Alle Tests
25. Juni 2026

Saucony Ride 19 im Test: überarbeiteter PWRRUN+, 8 mm Sprengung

8/10
Saucony Ride 19 im Test: überarbeiteter PWRRUN+, 8 mm Sprengung

Manche Laufschuhe schaffen es nie auf die Titelseite und stecken trotzdem in jeder Rotation. Bei Saucony ist das der Ride: der unauffällige neutrale Daily Trainer, in den du ohne Nachdenken schlüpfst. Mit dem Ride 19, erschienen im Januar 2026, hat Saucony die Rezeptur seines PWRRUN+ überarbeitet, die Stack Height erhöht und das Obermaterial neu gestaltet. Echter Fortschritt oder nur ein weiterer Jahrgang? Wir sind ihn zwischen 4:30 und 6:00 min/km auf Straße und gut laufbaren Wegen gelaufen, um dir die Antwort zu geben.

Für wen geeignet? Für neutrale Läufer, vom motivierten Einsteiger bis zum erfahrenen Läufer, die EIN zuverlässiges Paar für lockere Dauerläufe, Long Runs und Grundlagenausdauer auf Straße und befestigten Wegen suchen. Für wen nicht geeignet? Für Bestzeitjäger über 5 bis 10 km und Fans sehr schneller Intervalle, die einen spritzigeren, spezialisierteren Schuh wollen.

Saucony Ride 19 in Weiß von der Seite mit Zwischensohle aus PWRRUN+

© Saucony, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der Ride 19 erfindet nichts neu, und genau darin liegt seine Stärke: Er ist der vielseitige neutrale Daily Trainer schlechthin, gebaut, um den Großteil deines Wochenumfangs zu schlucken, vom 10-km-Lauf bis zum Marathon. Der neue PWRRUN+ sorgt für ein weicheres Laufgefühl und einen länger anhaltenden Rebound, während die höhere Stack Height deine Beine bei Long Runs besser schützt. Sein einziger echter Schwachpunkt: Auf nassem Asphalt lässt der Grip nach.

8/ 10 · RunMorph Gesamtnote
Dämpfung8,5
Dynamik7,5
Komfort9
Haltbarkeit8,5
Preis-Leistung8

Saucony Ride 19: warum der unauffälligste Daily Trainer strategisch geworden ist

Um den Ride 19 zu verstehen, musst du dir seinen Platz im Saucony-Sortiment ansehen. Die US-Marke baut ihre Straßenlinie auf drei Säulen auf: die Endorphin-Familie für Performance und Wettkampf, den Triumph für maximalen Komfort und in der Mitte den Ride, den neutralen Daily Trainer, der beide verbindet. Bei RunMorph sehen wir es immer wieder: Genau diese Kernmodelle sorgen selten für Schlagzeilen, aber sie verkaufen sich das ganze Jahr über und binden Läufer langfristig an die Marke.

Der Markt 2026 treibt Daily Trainer nach oben: mehr Schaum, mehr Höhe unter dem Fuß, Zwischensohlen mit neuer Rezeptur, die länger halten. Der Ride 19 folgt genau diesem Grundtrend. Saucony hat keinen spektakulären Bruch gesucht, sondern ein methodisches Upgrade: ein überarbeiteter PWRRUN+, eine höhere Stack Height, ein neu gestaltetes Obermaterial für besseren Halt. Die richtige Wahl ist hier nicht der Schuh, der im Schaufenster glänzt, sondern der, der sein Versprechen Lauf für Lauf hält.

Damit kein Missverständnis entsteht, stellen wir gleich klar: Der Ride 19 ist keine Waffe für schnelle Rennen und hat nie behauptet, eine zu sein. Er ist ein Trainingspartner, gemacht für Regelmäßigkeit und Umfang. Dieser Unterschied ändert alles bei der Auswahl: Du kaufst ihn wegen seiner Zuverlässigkeit, nicht für den Nervenkitzel.

Technische Daten des Ride 19: was der neue PWRRUN+ verändert

Der Ride 19 bleibt der Philosophie der Reihe treu (neutral, vielseitig, langlebig) und entwickelt gleichzeitig seine drei Kernbereiche weiter: Schaum, Höhe und Obermaterial. Hier die objektiven technischen Daten, die zählen.

MerkmalSaucony Ride 19
MarkeSaucony
ModellRide 19
MarktstartJanuar 2026
TypNeutraler Daily Trainer, Straße und befestigte Wege
Sprengung8 mm
Stack HeightEtwa 38 mm an der Ferse und 30 mm am Vorfuß (unabhängige Messungen)
GewichtEtwa 255 g (Herren US9), 263 g in EU 42, 220 g Damen
SchaumPWRRUN+ mit neuer Rezeptur (superkritisches eTPU)
PlatteKeine
AußensohleCarbon-Gummi XT-900
ObermaterialTechnisches FORMFIT-Mesh, recycelte Materialien, vegane Konstruktion
DistanzenVon 10 km bis Marathon
Preis160 €

Saucony Ride 19 von oben mit Mesh-Obermaterial und NEUTRAL-Einlegesohle

© Saucony, offizielles Foto, redaktionell verwendet

PWRRUN+ mit neuer Rezeptur: was ändert sich unter dem Fuß?

Das Herzstück des Ride 19 ist seine Zwischensohle aus PWRRUN+. Dieser Schaum aus expandiertem eTPU (ein superkritisch verarbeitetes TPU) ist bei Saucony nicht neu, wurde für diese Version aber neu abgestimmt. Konkret fühlt er sich bei der Landung weicher und elastischer an, mit einem Rebound, der an die guten TPU-Schäume von vor ein paar Jahren erinnert, dabei aber kontrolliert und stabil bleibt. Genau das erwartest du von einem Daily Trainer: Komfort, der hält, kein wackliges Trampolin.

Die zweite wichtige Neuerung ist die Höhe. Die Stack Height steigt gegenüber dem Ride 18, was deine Beine besser schützt, wenn die Kilometer mehr werden. Die Sprengung bleibt bei 8 mm, ein universeller Wert, der zur großen Mehrheit der Läufer passt, ob Fersenlauf oder Mittelfußlauf. Die Plattform ist breit und gibt Sicherheit: Ohne ein Stabilitätsschuh zu sein, führt der Ride 19 den Fuß ganz natürlich, ein echter Vorteil, wenn sich gegen Ende eines Long Runs die muskuläre Ermüdung bemerkbar macht.

Unter der Sohle sorgt Carbon-Gummi XT-900 in den Verschleißzonen für Haltbarkeit. Das ist eine echte Stärke des Modells: Der Ride war schon immer ein Schuh, der Kilometer wegsteckt, ohne einzubrechen. Das Obermaterial schließlich wurde mit einem atmungsaktiveren Mesh und einer feiner abgestimmten Passform überarbeitet, die Druckstellen reduziert, dazu kommen ein Anteil recycelter Materialien und eine vegane Konstruktion.

Saucony Ride 19 Außensohle aus Carbon-Gummi XT-900

© Saucony, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Der Praxistest: von 4:30 bis 6:00 min/km als Daily Trainer

Auf der Strecke zeigt der Ride 19 sein wahres Wesen schon bei den ersten lockeren Dauerläufen. Zwischen 5:00 und 6:00 min/km, im Grundlagentempo, ist er in seinem Element: weiche, aber nie schwammige Dämpfung, flüssiger Übergang, natürliches Abrollen. Er ist die Definition des Schuhs, den du ohne Nachdenken anziehst, um Umfang zu sammeln. Nach mehreren hundert Kilometern behält der Schaum seinen Rebound, ein Zeichen für eine Materialhaltbarkeit über dem Durchschnitt des Segments.

Als wir Richtung zügiger Long Run beschleunigt haben, um 4:30 bis 5:00 min/km, zog der Ride 19 ehrlich mit. Ihm fehlt die trockene Federung eines Schuhs mit Platte, aber er steht dir nie im Weg. Sobald es dagegen an kurze, sehr schnelle Intervalle geht, zeigen sich seine Grenzen: Das Gewicht (um 260 g) und der eher weiche Charakter des Schaums machen ihn weniger bissig als einen Schuh, der für Tempo gebaut ist. Das ist nicht sein Job, und das ist völlig in Ordnung.

Den echten Schwachpunkt haben wir im Regen gespürt. Auf durchnässtem Asphalt und in engen Kurven lässt der Grip nach. Auf trockenem Untergrund nichts Gefährliches, aber ein Punkt, den du im Hinterkopf behalten solltest, wenn du oft bei Nässe läufst. Ansonsten erledigt der Ride 19 seinen Job mit der Regelmäßigkeit eines Metronoms.

Der Tipp von RunMorph: Wenn du ein einziges Paar suchst, um deine Woche zu strukturieren, ist der Ride 19 eine hervorragende Basis für dein Ausdauertraining. Nutze ihn für lockere Dauerläufe und Long Runs und kombiniere ihn für deine Qualitätseinheiten mit einem spritzigeren Schuh wie dem Saucony Endorphin Speed 5. Für maximalen Komfort auf sehr langen Distanzen bleibt der Saucony Triumph 23 der stärker gedämpfte große Bruder im Sortiment.

Saucony Ride 19 Fersenansicht von hinten mit FORMFIT-Halt

© Saucony, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Saucony Ride 19 gegen Ghost 18, Pegasus 42 und Wave Rider 30: der Vergleich

Der Ride 19 tritt im umkämpftesten Segment des Marktes an: dem vielseitigen neutralen Daily Trainer. So schlägt er sich gegen drei direkte Konkurrenten, die RunMorph bereits getestet hat, damit du die richtige Wahl triffst.

ModellGewicht (ca.)SchaumCharakterIdeal für
Saucony Ride 19~260 gPWRRUN+ eTPU mit neuer RezepturWeich, flüssig, langlebigUmfang und Long Runs, neutrale Läufer
Brooks Ghost 18~290 gDNA Loft v3 mit StickstoffWeich, gedämpft, absolut neutralKomfort ohne Überraschungen im Alltag
Nike Pegasus 42~265 gReactX und Air ZoomDynamischer und spritzigerLäufer, die das Tempo variieren wollen
Mizuno Wave Rider 30~258 gDoppelter Enerzy NXT und Wave-PlatteSpritzig und schützendVielseitigkeit mit extra Rebound

Gegenüber dem Brooks Ghost 18 ist der Ride 19 etwas dynamischer und leichter. Gegenüber dem Nike Pegasus 42 ist er weicher und schützender, aber weniger verspielt. Und gegenüber dem Mizuno Wave Rider 30 setzt er auf Weichheit, wo der Japaner auf die Federung seiner Wave-Platte setzt. Für noch mehr Dämpfung schau dir den Asics Gel-Cumulus 28 oder den verspielten Asics Novablast 6 an.

Vorteile und Nachteile des Saucony Ride 19

Was uns gefallen hat

  • Weiche, elastische Dämpfung aus PWRRUN+ mit einem Rebound, der lange hält
  • Vorbildliche Vielseitigkeit für den gesamten Wochenumfang
  • Natürliche Stabilität dank breiter, sicherer Plattform
  • Haltbare XT-900-Außensohle und langlebiger Schaum
  • Atmungsaktives, gut sitzendes Obermaterial, vegan und aus recycelten Materialien

Was uns weniger gefallen hat

  • Grip lässt auf nassem Asphalt und in engen Kurven nach
  • Begrenzte Reaktivität bei sehr schnellen Intervallen
  • Gewicht im oberen Durchschnitt für einen Schuh ohne Platte
  • Klare Komfortausrichtung, der es für spritzige Läufer an Biss fehlt

Unser Praxisurteil: für wen ist der Ride 19 gemacht?

Einsteiger und Wiedereinsteiger

Wenn du gerade anfängst oder nach einer Pause wieder einsteigst, ist der Ride 19 ein idealer Einstieg. Seine schützende Dämpfung, seine natürliche Stabilität und seine universelle Sprengung von 8 mm verzeihen Unsauberkeiten im Laufstil und sichern die schrittweise Steigerung der Belastung ab.

Regelmäßige Läufer, die EIN Paar für alles wollen

Das ist die Kernzielgruppe. Bei 30 bis 70 km pro Woche aus lockeren Dauerläufen und Long Runs ist der Ride 19 der zuverlässige Arbeitsschuh, der dich nie im Stich lässt. Er wird schnell zu dem Paar, das du standardmäßig anziehst, ohne lange zu überlegen.

Hobby-Marathonläufer, die Komfort suchen

Für die Vorbereitung auf deinen ersten Marathon oder eine vernünftige Zielzeit schützt der Ride 19 deine Beine auf sehr langen Läufen. Nutze ihn für den Umfang und überlass die spezifischen Einheiten und den Race Day einem schnelleren Schuh.

Bau deine Saison um den richtigen Schuh herum auf

Der Ride 19 ist eine perfekte Basis für dein Ausdauertraining, aber ein Paar Schuhe macht noch keinen Fortschritt. Um die Kilometer deiner Halbmarathon- oder Marathonvorbereitung zu sammeln und deine Qualitätseinheiten im richtigen Moment zu setzen, stütz dich auf einen personalisierten Trainingsplan von RunMorph.

RunMorph-Trainingspläne entdecken

Saucony Ride 19 Dreiviertelansicht von vorn mit Obermaterial und Saucony-Logo

© Saucony, offizielles Foto, redaktionell verwendet

Urteil des RunMorph Coaches

Der Saucony Ride 19 will nicht beeindrucken, und genau das macht ihn aus. Er erledigt die wichtigste Arbeit im Läuferalltag bemerkenswert gut: Umfang wegstecken, die Beine schützen, lange halten. Der neue PWRRUN+ verleiht ihm ein angenehmeres Laufgefühl, die höhere Stack Height gibt auf langen Distanzen Sicherheit, und die Haltbarkeit bleibt eine traditionelle Stärke der Reihe. Den verbesserungswürdigen Grip im Regen und die begrenzte Reaktivität bei hohem Tempo verzeihen wir ihm, denn das ist schlicht nicht seine Aufgabe. Für neutrale Läufer, die einen zuverlässigen und vielseitigen Daily Trainer suchen, ist er eine sichere Bank. RunMorph-Note: 8/10.

Das Wichtigste für dein Training

  • Vielseitiger Daily Trainer: ideal für 80 % deiner Woche, vom lockeren Dauerlauf bis zum Long Run, von 10 km bis zum Marathon.
  • Komfort, der hält: Der PWRRUN+ mit neuer Rezeptur behält seinen Rebound Lauf für Lauf, ein Vorteil bei hohem Umfang.
  • Universelle Sprengung von 8 mm: passt zu Fersen- wie Mittelfußläufern, perfekt, um entspannt Fortschritte zu machen.
  • Vorsicht bei Regen: Auf nassem Untergrund lässt der Grip nach, in engen Kurven ist Vorsicht geboten.
  • Kein Schuh für hohes Tempo: Kombiniere ihn für Intervalle und Wettkämpfe mit einem spritzigeren Modell.
← Zurück zu den Tests