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3. August 2026

On Cloudsurfer Trail 2 im Test: Hybrid für Straße und Trail

7,5/10
On Cloudsurfer Trail 2 im Test: Hybrid für Straße und Trail
  • Schützende Dämpfung auf langen Grundlagenläufen
  • Flüssiges Abrollen auf der Straße dank der Flexkerben
  • Tiefere Zehenbox als zuvor, mehr Freiheit für die Zehen
  • Begrenzter Grip, sobald der Boden locker, schlammig oder felsig wird

On hat ein ganzes Marketing-Imperium auf der Wolke errichtet: Rebound, Leichtigkeit, Vortrieb bei Cloudmonster und Cloudboom. Mit dem Cloudsurfer Trail 2 geht die Schweizer Marke eine bescheidenere, aber ebenso riskante Wette ein. Das Ziel: dich zu überzeugen, dass dasselbe Paar montags den Asphalt und sonntags den steinigen Feldweg schluckt, ohne auf einem der beiden Untergründe je wirklich zu glänzen. Das Ergebnis wirft ebenso viele Fragen auf, wie es begeistert.

On Cloudsurfer Trail 2 Seitenansicht

© On, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der On Cloudsurfer Trail 2 ist ein Hybrid für Straße und Trail zu 170 Euro, gemacht für flowige Schotterwege, feste Pfade und Asphaltabschnitte, nie für technisches Gelände. Sein Helion-Schaum der neuen Generation, fester und dichter, gewinnt gegenüber der ersten Version an Dynamik und liefert auf Long Runs trotzdem schützende Dämpfung. Eingelöst wird das Versprechen von vielseitigem Alltagskomfort, nicht das eines echten Trailschuhs, der mit Schlamm, Wurzeln oder Querhängen klarkommt.

7,5
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Dämpfung
8 / 10
Dynamik
7,5 / 10
Vielseitigkeit
8 / 10
Grip
6 / 10
Preis-Leistung
7 / 10
Für wen?Stadtläufer, die zwischen Straße, Schotterwegen und festen Pfaden wechseln und keine zwei Paare besitzen wollen.
Für wen nicht?Trailläufer, die regelmäßig Wurzeln, rutschige Querhänge oder anspruchsvolles Felsgelände unter die Füße nehmen.

On weitet sein Wolken-Imperium auf den Hybrid für Straße und Trail aus

Seit den Anfängen hat On seinen Ruf auf einem klar umrissenen Terrain aufgebaut: der Straße, mit den berühmten Clouds, die Cloudmonster und Cloudsurfer zum Erfolg verholfen haben. Den Trail ging die Schweizer Marke lange von oben an, mit technischen Super-Shoes wie dem Cloudultra Pro oder dem Cloudultra 3, gebaut für Ultras und ruppiges Gelände. Der Cloudsurfer Trail besetzt einen völlig anderen Platz: den des Läufers, der streng genommen kein Trailrunning betreibt, aber gelegentlich die ausgetretenen Pfade verlässt, ohne je Leistung in den Bergen zu suchen.

Der Ende 2025 erschienene Cloudsurfer Trail 2 übernimmt die DNA des Straßenmodells Cloudsurfer 2 und kombiniert sie mit einer griffigeren Mission-Grip-Außensohle und einem verstärkten Obermaterial. Die erste Version hatte ihr Publikum gefunden, erntete aber auch Kritik am Halt des Obermaterials und an der Stabilität in leicht technischem Gelände. Bei RunMorph haben wir festgestellt, dass die V2 einen Teil dieser Schwächen behebt, ohne je ein echter Trailschuh werden zu wollen. Das Modell bleibt, ganz bewusst, ein Hybrid für die Stadt und ihr Umland.

Die größte Änderung betrifft den Schaum: Schluss mit klassischem EVA, Platz für eine neue, dichtere und festere Helion-Generation. Damit bricht On mit seinem üblichen Marketingversprechen von grenzenloser Weichheit. Die Festigkeit ist hier gewollt, um an Dynamik zu gewinnen, auch wenn dabei etwas von dem watteweichen Gefühl verloren geht, das den Charme der ersten Version ausmachte.

Technische Daten des Cloudsurfer Trail 2: was sich wirklich ändert

MarkeOn
ModellCloudsurfer Trail 2
ErscheinungEnde 2025
TypHybrid für Straße und Trail, flowiges Gelände
Sprengung8 mm (gegenüber 7 mm bei der V1)
Stack Height vorne / hinten26 mm / 34 mm (gegenüber 30 / 37 mm bei der V1)
Gewicht287 g (Herren) / 230 g (Damen)
SchaumHelion der neuen Generation (ohne EVA), dichter und fester
SohlentechnologieCloudTec Phase, nach vorne geneigte Clouds
AußensohleMission Grip, 3 mm Chevron-Stollen
CarbonplatteNein
ObermaterialDickes, belüftetes einlagiges Mesh, gewebte Verstärkungen hinten
Empfohlenes GeländeAsphalt, befahrbare Schotterwege, wenig technische Pfade
Empfohlene DistanzKurze bis mittellange Läufe, bis etwa 25 km
Offizieller Preis170 Euro

Die Zahl, die diese V2 am besten zusammenfasst, ist die um 3 mm reduzierte Stack Height (34 mm an der Ferse statt zuvor 37 mm), ausgeglichen durch eine von 7 auf 8 mm erhöhte Sprengung. On wollte dich näher an den Boden bringen und die Ferse trotzdem stützen, ein Kompromiss, den du schon beim ersten Lauf spürst.

Helion-Schaum und Mission Grip: was ändert sich unter dem Fuß?

Die neue Helion-Rezeptur verzichtet auf EVA zugunsten einer dichteren Mischung und ist dadurch fester und reaktiver als der Schaum des ersten Cloudsurfer Trail. In Kombination mit CloudTec Phase, dessen Clouds jetzt wie bei den Cloudultra-Modellen nach vorne geneigt sind, fördert dieser Schaum ein natürlicheres Abrollen nach vorne. Konkret: Der Schuh lädt bei zügigem Tempo zum Mittelfußlauf ein und bleibt bei langsamer Pace nachsichtig mit Fersenläufern.

Außen erhält die Mission-Grip-Mischung, die alle Trailmodelle von On gemeinsam haben, 3 mm Chevron-Stollen, die aggressiver ausgelegt sind als bei der V1. Zwei breite glatte Streifen bleiben in der Mitte und hinten an der Sohle. Diese Streifen sorgen für Flexibilität und flüssige Übergänge auf Asphalt, begrenzen aber zwangsläufig den Grip, sobald der Boden locker, schlammig oder felsig wird. Genau das ist der eigentliche Kompromiss dieses Schuhs: Dasselbe Sohlenprofil, das ihn in der Stadt angenehm macht, bestraft ihn auf einem aufgeweichten Pfad.

On Cloudsurfer Trail 2 Ansicht der Mission-Grip-Außensohle

© On, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Der Tipp von RunMorph: Der Cloudsurfer Trail 2 steht einem Merrell Morphlite oder einem Mount to Coast H1 näher als einem echten technischen Trailschuh. Willst du einen Ultratrail mit vielen Höhenmetern und felsigen Passagen laufen, greifst du besser zum Hoka Speedgoat 7 oder zum Salomon Speedcross 6.

Der Praxistest: vom Radweg zum festen Waldweg

Draußen spürst du den festeren Schaum des Cloudsurfer Trail 2 schon bei den ersten Schritten in moderatem Tempo, zwischen 4:45 und 6:15 min/km. Der Schuh steckt die Fersenlandung bei Läufen in der Grundlagenausdauer gut weg, dank der großen Materialmenge im hinteren Teil der Zwischensohle. Sobald die Pace Richtung Tempobereich steigt, kannst du außerdem etwas entschlossener beschleunigen als mit der ersten Version.

Auf Schotterwegen und breiten, wenig ruppigen Singletrails bleibt das Laufgefühl sehr angenehm: Die Clouds filtern Bodenunebenheiten gut und bieten ein Mindestmaß an Stabilität, genug für mittlere und sogar etwas schwerere Läufer. Sobald der Pfad schlechter wird (Wurzeln, nasse Steine oder aufgeweichter Boden), zeigen sich dagegen die Grenzen der Mission-Grip-Sohle und ihrer glatten Streifen. Der Grip wird unberechenbar, und die seitliche Stabilität ist zwar besser als bei der V1, an steilen Querhängen aber noch ausbaufähig.

Auf der Straße bleibt das Abrollen vom Vorfuß bis zur Ferse flüssig, ohne den harten Aufprall, den zu steife Trailsohlen typischerweise erzeugen. Ein echter Pluspunkt, wenn du lockere Dauerläufe in der Stadt mit Runden auf festen Wegen am Stadtrand abwechselst.

Cloudsurfer Trail 2 vs. Merrell Morphlite: der Vergleich für deinen Hybrid

Im noch kleinen Segment der Hybride für Straße und Trail ist der aussagekräftigste Vergleich der mit dem Merrell Morphlite, dem anderen Aushängeschild der Kategorie, zu einem deutlich günstigeren Preis.

KriteriumOn Cloudsurfer Trail 2Merrell Morphlite
Preis170 Euro110 Euro (im Angebot oft günstiger)
Gewicht287 g225-240 g
Sprengung8 mm6,5 mm
DämpfungGroßzügiger, fester Helion-SchaumLeichter, weicher FloatPro-Schaum
GripBegrenzt auf lockerem oder schlammigem BodenMischsohle, etwas vielseitiger
PositionierungKomfort und Volumen, mittlere bis schwere LäuferLeichtigkeit und Preis, leichtere Läufer

Der Cloudsurfer Trail 2 setzt auf Komfort und Fersenhalt und nimmt dafür mehr Gewicht und einen höheren Preis in Kauf. Der Morphlite bleibt leichter und deutlich günstiger, bietet auf langen Distanzen aber weniger Dämpfung. Keiner der beiden ersetzt einen echten technischen Trailschuh.

On Cloudsurfer Trail 2 Ansicht von oben

© On, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Schützende Dämpfung auf langen Grundlagenläufen
  • Flüssiges Abrollen auf der Straße dank der Flexkerben
  • Tiefere Zehenbox als zuvor, mehr Freiheit für die Zehen
  • Urbanes Design, das in der Stadt genauso passt wie im Wald

Nachteile

  • Begrenzter Grip, sobald der Boden locker, schlammig oder felsig wird
  • Weniger Polsterung am Kragen, etwas weniger Knöchelkomfort als zuvor
  • Engerer Mittelfuß, weniger geeignet für breite Füße
  • Hoher Preis (170 Euro) für einen Einsatz, der vor allem auf Straße und leichten Wegen stattfindet

Unser Praxisurteil: für wen und für welches RunMorph-Training?

Der Städter, der Straße und Sonntagspfade kombiniert

Das ist das ideale Profil. Unter der Woche Asphalt, am Wochenende ein fester Waldweg oder ein unbefestigter Radweg: Der Cloudsurfer Trail 2 meistert den Wechsel, ohne dass du zwei verschiedene Paare brauchst.

Der Vielläufer, dem Komfort über alles geht

Mittlere bis etwas schwerere Läufer, die lange Läufe in moderatem Tempo bevorzugen, profitieren voll von der großzügigen Dämpfung und dem Fersenhalt. Ein Schuh für die Ausdauer, nicht für Tempo.

Der technische Trailläufer auf der Suche nach Grip

Finger weg. Sobald das Gelände Wurzeln, steile Querhänge oder Schlamm bietet, zeigen sich die Grenzen der Mission-Grip-Sohle und ihrer glatten Zonen schnell. Das ist schlicht nicht das Revier dieses Paares.

Willst du den Cloudsurfer Trail 2 in eine Vorbereitung einbauen, die lange Straßenläufe mit gelegentlichen Abstechern auf Feldwege mischt, passt er gut zu einem RunMorph-Trainingsplan mit Fokus auf Umfang und Grundlagenausdauer, vor einer Vorbereitung auf 10 km oder Halbmarathon auf gemischtem Terrain. Entdecke die RunMorph-Trainingspläne, passend zu deinem Ziel und deinem Terrain.

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Der On Cloudsurfer Trail 2 gibt ein klares Versprechen und steht bis zum Ende dazu: ein einziges Paar für Straße und leichte Wege, ohne je ein echter Trailschuh werden zu wollen. Der Helion-Schaum der neuen Generation bringt gegenüber der ersten Version einen echten Gewinn an Dynamik, und der Komfort macht ihn zu einem hervorragenden Begleiter für viele Kilometer, für lange Läufe ebenso wie für ausgedehnte Dauerläufe aus der Stadt hinaus auf Feldwege.

Doch der Kompromiss hat seinen Preis: ein Grip, der schnell an seine Grenzen stößt, sobald das Gelände schlechter wird, und 170 Euro, die hoch bleiben für einen Einsatz, der in der Praxis ganz überwiegend auf Straße und flowigen Wegen stattfindet. 7,5/10: ein gutes Produkt, ehrlich in seiner Positionierung, aber klar ein Nischenmodell, wenn du echte Trail-Vielseitigkeit suchst.

Das Wichtigste für dein Training

  • Ein Hybrid mit klarer Linie: perfekt, um Straße und feste Wege abzuwechseln, nicht für technische Trails.
  • Festerer Schaum: Der neue Helion gewinnt an Dynamik, verliert aber etwas von der Weichheit der V1.
  • Begrenzter Grip: auf schlammigem, felsigem oder wurzeligem Boden besser meiden.
  • Komfort für viel Umfang: ideal für lange Läufe in moderatem Tempo, weniger für Intervalle.
  • Preis mit Spielraum: 170 Euro offiziell, im Angebot aber häufig unter 120 Euro zu finden.

On Cloudsurfer Trail 2 Rückansicht

© On, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

On Cloudsurfer Trail 2 Dreiviertelansicht des Paares

© On, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

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