Du suchst den aerodynamischsten Superschuh, der je verkauft wurde? Salomon hat seinen S/Lab Phantasm 3 mit Swiss Side, den Aero-Ingenieuren aus der Formel 1 und dem Radsport, durch den Windkanal geschickt. Das Ergebnis: 198 g, eine Carbonplatte über die volle Länge, optiFOAM+-Schaum auf PEBA-Basis und eine Gamasche im „Wickel“-Look, die die Schnürung verdeckt und Turbulenzen bricht. Bis zu 18 Sekunden Zeitgewinn bei einem Marathon in 2:06 h. Hier liest du, was er auf der Bahn, im Long Run und am Renntag taugt.
Salomon S/Lab Phantasm 3 im Test: Superschuh aus dem Windkanal
Salomon S/Lab Phantasm 3: der Aero-Wettkampfschuh, der die Spielregeln im Marathon neu schreibt
Der Salomon S/Lab Phantasm 3, erschienen am 16. Januar 2026, markiert einen Wendepunkt für den französischen Hersteller aus Annecy. Nach zwei Generationen, die auf geringes Gewicht ohne starke optische Handschrift setzten, schlägt der Phantasm 3 eine radikale Richtung ein: Aerodynamik. Salomon hat den Schuh gemeinsam mit Swiss Side entwickelt, dem Schweizer Ingenieurbüro, das die Formel 1 und die besten Radprofis der Welt ausrüstet. Das Ergebnis siehst du auf den ersten Blick: Eine Gamasche aus glattem Stoff legt sich über Schnürung und Obermaterial, damit die Luft ohne Abriss strömt, und die Zwischensohle hat ein abgerundetes Profil ohne scharfe Kanten.
Der RunMorph-Tipp: Als Coach sehe ich den Phantasm 3 als Wettkampfschuh für fortgeschrittene Läufer, die eine Carbonplatte bereits zu nutzen wissen. Wenn du deinen ersten Superschuh suchst, greif lieber zum Saucony Endorphin Pro 5 oder zum Nike Vaporfly 4, die vielseitiger sind. Der Phantasm 3 verlangt einen spritzigen Laufstil und ein klares Zeitziel, um seinen Aero-Vorteil auszuspielen.

© Salomon, offizielles Foto für redaktionelle Zwecke verwendet
Objektive technische Daten
| Marke | Salomon |
| Modell | S/Lab Phantasm 3 |
| Erscheinungsdatum | 16. Januar 2026 |
| Typ | Straße, aerodynamischer Wettkampf-Superschuh |
| Sprengung | 6 mm |
| Stack Height (Vorfuß / Ferse) | 33,5 mm / 39,5 mm |
| Gewicht (Größe 42) | 198 g (10 % leichter als der Phantasm 2) |
| Schaum | Superkritischer optiFOAM+ auf PEBA-Basis |
| Carbonplatte | Volle Länge |
| Obermaterial | Glatte Wickel-Gamasche + Stretch-Innenschuh (ohne sichtbare Schnürung) |
| Außensohle | Abgespeckte Contagrip Racing |
| Empfohlene Distanz | 10 km, Halbmarathon, Marathon (hohes Tempo) |
| Offizieller Preis | 280 € (S/Lab-Preis) |
| World-Athletics-konform | Ja (Stack 39,5 mm < 40 mm) |
Das Urteil in 30 Sekunden
Der S/Lab Phantasm 3 ist ein kompromissloser Wettkampfschuh für anspruchsvolle Läufer. Salomon, lange nicht in der Spitze der Straßen-Superschuhe vertreten, spielt endlich in der Liga von Vaporfly, Adios Pro und Endorphin Pro mit. Der Ansatz ist ungewöhnlich: Es geht nicht nur um die beste Energierückgabe des Schaums, sondern darum, den Luftwiderstand des Läufers selbst zu senken. Auf dem Papier sind das 2,5 bis 3 % weniger Luftwiderstand, also bis zu 18 Sekunden Ersparnis bei einem Marathon in 2:06 h.
Drei Stärken stechen heraus: das Federgewicht (198 g, 10 % weniger als der Phantasm 2), der sehr reaktive optiFOAM+-Schaum auf PEBA-Basis und das Gefühl eines integrierten Innenschuhs, das die typischen Druckstellen eines geschnürten Obermaterials beseitigt. Zwei Schwächen: Das Einsteigen in die Wickel-Gamasche will geübt sein, und bei Nässe entwässert sie schlecht. Außerdem rückt ihn der S/Lab-Preis von 280 € ins Ultra-Premium-Segment, in das sich nur wenige Racing-Marken wagen.
Wir empfehlen ihn Läufern, die schon sicher auf einer Carbonplatte unterwegs sind, ein Zeitziel über 10 km, Halbmarathon oder Marathon anpeilen und mit Vorlage laufen können. Wir raten ab, wenn du neu bei Superschuhen oder ein ausgeprägter Fersenläufer bist: Dein Laufstil wird den sehr ausgeprägten Rocker nicht voll ausnutzen.
Für wen ist der S/Lab Phantasm 3 gemacht?
Den Sub-1:30-Halbmarathonläufer auf Sekundenjagd
Das ist die Hauptzielgruppe. Wenn du einen Halbmarathon unter 1:30 h oder einen Marathon unter 3:15 h läufst, ist dein Tempo hoch genug, dass der geringere Luftwiderstand ins Gewicht fällt. Als Coach sehe ich viele erfahrene Läufer, die bei ihrer Bestzeit stagnieren, ohne ihr Training zu ändern. Der Phantasm 3 gehört zu den Werkzeugen, mit denen du das zusätzliche 1 % herausholen kannst, das dir die Müdigkeit nicht schenkt.
Den Marathonläufer, der Leichtigkeit will, ohne auf Komfort zu verzichten
Mit 198 g auf der Waage tritt der Phantasm 3 direkt gegen den Saucony Endorphin Pro 5 (210 g) an und bleibt leichter als der Nike Vaporfly 4 (208 g). Anders als ein minimalistischer Wettkampfschuh behält er aber eine komfortable Stack Height von 39,5 mm an der Ferse. In einer intensiven Marathonvorbereitung über 12 bis 16 Wochen kannst du ihn für Tempoläufe und spezifische Blöcke nutzen, ohne frühen Verschleiß zu fürchten.
Den neugierigen Läufer, der Aerodynamik unter realen Bedingungen testen will
Das Versprechen von Swiss Side ist stark, verlangt aber einen bestimmten Laufstil. Wenn du mit Vorlage läufst, über den Mittelfuß aufsetzt und eine Schrittfrequenz über 175 Schritten pro Minute hast, senken das abgerundete Profil und der gewickelte Innenschuh deinen Luftwiderstand tatsächlich. Bist du Fersenläufer, ist der Aero-Effekt geringer, und du zahlst womöglich für die Steifigkeit der Carbonplatte, ohne davon zu profitieren.

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Komfort, Laufverhalten und Grip
Das Anziehen ist die ungewöhnlichste Erfahrung mit dem Phantasm 3. Keine Schnürsenkel zum Festziehen: Das Wickel-Obermaterial ist in Wahrheit ein Stretch-Innenschuh, in den du mithilfe der Zuglasche schlüpfst. Sitzt er einmal, wird der Fuß gleichmäßig gehalten, ohne Druckstellen, und das Gefühl erinnert eher an einen Kompressionsstrumpf als an einen echten Laufschuh. Rechne mit zwei oder drei Läufen, bis du dich daran gewöhnt hast: Das ist ganz anders als der Marktstandard.
Beim Laufen fällt der optiFOAM+-Schaum durch einen sehr reaktiven Rebound auf, ohne die Härte mancher PEBA-Schäume der ersten Generation. Das Gefühl ist dynamisch, aber nicht brutal: Die durchgehende Carbonplatte spürst du beim Abrollen nach vorn, ohne dass sie dir einen künstlichen Laufstil aufzwingt. Der ausgeprägte Rocker schiebt dich bei hohem Tempo nach vorn, wird im langsamen Dauerlauf aber ermüdend: Das ist klar kein Schuh für Regenerationstage.
Der Grip der Contagrip-Racing-Sohle ist im Trockenen ordentlich, bei Regen weniger berechenbar. Das Profil ist stark abgespeckt, um Gewicht zu sparen: Manchmal spürst du die Straße durch die Sohle. Für die meisten Wettkampftempi auf sauberem Asphalt reicht der Grip. Für eine Strecke mit nassem Kopfsteinpflaster oder einen winterlichen Mix aus Straße und Gelände vergiss diesen Schuh und greif zu einem klassischeren Wettkampfschuh.
Vergleich mit der Konkurrenz
Der Nike Vaporfly 4 bleibt mit seinem ZoomX-Schaum, der bei der Energierückgabe unerreicht ist, die Referenz des Segments. Der Phantasm 3 ist 10 g leichter und beansprucht einen Aero-Vorteil, doch der Vaporfly 4 bietet im Long Run die besser spürbare Dämpfung.
Der Saucony Endorphin Pro 5 bietet mehr Vielseitigkeit fürs Geld: 240 € statt 280 €, nachsichtiger bei weniger sauberem Laufstil und haltbarer über 400 km. Der Phantasm 3 punktet mit Eigenständigkeit (Aerodynamik) und S/Lab-Exklusivität, verlangt aber mehr Hingabe.
Der Adidas Adios Pro Evo 3 spielt mit seinen 97 g als limitierte Elite-Edition in einer eigenen Liga. Der Puma Fast-R Nitro Elite 3 mit 169 g konkurriert über das reine Gewicht, doch seine PWRPLATE und seine Instabilitätsspitze machen ihn zu einem Schuh für absolut saubere Laufstile.
Gegenüber dem Asics Metaspeed Sky Tokyo verliert der Phantasm 3 an Stabilität und Grip, gewinnt aber an Geschmeidigkeit: Für den ersten Marathon im Superschuh bleibt der Sky Tokyo die beruhigendere Wahl. Der Brooks Hyperion Elite 5 liegt in derselben Preisklasse (275 €), verfolgt aber einen klassischeren Ansatz (DNA Gold + SpeedVault+-Platte) und lässt sich daher leichter zähmen.
So baust du den S/Lab Phantasm 3 in deinen RunMorph-Trainingsplan ein
Dieser Schuh ist kein Daily Trainer, sondern ein spitzes Wettkampfwerkzeug. So setzt du ihn in deinem Zyklus klug ein. In der allgemeinen Phase (Wochen 1 bis 4) bleibst du bei Daily Trainern wie dem Brooks Ghost 18, dem Asics Gel-Cumulus 28 oder dem Hoka Clifton 10. Der Phantasm 3 bleibt im Schrank.
In der spezifischen Phase (Wochen 5 bis 10) nimmst du den Phantasm 3 für deine Tempoläufe und Schwellenblöcke dazu. Eine Einheit pro Woche reicht: 10 bis 14 km in Marathon-Pace oder 8 km an der Schwelle. Dort zeigt er sein Aero-Potenzial, und dein Laufstil gewöhnt sich an die Platte.
Im Tapering (die letzten 3 Wochen) reservierst du den Phantasm 3 für eine letzte wettkampfspezifische Generalprobe und dann für den Renntag. Um den passenden Plan für dein Ziel zu finden, wirf einen Blick auf alle RunMorph-Trainingspläne auf der Übersichtsseite der Trainingspläne.

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Das Urteil von Coach RunMorph
Mit dem S/Lab Phantasm 3 liefert Salomon seinen ausgereiftesten Straßenschuh seit zehn Jahren ab. Die französische Marke war lange auf den Trail beschränkt (mit Erfolg: siehe unsere Tests des Speedcross 6, des S/Lab Genesis und des Ultra Glide 4). Mit dem Phantasm 3 landet sie einen großen Wurf im Straßen-Racing und bringt den ersten Schuh auf den Markt, der rund um den Luftwiderstand konzipiert ist.
Über das Preis-Leistungs-Verhältnis lässt sich streiten. Mit 280 € liegt er auf dem S/Lab-Niveau für „limitierte Produkte“, gerechtfertigt durch die Verarbeitung, die seltenen Colorways und die Entwicklung mit Swiss Side. Für ambitionierte Läufer mit einem großen Zeitziel (Meisterschaften, Marathon in Paris, Berlin, London) lohnt sich die Investition. Wenn du als Hobbyläufer keinen Unterschied zwischen 25 g und 30 g spürst, spar dir das Geld lieber und nimm einen Asics Magic Speed 5 für 180 €.
RunMorph-Endnote: 9/10. Ein technisch bemerkenswerter Wettkampfschuh, der in die Top 5 der Superschuhe 2026 aufsteigt. Die 10/10 verpasst er aus einem einfachen Grund: Das Wickel-Obermaterial, in der Aero-Theorie brillant, verlangt Eingewöhnung und Pflegedisziplin (fast immer innen trocknen), die pragmatische Läufer nerven können.

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Das nimmst du für dein Training mit
- Heb ihn dir für Schlüsseleinheiten auf: Tempo an der Schwelle, spezifische Blöcke, Marathon-Simulation. Nicht für den lockeren Sonntagslauf.
- Pass deinen Laufstil an: Der Phantasm 3 belohnt Läufer mit Vorlage und einer Schrittfrequenz über 175 Schritten pro Minute. Wenn du über die Ferse läufst, bleibt der ROI begrenzt.
- Plane 8 bis 12 km Eingewöhnung ein, bevor der Renntag kommt: Das Gefühl eines schnürsenkellosen Innenschuhs ist ungewohnt und braucht ein paar Läufe.
- Achte auf Feuchtigkeit: Das Wickel-Obermaterial trocknet langsamer als ein klassisches geschnürtes Obermaterial. Nach einem Regenlauf ausziehen, komplett öffnen und 24 Stunden auslüften lassen.
- Bleib beim ROI realistisch: Bei einer Pace langsamer als 4 Minuten/km bleibt der Aero-Gewinn theoretisch. Darüber hinaus, bei Sub-3 im Marathon oder Sub-1:20 im Halbmarathon, zählt er wirklich.
