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4. August 2026

Saucony Endorphin Azura im Test: 240 g und SpeedRoll ohne Platte

8/10
Saucony Endorphin Azura im Test: 240 g und SpeedRoll ohne Platte
  • Ohne Platte im Wettkampf weniger explosiv als der Speed 5

Schon 1988 verkaufte Saucony eine Azura: einen bunten, günstigen Laufschuh, wie ihn die Zeit eben hervorbrachte. Achtunddreißig Jahre später kehrt der Name auf einem Modell zurück, das mit Einsteigerware nichts mehr zu tun hat. Als direkter Nachfahre der Endorphin-Familie übernimmt es Schaum und Geometrie der Carbon-Modelle der Marke, trifft aber eine radikale Entscheidung: Die Platte fliegt raus. Auf dem Papier ist das eine riskante Wette, denn der Markt für schnelle Daily Trainer ist gesättigt. Auf der Straße findet der Schuh trotzdem seinen Platz zwischen dem zu wettkampflastigen Endorphin Speed 5 und dem zu braven Ride 19, der an guten Tagen einfach zu wenig bietet.

Saucony Endorphin Azura in der Seitenansicht, Farbe White Crimson

© Saucony, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Das Wichtigste in 3 Sätzen

Der Saucony Endorphin Azura ist ein Daily Trainer für die Straße ohne Carbonplatte, der den PWRRUN-Schaum und die SpeedRoll-Geometrie der Endorphin-Reihe übernimmt und so ein dynamisches Laufgefühl liefert, ohne den Preis und die Steifigkeit eines Super-Shoes. Er richtet sich an Läufer, die mit einem einzigen Paar sowohl den lockeren Dauerlauf als auch die Tempoeinheit abdecken wollen, statt die Tasche mit mehreren Schuhen zu füllen. Für 160 Euro ist er eine glaubwürdige Brücke zwischen klassischem Daily Trainer und den Premium-Carbonschuhen von Saucony.

8
/ 10 · RunMorph-Gesamtnote
Dämpfung
8,5 / 10
Dynamik
8 / 10
Komfort
8,5 / 10
Haltbarkeit
7,5 / 10
Preis-Leistung
8 / 10
Für wen?Für Läufer, die ein vielseitiges Paar für lockere Dauerläufe und Tempoeinheiten suchen, ohne in einen Carbonschuh zu investieren.
Für wen nicht?Für Läufer, die im Wettkampf maximale Effizienz wollen. Dort bleibt die Platte im Endorphin Speed 5 oder Pro 5 überlegen.

Saucony macht seine Carbon-Technik zugänglicher und streicht die Platte

Die Endorphin-Familie hat den modernen Ruf von Saucony auf drei Säulen gebaut: PWRRUN-PB-Schaum, SpeedRoll-Geometrie und je nach Modell eine Nylon- oder Carbonplatte. Mit dem Endorphin Azura, erschienen am 1. Februar 2026, versucht die Marke etwas Ungewöhnliches. Saucony behält die DNA der Reihe und streicht das teuerste und umstrittenste Element: die Platte. Das Ergebnis spricht ein breiteres Publikum an als nur Intervall-Spezialisten.

Der Name ist kein Zufall. Mit dem Rückgriff auf ein Modell von 1988 spielt Saucony beim Design die Retro-Karte, mit fein gestreiftem Mesh-Obermaterial und einer Ferse im Vintage-Look, liefert aber ein Datenblatt ganz im Stil von 2026. Eine Einschränkung gleich vorweg: Ein Daily Trainer mit 240 g ist kein reiner 5-km-Schuh, und ohne Platte fällt der Effizienzgewinn gegenüber dem Endorphin Speed 5 oder Pro 5 aus dem Sortiment zwangsläufig kleiner aus.

Datenblatt des Endorphin Azura: was ihn in der Reihe abhebt

MerkmalDetail
MarkeSaucony
ModellEndorphin Azura
Marktstart1. Februar 2026
TypStraße, schneller Daily Trainer
Sprengung8 mm
Stack Height Vorfuß / Ferse32 mm / 40 mm
Gewicht (Referenzgröße Herren)240 g
CarbonplatteNein
SchaumPWRRUN (Zwischensohle) + PWRRUN+ (Einlegesohle)
GeometrieSpeedRoll (Rocker aus der Endorphin-Reihe)
StabilitätCenterPath (mediale Führung ohne übermäßige Steifigkeit)
AußensohleXT-900-Gummi
Empfohlene Distanz5 km bis Marathon als Allrounder
Offizieller Preis160 Euro (ab 124 Euro bei einigen Händlern Mitte 2026)

Saucony Endorphin Azura, Paar in Dreiviertelansicht

© Saucony, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

PWRRUN und SpeedRoll ohne Platte: was ändert sich unter dem Fuß?

Ohne Platte müssen Schaum und Geometrie das Abrollgefühl allein erzeugen. Das Duo aus PWRRUN in der Zwischensohle und PWRRUN+ in der Einlegesohle sorgt für eine großzügige Dämpfung und eine weichere Rückmeldung als bei den Endorphin-Modellen mit Platte, die auf den ersten Kilometern hart wirken können. Der SpeedRoll-Rocker, bereits im Speed 5 und Pro 5 bewährt, übernimmt hier einen großen Teil der Vortriebsarbeit, die anderswo die Platte leistet.

CenterPath braucht eine Erklärung. Es ist kein Stabilitätselement im klassischen Sinn, sondern eine Sohlengeometrie, die übermäßiger Bewegung nach medial entgegenwirkt, ohne dich in eine starre Führung zu zwingen. Konkret bleibt der Schuh neutral und flüssig, mit gerade genug Führung, um dir am Ende eines Laufs bei langen Schritten Sicherheit zu geben.

Der Praxistest: vom lockeren Dauerlauf bis zum zügigen Tempo

Wir haben den Endorphin Azura bei einer Pace von 6 min/km im Regenerationslauf bis hinunter zu 4 min/km auf Tempoabschnitten getestet, inklusive eines Long Runs über 25 km. Bei langsamer Pace schluckt die PWRRUN+-Dämpfung Stöße gut, ohne schwammig oder instabil zu wirken. Sobald die Pace auf rund 4 min 30/km steigt, übernimmt der SpeedRoll-Rocker und sorgt für einen rollenden Laufschritt, allerdings ohne die klare Explosivität einer Carbonplatte.

Im Long Run bleibt der Komfort bis zum Schluss erhalten. Das Mesh-Obermaterial ist auch bei Hitze gut atmungsaktiv, und die gepolsterte Zunge verhindert jeden Druckpunkt auf dem Spann. Die XT-900-Außensohle greift auf nassem Asphalt ordentlich, ist aber klar für die Straße gemacht und nicht für gemischten Untergrund.

Der Tipp von RunMorph: Wenn du ein einziges Paar für lockere Dauerläufe und Qualitätseinheiten ohne Carbonplatte suchst, schließt der Endorphin Azura eine echte Lücke zwischen dem Saucony Ride 19 und dem Saucony Endorphin Speed 5.

Saucony Endorphin Azura im Profil mit Saucony-Logo auf dem Obermaterial

© Saucony, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Saucony Endorphin Azura vs. Endorphin Speed 5: der Vergleich

Beide Schuhe stammen aus derselben Technologiefamilie, bedienen aber unterschiedliche Bedürfnisse. Der Speed 5 behält seine Nylonplatte für mehr Effizienz im Wettkampf, der Azura setzt auf Vielseitigkeit und einen zugänglicheren Preis.

KriteriumSaucony Endorphin AzuraSaucony Endorphin Speed 5
PlatteKeineNylon
Gewicht240 g235 g
Stack Height Ferse / Vorfuß40 / 32 mmCa. 36 / 28 mm
HaupteinsatzLockerer Dauerlauf bis Tempo, VielseitigkeitTempo bis Wettkampf auf kurzen und mittleren Distanzen
Preis160 EuroCa. 180 Euro

Außerhalb von Saucony tritt der Azura auch gegen den Asics Novablast 6 und den Hoka Mach 7 an, zwei weitere dynamische Daily Trainer ohne Platte. Er bietet mehr Stack Height als beide Rivalen, bringt dafür aber etwas mehr Gewicht auf die Waage.

Was uns gefallen hat

  • Großzügigere PWRRUN-Dämpfung als bei den Endorphin-Modellen mit Platte
  • Echte Vielseitigkeit vom lockeren Dauerlauf bis zum Tempo
  • Bequemes, atmungsaktives Mesh-Obermaterial
  • Moderater Preis für Technik aus der Carbon-Reihe

Was uns weniger gefallen hat

  • Ohne Platte im Wettkampf weniger explosiv als der Speed 5
  • Haltbarkeit des PWRRUN-Schaums langfristig im Auge behalten
  • XT-900-Außensohle nur für die Straße gedacht

Saucony Endorphin Azura, Paar in der Rückansicht

© Saucony, offizielles Foto, zu redaktionellen Zwecken verwendet

Unser Fazit aus der Praxis: für wen ist der Endorphin Azura gemacht?

Der Azura passt besonders gut, wenn du dich mit mittlerem Umfang auf einen Halbmarathon oder Marathon vorbereitest und ein einziges Paar für den Großteil deiner Vorbereitung willst, vom Grundlagenlauf bis zur Schwelleneinheit. Er ist auch eine gute Wahl, wenn du bereits einen Carbon-Wettkampfschuh besitzt und einen Daily Trainer suchst, der dynamischer ist als deine üblichen Trainingsschuhe.

Der Business-Tipp von RunMorph: Um deine Trainingswochen rund um ein vielseitiges Paar wie den Endorphin Azura aufzubauen, nutze einen RunMorph-Trainingsplan, abgestimmt auf dein Ziel: Marathon, Halbmarathon oder 10 km.

Wer dagegen nur die reine Wettkampfleistung sucht, ist mit dem Endorphin Speed 5 oder dem Endorphin Pro 5 besser bedient, denn dort macht die Platte bei der Effizienz einen echten Unterschied.

Das Urteil des RunMorph-Coachs

Der Saucony Endorphin Azura gewinnt seine Wette: Er liefert einen Teil des Endorphin-Gefühls ohne den Preis und die Steifigkeit einer Carbonplatte. Einen echten Wettkampfschuh ersetzt er nicht, aber er füllt clever die Lücke zwischen klassischem Daily Trainer und den Super-Shoes der Marke. 8/10, eine Note, die eine in dieser Preisklasse seltene Vielseitigkeit belohnt.

Das Wichtigste für dein Training

  • Bewusste Vielseitigkeit: ein Paar für lockere Dauerläufe und Tempoeinheiten, von 5 km bis zum Marathon.
  • Großzügige Dämpfung: das Duo aus PWRRUN und PWRRUN+ steckt lange Distanzen gut weg.
  • Ohne Platte: im Wettkampf weniger reine Effizienz als ein Endorphin Speed 5 oder Pro 5.
  • Komfortables Mesh-Obermaterial: gute Atmungsaktivität, ideal für Läufe bei Hitze.
  • Preis-Leistung: 160 Euro für Technik aus der Carbon-Reihe, ein echtes Argument.
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