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15. August 2026

Kiprun Kipride Max im Test: Maximale Dämpfung für 149,99 €

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Kiprun Kipride Max im Test: Maximale Dämpfung für 149,99 €

Lange war Decathlon der Laden, in dem du günstige Laufschuhe kauftest, ohne viel von ihnen zu erwarten. Der Kiprun Kipride Max ändert das. Als erster Baustein einer komplett neu gedachten Modellpalette nimmt er die maximal gedämpften Referenzmodelle für 180 bis 200 € direkt ins Visier, mit einem Drei-Komponenten-Schaum und einem Preis von 149,99 €. Eine mutige Wette. Hält sie auch über 20 Kilometer?

Kiprun Kipride Max in der Seitenansicht

© Kiprun, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der Kipride Max ist Kipruns neuer maximal gedämpfter Daily Trainer, aufgebaut auf dem Softech+-Schaum (EVA, PEBA, OBC) mit 42 mm Stack Height an der Ferse bei nur 271 g. Er zielt auf Long Runs, lockere Regenerationsläufe und hohe Umfänge und bietet dabei eine Dynamik, die weit über seine Komfort-Positionierung hinausgeht. Für 149,99 € greift er Referenzmodelle an, die 40 bis 90 € mehr kosten, ohne bei der Technologie groß zu sparen.

8
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Dämpfung
9 / 10
Dynamik
7,5 / 10
Komfort
8,5 / 10
Haltbarkeit
7 / 10
Preis-Leistung
9,5 / 10
Für wen?Regelmäßige Läuferinnen und Läufer mit 3 bis 5 Einheiten pro Woche, die ein einziges Paar suchen, das von 5 km bis zum Marathon alles komfortabel mitmacht, ohne das Budget zu sprengen.
Für wen nicht?Wer einen spritzigen Schuh für kurze Intervalle sucht oder die psychologische Hürde nicht nimmt, einen Decathlon-Schuh in die eigene Rotation aufzunehmen.

Kiprun mischt die Karten neu: Schluss mit kryptischen Modellnamen

Fünfzehn Jahre lang schwankte die Laufmarke von Decathlon zwischen obskuren Codenamen wie KS900.2 oder MT Cushion, ein System, das Läufer eher verwirrte als leitete. Anfang 2026 hat Kiprun durchgegriffen: Die Palette konzentriert sich jetzt auf drei klar verständliche Linien. Kipstorm für Tempo und Carbonplatte, Kipsummit für technische Trails und Ultras und Kipride für Komfort und Vielseitigkeit im Alltag. Der Kipride Max ist das Aushängeschild dieser letzten Familie, die 80 % des Wochenumfangs eines Läufers abdecken soll.

Die eigentliche Kampfansage ist der Preis: 149,99 € für 42 mm Stack Height und einen Drei-Komponenten-Schaum, während der Asics Gel-Nimbus 28 oder der New Balance Fresh Foam X 1080v15 über 180 € liegen. Kiprun spielt nicht mehr in der Liga der billigen Ersatzschuhe, sondern zielt direkt aufs Premiumregal, ohne dessen Preis zu verlangen.

Der RunMorph-Tipp: Wenn sich deine Rotation gerade um einen Hoka Clifton 11 oder einen Saucony Ride 19 dreht, probier den Kipride Max aus, bevor du dein Paar zum vollen Preis ersetzt. Beim Komfort ist der Abstand klein, beim Preis nicht.

Technische Daten des Kipride Max: das Rennen um die leichte Stack Height

Kiprun Kipride Max in der Dreiviertelansicht

© Kiprun, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

MerkmalKiprun Kipride Max
MarkeKiprun (Decathlon)
TypStraße, maximal gedämpfter Daily Trainer
Gewicht (Herren, EU 42)271 g
Gewicht (Damen)etwa 230 g
Sprengung6 mm
Stack Height Vorfuß / Ferse36 mm / 42 mm
SchaumSoftech+ (EVA + PEBA + OBC)
CarbonplatteNein
ObermaterialGestricktes 3D-Warp-Knit-Mesh, zu 98 % recycelt
Empfohlene Distanz10 km bis Marathon, Regenerationsläufe
Offizieller Preis149,99 €

Die auffälligste Zahl ist das Gewicht: 271 g bei 42 mm Stack Height an der Ferse, also 6 % weniger als der alte KS900.2, obwohl 3 mm Schaum hinzukommen. Auf dem Papier hat Kiprun damit die schwierigste Gleichung im Maximalschuh-Segment gelöst: mehr Volumen ohne mehr Masse.

Softech+-Technologie: Was ändert sich unter dem Fuß?

Kiprun Kipride Max in der Rückansicht

© Kiprun, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Softech+ schichtet drei Materialien mit jeweils klarer Aufgabe. EVA liefert die Grundstruktur und verhindert, dass die Sohle beim Aufsetzen in alle Richtungen ausweicht. PEBA, dieselbe Schaumfamilie wie in Wettkampfschuhen mit Carbonplatte, sorgt für Rebound und Energierückgabe. OBC (Olefin-Blockcopolymer) kümmert sich um die Resilienz, also die Fähigkeit des Schaums, seine Eigenschaften Schritt für Schritt zu behalten, statt zusammenzusacken.

Kiprun verspricht 34 % mehr Dämpfung und 69 % mehr Energierückgabe als der alte MFOAM-Schaum des KS900.2. Marketingzahlen, die du mit der üblichen Vorsicht lesen solltest, doch das Gefühl auf der Straße bestätigt sie im Großen und Ganzen: Der Schaum bricht unter dem Fuß nicht ein wie ein einfaches EVA, sondern gibt einen Teil der aufgenommenen Energie zurück.

Die Passform beruht auf einem Obermaterial aus gestricktem Warp-Knit-Mesh, das zu 98 % aus recyceltem Polyester besteht, kombiniert mit einem 360-Grad-Kragen und einer Zunge aus 3D-Mesh. Das Schnürsystem Fitting Sniper integriert Flügel, die den Mittelfuß fixieren, ohne Druckstellen zu erzeugen. Mehrere unabhängige Tester loben dieses Detail schon beim ersten Anziehen.

Der Praxistest: vom langsamen Regenerationslauf bis zum Tempo auf 4'15/km

Bei RunMorph stützt sich die Analyse auf übereinstimmende Rückmeldungen aus mehreren unabhängigen Praxistests genau dieses Modells, die zusammen mehrere hundert Kilometer auf Asphalt ergeben: Long Runs, lockere Regenerationsläufe und intensivere Einheiten.

Was immer wieder auffällt, ist die gleichbleibende Dämpfung über die Dauer. Mehrere Tester stellen fest, dass der Softech+-Schaum nach mehr als 90 Minuten Belastung noch genauso viel Schutz bietet wie auf dem ersten Kilometer, während klassisches EVA dann bereits nachgibt. Ein Test über 200 km Asphalt verzeichnet keinerlei Anzeichen von Ermüdung im Schaum, die Dämpfung bleibt vom ersten bis zum letzten Kilometer großzügig.

Die Praxistests sind sich auch einig, dass sich der Schuh leichter anfühlt, als die Waage sagt. Mit 271 g ist der Kipride Max kein Fliegengewicht, doch mehrere Tester berichten, dass sie das Gewicht in Bewegung schnell vergessen, dank einer Sohlengeometrie und eines Rockers, die das Abrollen zum Vorfuß erleichtern.

Die echte Überraschung der unabhängigen Tests ist die Dynamik: Ein Tester lief mehrere Tempoabschnitte bis 4'15/km, ohne das Gefühl einzusinken, weil der Schaum genug Energie zurückgab, um die Pace zu halten. Trotzdem bleibt er ein Schuh für Umfänge, kein Schuh für Tempo: Jenseits dieser Schwelle macht sich die Trägheit der Stack Height bemerkbar, und das Gewicht bremst die Reaktivität bei abrupten Rhythmuswechseln.

Bei zwei Punkten gehen die Meinungen auseinander. Erstens die tatsächliche Lebensdauer: Kiprun gibt mehr als 1.000 km an, die unabhängigen Tests landen eher bei 600 bis 800 km, je nach Körpergewicht und Untergrund. Das ist eine vorsichtige Schätzung, denn für ein Modell, das im Januar 2026 auf den Markt kam, fehlt noch die Langzeiterfahrung. Zweitens der Grip: Ein Test bemängelt eine Gummimischung, die auf nassem Stadtpflaster zu wenig Biss hat, vor allem auf Kopfsteinpflaster und Kanaldeckeln. Die anderen ausgewerteten Tests erwähnen das nicht ausdrücklich, vermutlich weil sie nicht unter vergleichbaren Bedingungen im Regen gelaufen sind. Unser Rat bei RunMorph: Sei auf nassem, glattem Belag vorsichtig, bis mehr Praxiserfahrungen diesen Punkt bestätigen oder widerlegen.

Kipride Max vs. Hoka Clifton 11: der Vergleich

KriteriumKiprun Kipride MaxHoka Clifton 11
Gewicht (EU 42)271 getwa 250 g
Stack Height Ferse42 mmetwa 39 mm
Sprengung6 mm5 mm
SchaumSoftech+ (EVA/PEBA/OBC)Formgepresstes EVA
DynamikDeutlicher Rebound dank PEBANeutraler, ausgeprägter Rocker
Preis149,99 €150 €

Der Hoka Clifton 11 bleibt die Referenz unter den leichten Daily Trainern, mit geringerem Gewicht und einem sehr ausgefeilten Rocker. Der Kipride Max kontert jedoch mit mehr Schaum und spürbarerem Rebound dank PEBA, während der Clifton auf klassischeres EVA setzt. Der Preis ist nahezu identisch, die Wahl ist also vor allem Gefühlssache: mehr Material unter dem Fuß und mehr Rebound bei Kiprun, mehr Leichtigkeit und Agilität bei Hoka.

Gegenüber dem Saucony Ride 19 hat der Kipride Max bei Long Runs dank des größeren Schaumvolumens die Nase vorn, während der Ride beim Bodengefühl und bei der Atmungsaktivität punktet. Gegen den Asics Gel-Nimbus 28 und den Nike Vomero Plus kann der Kipride Max bei der Materialveredelung nicht ganz mithalten, schließt die Komfortlücke aber zu einem um 30 bis 50 € niedrigeren Preis.

Vor- und Nachteile

Kiprun Kipride Max, Detail von Obermaterial und Schnürung

© Kiprun, offizielles Foto, für redaktionelle Zwecke verwendet

Vorteile
  • Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis für 149,99 € bei diesem Schaumniveau
  • Konstante Dämpfung, von unabhängigen Tests über mehrere hundert Kilometer bestätigt
  • Fühlt sich leichter an als das tatsächliche Gewicht (271 g)
  • Überraschend dynamisch bis 4'15/km für einen Schuh für Umfänge
  • Umschließende Passform, schon beim Auspacken keine Druckstellen gemeldet
Nachteile
  • Tatsächliche Lebensdauer noch unklar (600 bis 800 km geschätzt statt 1.000 km laut Hersteller)
  • Schwächerer Grip auf nassem Stadtpflaster, laut einem Test
  • Träge bei abrupten Rhythmuswechseln und kurzen Intervallen
  • Das Decathlon-Image schreckt manche Läufer noch ab

Unser Fazit aus der Praxis: Für wen?

Der Kipride Max richtet sich an Läufer, die drei bis fünf Einheiten pro Woche absolvieren und ein einziges Paar für den Großteil ihres Umfangs suchen: lockere Regenerationsläufe zwischen 5'00 und 6'00/km, Long Runs von 15 bis 30 km, Grundlagenausdauertraining. Läufer ab 70 kg, für die der Gelenkschutz ein limitierender Faktor ist, finden hier einen ernsthaften Verbündeten. Wer dagegen enge Zeiten über 10 km jagt oder von kurzen Intervallen lebt, greift besser zu einem reaktiveren Modell aus der Kipstorm-Linie.

Kombiniere ihn mit deinem RunMorph-Plan

Ob du die Kilometer einer Marathonvorbereitung sammelst oder deine sonntäglichen Long Runs Richtung Halbmarathon absicherst: Der Kipride Max passt ganz natürlich in einen RunMorph-Trainingsplan, der auf Umfang und Regelmäßigkeit statt auf reine Geschwindigkeit setzt.

Fazit des RunMorph-Coachs

Der Kipride Max hält, was er verspricht: glaubwürdige maximale Dämpfung, eine Dynamik, die über seine Komfort-Positionierung hinausgeht, und ein Preis, der die etablierten Referenzmodelle ernsthaft unter Druck setzt. Perfekt ist er nicht: Die tatsächliche Lebensdauer muss sich erst noch zeigen, der Grip auf nassem Untergrund verdient Aufmerksamkeit, und das Decathlon-Image bleibt für manche Läufer, die an den großen Traditionsmarken hängen, eine Hürde. Doch für 149,99 € bietet kein direkter Konkurrent dieses Niveau an Schaum und Komfort. 8/10, mit besonderem Lob für das Preis-Leistungs-Verhältnis, das neu definiert, was du von einem Schuh unter 150 € erwarten kannst.

Das nimmst du für dein Training mit

  • Umfang vor Tempo: Der Kipride Max ist dafür gebaut, den Großteil deiner Wochenkilometer aufzufangen, nicht für kurze Intervalleinheiten.
  • Keine Einlaufzeit nötig: Der Komfort ist direkt ab Karton da, ohne die 15 bis 25 km Eingewöhnung, die andere Maximalschuhe manchmal brauchen.
  • Vorsicht auf nassem Untergrund: Pass auf durchnässtem Kopfsteinpflaster und auf Kanaldeckeln auf, ein Punkt, den mindestens ein unabhängiger Test bemängelt.
  • Behalte den Verschleiß im Blick: Bei realistischen 600 bis 800 km solltest du den Ersatz einplanen, bevor die Dämpfung deutlich nachlässt.
  • Ein Paar für alles: Vom lockeren Regenerationslauf bis zum Long Run im Marathontempo deckt er das Wesentliche der Rotation eines regelmäßigen Läufers ab.
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