 g, 5-mm-Stollen, gleicher Preis) oder den Inov-8 TrailFly Speed V2 an, der auf nassem Fels besser greift. Wenn du auf Ultras zielst, geh direkt zum Speed Ultra 2.

Agravic Speed 2 vs. Agravic Speed Ultra 2: der Vergleich

Das ist die Frage, die sich jeder im Laden stellt: zwei Schuhe mit fast identischem Namen, zwei völlig unterschiedliche Einsatzzwecke. Bei RunMorph haben wir beide getestet, und die Wahl ist eigentlich einfach.

KriteriumAgravic Speed 2Agravic Speed Ultra 2
Zieldistanz10 bis 42 km, kurze und schnelle Rennen50 km bis 100 Meilen, laufbare Ultras
Gewicht220 g laut Hersteller (232-238 g gemessen)269 g gemessen
Stack34 / 26 mm, bodennah44 / 36 mm, Maximaldämpfung
VortriebKeine Platte, maximale FlexibilitätEnergy Rods aus Pebax, aggressiver 30°-Rocker
PlattformSchmal im Mittelfuß und an der FerseVorne sehr breit, hinten schmal
StabilitätGut bei Vorfußlauf, instabil bei FersenlaufAnspruchsvoll: nur für Mittelfußläufer
Preis160 € (ab 108 € gesehen)230 €

Kurz gesagt: Der Speed 2 ist im Alltag der vielseitigere der beiden und der zugänglichere, beim Preis wie beim Laufgefühl. Der Speed Ultra 2 lohnt sich nur, wenn du Ultrakilometer auf laufbarem Gelände sammelst. Für technische Trails ist keiner von beiden ideal: Das ist die Aufgabe des Terrex Agravic TT, der dritten Säule der Palette.

Continental-Außensohle des adidas Terrex Agravic Speed 2, Stollen von 3 bis 4 mm

© adidas, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Federgewicht: der leichteste Trailschuh, den adidas je produziert hat
  • Lebendiger, langlebiger Lightstrike-Pro-Schaum ohne störende Platte
  • Continental-Sohle mit voller Abdeckung, top auf trockenem und nassem Untergrund
  • Maximale Atmungsaktivität, ideal bei großer Hitze
  • Aggressiver Preis: 160 €, im Handel schon um 110-135 €
Nachteile
  • Schmale Passform und flache Zehenbox: breite Füße werden leiden
  • Kaum strukturierte Ferse, instabil für Fersenläufer
  • 3-4-mm-Stollen stoßen in tiefem Schlamm an ihre Grenzen
  • Minimalistisches Obermaterial: schwächere Haltbarkeit auf abrasivem Terrain
  • Nicht für Ultras gemacht: Stack jenseits der Trail-Marathondistanz zu niedrig

Für wen?

Der Kurzstrecken-Wettkämpfer

Du bereitest einen Trail von 20 bis 42 km vor und willst stark ins Ziel kommen? Genau das ist die Kernzielgruppe. Der Speed 2 belohnt zügige Tempi (unter 4:30 min/km) mit sofortigem Antritt und einem Gewicht, das du am Ende des Rennens vergisst.

Der Straßenläufer, der den Trail entdeckt

Du kommst von der Straße, läufst im EVO SL oder Ähnlichem und willst einen ersten schnellen Trailschuh, in dem du dich nicht wie in einer Rüstung fühlst? Der Umstieg wird fast nahtlos: gleiches Laufgefühl, dazu Grip.

Der Trailläufer, der ein schnelles Paar für die Rotation will

Du hast schon einen Allrounder (Peregrine, Speedgoat, Genesis) fürs Training und suchst ein eigenes Paar für schnelle Einheiten und kurze Rennen? Der Speed 2 ergänzt eine Rotation perfekt, ohne sich zu doppeln.

Im Vergleich zur Konkurrenz

Mit 160 € im Segment der Kurzstrecken-Trail-Racer trifft der Speed 2 auf drei Referenzen. Der Hoka Zinal 3 (253 g, superkritischer EVA-Schaum, 5-mm-Stollen) bietet mehr Grip auf matschigem Untergrund und eine tolerantere Passform, aber einen weniger federnden Schaum. Der Salomon Genesis (150 €) schützt besser und ist vielseitiger, zahlt dafür mit mehr Gewicht und weniger Spritzigkeit. Der Inov-8 TrailFly Speed V2 schlägt mit seinem Graphene Grip alle auf nassem Fels, kostet aber mehr und schiebt beim Antreten weniger stark an. Der Speed 2 positioniert sich als bester Kompromiss aus reinem Speed und Preis im Quartett, vorausgesetzt, du kommst mit seiner schmalen Passform klar.

adidas Terrex Agravic Speed 2, Dreiviertelansicht von hinten auf die Ferse

© adidas, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

So baust du ihn in deinen RunMorph-Trainingsplan ein

Der Speed 2 ist ein Paar für Qualität, nicht für Umfang. In einem RunMorph-Plan übernimmt er ganz natürlich die schnellen Einheiten auf laufbarem Terrain: Fahrtspiel im Wald, Schwellenläufe auf der Bahn, Tempoläufe von 45 bis 75 Minuten. Er ist auch dein Wettkampfschuh für die kurzen Trails im Kalender. Für die langen Läufe am Wochenende behältst du dagegen einen stärker gedämpften, schützenderen Schuh: Der Stack von 34/26 mm und der fehlende Schutz unter dem Fuß verzeihen auf großen Touren mit vielen Höhenmetern nichts.

Stell deine Rotation clever zusammen: ein vielseitiger Alltagsschuh für den Umfang, der Speed 2 für das Tempo, und du deckst 90 % der Situationen eines kurzen Trailplans ab. Wenn du noch keinen strukturierten Plan hast, bauen die Trail-Trainingspläne von RunMorph diese Art von Schuhrotation passend zu deinen Zielen und deinem Wettkampfkalender ein.

Das Fazit des RunMorph-Coachs

Der adidas Terrex Agravic Speed 2 gewinnt seine Wette: den Geist des Super-Trainers von der Straße auf die Trails zu bringen, ohne Platte, ohne überflüssiges Gewicht, ohne irren Preis. Ein ehrlicher, effizienter Racer, der genau weiß, was er ist: ein Pfeil für kurze Rennen auf laufbarem Gelände. Seine schmale Passform und die minimalistische Ferse schließen einen Teil der Läufer aus, und seine Ausrichtung auf kurze Distanzen macht ihn für Ultras ungeeignet. Aber in seiner Nische ist er für 160 € (und in der Praxis schon deutlich günstiger) schlicht eines der besten Trail-Angebote 2026. Note: 8,3/10

Detail des Mesh-Obermaterials und der Schnürung des adidas Terrex Agravic Speed 2

© adidas, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Das Wichtigste für dein Training

  • Der leichteste Trailschuh von adidas: 220 g laut Hersteller, 232-238 g gemessen, Stack 34/26 mm, Sprengung 8 mm.
  • Lightstrike-Pro-Schaum ohne Platte: lebendig und langlebig, aber weniger vortriebsstark als ein Racer mit Rods oder Carbon.
  • Continental-Sohle mit voller Abdeckung: stark auf trockenem Boden, nassem Fels und Asphaltpassagen, begrenzt in tiefem Schlamm (3-4-mm-Stollen).
  • Schmale Passform und weiche Ferse: nur für Mittel- und Vorfußläufer, nicht zu empfehlen für Fersenläufer und breite Füße.
  • 160 € zum Marktstart, schon ab 108-135 € gesehen: das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Segment der Kurzstrecken-Racer.
← Zurück zu den Tests