220 Gramm, ein Super-Shoe-Schaum von der Straße, eine Continental-Sohle und null Platte: Der adidas Terrex Agravic Speed 2 ist der leichteste Trailschuh, den die Marke mit den drei Streifen je gebaut hat. Seit dem 1. Februar 2026 für 160 € erhältlich, zielt er auf kurze, schnelle Rennen. Bei RunMorph haben wir unabhängige Labormessungen und Praxistests aus Frankreich und aller Welt zusammengetragen, um dir zu sagen, ob dieser minimalistische Racer einen Platz in deiner Rotation verdient.
Adidas Terrex Agravic Speed 2: der Trail-Racer ohne Platte von adidas (kompletter Test)
Das Wichtigste in 3 Sätzen
Der Agravic Speed 2 ist der Kurzstrecken-Trail-Racer im adidas-Line-up 2026: 220 g laut Hersteller (232 bis 238 g gemessen, je nach Größe), Lightstrike Pro als Hauptschaumschicht mit Lightstrike-Rahmen, eine Continental-Außensohle mit voller Abdeckung und vor allem keine Platte, anders als bei seiner großen Schwester, dem Speed Ultra 2. Das Ergebnis: ein spritziger, wendiger Schuh mit viel Bodengefühl, gebaut für Trails von 10 bis 42 km in zügigem Tempo auf gut laufbarem Gelände. Die schmale Passform und die kaum strukturierte Ferse machen ihn zum Schuh für Mittel- und Vorfußläufer: Fersenläufer und alle, die im Schlamm unterwegs sind, schauen sich besser woanders um.
Adidas Terrex Agravic Speed 2: der Kurzstreckenpfeil im Line-up 2026
Für 2026 hat adidas Terrex seine komplette Trail-Palette in vier klar abgegrenzte Modelle umgebaut: den Agravic 4 fürs tägliche Training, den Agravic TT für technisches Gelände, den Terrex Agravic Speed Ultra 2 für Ultras und diesen Agravic Speed 2 für Kurzstreckenrennen. Die deutsche Marke präsentiert ihn als ihren bislang leichtesten Trailschuh, befreit von allem, was keine echte Leistung bringt.
Die Wette ist klar: das Rezept, das den Adizero EVO SL auf der Straße erfolgreich gemacht hat (Premium-Schaum Lightstrike Pro, keine Platte, wenig Gewicht, aggressiver Preis), auf die Trails übertragen. Wo der Speed Ultra 2 für Ultras 44 mm Schaum und Energy Rods stapelt, geht der Speed 2 auf 34 mm an der Ferse runter und verzichtet auf jedes versteifende Element. Zwei unterschiedliche Philosophien, zwei Zieldistanzen.

Objektive technische Daten
| Merkmal | adidas Terrex Agravic Speed 2 |
|---|---|
| Gewicht | 220 g laut Hersteller (Größe 42), 232 bis 238 g in US 9 gemessen von unabhängigen Laboren und Testern |
| Stack | 34 mm Ferse / 26 mm Vorfuß |
| Sprengung | 8 mm |
| Schaum | Lightstrike Pro (Hauptschicht) + umlaufender Lightstrike-Rahmen, ohne Platte oder Rods |
| Außensohle | Continental-Gummi mit voller Abdeckung, multidirektionale Stollen von 3 bis 4 mm |
| Obermaterial | Überarbeitetes technisches Mesh, nahtlose Overlays, dünne Zunge mit Zwickel |
| Flexibilität | 11,9 N im Biegetest gemessen (sehr flexibel, Durchschnitt im Trail-Segment: ~14,7 N) |
| Atmungsaktivität | Höchstnote (5/5) im unabhängigen Labortest |
| Passform | Schmal, flache Zehenbox, fällt größengerecht aus |
| Preis | 160 € zum Marktstart (Februar 2026), im September 2026 zwischen 108 und 148 € gesehen |

Im Gelände: ein EVO SL, der auf den Trails groß geworden ist
Die Tester sind sich einig: Der Speed 2 läuft sich wie ein schneller Straßenschuh, dem Stollen gewachsen sind. Der Lightstrike-Pro-Schaum, derselbe wie im Straßen-Adios-Pro, liefert einen klaren, direkten Rebound und für einen Trailschuh ohne Platte eine sehr ordentliche Energierückgabe. Die im Labor gemessene Flexibilität (11,9 N, deutlich unter dem Segmentdurchschnitt) zeigt sich am Fuß als flüssiges Abrollen, das dem Gelände folgt, statt es zu dominieren.
Auf gut laufbaren Pfaden, Forstwegen und Schotter ist er zwischen 3:45 und 4:45 min/km ein Genuss: Der Schuh verschwindet, das Antreten kommt sofort und die Continental-Sohle gibt auf nassem Fels ebenso Sicherheit wie auf trockener Erde. Die Tester loben außerdem die bemerkenswerte Traktion auf asphaltierten Verbindungsstücken, wo sich der Speed 2 fast wie ein Straßen-Racer verhält. Sobald das Gelände aber steiler oder matschiger wird, holen dich die 3 bis 4 mm hohen Stollen und die schmale Plattform im Mittelfuß auf den Boden zurück: Das ist weder ein Schlammspezialist noch ein Schuh für technische Downhills.
Der Knackpunkt Nummer eins, den mehrere unabhängige Tests hervorheben: die Passform. Die Zehenbox ist schmal, das Volumen insgesamt gering und die Ferse fast unstrukturiert (Fersenkappe mit 1/5 bei der Steifigkeit im Labor bewertet). Wenn du über den Vor- oder Mittelfuß läufst, ist alles gut: Die breite Basis vorne (119,5 mm gemessen) bietet einen stabilen, präzisen Stand. Für Fersenläufer kann die Kombination aus schmaler Ferse (82 mm gemessen) und weicher Fersenkappe ein schwammiges Gefühl erzeugen, vor allem bergab mit müden Beinen. Läufer mit leichter Überpronation berichten zudem von medialer Instabilität im Mittelfuß auf langen Läufen.
Der Tipp von RunMorph: Wenn du einen Kurzstrecken-Trail-Racer mit Premium-Schaum suchst, dir die sehr schmale Passform des Speed 2 aber Sorgen macht, schau dir den Hoka Zinal 3 (253 g, 5-mm-Stollen, gleicher Preis) oder den Inov-8 TrailFly Speed V2 an, der auf nassem Fels besser greift. Wenn du auf Ultras zielst, geh direkt zum Speed Ultra 2.
Agravic Speed 2 vs. Agravic Speed Ultra 2: der Vergleich
Das ist die Frage, die sich jeder im Laden stellt: zwei Schuhe mit fast identischem Namen, zwei völlig unterschiedliche Einsatzzwecke. Bei RunMorph haben wir beide getestet, und die Wahl ist eigentlich einfach.
| Kriterium | Agravic Speed 2 | Agravic Speed Ultra 2 |
|---|---|---|
| Zieldistanz | 10 bis 42 km, kurze und schnelle Rennen | 50 km bis 100 Meilen, laufbare Ultras |
| Gewicht | 220 g laut Hersteller (232-238 g gemessen) | 269 g gemessen |
| Stack | 34 / 26 mm, bodennah | 44 / 36 mm, Maximaldämpfung |
| Vortrieb | Keine Platte, maximale Flexibilität | Energy Rods aus Pebax, aggressiver 30°-Rocker |
| Plattform | Schmal im Mittelfuß und an der Ferse | Vorne sehr breit, hinten schmal |
| Stabilität | Gut bei Vorfußlauf, instabil bei Fersenlauf | Anspruchsvoll: nur für Mittelfußläufer |
| Preis | 160 € (ab 108 € gesehen) | 230 € |
Kurz gesagt: Der Speed 2 ist im Alltag der vielseitigere der beiden und der zugänglichere, beim Preis wie beim Laufgefühl. Der Speed Ultra 2 lohnt sich nur, wenn du Ultrakilometer auf laufbarem Gelände sammelst. Für technische Trails ist keiner von beiden ideal: Das ist die Aufgabe des Terrex Agravic TT, der dritten Säule der Palette.

Vor- und Nachteile
- Federgewicht: der leichteste Trailschuh, den adidas je produziert hat
- Lebendiger, langlebiger Lightstrike-Pro-Schaum ohne störende Platte
- Continental-Sohle mit voller Abdeckung, top auf trockenem und nassem Untergrund
- Maximale Atmungsaktivität, ideal bei großer Hitze
- Aggressiver Preis: 160 €, im Handel schon um 110-135 €
- Schmale Passform und flache Zehenbox: breite Füße werden leiden
- Kaum strukturierte Ferse, instabil für Fersenläufer
- 3-4-mm-Stollen stoßen in tiefem Schlamm an ihre Grenzen
- Minimalistisches Obermaterial: schwächere Haltbarkeit auf abrasivem Terrain
- Nicht für Ultras gemacht: Stack jenseits der Trail-Marathondistanz zu niedrig
Für wen?
Der Kurzstrecken-Wettkämpfer
Du bereitest einen Trail von 20 bis 42 km vor und willst stark ins Ziel kommen? Genau das ist die Kernzielgruppe. Der Speed 2 belohnt zügige Tempi (unter 4:30 min/km) mit sofortigem Antritt und einem Gewicht, das du am Ende des Rennens vergisst.
Der Straßenläufer, der den Trail entdeckt
Du kommst von der Straße, läufst im EVO SL oder Ähnlichem und willst einen ersten schnellen Trailschuh, in dem du dich nicht wie in einer Rüstung fühlst? Der Umstieg wird fast nahtlos: gleiches Laufgefühl, dazu Grip.
Der Trailläufer, der ein schnelles Paar für die Rotation will
Du hast schon einen Allrounder (Peregrine, Speedgoat, Genesis) fürs Training und suchst ein eigenes Paar für schnelle Einheiten und kurze Rennen? Der Speed 2 ergänzt eine Rotation perfekt, ohne sich zu doppeln.
Im Vergleich zur Konkurrenz
Mit 160 € im Segment der Kurzstrecken-Trail-Racer trifft der Speed 2 auf drei Referenzen. Der Hoka Zinal 3 (253 g, superkritischer EVA-Schaum, 5-mm-Stollen) bietet mehr Grip auf matschigem Untergrund und eine tolerantere Passform, aber einen weniger federnden Schaum. Der Salomon Genesis (150 €) schützt besser und ist vielseitiger, zahlt dafür mit mehr Gewicht und weniger Spritzigkeit. Der Inov-8 TrailFly Speed V2 schlägt mit seinem Graphene Grip alle auf nassem Fels, kostet aber mehr und schiebt beim Antreten weniger stark an. Der Speed 2 positioniert sich als bester Kompromiss aus reinem Speed und Preis im Quartett, vorausgesetzt, du kommst mit seiner schmalen Passform klar.

So baust du ihn in deinen RunMorph-Trainingsplan ein
Der Speed 2 ist ein Paar für Qualität, nicht für Umfang. In einem RunMorph-Plan übernimmt er ganz natürlich die schnellen Einheiten auf laufbarem Terrain: Fahrtspiel im Wald, Schwellenläufe auf der Bahn, Tempoläufe von 45 bis 75 Minuten. Er ist auch dein Wettkampfschuh für die kurzen Trails im Kalender. Für die langen Läufe am Wochenende behältst du dagegen einen stärker gedämpften, schützenderen Schuh: Der Stack von 34/26 mm und der fehlende Schutz unter dem Fuß verzeihen auf großen Touren mit vielen Höhenmetern nichts.
Stell deine Rotation clever zusammen: ein vielseitiger Alltagsschuh für den Umfang, der Speed 2 für das Tempo, und du deckst 90 % der Situationen eines kurzen Trailplans ab. Wenn du noch keinen strukturierten Plan hast, bauen die Trail-Trainingspläne von RunMorph diese Art von Schuhrotation passend zu deinen Zielen und deinem Wettkampfkalender ein.
Das Fazit des RunMorph-Coachs
Der adidas Terrex Agravic Speed 2 gewinnt seine Wette: den Geist des Super-Trainers von der Straße auf die Trails zu bringen, ohne Platte, ohne überflüssiges Gewicht, ohne irren Preis. Ein ehrlicher, effizienter Racer, der genau weiß, was er ist: ein Pfeil für kurze Rennen auf laufbarem Gelände. Seine schmale Passform und die minimalistische Ferse schließen einen Teil der Läufer aus, und seine Ausrichtung auf kurze Distanzen macht ihn für Ultras ungeeignet. Aber in seiner Nische ist er für 160 € (und in der Praxis schon deutlich günstiger) schlicht eines der besten Trail-Angebote 2026. Note: 8,3/10

Das Wichtigste für dein Training
- Der leichteste Trailschuh von adidas: 220 g laut Hersteller, 232-238 g gemessen, Stack 34/26 mm, Sprengung 8 mm.
- Lightstrike-Pro-Schaum ohne Platte: lebendig und langlebig, aber weniger vortriebsstark als ein Racer mit Rods oder Carbon.
- Continental-Sohle mit voller Abdeckung: stark auf trockenem Boden, nassem Fels und Asphaltpassagen, begrenzt in tiefem Schlamm (3-4-mm-Stollen).
- Schmale Passform und weiche Ferse: nur für Mittel- und Vorfußläufer, nicht zu empfehlen für Fersenläufer und breite Füße.
- 160 € zum Marktstart, schon ab 108-135 € gesehen: das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Segment der Kurzstrecken-Racer.